Adieu, Valle Redorta ....

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Wenn sich jeweils die Wolken das Tal auf und ab wälzten, dann war das schon immer ein Spektakel. Keine Sekunde war der das gleiche zu sehen und es war mir, als sässe ich im Kino in einem slowmotion Stummfilm ....



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Hallo Sam
eine eindrückliche Geschichte aus dem Verzascatal / Valle Redorta. Zur Zeit wird das Verzascatal von Touristen richtig geflutet, am letzten Wochenende sollten es 4000 Autos gewesen sein. Dies haben wir auch den Berichten über die letzten stille Orten in der Schweiz in den grossen Zeitungen zu verdanken.
Als Beispiel Verzascatal
Die Journalistin Iwona Eberle und der Fotograf Christoph Hurni stellen in einem Buch spektakuläre und wildromantische Badeplätze vor (BAZ vom 16.07.2020)
oder unser Wanderpapst Thomas Widmer und der Bergsteigerin Caroline Fink auf bluewin.ch die vor 5 Tagen bei einer Reportage die letzten ruhige Orte als Alternative vorstellten. "Es gibt schon vor der Parkuhr eine 100-Meter-Schlange". Solch ein Beitrag wird von meheren 100 000 gelesen. Ich Frage mich immer, geht es diesen Leuten um Klicks oder wollen Sie immer im Mittelpunkt stehen.
Ich wünsche Dir das du und deine Familie wieder einen ruhigen Platz finden werden.

Liebe Grüsse
Wolfgang
 
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sam25 kommentierte
Hallo Wolfgang
Herzlichen Dank für deinen Beitrag. Es geht noch weiter mit meiner kleinen Reportage aus diesen Tälern. Und ja, insbesondere das Verzascatal wird zurzeit massiv überflutet. Wir haben zuhinterst im Redortatal nicht viel davon gemerkt, da das Tal in einer Sackgasse, resp. einem steilen Weg auf das Maiensäss endet.
Letzten Donnerstag sind wir dann aber vorzeitig abgereist, weil wir in Brione mit Ena einen Spaziergang machen wollten. Wir fanden nirgend einen Parkplatz und die Massen von Touristen war schon eindrücklich.
Auf die eine Seite ist das für die Wirtschaft des Kantons gut. Was aber per se auch nicht stimmt. Aufgrund mangelnder Einkehrmöglichkeiten hält sich der Geldfluss für diese Täler stark in Grenzen. Zusätzlich kommt noch die Angst der Talbewohner, dass das Virus erneut massiv zunimmt. Das wäre für die Bewohner dort eine Katastrophe.

Ja, wir werden sicher die Täler wieder besuchen. Wie ich es aber bereits geschrieben habe, werden wir uns anderweitig einen ruhigen Ort suchen. Wir haben im Kanton Jura zwei Objekte in Aussicht, welche wir genauer prüfen.

In diesem Sinne: herzlichen Dank für deine Begleitung.
 
Als ob es brennen würde. Oder von Himmel Wattebausche herunterfliegen würden. Sanft und leise haben sich die Wolken jeweils durch die Täler bewegt. Und manchmal schien es mir, als ob sie tanzen würden. Die Musik machte ich mir selbst dazu ....



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Oft ging ich mit einer oder zwei Kameras an meine Lieblingsstelle. Dort, wo die Redorta von vier Zuflüssen vom Berg gespiesen wird. Dort, wo unsere "Pool". Ich liebte es auf den Steinen herumzugehen um mich auf einem hinzusetzen und das Geschehen zu beobachten ...



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...und so wünsche ich allen, bis zu den nächsten Bildern, einen malerischen Tag ....



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2 Kommentare
M. Höhne kommentierte
Ich wage es nicht, diesen Thread zu unterbrechen und werde, wie viele Deiner Threads mal wieder folgen. Insbesondere die Kürze der Einträge gefällt mir sehr. Schade, dass es nur zwei Jahre gedauert hat. Aber eine Abwechslung gibt dem Hirn auch wieder neue kontemplative Nahrung.
 
sam25 kommentierte
Danke Michael.
Heute fahren wir ins Tessin und räumen das Rustico.. Und wenn ich dann zurück bin, dann geht hier weiter ....
 
Nachdem wir nun das Haus vorgestern und gestern geräumt haben und ich wieder zuhause bin, mache ich weiter. Und mache bei diesem Text vom Tessin weiter, wo ich aufgehört habe.
Ich beschreibe immer noch den Philosophenweg ....

Ich hatte verstanden. Auf diesem Weg gibt es keine Antworten. Die Fragen verpuffen, sie werden wahrgenommen, aber sie werden unwichtig und sie werden nie beantwortet. Der Weg ist ein Ort der Entlastung. Es ist kein Ort der Inspiration. Es ist kein wertender Ort. Er tickt zirkulär. Er vermittelt keine Freude und keine Trauer. Er ist. Das zu erkennen und zu akzeptieren ist schwierig.



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Es ist ein Ort der Reinigung, der Entlastung. Diesen Weg werde ich vermissen. Es ist ein Ort zum Leben und ein Ort zum Sterben. Es ist ein Ort von Feen und Zwergen und allen Wesen die für manche spürbar, aber nicht sichtbar sind. Kein Ort für Fantasien und Diskussionen. Und es ist kein Ort der Wertungen. Und weil dieser Weg alles schluckt, ist er mehr, als das Greifbare. Alles wird geschluckt auf diesem Weg. So emotionslos er mir erschien und begegnete, so nahe bin ich ihm geworden.



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Ich werde bedeutungslos auf diesem Weg, weil ich keinen Sonderstatus einnehme. Alles ist gleich hier. Nicht wertig, eben, gleich. Ich bin Stein, Moos, Baum und Gras. Umgekehrt ebenso. Ob es mich gibt, ist egal. Es folgt keine Einladung und keine Begrüssung wenn ich diesen Weg gehe.



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Der Philosophenweg ist unerbittlich. Aber eindeutig und klar. Ich als Mensch bin nicht wichtig, keiner ist wichtig hier. Oder alle sind gleich wichtig. Niemand wird bevorzugt, niemand beurteilt, niemand an den Pranger gestellt. Schuld und Sühne interessiert hier niemand. Wenn ich zu Tode stürze, dann ist es so. Ich werde weder gelobt noch kritisiert. Der Weg geht seinen Weg. Und wer ihn betritt, der betritt ihn. Mehr nicht.



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Das Rauschen hört nicht auf, auch nachts nicht mit geschlossenem Fenster. Es rauscht. Es ist keine Musik, immer dieselbe Tonart. Und ich schlafe gut.

Die wenigen Male, wo wir dieses Jahr noch im Haus waren, taten gut. Sie waren aber gleichermassen besonders, weil uns auch dort das Virus irgendwie begleitet hat. Komisch. Wir hätten uns dort hinten nie angesteckt, weil ausser uns einfach niemand dort war. Oder eben nur sehr wenige.

Der Philosophenweg hat mich viel gelernt. Demut, Bescheiden, das Leben anzunehmen, es aber auch wieder loszulassen.



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