Azoren - 6 Inseln in 17 Tagen

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Praia da Vitoria ist die zweitgrößte Stadt der Insel mit etwa 7000 Einwohnern.
Der Ort ist geprägt von den Amerikanern, die seit dem 2. Weltkrieg auf Terceira ihre Militärbasis unterhalten. So ging das Flair des alten Ortes im Fastfood-Zeitalter leider etwas verloren. Die Besonderheit der Stadt ist der unendlich lang scheinende Sandstrand. Zwei lange Dämme schützen die langezogene Bucht.

Einen schönen Blick über die Stadt und ihre Bucht hat man vom Miradouro da Serra do Facho an der Landzunge Ponta da Ma Merenda an der Nordseite der natürlichen Bucht von Praia. Von hier aus überblickt man das gesamte Panorama der natürlichen Meeresbucht von Praia da Vitoria. Ein großes Denkmal der Mutter Gottes wacht hier über die Stadt.

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Am 11. August 1829 fand vor Vila da Praia eine große Seeschlacht von historischer Bedeutung statt. Die Streitkräfte von König Dom Miguel wurden dabei besiegt. Mit 21 Schiffen versuchten die Absolutisten die Macht zu erlangen. Als die Absolutisten in Vila da Praia an Land wollten, wurden sie von der Bevölkerung der Insel niedergeschlagen.
Praia da Vitoria (Siegesstrand) blieb als Name erhalten.

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Hauptstadt im Renaissancestil ist das im 16. Jahrhundert gegründete Angra do Heroismo, die angeblich schönste Stadt der Azoren. Ich würde das zwar nicht behaupten, ein echtes Schmuckstück ist sie allerdings schon. Nächtliche Spaziergänge durch das Zentrum sind eine wahre Freude. Und speisen kann man auch hier ganz hervorragend.

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Am Ponta da Serreta, im Nordwesten der Insel, kann man den Küstensturm in vollen Zügen genießen.

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Angra do Heroismo ist die architektonisch schönste Stadt der Azoren. Sie beeindruckt durch elegante Fassaden und bunte Häuser, die sich vom Hafen an der malerischen Bucht (port.: angra) aus den Hang hinaufziehen.

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1983 erklärte die UNESCO die Renaissancestadt zum Weltkulturerbe. Nicht umsonst, findet man doch eine ganze Reihe an Palästen, Herrenhäusern, Museen, alten Klöstern und Kirchen in der historischen Altstadt. Ein Bummel durch die Altstadt ist daher nicht umsonst auch eine Wanderung durch die Zeitgeschichte.

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In der Bucht unterhalb des Monte Brasil erheben sich zwischen den beiden Festungen Sao Sebastiao und Sao Joao Baptista außer der Kathedrale noch eine Vielzahl weiterer historischer Gebäude. Und auch der Hausberg Monte Brasil selbst ist mit seinem Naherholungsgebiet ein kleines Erlebnis für sich.

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Angra do Heroísmo ist die älteste Stadt der Azoren und bekam ihr Stadtrecht im Jahre 1534. Der Beiname „do Heroísmo“ wurde der Stadt von Königin Maria II. wegen ihres standhaften Verbleibs im Miguelistenkrieg 1829 auf der Seite der Traditionalisten verliehen.

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An der Südostspitze von Terceira liegen die Häuser von Salga. Nur im Sommer herrscht hier Trubel, denn an der Bucht Baia da Salga findet man ein schönes, gerade bei den Einheimischen beliebtes Naturschwimmbecken. Bei stürmischem Seegang und wieder ohne Umkleidekabine gehe ich natürlich in den angenehm kühlen Atlantik.
Ein echtes Erlebnis in dieser historisch vorbelasteten Bucht.

Am 25. Juli 1581 ging vor Salga die spanische Flotte unter. Und das kam so:
Nach dem Kampf um die Thronfolge des 1578 gestorbenen portugiesischen Monarchen Dom Sebastiao übernahm Spanien die Herrschaft über den Nachbarn Portugal.
Terceira war die letzte portugiesische Bastion.
Im Juli 1581 schickte Filipe II. von Spanien nun eine Seeflotte mit zehn Schiffen auf die Azoren. Am 25. Juli kam es vor Salga zu einer historischen Schlacht. In der Morgendämmerung setzten die ersten Spanier den Fuss auf die Insel. Fast 1.000 spanische Soldaten kamen von den Schlachtschiffen mit kleinen Nussschalen an Land. Als der Alarm vom Aussichtspunkt ertönte, standen die Soldaten schon am Strand. Die Bevölkerung von Terceira allerdings war zum Aufstand bereit. Gegen Mittag war die Schlacht noch immer unentschieden. Mithilfe von Stieren und landwirtschaftlichen Gerätschaften drosch man nun auf die Spanier ein. Den 1.000 Spaniern standen ebenso viele Rinder gegenüber. Schließlich schlug man die Spanier in die Flucht. Viele starben noch am Strand oder ertranken auf der Flucht im Wasser.

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Sao Sebastiao - der Ort der ersten Siedler - hat heute rund 2.400 Einwohner und ist eine der ältesten Siedlungen der Insel Terceira.
An der Praca de Sao Sebastiao liegt auch der Imperio da Praca de Sao Sebastiao. Er wurde 1918 errichtet.

