Akustische Lärmbelästigung durch DSLR

Thread Status
Hello, There was no answer in this thread for more than 30 days.
It can take a long time to get an up-to-date response or contact with relevant users.

hamaberlin

Aktives NF Mitglied
Registriert
Am Samstag war ich in einem Symphonie-Konzert, in einer Kirche in Berlin. Nicht ganz unbeteiligt, normalerweise spiele ich bei denen mit.
Und dann, mitten in einer Piano-Stelle, Flötensolo, ein Klick-Geräusch. Ich dachte zuerst, dass ein Lautsprecher kratzte, der dort rumhing. Aber dann kam das periodisch wieder, wie gesagt, mitten in einer Piano-Stelle, fing der Fotograf an, mit seiner D200 eine Serie von den Streichern zu schießen. Oh Mann, es waren mind. 15 Mikros aufgebaut für eine professionelle Audio-Aufnahme ( was ich auch ab und zu mache ). Und dann sowas. Als Tonmeister hätte ich ihn gelyncht. Ich hab ihn auch sehr unfreundlich angeherrscht, dass hier eine Audio-Aufnahme gemacht würde, danach hat er sich wohl nicht mehr getraut.
OK, er war der offiziell beauftragte Fotograf für das Projekt, aber doch nicht die teuere CD-Aufnahme versauen !
In der Philharmonie gibt es ja genügend Aufpasser, die sowas unterbinden. Aber in diesen Konzerten in Kirchen, qualitativ durchaus vergleichbar, kommt man halt auch so rein.

Habt Ihr für solche Projekte eigentlich noch Kompaktkameras als Backup, die ja so geräuschlos sind, dass man sie auch problemlos bei CD-Aufnahmen verwenden kann?
Alternative wäre halt, mit einer Spiegelreflex-Kamera weit weg zu gehen, aber selbst wenn man dann nicht auf der Aufnahme zu hören ist, stört man doch die Zuhörer.

Wie haltet Ihr das? Bei Rock-Konzerten ist das sicherlich nicht so das Problem...

Grüsse

Harald
 
Anzeigen
Ich beschränke mich bei solchen Einsätzen auf die fortissimo-Stellen. Dazu gehört freilich vorherige Information, z.B. in welchen Sätzen überhaupt solche Stellen vorkommen, damit man weiß, ob man z.B. im ersten Satz schon seinen Schuss setzen muss oder ob man gegen Ende nochmal eine Gelegenheit bekommt.

Und zur Bewegungsdynamik: laut und schnell sind nicht dasselbe, und das muss man halt als Fotograf dann irgendwie bewältigen.

Wenn man nicht selbst an einen Sitzplatz gebunden sondern nur als Fotograf dort ist, kann man sich auch einen Ort suchen, an dem man Besucher und Aufnahme am wenigsten stört, akustisch wie auch optisch durch die notwendigen Bewegungen. Auch das muss man aber vorab planen, weil das ggf. Auswirkungen auf die Objektivwahl etc. hat.

Und schließlich gibt es auch Gelegenheiten beim Einspielen, Stimmen etc., die man im Foto so aussehen lassen kann wie die eigentliche Aufführung. Möglichkeiten gibt's genug.

Maik

P.S. Wobei mich als Konzertbesucher am meisten die Senioren stören, die meinen, in der ersten piano-Stelle nach der Pause zwischen den Sätzen unter minutenlangen Knistergeräuschen ihre Bonbons auspacken zu müssen. Obwohl sie gar keinen Hustenreiz haben und zwei-dreimal husten sowieso viel weniger stören würde.
 
Kommentar
Mit der D40 kann das nicht passieren . Die ist so leise ,wenn ich sie mal wieder nutze denke ich immer die ist kaputt.( leise Auslösegeräuche)
Gruß
Michael
 
Kommentar
Hallo,
ich nehme in solchen Fällen meine gute alte Konica Hexar Classic.
Mit dem einstellbaren Silent Modus und der vorherigen Entfernungseinstellung (Fixfokus) ist sie fast unhörbar. Und das 2/35 ist auch bestens für AVL geeignet. Aber halt "nur" Film.
 
Kommentar
Als alter, erfahrener Konzertfotograf kann ich nur sagen: Ohren auf und hören, was passiert. Wenn die Musik so leise spielt, dass mein Klick stören würde, dann laß ich halt das Fotografieren, auch wenn's manchmal schon sehr wehtut.
Ansonsten hilft natürlich der Klick exakt auf dem Beat, was aber gewisse Übung verlangt.
Kollegen, die klassische Konzerte fotografieren, verpacken ihre Kamera meist ganz übel in Molton oder sonstige Geräuschdämmer -- sieht doof aus, wirkt aber.

