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Hallo Erhard,
eine richtig spannende Reportage mit herrlichen Bildern.
Vielen Dank fürs Mitnehmen.

Gruss
Bernd
 
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Da keine Eisbären in der Umgebung gesichtet wurden
fuhren wir mit den Zodiacs an Land.


#34

NIK_0615
by Nik Onbewi, auf Flickr


Die Franklin-Expedition hat vor ihrer ersten Überwinterung die Nord-Westpassage im Norden des Kanadische Archipels gesucht.
Man vermutete damals, dass um den Nordpol herum ein offenes, eisfreies Polarmeer existierte, welches schiffbar war.
Der einbrechende Winter zwang sie aber zur Umkehr und zur Überwinterung 1845/1846 auf Beechey-Island.
Auch wenn Beechey Island wegen seines gute Naturhafens in den letzten zwei Jahrhunderten
immer wieder von Polarforschern und Walfängern besucht wurde,
steht der Name in erster Linie im Zusammenhang mit der Franklin-Expedition und den folgenden Suchexpedition.


#35

NIK_0616
by Nik Onbewi, auf Flickr


Während der Überwinterung starben wohl drei Seeleute die hier begraben sind.
Diese Gräber kann man heute noch besuchen.
Die Leichen wurden in den letzten Jahren noch einmal untersucht.
Man fand Spuren einer Bleivergiftung, wohl zurückzuführen auf die damals erstmalig verwendeten Dosenkonserven mit Bleiverschluß.
Das war sicher einer, aber nicht der entscheidende Grund für das Scheitern der Expedition.


#36

NIK_0628
by Nik Onbewi, auf Flickr


Im folgenden Sommer fuhren die beiden Schiffe weiter Richtung Südwesten durch den Peelsund bis zur King-William-Insel,
dann aber, im September 1846, brachte dichtes Packeis alle weiteren Schiffsbewegungen zum Erliegen. Sie mussten wieder Überwintern.
Der Sommer 1847 war so kalt, dass sich das Eis nicht lockerte und die Schiffe vor der King-William-Insel eingefroren blieben.
Nach der dritten Überwinterung gaben die noch lebenden 105 Seeleute ihre Schiffe auf
und unternahmen den verzweifelten Versuch, einen etwa 350 km südlich gelegenen Außenposten
der Hudson’s Bay Company am Back River zu Fuß zu erreichen.
Nach und nach wurden alle Männer wohl von Hunger, Kälte und Erschöpfung dahingerafft,
am Ende soll sogar Kannibalismus geherrscht haben, wie Inuit später berichteten​
 
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Die Franklin-Expedition hat vor ihrer ersten Überwinterung die Nord-Westpassage ...

Ich habe mir vor geraumer Zeit eine mehrteilige Reportage über die Passage in Arte angesehen und fand diese so spannend, dass ich mir dann noch alle anderen Teile der Doku aus der Mediathek geladen habe.

Ich bin sehr gespannt was noch alles kommt :up:.
 
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Ich bin sehr gespannt was noch alles kommt :up:.

Die ARTE Ausstrahlung habe ich auch gesehen und wäre auch gerne den Rest der Nord-Westpassage weitergefahren, nur das ist so Schweine teuer, dass ich mir das verkniffen habe.

Meine Reise ging dann weiter in Richtung Norden, dorthin wo viele der Suchexpeditionen auch die Reiseroute der verschollenen Franklin Expedition gesucht haben.
 
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Bis 1847 kamen keinerlei Nachricht bei der Admiralität über den Verlauf der Expedition an
und erste Zweifel am Erfolg der Franklin-Expedition kamen auf.
Es dauerte noch bis zum März 1848, dass sich die Admiralität entschloss, Schritte zur Rettung der Expedition einzuleiten.
Es wurde eine Belohnung von 20.000 Pfund Sterling (nach heutigem Wert etwa 1,6 Mio. Pfund oder 2 Mio. Euro)
für das Auffinden und Retten von Überlebenden ausgesetzt.
Zahlreiche Suchexpedition brachen in den folgenden Jahren auf, alle ohne Erfolg.

Erst am 23. August 1850 fand man die ersten eindeutigen Spuren der Franklin-Expedition auf Beechey-Insel.
Am 27. August entdeckte die Besatzung der Lady Franklin auf dieser Insel drei Seemannsgräber und Überreste von Franklins erstem Winterlager.
Es wurden sonst keine weiteren Hinweise gefunden.

Lady Franklin, drängte Admiralität und Regierung im Jahr 1855
weitere Suchexpeditionen auszurüsten,
weil Sie die das Gedenken ihres Mannes nicht beflecken lassen wollte.

Es dauerte bis zum Juni 1859 als auf King-William-Island letzte Zeugnisse der Franklin-Expedition gefunden wurden.
Der wichtigste war die letzte Nachricht, die Crozier und Fitzjames im April 1848 in einem Steinmal deponiert hatten.
Jetzt stand zweifellos fest, dass John Franklin nicht mehr lebte, als die ersten Suchschiffe England verlassen hatten.