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Noch gut erhalten ist die Kirche Igreja Matriz de Sao Sebastiao. Wann genau sie errichtet wurde ist nicht datiert, aber eine Jahreszahl am Hauptportal verweist auf das Jahr 1455.
In jedem Fall wurde sie von den ersten Siedlern im 15. Jahrhundert gebaut.

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Die Kirche hat drei Kirchenschiffe, unterteilt durch sechs Bögen.
In den Kapellen findet man die Heiligenfiguren der Nossa Senhora da Conceicao, des Senhor dos Passos und des Senhor Jesus do Bom Fim e Almas.

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Die Kirche ist ein Paradebeispiel für gotische Baukunst auf den Azoren.

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Vom Monte Brasil blickt man auf den Hafen von Angra do Heroismo. Das Gebäude am Hang mit 130 Gästezimmern wurde mit Fördergeldern der EU errichtet.
Das Angra Marina Hotel wurde im September 2012 offiziell eröffnet und ist das erste und einzige 5-Sterne Hotel auf Terceira und den Azoren.

Rechts davon in der Festung 'Castelo de São Sebastião' befindet sich das 4-Sterne-Hotel 'Pousada de Angra do Heroísmo São Sebastião'.
Die Festung aus dem 16. Jahrhundert wurde in eine exklusive Herberge umgebaut und auch hier wurde ich als Nichtgast freundlich zur Besichtigung begrüßt.

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Der knapp 100 m tiefe Vulkanschlot Algar do Carvao liegt im Zentrum von Terceira am Rand der Caldeira de Guilherme Moniz. Die Höhle ist vor rund 2.000 Jahren entstanden.
Das gesamte Gebiet ist inzwischen als Naturschutzgebiet ausgewiesen, der Vulkanschlot ein regionales Naturdenkmal.

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Die Höhle steht unter der Aufsicht der Naturschützer und Forscher 'Os Montanheiros'. Sie haben vor Jahren einen Zugangstunnel gegraben und ein solides Treppensystem mit verschiedenen Plattformen geschaffen. So ist die Begehung der Höhle sicher und unkompliziert.

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Es besteht die Möglichkeit zu einem Kombiticket mit der nahen 'Gruta do Natal'. Den Namen Weihnachtshöhle hat diese wegen der jährlich darin stattfindenden Christmette erhalten. Ein Rundgang in dieser zweiten Höhle ist deutlich diffiziler, weil der Boden uneben, rutschig und steinig ist, Stromkabel den Weg kreuzen und ein Durchgang nur hüfthoch ist.
In beiden Höhlen gilt Stativverbot.​
 
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Direkt am Hafen steht die hellblaue, barocke Kirche Igreja da Misericórdia. Die heutige Kirche der Barmherzigkeit am Pateo da Alfandega stammt aus dem 18. Jahrhundert. Am 21. Oktober 1728 wurde der Grundstein oberhalb des Zollkais gelegt. Das Kirchengebäude hat eine barocke, in blau und weiss gehaltene Fassade. Es prägt dekorativ das Bild des alten Hafens am alten Zollkai. Über dem Bogen in der soliden und schmalen, aber hohen Fassade prangt das königliche Wappen.

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Das heutige Rathaus Pacos da Conselho an der Praca Velha stammt erst aus dem 19. Jahrhundert. Vorbild für den Bau war das Rathaus von Porto. Gerade in den Sommermonaten ist die Praca Velha ein belebtes Zentrum der Stadt Angra und vor allem in den Abendstunden gern besucht. Der geräumige Platz im typischen Renaissance-Stil ist von Bäumen umgeben. Der Boden ist herrlich gepflastert. Mal findet hier ein Viehmarkt statt, mal ein Stierkampf auf der Strasse.

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An der Hauptstraße 'Rua da Sé' muss man abends schon eine Weile warten, bis Autos für Lichtspuren vorbeikommen.

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Die Kathedrale Igreja do Santissimo Salvador da Sé ist nicht nur ein beeindruckendes Gotteshaus, sondern auch das geistliche Zentrum der Stadt und mit ihren drei Kirchenschiffen zugleich die größte Kirche der Azoren. Sie ist zudem der Sitz des Bistums der Azoren. Die Hauptfassade mit Portikus und einem hohen Giebel, in den die Uhr und eine Glocke integriert sind, wird flankiert von zwei Glockentürmen, deren Spitzen mit weißen und blauen Fliesen im Fischgrätmuster verkleidet wurden.
1991 machte Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch auf Terceira auch einen Besuch in der Kathedrale. Ein Denkmal am Eingang erinnert an diesen Tag.

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Mit der Igreja do Corpo Santo direkt bei meiner Unterkunft konnte ich dieses Schattenselfie machen.

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Die nächste Propellermaschine (Bombardier Q400) bringt mich auf die 5. Insel der Reise, mittlerweile kenne ich den Flughafen Lajes und sein Sicherheitspersonal ziemlich gut.
Das Bordservice von den SATA Azores Airlines lässt nicht zur zu wünschen übrig, sondern ist defacto nicht vorhanden.
Keine Mahlzeiten, keine Getränke, keine Snacks, rein gar nichts.
Nicht mal Sitzplatzreservierung. Dafür komplett zerkratzte Fenster.

