Adrenalin… - die Fortsetzung

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Und für die Nacht gibt's wieder einen "Afrikanischen Sonnenuntergang"...

Hallo Jo,
eine wunderschöne Lichtstimmung, sensationell!
Schade, dass das rechte Gnu abgeschnitten ist, sonst wäre es kalenderreif!
In freudiger Spannung auf das Finale, aber auch mit ein wenig Wehmut, denn dann müssen wir wieder mind. 1 Jahr warten bis wir hier wieder so tolle Bilder von Dir sehen können...
An dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön für Deine wahnsinns Aufnahmen und aber auch für Deine Ausdauer, da ja leider nur noch ein, zwei Handvoll Übriggebliebener Dich mit Deinen Bildern begleiten und Du trotzdem weitermachst!
Das ganze Nikon-Forums kann stolz auf Deine hier gezeigten Afrikareportagen sein!
Herzlichen Gruß Axel
 
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[FONT=Verdana,Arial,sans-serif]"Aber wenn ein Löwe im rötlichen Morgenlicht aus dem Gebüsch tritt und dröhnend brüllt, dann wird auch Menschen in fünfzig Jahren das Herz weit werden. Ganz gleich, ob diese Menschen dann Bolschewisten oder Demokraten sind, ob sie englisch oder russisch, suaheli oder deutsch sprechen. Und sie werden stumm dastehen und ihren Nachbarn an der Hand fassen, wenn sie zum ersten Male in ihrem Leben zwanzigtausend Tigerpferde über die endlose Steppe ziehen sehen."...

hat Prof. Grzimek vor "fast" 50 Jahren in seinem Buch Serengeti darf nicht sterben geschrieben.

Jo, wen ich mir Deine fanstastischen Bilder ansehe, kann ich das oben geschriebene, wenn auch nur ansatzweise, da ich selbst noch nicht5 dagewesen bin, nachvollziehen.

Wichtig ist aber, das von Grzimek's Erbe noch viel vorhanden ist, und unterstützt durch Reisende wie Du und Deine Frau, auch noch in Zukunft da sein wird.

Vielen Dank für die sehr schönen Aufnahmen !


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Diese beiden Antworten muss ich gleich hier kommentieren:
Genau getroffen, Axel!
Dann plaudere ich mal aus dem "Nähkästchen". :book:

Damit es für die anderen nicht zu langweilig wird, zeige ich zwischendurch ein paar Bilder von zwei halbstarken Giraffen, die schon mal den großen Revierkampf üben:
Ausgangsstellung – wie bei der Aufstellung der Florettkämpfer - ist die bei Fotografen so beliebte Gegenüberstellung.
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Und dann werden die inzwischen haarlosen Höcker am Kopf mit weit ausholenden Schleuder-Bewegungen in den Gegner an seinen empfindlichten Stellen gerammt.
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Das Sonnenuntergangsbild hatte ich natürlich schon perfekt – aber leider nur im Kopf.
Paolo – unser Guide - muss mich dafür gehasst haben. Jedes Mal, wenn die Wolkenformation und die meteorologischen Gegebenheiten einen roten Abendhimmel versprachen, hetzte ich ihn über die Hügellandschaften, um eine geeignete Gnuherde, eine geeignete Neigung des Hanges gegen die untergehende Sonne und – und – und zu finden.

Mal verdämmerte die Sonne in fahlem, blassem Licht, mal war die Gnuherde nicht da, wo sie hätte sein sollen oder zu groß oder zu klein oder sie lag im Gras und käute wieder oder hatte die Köpfe äsend ins tiefe Gras gesteckt. :motz: :stampf: :stampf: :motz:

Es war zum Haareraufen.
Um nach den vielen Bemühungen nicht mit völlig leeren Händen heimzufahren, rief ich und wedelte wie ein Torero beim Stierkampf mit Kleidungsstücken, um die Gnus für einen Augenblick -"Klick"- die Köpfe heben zu lassen. Das ist nicht erlaubt. Wir waren allein und es hat niemand gesehen.
Nicht alle haben mitgemacht – leider. Ergänzung: Eben entdeckt, ich hatte damals ein weiteres Bild gemacht und auf den rechten Rand geachtet. Vielleicht zeige ich es später noch - jetzt lasse ich es mal sonst passt der Text nicht mehr.

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Auch hier reicht die Körpersprache und macht jeden Kommentar überflüssig.
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Und Robby – lieber Freund- Du hast mit diesem Zitat von Grzimek genau die weiche Stelle in unseren Herzen getroffen. Wir haben hier in Europa alles, was wir brauchen. Aber brauchen wir es wirklich?

Nein - es geht auch sehr viel einfacher.

Manchmal sehnen wir uns nach der Freiheit und der Macht des Löwen, wenn er nachts vor unserem Zelt brüllt.

Dann fließt Adrenalin pur durch unsere Adern und wir halten den Atem an…
Schluss mit der Schwärmerei.

Lasst mir bitte ein paar Tage Zeit für die Gestaltung des Finales.

