Heute Morgen, gegen fünf, muss mich ein Mondstrahl an der Nase gekitzelt haben.
Nach den tropischen Temperaturen gestern wankte ich zum Balkon, um mit offener Tür
etwas kühlere Luft durch die Wohnung strömen zu lassen. Selten habe ich hier in letzter Zeit
so ein intensives Mondlicht gesehen, das dennoch den Sternen Geltung ließ.
Da der Himmel sich anschickte, sich mit Schäfchenwolken zu verhüllen, verzichtete ich auf den Aufbau des Stativs. Ich wollte ausprobieren, ob ich mit meinem kleinen Halbformatdrecksding FREIHAND irgendetwas Bildhaftes fertigbrächte.
Um es gleich zu sagen - es war nicht unkompliziert.
Ich wählte die manuelle Einstellung, Offenblende 1,8 am 25er (-->50mm KB),
1/4 s bei zunächst 5000 ISO. Es bedurfte vieler Versuche, bis einige wenige Bilder mit der
Schärfe da, wo ich sie haben wollte, auf dem Chip waren. Es war so finster, dass die Bildkomposition im Videosucher nur sehr grob zu erahnen war. Der Autofokus hat sich die Füße platt gelaufen, so oft irrte er hin und her, wenn ihm nicht das rote Totenlämpchen leuchtete. Später habe ich die manuelle Fokussierung auf Ersatzobjekte in Verbindung mit der Kantenverstärkung probiert, die dann bei Himmelsaufnahmen ganz hilfreich war.
Da dies der Rand des Möglichen ist, mit meiner Ausrüstung freihand Nachtaufnahmen zu machen, habe ich sie im abgedunkelten Zimmer mit Lightroom bearbeitet. Sie fallen deshalb sehr dunkel aus, wenn man sie bei hellem Umgebungslicht am Monitor betrachtet.
Es war mein Anliegen, den Nacht-Charakter im Bild zu erhalten.
Bildfehler dürfen gerne gefunden werden. Da mein aktuelles Lightroom nicht die Raws der Kamera fressen will, habe ich die Jpegs bearbeitet.
Oleander im Mondlicht
Viele Grüße
Herbert