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Graciosa ist mit 61 km² die zweitkleinste Insel der Azoren. Ihren Namen verdankt sie ihrer graziosen, 'lieblichen' Landschaft.
Die Insel ist offenbar zu klein und touristisch uninteressant für die üblichen Autovermieter. Ich kann nur einen lokalen Anbieter finden, der kilometergenau abrechnen wird.
Es sind exakt 77 km, um binnen 24 Stunden alles an- und abgefahren zu haben.

Als Tourist ist man auf Graciosa ein Exot, man fällt sofort auf und wird (teils misstrauisch) beäugt.
Außer mir sehe ich nur einen weiteren Fremden dort und das ist mein Reisekumpel am Beifahrersitz.

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Auf dem im Volksmund in Anlehnung an den gleichnamigen Platz in Lissabon "Rossio" genannten Hauptplatz im Ortszentrum, wo sich eine kleine Parkanlage mit einem Pavillon befindet, wurden zwei ausgedehnte, flache Wasserbecken angelegt, die ursprünglich zur Trinkwasserversorgung der Einwohner sowie als Viehtränke dienten.

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m Zentrum der Stadt steht die Igreja Matriz de Santa Cruz. Sie wurde im 16. Jahrhundert errichtet. 1701 wurde sie erneuert und erhielt im 18. Jahrhundert auch ihre drei heutigen Kirchenschiffe. Ihre Fassade wird geprägt vom kunstvoll bearbeiteten, schwarzen Basaltgestein, der das Portal, die Fenster und den Glockenturm schmückt.

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Die größte Sehenswürdigkeit im Innern ist der hölzerne Altaraufsatz mit Gemälden, die zu den Meisterwerken portugiesischer Malerei des 16. Jahrhunderts zählen.

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Auf dem 129 m hohen Vulkankegel Monte da Ajuda mit seinen drei Kapellen und einer Stierkampfarena genießt man einen herrlichen Blick über die Stadt Santa Cruz da Graciosa, einem kleinen freundlichen Ort mit 1.800 Einwohnern.

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An der Ponta Barca überragt der Leuchtturm Farol da Ponta da Barca die 50 m hohe Steilküste. Er markiert das nordwestliche Ende von Graciosa.
Sein Licht reicht sieben Seemeilen weit. Vom Leuchtturm aus kann man die bizarre Felsküste überblicken.

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Ein Kilometer unterhalb von Luz liegen am Meer die Fischerhütten von Folga. Bei den wenigen Häusern gibt es nicht viel zu sehen.
Der Hafen samt Kai und Bootsrampe ist in den Fels gehauen. Es gibt ständig Brandung und die Fischer holen daher ihre Boote auch immer schnell aus dem Wasser.

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Carapacho ist ein kleiner Fischerort mit nicht einmal 250 Einwohnern ganz im Süden von Graciosa. Er liegt unterhalb einer ca. 200 m hohen Steilwand und wurde von Vasco Gil Sodre am 3. Mai 1450 als erste Siedlung von Graciosa gegründet.
Bekannt ist der Ort vorallem wegen der Thermalquelle mit dem über hundert Jahre alten Badehaus Termas de Carapacho.

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Das Südostende von Graciosa markiert die felsige Landspitze Ponta da Restinga. Ein Kilometer vor der Südspitze liegt die Felsinsel Ilheu de Baixo.
Sie steht unter Naturschutz. Dahinter erhebt sich am Horizont die Nachbarinsel Terceira.

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Die Furna do Enxofre ist eine Schwefelhöhle im Schlot eines Vulkans. Der Durchmesser beträgt rund 190 m. Das Gewölbe hat eine Höhe von 40 m. Der Grund liegt etwa 100 m unter der Erdöberfläche. Absteigen kann man in einer 1939 errichteten Wendeltreppe mit 183 Stufen. Die Treppe ist teilweise in den Fels gehauen. Durch Fensteröffnungen kann man immer wieder in die Höhle hinabblicken.

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Durch zwei trichterförmige Kamine gelangt etwas Tageslicht ins Innere. Ein 15 m tiefer und 130 m breiter Kratersee liegt unterirdisch in der Furna do Enxofre verborgen.
Die Athmosphäre ist einzigartig: Aus dem See steigen schwefelige Gase. Alles wirkt ein wenig unheimlich und mystisch.

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Praia ist ein größeres Dorf mit rund 900 Einwohnern an der Ostküste. Trotzdem ist es die zweite Stadt auf Graciosa. Seit der Erneuerung der Beschilderung auf der Insel im Jahr 2004 muss man dem Namen Sao Mateus folgen, um in Praia zu landen. Der Ort wurde komplett in seinen Pfarrei-Namen umbenannt. Vila da Praia da Graciosa = Sao Mateus.
In Hafennähe findet man auch drei Windmühlen bzw. deren Reste.