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Mit bestem Gruß - Jo
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Hallo Martin: Zahlen unter 1: Hutablage :D, Zahlen über 0: Lightroom. Die Zahlen von 2010 folgen im Anhang.

Nach reichlicher Überlegung wird das Finale nun doch kompakter. Die Aufnahmen und die Geschichten wiederholen sich zu sehr.
Ihr habt mehr als nur Bilder gesehen – vielleicht zu viele Bilder. Ihr habt kleine Geschichten miterlebt, einen Hauch von Adrenalin verspürt.

Wichtig war mir, die Körpersprache einzufangen. Das macht viele Worte überflüssig.

Masai Mara – da denkt man an das "Naturweltwunder": Die große Gnuwanderung.
Sie ist der "Rote Faden" jeder Reportage über die Serengeti und die Masai Mara.


Auf der langen Wanderung der Gnus und Zebras lauern überall Gefahren.
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An Land lauern Raubtiere.
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Man braucht nur in der Nähe der Löwenrudel zu warten, bis eine Gnuherde vorbeikommt. Besonders die Mutter unseres kleinen Prinzen versorgte die ganze Familie täglich mit Frischfleisch.
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Jagdfieber und Adrenalin auch hinter der Kamera.​
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Unser Prinzchen darf auch mal den "Todesbiss" üben.
Na ja, er wird es schon noch lernen. ;)

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Der Marafluss ist die spannendste Stelle für Schaulustige und Fotografen.
Auch Zebras haben in der Strömung Probleme, wenn das Wasser tief ist.
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Aus fotografischer Sicht ist es dynamischer, wenn die Tiere frontal auf einen zu kommen.
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Gnus sind schwer zu fotografieren, weil man die Augen kaum sieht.
Erst in Panik reißen sie die Augen weit auf. Die Angst vor Krokodilen ist auch hier wieder berechtigt.
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Was jetzt folgt ist wieder nichts für schwache Nerven.

Aber so ist die Natur.

Es ist der Abschluss des "Adrenalin-Threads".

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Es ist der dritte Kampf um Leben und Tod, den ihr zu sehen bekommt. Es ist der brutalste und längste. Unglaubliche 25 Minuten hat er gedauert. Er hat sich in unser Gedächtnis eingebrannt:
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Das Krokodil hatte den rechten Vorderlauf des Gnus fest zwischen den Zähnen. Der Versuch, dem Krokodil in die Nase zu beißen, misslingt
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In dieser Position kann das Krokodil das Gnu nicht ertränken.
Es muss das Gnu umwerfen.

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Es ist der ungleiche "Kampf" zweier sehr starker Tiere: Ein kräftiges männliches Gnu und ein Monsterkrokodil.
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Von den über 300 Aufnahmen werdet Ihr nur einige wenige sehen. Das reicht auch. Die Szenen haben sich mehrfach wiederholt.

Bei dem Gerangel war bald der eine, dann der andere mal unten mal oben.
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Nach langem Kampf merkte das Krokodil, dass es so nicht geht. Es ließ locker und versuchte eine andere Taktik:
Der Biss in die Flanke des Gnus sitzt auch nicht fest genug.
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Das Krokodil versuchte das Gnu gegen die Strömung in tieferes Wasser zu schieben. Das kostet Kraft.
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Jetzt glaubten alle, es ist vorbei. Das Gnu wird ertrinken.
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Aber das Wasser war an dieser Stelle nicht tief genug.
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Und das Gnu konnte sich mit der Nase knapp über Wasser halten, während dem Krokodil unter Wasser die Luft knapp wurde.
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An eine steile, felsige Uferböschung geschoben kann das Gnu nicht entfliehen.
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Es versucht die Flucht, rutscht aber wieder ab in die Fänge des Krokodils.
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Mehrfache Versuche besser zuzubeißen, brachten keine Entscheidung.
Jetzt warf sich das Krokodil mit seinem ganzen Gewicht auf das Gnu und drückte es vollständig unter Wasser.

Jeder wusste: Das ist endgültig und endlich das Ende des langen Leidens.
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Aber dem starken Gnu gelang es immer wieder die Nase über die Wasseroberfläche zu bekommen

Beide brauchten eine Verschnaufpause.
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Einige Schnapper des Krokodils gingen ins Leere.
Das Gnu bekommt in Ufernähe wieder Boden unter die Füße.
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Nach 25 atemberaubenden Minuten gelingt ihm das Unmögliche.

In einer Verschnaufpause des Krokodils rettet sich das Gnu mit letzter Kraft an Land.
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Beifallklatschen und lauter Jubel begleitete das Gnu auf seinem Weg die Böschung hinauf.
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Ungläubig schaut es sich noch einmal um…
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…dann läuft es zu seiner Herde zurück.
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Ein neuer Tag bricht an in der Masai Mara. Leben werden geboren und Leben werden genommen werden.


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"]
Ende

Mit bestem Gruß - Jo

Im folgenden Anhang stehe ich für Fragen gerne zur Verfügung.
 
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