#36

NIK_0661
by Nik Onbewi, auf Flickr​
 
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Nicht weniger als 52 Suchexpeditionen haben nach John Franklin gesucht,
dabei wurden weite Teile der Küsten im Norden Kanadas und Grönlands erforscht,

Kapitän Edward Augustus Inglefield sucht im Auftrag von Lady Franklin nach ihrem Mann
und kam 1852 bis zum Kap York im Norden Grönlands.

In Siorapaluk befragt er auf einem Inuit Treffen die Teilnehmer nach dem Verbleib der Franklin-Expedition,
bekommt aber keinerlei Hinweise.

Er erforschte den Smithsound, den 1616 Robert Bylot und William Baffin
auf der Suche nach einem nordwestlichen Seeweg nach China und Indien entdeckt hatten.

Am 26.August befindet sich Inglefield vor Kap Alexander, 78° 21' nördlicher Breite,
seinem und wie sich später heraus stellte, auch unserem nördlichsten Punkt der Reise.

Wir wollen noch weiter nödlich fahren, bis in die Nares Strait, drehen in Richtung Osten,
fahren entlang Devon Island durch den Lancester-Sound, dann in die Dundas Bay zum gleichnamigen Gletscher.



#37

NIK_0690
by Nik Onbewi, auf Flickr​
 
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Wir wechseln aufs Zodiac und fahren zur Gletscherkante


#38

NIK_0703
by Nik Onbewi, auf Flickr


zwischen kleineren Eisbergen kreuzen wir, ein ständiges zischein und knistern begleitet uns,
beim auftauen des Eises wird Jahrtausende alte Luft freigesetzt.


#39

NIK_0712
by Nik Onbewi, auf Flickr


Manche davon bringen ordentlich Dreck mit, den sie vom Untergrund abtragen,
die Geologen sind immer begeistert wenn sie so etwas entdecken, sie möchten dann am liebsten sofort Proben nehmen.


#40

NIK_0755
by Nik Onbewi, auf Flickr


Man kann Blautöne sehen die einen glatt umwerfen.


#41

NIK_0789
by Nik Onbewi, auf Flickr​
 
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Immer wieder spannend ist es in der Nähe der Abruchkante eines Gletschers mit dem Zodiac zu kreuzen.
Ständig muss man den Gletscher im Auge behalten ob nicht ein Teil abbricht,
oder darauf achten, ob es in der Nähe laut knackt, auch ein Anzeichen dafür, dass gleich etwas passiert.

Dann heißt es nix wie weg von der Kante, denn die entstehende Flutwelle die ein abbrechendes Gletschteil erzeugt, kann sehr unangenehm werden.


#46

NIK_0991
by Nik Onbewi, auf Flickr


#47

NIK_1015
by Nik Onbewi, auf Flickr


#48

NIK_0998
by Nik Onbewi, auf Flickr​
 
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Ganz selten bekamen wir Eisbären zu sehen und wenn, dann nur aus großer Entfernung.
Das Packeis war Anfang August verschwunden und die Eisbären ihrer Lebensgrundlage beraubt.
Also durchkämmten sie hungrig die Baum- und Strauchlose Landschaft auf der Suche nach Futter.


#49

NIK_1044
by Nik Onbewi, auf Flickr


Es sind sehr, sehr schwierige Bedingungen um zu überleben!


#50

NIK_1055
by Nik Onbewi, auf Flickr​
 
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Die Landschaft im Kanadischen Archipel, hier Devon Island ist ganz anders als auf Grönland.
In Grönland findet man die ältesten Gesteine der Erde, bis zu 3,5 Millarden Jahre alt und vorwiegend Granite,
auf Devon Island sieht man nach oben gedrücken ehemaligen Meeresboden von ca. 200 Millionen Jahren Alter.
Dieses Gestein ist durch den ständigen Wechsel der extremen Temperaturen und Witterungsbedingungen stark zerborsten.


#51

NIK_1066
by Nik Onbewi, auf Flickr


Hier wachsen nur Moose und vereinzelte Gräser, die von Moschusochsen und Karibus abgefressen werden.


#52

NIK_1067
by Nik Onbewi, auf Flickr


Flechten find auf Steinen Halt.


#53

NIK_1068
by Nik Onbewi, auf Flickr

#54

NIK_1069
by Nik Onbewi, auf Flickr


Und hin und wieder sieht man etwas Blühendes.


#55

NIK_1070
by Nik Onbewi, auf Flickr


#56

NIK_1071
by Nik Onbewi, auf Flickr​
 
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Wir kommen langsam in den hohen Norden und haben die Einfahrt zum Smith-Sound erreicht.
Er bildet den südlichsten Teil der Nares-Straße. Der Smithsund ist etwa 50 km lang und zwischen 40 und 50 km breit.
Die Passage ist wegen des hier fast ganzjährig anzutreffenden Packeises schwierig.