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In Praia werden die inseltypischen Kuchen Queijadas da Graciosa hergestellt. Man kann sie in der Pastelaria e Docaria Queijadas da Graciosa etwas nördlich des Zentrums bei den Windmühlen kaufen. Man findet sie aber auch in allen Supermärkten.​
 
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Knapp 5.000 Menschen leben heute noch auf Graciosa. In den letzten 50 Jahren hat sich die Bevölkerung durch Auswanderung in die USA und nach Kanada mehr als halbiert. Auf Graciosa geht das Leben noch seinen gemütlichen Gang. Wer kein Auto hat nimmt noch immer Pferd oder Esel als Transportmittel. Dementsprechend ruhig und gemächlich geht es zu. Stress und Hektik sind hier fremd.

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Lässt sich auf den Azoren schon grundsätzlich "eine ruhige Kugel schieben", so läßt sich auf Graciosa der Slow-Down nochmals steigern. Die wenigen Straßen sind dank der EU in einem tadellosen Zustand, die Bevölkerung hält Häuser in Schuss und die Gärten herausgeputzt. Infrastruktur ist gut, einzig das Leitungswasser hat einen abstoßenden Geruch.

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In 24 Stunden hat man so ziemlich alles gesehen und die nächste Bombardier Q400 bringt mich zur 6. und letzten Insel meiner Azorenreise. Wieder via Terceira, denn das ist die Drehscheibe der Luftflotte. Ein mehrstündiger Zwischenstopp bereichert mich mit dem 5. (und nun letzten) Kontakt am Aerogare das Lajes auf Terceira.

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Bei so viel Auswahl fällt die Platzwahl schwer. Denn leider sind die Fensterscheiben bei der SATA stark verkratzt und trübe und ich suche immer die beste Raussichtsmöglichkeit.

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Um keine Zweifel an der Qualität der Fluglinie aufkommen zu lassen: Das fehlende Bordservice lässt sich natürlich mit der Flugdauer am Archipel argumentieren, die wenige Minuten bis maximal einer halben Stunde beträgt.​
 
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Sao Miguel ist mit 65 km Länge und 16 km Breite die grösste, bevölkerungsreichste und touristisch am besten erschlossene Insel der Azoren. Sie ist Drehscheibe und Haupteinfallstor der Azoren. Der Flughafen liegt nur 3 km von der Hauptstadt Ponta Delgada entfernt und ist Ziel internationaler Nonstopp-Flüge. Vor allem im Sommer fliegen zahlreiche Chartermaschinen von den USA und Kanada die Insel an. Auf dem Airport Joao Paulo II. starten und landen die Maschinen auf die anderen Insel des Archipels. Damit ist Sao Miguel eine gute Basis fürs Inselhüpfen.

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Wer den obigen Absatz gelesen hat, ist auf die 3 km Flughafennähe aufmerksam geworden. Da spielt es keine Rolle wie nobel die Unterkunft ist, es ist irgendwie alles unter der Einflugschneise, die vor 6 Uhr früh bis nach Mitternacht auch benutzt wird. Der Landlord hat als Willkommensgeschenk für seine Gäste daher auch Ohrenstöpsel parat.

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Am ersten Abend geht es gleich mal rauf nach Mosteiros und danach zu Sete Cidades. Auf der Brücke Ponte dos Regos, die die beiden Seen Lagoa Verde und Lagoa Azul im Vulkankrater trennt, spiegeln sich die Sterne wunderbar und ich freue mich auf eine Woche geiler Nachtaufnahmen.

Da wusste ich noch nicht, dass es die nächste 6 Tage regnen und Dauerbewölkung vorherrschen wird.

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An der Nordseite des Lagoa das Furnas dampft die Erde an den Caldeiras an dem großen Picknickplatz. Je näher man kommt, desto mehr steigen einem die Schwefeldämpfe in die Nase. Sie steigen aus den Fumarolen und brodelnden Schlammlöchern auf. Schaut man genauer hin, so entdeckt man viele kleine Zementrohre und maulwurfartige Hügel mit einem kleinen Holzschild. In den rund 1 m tiefen Löchern wird gekocht: Hier entsteht seit Generationen der traditionelle Cozido das Furnas, eine Mischung aus Fleisch, Würstchen, Kohl, Kartoffeln und anderem Gemüse. Die Erdwärme genügt. Die Zubereitung dauert mehrere Stunden. Den Topf läßt man an einem Seil ins Loch hinab. Das Loch wird verschlossen und ab 11:30 Uhr nach mehreren Stunden wieder geöffnet. So kocht der Cozido langsam vor sich hin.

Küchenchef und Personal überwachen persönlich den Bergungsvorgang. Zahlreiche schaulustige Rentner bemühen sich dabei trotz Absperrung ablaufbehindernd um ein Selfie.

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Der Badesee im Parque Terra Nostra ist ein öffentliches Thermalbecken und wird von heißen Quellen gespeist. Das eisenhaltige Wasser ist zwar ziemlich braun, dafür ganzjährig 38 Grad warm.
Der Park ist das Werk des Orangenexporteurs und amerikanischen Vizekonsuls Thomas Hickling, der 1770 nach Furnas kam. Er baute sich eine Sommerresidenz und liess den Park anlegen. Sein Werk war gewissermassen der Grundstein für den heutigen Kurort Furnas. Hier gedeihen Riesenfarne und exotische Pflanzen.
Das Hotel Terra Nostra wie auch das Kasino stammen beide aus dem Jahr 1930. Als Pool dient der Thermalsee des Parks.