Und nun noch eine hübsche Anekdote für die Kenner:
Solo-Konzert des werten Chick Corea in einem recht intimen Saal.
Drei Profi-Fotografen, alle (!) mit Leica M (vorher und nachher nie wieder so erlebt).
Plötzlich unterbricht der Meister sein Konzert und bittet sehr freundlich darum, mit dem Fotografieren aufzuhören.
Seine Begründung: "It's not the click, that annoys me, but the anticipation of the click."

In diesem Sinne, fröhliches Schaffen!

Sven
 
Kommentar
was ich nicht wirklich verstehe: wenn es der "offizielle" fotograf für dieses cd projekt war- warum hat sich der mann nicht vorher mal mit dem dirigenten/ kapellmeister/ toningenieur abgesprochen, wann er mit seiner kamera loslegen kann? hätte doch mit sicherheit eine möglichkeit gegeben, vor oder nach der tonaufnahme (beim "warmspielen" oder ähnlichem) die bilder zu machen, kommunikation wäre eine sinnvolle sache gewesen...

es gibt halt immer wieder fotografierende mitbürger mit dem einfühlungsvermögen eines vorschlaghammers...

lg bütti
 
Kommentar
Ich verstehe das Problem nicht...
In Baumärkten gibt es doch so Gummipuffer, mit denen man auch
Türen stoppen kann. Die in die Kamera einkleben, und der Spiegel
klappt geräuschlos .... :hehe::hehe::hehe:

Roland
 
Kommentar
Ich denke hier waren wohl Amateure an Werke, warum? Sollten es Tonaufnahmen sein und das Fotografieren nicht erwünscht sein sollten man diesem an Eingang evtl. kenntlich machen!!
Einen Hinweis evtl. noch zum Tonmeister, was macht dieser wenn sich ein Zuhörer erdreistet zu Husten? Ich denke einmal so ein Tonmeister sollte diese Situation, wie das Wort schon sagt "meistern" oder evtl. Becker werden ;-)
Anmerkung zum Schluss: Hättest Du eine alte Dame die einen Hustenanfall während des Konzertes ebenfalls, wie Du schreibst sehr unfreundlich ANGEHERRSCHT, warum eigentlich so unfreundlich?????
 
Kommentar
Ich denke hier waren wohl Amateure an Werke, warum? Sollten es Tonaufnahmen sein und das Fotografieren nicht erwünscht sein sollten man diesem an Eingang evtl. kenntlich machen!!
Das stimmt, es waren Amateure am Werk. Aber Du glaubst gar nicht, wie gut solche Konzerte bisweilen sind. Das kann man auf das Thema Fotografieren übrigens ja auch übertragen...
Solche Konzerte kosten 15 Euro, ein Orchester arbeitet ein Jahr drauf hin, jedes Orchestermitglied freut sich, wenn es dann für jeden eine CD vom Konzert gibt. Und zumindest in Berlin gibt es Konzerte, die sich hinter den Profi-Kollegen nicht zu verstecken brauchen, vielleicht nicht so fehlerfrei, aber mit viel mehr Engagement und Herzblut gespielt. Aber das ist ja hier nicht das Thema, erklärt nur, warum ein verpatzte Audio-Aufnahme ärgerlich ist.

Anmerkung zum Schluss: Hättest Du eine alte Dame die einen Hustenanfall während des Konzertes ebenfalls, wie Du schreibst sehr unfreundlich ANGEHERRSCHT, warum eigentlich so unfreundlich?????
Nein, das hätte ich nicht. Diese hätte das durch Einschalten des Gehirns wohl auch nicht verhindern können...
 
Kommentar
Zu den ganzen Schallschutztipps möchte ich mitteielen das diese ominösen Taschen für die Kameras Blimps heißen und die gibts für fast alle Modelle mit unterschiedlichsten Optiken im Fachhandel. Werden neben Konzerten vor allem in der Naturfotografie sehr gerne benutzt. Sie sind in der Regel aber nicht ganz billig, jedoch günstiger als eine Leisekamera:):):)
 
Kommentar
Hallo,

die Lärmbelästigung durch Nikon DSLR's ist leider tatsächlich vorhanden....nein es passierte auch des öfteren das sich Kudu Antilopen, Zebras und natürlich auch Vögel schnellst möglich aus dem Staub gemacht haben wenn ich den Auslöser betätigt habe. Das war höchst ärgerlich, aber eben nicht zu verhindern.
Gruß