Es treiben wieder mehr Eisberge an uns vorbei.


#57

NIK_1173
by Nik Onbewi, auf Flickr


Aber selbst hier werden wir von Stormvögeln begleitet.


#58

NIK_1131
by Nik Onbewi, auf Flickr


Dann erscheinen auch die ersten Vorboten des Packeises.


#59

NIK_1144
by Nik Onbewi, auf Flickr​
 
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Am nächsten Morgen erwartet uns eine 10/10 Packeis Bedeckung,
wir sind bis auf die Höhe von Kap Alexender gekommen,
ganau so weit wie 1852 Kapitän Inglefield auf der Suche nach dem Polarforscher Sir John Franklin.

Der vergangene Winter war hier Oben sehr streng, die Nares-Strait war komplett zugefroren und über den Sommer nicht aufgetaut.
Dazu hat in den Letzten Tagen ein starker Süd-Süd-West Wind das Packeis gegen die engste Stelle der Nares-Strait, die ca. 40-Km breit ist, gedrückt.
Wir haben keine Möglichkeiten weiter in Richtung Norden vorzustossen, dazu ist die Hanseatic nicht ausgelegt.


#60

NIK_1199
by Nik Onbewi, auf Flickr


Wir kreuzen einenTag lang vor der Eiskante, suchen aber nicht nach Franklin sondern Eisbären.
Ein Dänisches Küstenwachboot berichtet, dass am Kap Alexander Eisbären gesichtet wurden,
also dreht die MS Hanseatic und es geht Richtung Süd-Ost zum Kap Alexander.


#61

NIK_1189
by Nik Onbewi, auf Flickr​
 
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Meine Reise auf den Spuren Fanklins war für mich zu einem guten Ende gekommen,
ich habe ein Stück Geschichte bereist, die mich schon lange in Ihren Bann gezogen hat.

Auf dem Rest der Reise stand nicht mehr Franklin und die Endeckung der Nord-West-Passage im Mittelpunkt der Reise,
sondern die nördlichste, ständig bewohnte Siedlung unseres Planeten, die Begegnung mit Thule,
seit der Antike sprichwörtlich der Begriff für den äußersten Nordrand unserer Welt.
 
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Siorapaluk ist die nördlichste, ständig bewohnte Ortschaft auf Grönland. Zurzeit leben hier noch 47 Menschen.


#62

NIK_1203
by Nik Onbewi, auf Flickr


Überall im Ort sieht man diese Gestelle, hier werden die im Winter gejagten Tiere aufbewahrt.
So hat der Eisbär keine Möglichkeit sich ungefragt zu bedienen und daran satt zu fressen.


#63

NIK_1205
by Nik Onbewi, auf Flickr



#64

NIK_1215
by Nik Onbewi, auf Flickr​
 
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Erhard, Du hast ja etwas bei unserem Treffen auf Usedom von Deiner Reise erzählt, das war schon spannend. Aber kein Vergleich zu Deiner Erzählung mit den Bildern hier im Forum, ganz großes Kino :up::up::up:
 
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Das ein oder andere Haus könnte mal wieder etwas Farbe vertragen.
Aber in den letzten 10 Jahren ist die Einwohnerzahl um die Hälfe geschrumpft.


#68

NIK_1240
by Nik Onbewi, auf Flickr


Es leben nicht nur alte Menschen in Siorapaluk , für die Kids sind wir Touris natürlich die Sensation.


#69

NIK_1250
by Nik Onbewi, auf Flickr


Mülltrennung ist im höchsten Norden noch kein Thema.
Alles was man nicht mehr benötig wird einfach in die Gegend geworfen,
an manchen Ecken im Dorf sieht es aus wie auf einer Müllkippe.


#70

NIK_1210
by Nik Onbewi, auf Flickr​
 
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Dann können wir Qaanaag in der Region Thule aus der Ferne sehen.
Für die Thule Air Base der Amerikaner wurde 1953 gesamte Ort zwangsumgesiedelt.
Heute leben in dem neuen Qaanaag 641 Personen.
Der Ort ist auf dem Reißbrett entstanden und wenig sehenswert.

1999 bekamen die Bewohner eine Entschädigung für die nicht rechtmässige Vertreibung aus Ihrer alten Heimat.

Traurige Berühmtheit hat dieser Ort erlangt, als ein von der Thule Airbas startender Langstreckenbomber, mit vier Wasserstoffbomben an Bord, abstürzte.

Der Name Thule wurde bereits in der Antike erwähnt und erlangte später eine mytische Bedeutung.
Thule wird in dem Lied "Der König in Thule", das Gretchen in Goethes Faust singt erwähnt
und auch die Comic-Figur Prinz Eisenherz wird als Sohn des Königs von Thule beschrieben.


#73

NIK_1428
by Nik Onbewi, auf Flickr​
 
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