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Was mir hier auffällt, ist die mangelnde Infrastruktur. Ein Entspannungsbad im Parque Terra Nostra ist zweifellos ein Fixpunkt für Touristen und dementsprechend gut besucht. Was nicht vorhanden ist, ist ein durchdachtes Parkplatzmanagement, um dieses Highlight der Insel mit Auto zu besuchen. Ferner gibt es keine Möglichkeit seine Bekleidung für die Badedauer zu deponieren. Auf den Parkboden legen und im Auge behalten trübt somit das Vergnügen etwas. Zusätzlich zum einsetzenden Nieselregen.

Der Park ist mit seiner bunten aber gekonnten Mischung aus Pflanzen einzigartig. Er hat heute eine Größe von 12 Hektar. Rund 2.500 Bäume findet man in der Anlage. Entlang der Wege begleiten einen Kamelien, Magnolien, Azaleen, Strelizien, Hibiskus, Araukarien und noch eine Menge mehr. Mancher botanische Garten wäre stolz auf diesen Pflanzenbestand.​
 
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Das Monumento ao Emigrante von Alavaro Raposo Franga aus dem Jahr 1999 steht auf der Südseite des Praça 5 de Outubro. Das Denkmal besteht aus Betonstelen, Steinmosaiken und drei lebensgroßen Bronzefiguren und stellt eine Emigrantenfamilie dar, die in eine bessere Zukunft blickt. Der Vater der Familie zeigt hoffnungsvoll in den Westen – in Richtung Amerika. Um dieses Monument findet die schwarz-weiße Kopfsteinpflasterung der Stadt ihren Höhepunkt. Viele Plätze und Trottoirs sind mit unterschiedlichen phantasievollen Mustern und Figuren großflächig mittels inseleigenem Basalt und Granitstein des portugiesischen Festlandes kunstvoll gepflastert.

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Neben der Hafenburg 'Forte de São Brás' aus dem 16. Jahrhundert beginnt der Hafen und das das wirtschaftliche Zentrum.

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Blick von der Uferpromenade auf die Marina von Ponta Delgada.
Ponta Delgada ist die größte Stadt der Azoren und damit zugleich auch das Einfallstor aus Europa und Amerika. Schon längst ist aus dem einstigen Fischerdörfchen eine richtige Großstadt geworden. Knapp 70.000 Menschen leben in diesem Ballungsraum (und somit etwa 35 % von allen 9 Inseln).
Ponta Delgada wurde im Jahr 1499 von dem portugiesischen König Manuel I. gegründet. Eine kleine Landspitze vor Calheta gab Ponta Delgada (= dünne/schmale Spitze) ihren Namen.

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Am Largo da Republica mit seinem Brunnen stößt man auf das barocke Rathaus. Die Camara Municipal ist ein weiterer Barockbau in Ponta Delgada. Das Gebäude wurde im 18. Jahrhundert errichtet und war lange Zeit der Wohnsitz einer noblen Familie. Anfang des 20. Jahrhunderts zog dann die Verwaltung ein. Im 1724 errichteten Turm des Rathauses hängt eine Glocke von König Joao III aus dem 16. Jahrhundert. Es ist die älteste Glocke der Azoren. Im Erdgeschoss finden regelmässig Ausstellungen lokaler Künstler statt.

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Oberhalb des Ortes Vila Franca do Campo liegt die Kapelle Nossa Senhora da Paz. Sie dominiert den Hügel weithin sichtbar und auch von der Plattform der Kirche selbst ist die Aussicht phänomenal. Man überblickt ganz Vila Franca samt den unzähligen Ananas-Gewächshäusern. Zuvor muss man jedoch die Treppengalerie erklimmen. Sie ist mit Azulejos verziert. Auch auf der Aussichtsplattform selbst findet man einige Kachelbilder. Die Kapelle wurde im 16. Jahrhundert errichtet.

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Gegenschuss als Pano: Dem Ort Vila Franca do Campo ca. 1 km vorgelagert liegt die Felsinsel Ilheu da Vila sanft im Meer.
Sie ist seit 1993 Naturschutzgebiet und im Sommer kann man mit kleinen Booten übersetzen.

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Der Feuersee Lagoa do Fogo liegt etwas abgeschieden auf ca. 600m Höhe in den Bergen von Sao Miguel hinter der Serra de Agua de Pau in einem noch komplett naturbelassenen Krater. Von dem Parkplatz mit Aussichtspunkt an der Höhenstrasse führt ein zuweilen rutschiger Fußweg in einer knappen halben Stunde hinab.

Da von vielen empfohlen, sind wir den feuchten Weg auch runtergegangen. Ein zweites Mal brauche ich das nicht machen.

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Salto do Cabrito bei Ribeira Grande ist ein mehrstufiger Wasserfall mit Naturbecken, der zur freien Abkühlung einlädt. Wie gewohnt ohne jeglicher Infrastruktur.
Keine Kabinen ist üblich, der Weg zum Badebereich geht als Kletterpartie zudem über Felsbrocken und spitze Steine.