Magda
ist mir leider auch so mit einem prachtvollen Kalahari-Mähnenlöwen so gegangen. Und das war nicht einmal Serienbild. Ich hätte den Spiegel am liebsten rausgerissen. Das ist einer der Gründe, warum ich meine Sony R1 immernoch liebevoll streichele. :taetschel: Das wäre meine Empfehlung für den Konzertfotografen. gibt's leider nicht mehr - Jo
 
Kommentar
Zu den ganzen Schallschutztipps möchte ich mitteielen das diese ominösen Taschen für die Kameras Blimps heißen und die gibts für fast alle Modelle mit unterschiedlichsten Optiken im Fachhandel. Werden neben Konzerten vor allem in der Naturfotografie sehr gerne benutzt. Sie sind in der Regel aber nicht ganz billig, jedoch günstiger als eine Leisekamera:):):)


Und um den werten Kollegen das Suchen nach solchen Blimps zu ersparen:

https://www.isarfoto.com/cms.php/_pid:23115,l:374,pp:0,ps:az/de/0/Produkt.html

http://www.robgalbraith.com/bins/content_page.asp?cid=7-3408-3436

Einzig erkennbarer Nachteil, dies allerdings massiv: kein Fenster für den Kamera-Monitor ...
Ach ja, bloß keinen Klettverschluß nehmen. a) verdreckt der schnell, b) ist er beim Öffnen höllisch laut.

Mit leisen Grüßen,

Sven
 
Kommentar
Als alter, erfahrener Konzertfotograf kann ich nur sagen: Ohren auf und hören, was passiert. Wenn die Musik so leise spielt, dass mein Klick stören würde, dann laß ich halt das Fotografieren, auch wenn's manchmal schon sehr wehtut.
Ansonsten hilft natürlich der Klick exakt auf dem Beat, was aber gewisse Übung verlangt.
Kollegen, die klassische Konzerte fotografieren, verpacken ihre Kamera meist ganz übel in Molton oder sonstige Geräuschdämmer -- sieht doof aus, wirkt aber.

Und nun noch eine hübsche Anekdote für die Kenner:
Solo-Konzert des werten Chick Corea in einem recht intimen Saal.
Drei Profi-Fotografen, alle (!) mit Leica M (vorher und nachher nie wieder so erlebt).
Plötzlich unterbricht der Meister sein Konzert und bittet sehr freundlich darum, mit dem Fotografieren aufzuhören.
Seine Begründung: "It's not the click, that annoys me, but the anticipation of the click."

In diesem Sinne, fröhliches Schaffen!

Sven


Hallo Sven,

wirklich nette Anekdote, gefällt mir sehr.

Gruß
Steffen

Zur Leica-Lösung:

Als relativ neuer Leica M6 Besitzer kann ich das wunderbar leise Auslösegeräusch nur bestätigen. Und mit dem dazugehörigen Summilux 1.4/50 freue ich mich schon auf das nächste Konzert. Noch ist aber nichts geplant.

Die digitale M8 ist übrigens vergleichsweise laut, kann jetzt aber für nur wenige hundert Euro auf einen leiseren Verschluß umgerüstet werden :p.
Dann steigt die kürzeste Verschlußzeit aber von 1/8000 auf 1/4000. Immerhin ist bei der Umrüstung auch ein neues Zeiteinstellrad dabei.

Aber Digital bleibe ich eh bei Nikon und warte auf eine erschwinglich D?00 FX.

Gruß aus HAnnover
Steffen
 
Kommentar
Eine D300 ist auch nicht besser bzw. leiser.
Der Pfarrer beschwerte sich bei einem Fotoauftrag in einer Kommunion bei mir, obwohl ich der einzige beauftragte Fotograf war.
Aber ich dachte mehr an die armen Kommunionkinder ... ohne Fotos gehts nicht ... Habe nur etwas pausiert (den Pfarrer abkühlen lassen)... dann gings weiter... (obwohl ich weiß....)
Die Kinder waren aber von meinen Fotos begeistert! :D
(Hinweis: mit dem Pfarrer wurde alles vorher schon abgesprochen bei der Probe und ebenso kannte er schon die Klickgeräusche der Kamera).
Gruß
Tony
 
Kommentar
Ich glaube mit meiner F3 (in kürze auch wieder motorisiert :yahoo: ) würde ich wohl auch erschlagen werden. Andererseits: was ich mit manchen Instrumenten machen würde, wäre akustisch wesentlich bedenklicher als die F3 im Dauerlauf...
 
Kommentar
-Anzeige-
Zurück
Oben Unten