Die Verlegung etlicher Fahrzeuge von Kabul ins Camp Marmal war immer lustig. Eine Kiste voller Schlüssel und Papiere, ungefähre Angabe wo sich die Lkw`s befinden sollen, spannend, ob die nach Kontingentwechsel und langer Standzeit noch laufen. Verladerampen natürlich auch nicht da.
Also ist etwas Improvisation und Timing angesagt, flott den Unimog auf den Tieflader,
dann zackig die Landebahn frei gemacht
Am Checkpoint holte ich die Trucks ab, die Fahrer und Trucks wurden von den Posten sehr genau kontrolliert, dann konnten sie mit mir zum Verladeplatz fahren.
Sehr sinnvoll, auf das Signal zu achten, dass kommt erst, wenn die Nagelkette weggezogen ist
Natürlich hatten wir ein gewisses Interesse daran, dass die Fahrzeuge auch am Bestimmungsort ankommen und nicht als "Entwicklungshilfe" ins Land gehen. Lkw`s mit Zusatzpanzerung wurden daher immer zusätzlich bewacht.
Ich hatte einen Tieflader angefordert, als der StUffz mit seinem Lkw den sah, weigerte er sich beharrlich, den auf den Anhänger zu fahren.
Na gut, dann fährt der Chef halt selbst
War etwas knapp, aber reine Nervensache
Die Hinterachse des Anhängers war vom Modell Recycling
Meine Lieblingsbeschäftigung, Papiere ausfüllen, bis die Security ankommt
Das Bike eines der Arbeiter, gut gesichert
Man sollte immer genau kontrollieren, wo man sich hinsetzt
Mit leichter Verspätung, fett motorisiert traf dann die Spezialtruppe ein
Waren völlig wild darauf, von mir fotografiert zu werden, natürlich nur mit voller Bewaffnung. Sehen interessant aus, haben aber sicher alle Kriegserfahrung. Wäre ein grosser Fehler, die zu unterschätzen
Das war`s, mehr Bilder gibt es zwar, aber keine, die ich veröffentlichen möchte.
Bin auch nach der langen Zeit eigentlich immer noch fasziniert, wie gut die Fotos geworden sind, kurz die Lumix hoch , gezoomt und geknipst.
Klar, heute mit der D500 und Objektiven, die das gleiche, bzw. das doppelte der damaligen Kamera kosten... aber für die damalige Technik und die Umstände..
Ich hatte kein Stativ dabei, 300 mm Freihand ohne Probleme. Das Klappdisplay ermöglichte "unauffällige" Bilder, Kamera unterm Parka, nur das Objektiv schaute raus. In Usbekistan (Termez) herrschte striktes Fotografierverbot, was ich Kraft eigener Arroganz ignorierte. Einer der Wachposten drückte mir dann seine entsicherte AK auf den Brustkorb, ich tippte dann auf meine Flagge an der Uniform und das Dienstgradabzeichen. Hat ihn dann irgendwie beeindruckt oder besänftigt, aber deshalb gibt es von dort wenig Bilder, wollte es nicht übertreiben
Freue mich auf eine rege Diskussion