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Mit der TukáTulá Bar am Strand von Santa Barbara bei Ribeira Grande habe ich mMn das beste Restaurant des Archipels entdeckt. Direkt an der stürmischen Brandung und durch Glasscheibe geschützt, sehr aufmerksames und gut beratendes Personal, vorzüglicher Frischfisch flott geliefert. Ein absoluter Lokaltipp!

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Da fällt das Verweilen leicht, um Sonnenuntergang und Brandung zu erleben.

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Vom Miradouro da Ponta do Cintrão bei Ribeirinha sieht man rüber zum Schutzgebiet Ponta do Ermo.

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Bei einem versteckten Wasserfall (Caichoeira) hinter einem Campingplatz bei Moinhos taucht man in ein botanisches Paradies.

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Das Badebecken wirkt zusätzlich sehr idyllisch und man ist völlig ungestört.

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Chá Gorreana ist eine Tee-Fabrik in Gorreana (Gemeinde Maia, Kreis Ribeira Grande) und neben dem nahe gelegenen Chá Porto Formoso die einzige Teefabrik Portugals.
Zusammen mit einer Fabrik bei Truro im Englischen Cornwall sind dies die drei einzigen Teefabriken innerhalb der Europäischen Union.

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Das Anwesen umfasst 32 Hektar. Produziert wird ökologisch ohne Verwendung von Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden.
Das Gelände und die Fabrik kann frei besichtigt werden und die Teeverkostung ist ebenfalls kostenlos möglich.
Sehr clever. Umso lockerer sitzt dann die Geldbörse bei der Verkaufstheke...

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Die Vermarktung erfolgt überwiegend auf dem Festland Portugals. Hergestellt werden Schwarzer Tee der Sorten Orange Pekoe, Pekoe und Broken Leaf sowie Grüner Tee der Sorte Hysson. Die gesamte Produktion beläuft sich, wetterabhängig, auf rund 40 Tonnen.

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Der Fluss und Naturpark Ribeira dos Caldeirões liegt eingebettet in einem schönen Tal mit Baumfarnen und alten Wassermühlen.
Hier lässt sich ganz wunderbar der Leidenschaft der Blümchenfotografie nachgehen.

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Nordeste liegt ziemlich abgeschieden im Nordosten von Sao Miguel.
Im Zentrum steht die Igreja Matriz de Sao Jorge mit ihren drei Kirchenschiffen, deren Grundstein im 15. Jahrhundert gelegt wurde.

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Die Zufahrtsstraße nach Vila de Nordeste ist ein Viadukt mit dem Namen 'Rua Jorge M. Reis Machado' und die Brücke der sieben Bögen (Ponte de Sete Arcos).

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Am östlichen Ende von Furnas findet man die Caldeiras. Sie sind eine Attraktion des Ortes.
An insgesamt 22 Quellen dampft, gluckert und sprudelt es unübersehbar. Dicker Schwefelgeruch hängt hier in der Luft.
Die kleinen Quelltöpfe blubbern, der Boden ist heiss. Überall gibt es Löcher und Spalten im Boden.

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Jede Quelle hat ihren Namen und ist für bestimmte Krankheiten und Zipperlein das richtige Abhilfemittel. Die Caldeira Grande ist mit 61l/min. die kräftigste Quelle. Hier kocht das Wasser mit 98 Grad. Zu den lautesten Quellen zählt die 'pero botelho' deren Name sich von einer veralteten Form für den Teufel aus dem 16. Jahrhundert ableitet. Die Ausstösse dieser Teufelsquelle nutzt man in Form von grauem Schlamm als natürliche Fangopackungen.

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Beim Besuch der Kapelle Nossa Senhora da Paz bei Vila Franca do Campo tagsüber sind mir die vielen Lampen und Scheinwerfer bei den Treppenaufgängen aufgefallen. Voller Erwartung wollte ich abends nochmals hin und war doch ziemlich enttäuscht, dass die Stufen nicht in heller Beleuchtung erstrahlten. Nur das Gebäude oben war erhellt, für den Aufgang musste der Autoscheinwerfer mithelfen.

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Benannt nach dem ersten Inselverwalter heißt der zentrale Platz in Ponta Delgada Largo de Goncalo Velho Cabral. Auf dem Platz steht heute das dreibögige Stadttor Portas da Cidade das man 1783 am Hafen errichtet und 1947 an seinen heutigen Platz umgebaut hat. Es ist heute das Wahrzeichen von Ponta Delgada und war früher der Eingang zur Stadt auch wenn man das heute nicht mehr vermuten würde.

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Auf dem Platz findet man auch ein Denkmal Cabrals, dem man die Erforschung von Sao Miguel und der Nachbarinsel Santa Maria verdankt.
Der Kirchturm der Igreja Matriz de Sao Sebastiao hat als einzige Kirche der Stadt eine Uhr.

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Der Platz bildet den optischen Mittelpunkt der langen Bucht von Ponta Delgada, an deren Ufer die lange breite Avenida Infante Dom Henrique, in dieser Form aus dem Jahr 1952, entlang führt. Sie ist nicht nur die Hauptverkehrsader der Stadt, sondern entlang dieser Straße findet man auch die meisten Banken und Büros.

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Die Flagge besteht aus zwei senkrechten Streifen in Blau und Weiß. Königin Marias Anhänger nahmen am 18.10.1830 auf den Azoren eine blau-weiße Flagge an. Sie wurde später die neue Nationalflagge von Portugal und galt bis 1911. Der Vogel ist an die vielen Bussarde angelehnt, die zur Entdeckerzeit für Habichte gehalten wurden und den Inseln ihren heutigen Namen gaben. Die neun Sterne stehen für die neun Inseln des Archipels. Die Zugehörigkeit zu Portugal verkörpert das portugiesische Wappen.

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Weil es so schön war, geht es nochmal nach Mosteiros - die Westspitze von Sao Miguel.
Nicht nur, weil der Westblick auf die vorgelagerten kleinen Felsinselchen (u.a. die Ilheu dos Mosteiros) lockt, sondern weil es sich im Restaurante Gazcidla ganz hervorragend und budgetschonend speisen lässt.
Nicht von der Außenfassade und den trinkfreudigen Barfliegen im Erdgeschoß abschrecken lassen!

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Mosteiros ist eine Freguesia (Gemeinde) im äußersten Nordwesten direkt am Meer. Der Praia besitzt einen dunklen Sandstrand und Naturschwimmbecken, die jedoch der oft starken Brandung des Atlantik ausgesetzt sind.

Logisch, dass auch diese Erfahrung gemacht werden muss. Was als "dunkler Sandstrand" bezeichnet wird, sind tatsächlich schwarze Steinchen, die nach dem Schwimmen kaum von der Haut zu kriegen sind. Badeschlapfen sind von Vorteil und der Wellengang ist eine Herausforderung. Ist das Ins-Wasser-kommen schon recht schwierig (spitze Felsen, starke Brandung), so ist das Anlanden noch komplizierter (noch mehr spitze Felsen, starke Sogwirkung ins Tiefe).

Erst im Wasser fällt mir auf, dass sonst niemand schwimmen ist. Ein paar Mädels liegen im schwarzen Schotter und machen Selfies.
Vielleicht machen sie auch Fotos von mir? Wenigstens gibt es eine Duschkabine dort.

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Wie eingangs erwähnt, war ein Hauptgrund meiner Reisezielwahl der Lost Place "Monte Palace" am Südrand der Caldera.
Kurz vor Tageslichtende schaffen wir es endlich zum Aussichtspunkt Vista do Rei. Es ist nebelig, feucht und still.
Was war noch mal der Grund, warum das Hotel nur eine Saison offen hatte?

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Ein französisches Unternehmen baute 1983 das 5-Sterne-Hotel Monte Palace mit mehr als 170 Betten. Mehrere Jahre lang stand es leer, denn die Bauträger aus Frankreich und Belgien waren zwischenzeitlich bankrott. Im Frühjar 1989 wurde es unter staatlicher Leitung schließlich mit großem Getöse eröffnet. Lange hielt es sich jedoch nicht, denn ein Jahr später war es im Konkurs und noch heute ist das seither nicht mehr genutzte und inzwischen marode Gebäude ein Mahnmal für ein schlechtes Tourismuskonzept. Der Standort liegt oft im Nebel und das behagt den meisten sonnenhungrigen Touristen ganz und gar nicht.

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Die Distanz vom Hotel zum Badeort Sete Cidades unten am See (7,7 km, 400 Höhenmeter, 2 Stunden Wanderweg) hat sich zusätzlich und überraschend als nicht kompatibel für Familienurlauber erwiesen.

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Einmal mehr erfreue ich mich an der HiISO-Fähigkeit meiner Kamera. Das Gebäude ist türen- und fensterlos, die Böden sind übersät mit Schutt, Teppiche schwimmen im Regenwasser, überall tropft es runter. Mit meinem Reisekollegen bin ich völlig allein hier, Knacken und Plätschern begleitet uns akustisch. Die großflächigen Pfützen sind manchmal knöcheltief. Turnschuhe sind kein adäquates Schuhwerk hier.
Hier muss ich bei mehr Licht unbedingt nochmals her.

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Die Igreja Matriz de Sao Sebastiao ist die Hauptkirche von Ponta Delgada. Nicht umsonst liegt sie mitten im Zentrum. Man nennt sie schlicht Matriz. Sao Sebastiao war der erste Schutzheilige der Insel. Das manuelinische Hauptportal wurde durch zwei Seitenportale ergänzt, Rosette und die vier Fenster wurden eingebaut. Von außen beeindruckt sie durch die Portale im manuelinischen und barocken Stil.

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Den Innenraum schmücken Schnitzereien aus Zedernholz und anderen seltenen Holzarten wie Pockholz. In der Sakristei gibt es ansehnliche Kacheln und es hängen liturgische Gewänder aus England. Herrliche Holzmöbel aus Palisander stammen aus dem 17. Jahrhundert. Die edlen Hölzer wurden aus brasilianischen Kolonien beschafft. Vorne steht ein schöner Schnitzaltar.

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Der Souvenirshop daneben war preislich eher abschreckend, dafür kann man in einer Straße mit mehreren Lokalen (Fressmeile?) wiederum sehr günstig essen. Da fällt dann auch auf, dass es in der Hauptstadt offenbar ein akutes Drogenproblem gibt. Als Beobachter hat man den lokalen Dealer binnen zwei Minuten erkannt, die potentiellen Käufer taumeln gespielt desinteressiert in der Umgebung herum.
Mein Quartier liegt gerade mal 800 Meter vom Zentrum entfernt. In dieser Straße liegen jeden Abend mehrere Obdachlose auf den Gehwegen, die tagsüber rauchend vorbeigehende Passanten in Gespräche verwickeln.

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Sao Miguel ist die Heimat der Ananas, zumindest auf den Azoren.
Kein Aufenthalt sollte ohne einen leckeren Nachtisch in Form einer erntefrisch geschnittenen Ananasscheibe verlaufen.
Unser wortreicher Quartiergeber verwöhnt uns damit bei jedem Frühstück.

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Zu besichtigen ist eine publikumswirksam ausgebaute Plantage von Dr. Arruda in Faja de Baixo, etwas nördlich von Ponta Delgada. Von Gewächshaus zu Gewächshaus kann man die verschiedenen Stadien der Entwicklung begutachten. Man kann sich auf dem Gelände frei bewegen. Neben der freilich nicht ganz billigen Früchte selbst kann man auch leckere Bonbons, Marmelade und Liköre erwerben.

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Die Kultivierung ist nicht einfach: die Pflanze blüht nur einmal und trägt auch nur eine einzige Frucht. Rund zwei Jahre vergehen zwischen der Pflanzung und der Ernte. Der Anbau erfolgt in Treibhäusen. Die Gewächshäuser sind abgedeckt oder zum Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung weiß gekalkt.

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Die Dächer sind schwach geneigt, meist um 33 Grad. In den Dachscheiben sind mehrere Lüftungselemente, sogenannte 'Alboios', eingebaut. Damit läßt sich die Temperatur der Ananaskultur gerade im Reifeprozess gezielt steuern. Aufwändig und zeitintensiv werden die Früchte nach circa zwei Jahren geerntet.

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Die Ananas ist daher keine Billigfrucht und kann mit der grün geernteten, in Mitteleuropa angebotenen Massenware bei weitem nicht mithalten. Die Früchte erreichen ein Gewicht von bis zu 2,5kg. Angeboten werden die Früchte zum Kilopreis von EUR 3,99 im örtlichen Supermarkt Continente (September 2017).

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Die Ananas kommt gleich zu Beginn in ein spezielles Gewächshaus zur Anzucht. Nach etwa einem Monat beginnen die Knollen auszutreiben. Bis zu sechs Monate dauert es bis ein neues junges Pflänzlein herangewachsen ist. Ein Jahr lang wächst die Pflanze im nächsten Gewächshaus bei Temperaturen um 40 bis 50 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit, in dem dann auch geerntet wird. Die Früchte benötigen ab der Blüte noch ca. sechs Monate zum Heranwachsen bis zur Ernte.

Drei bis vier Monate nach dem Umpflanzen in die Estufas folgt das Räuchern. Dabei werden eine Woche lang Holz, Späne und Grünzeug am Rand des Gewächshauses verbrannt. Der Rauch (fumo) bewirkt, dass die Pflanzen sechs Wochen später fast gleichzeitig blühen. Ohne das Räuchern würden die Pflanzen zu unterschiedlichen Zeitpunkten blühen und die gesamte Periode einer Generation würde sich verlängern.

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Gegründet wurde die heutige Stadt Ponta Delgada unter König D. Manuel I. im Jahr 1499. Fischer hatten sich im heutigen Ortsteil Calheta im Bereich des neuen Yachthafens niedergelassen. Die Stadt ist bunt und tagsüber herrscht Leben in den Straßen. Das im Kern historische Städtchen mit seinen zahlreichen Kirchen und historischen Gebäuden übt seinen ganz besonderen Charme aus.

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Hübsche Parks, fantasievollen Balkone und nicht zuletzt die vielen kleinen Straßen und Plätze bieten genug Abwechslung. Die Universität der Azoren mit über 4000 Studenten trägt zu einem jungen und frechen Erscheinungsbild, tagsüber wie abends, bei.

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Am letzten Tag klart es doch noch mal auf und die Sonne lässt sich blicken. Also nix wie nochmal hin zur Caldeira und dem Monte Palace, um das typische Standardfoto zu machen. Tatsächlich sind die unterschiedlichen Verfärbungen des Sees zu sehen, der durch die Brücke Ponte dos Regos den Lagoa das Sete Cidades trennt. Blickt man vom Kraterrand etwa 500 Meter hinunter, so erscheint der eine See durch die Reflexion des Himmels blau (Lagoa Azul), der andere durch den dahinter stehenden Bewuchs grün (Lagoa Verde).

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Und diesmal war da oben Aufmarschgebiet! Der Parkplatzbereich in der Kurve war gänzlich überfüllt, geparkt wurde daher wie sonst auf den Azoren üblich einfach am Straßenrand. Das geht solange gut, bis der Reisebus sich auch noch raufstaut und mit seinen Rentern nicht mehr durchkommt.
Die werden hier schnell rausgekippt und nach einer halben Stunde wieder abtransportiert. Das Hotel kann zur besten Zeit nicht so viele Menschen gesehen haben, wie sich hier bei Sonnenlicht plötzlich herumtreiben.

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