16-85 auf Photozone

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Um auf die Ursprungsfrage zurückzukommen: Wenn K. Schroiff als "Messlatte" 50 Prozent Kontrastübertragung anlegt, berücksichtigt er damit automatisch auch die Kontrastleistung des Objektivs.

Jens, das halte ich für eine gewagte Interpretation. Bei der Imatest Messung wird auf den Kontrast des Objektivs als 100% normiert, egal wie schlecht der tatsächliche Kontrast des Objektivs ist.
 
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Jens, das halte ich für eine gewagte Interpretation. Bei der Imatest Messung wird auf den Kontrast des Objektivs als 100% normiert, egal wie schlecht der tatsächliche Kontrast des Objektivs ist.

Es ist an sich keine Frage des normierens. Wenn ich das Auflösungsvermögen eines Objektivs messe, indem ich bestimme, wie viele Linienpaare bei einem Kontrast von mindestens 50 Prozent übertragen werden, dann fallen alle "Ergebnisse" mit einer geringeren Kontrastübertragung weg. Die Kontrastleistung des Objektivs entscheidet also darüber, wie hoch die maximale, noch gewertete Auflösung ist. Wenn man einen höheren Wert, z. B. 60 oder 70 Prozent anlegt, wird die Auflösung über die Sensorfläche zurückgehen. Damit hätte man dann die "Messlatte", also die Anforderung an die Kontrastübertragung des Objektivs, erhöht.

Was K. Schroiff macht, ist dass Ergebnis der Messung bei einer "normalen" JPG-Aufbereitung auf 100 Prozent (1) zusetzten und von diesem Ergebnis aus die kamerainterne Scharfzeichnung an Kanten zu bestimmen.

Von der Bildmitte zum Bildrand hin abnehmende Werte in Schroiffs Säulendiagrammen, sollten sich in einem MTF-Diagramm für eine Blende in Form einer von links nach rechts fallenden Kurve bei z. B. 40 Lp/ mm ausdrücken.

Wie gesagt, eine MTF-Messung ohne Berücksichtigung der Kontrastübertragungsfähigkeit eines Objektivs geht nicht. Wenn ich nur die Auflösung messe, entscheide und berücksichtige ich lediglich, ob ein Punkt noch abgebildet wird, oder nicht. Ob aus einem sehr kleinen schwarzen Punkt ein sehr kleiner kaum noch sichtbarer hellgrauer Punkt geworden ist, oder ob er immer noch schwarz abgebildet wird, würde nicht in die Bewertung einfließen. Damit ist eine Aussage über die Abbildungsleistung eines optischen Systems für fotografische Zwecke aber nicht möglich.
 
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aufgrund der kontrovers geführten Diskussionen hatte ich mich vor einigen Tagen entschlossen, dass 16-85 zu ordern um mir mal selbst ein Bild machen zu können.
Desweiteren (und primär) unter dem Aspekt, mein 14-24 und bestelltes 24-70 nicht immer mit mir herumschleppen zu müssen, wenn der qualitative Aspekt der Aufnahmen nicht im Vordergrund steht, sondern schlichte Strassenfotografie durchgeführt werden soll.

Nachdem ich heute das Teil erhalten habe, konnte ich auf die Schnelle noch ein paar Photos durchziehen und feststellen:

1. Aufgrund der rechnungseigenen Verzerrungen ist es für Architekturaufnahmen ungeeignet

2. die Randschärfen sind an der Grenze der Akzeptanz, wenn man grösser ausbelichtet. Bis DIN A4 Printgrösse halte ich die Mängel für durchaus akzeptabel; den Ergebnissen der MTF Analyse auf photozone.de hält mein Objektiv nur bedingt stand, da insbesondere oben rechts die Unschärfe signifikant ausreisst. Wer Wert auf gute Randschärfen bis in die Ecken legt und grössere Ausbelichtungen plant, sollte m.E. das Objektiv nur bedingt in Erwägung ziehen und vorab austesten.

3. die VR arbeitet ausgezeichnet. 1/8 sec aus der Hand kann für alltagstaugliche Aufnahmen reichen (wenn es denn sein muss). Ich hab auf 4m Distanz auf eine kleine Displayanzeige meines Sat-Receivers fokussiert und Vergleichsaufnahmen mit und ohne diesen Wackeldackel gemacht. Erstere werden sehr ordentlich, letztere sind für die Tonne. Für mich als jemanden, der aus der Leicaecke kommt, eine ganz neue Erfahrung und Bereicherung. Wo sonst der Blitz oder höhere ISO Zahl ins Spiel kommt, sind hier 2-3 Blendenstufen Reserve realistisch. Dies bitte unter normalen Bedingungen, also keine Erbsenzählerei und tiefschürfende technische Bildanalyse sondern im praktischen Gebrauch.

Summa summarum denke ich, dass diese Optik für ihren Preis ein durchaus alltagstaugliches, leichtes und ordentliches Stück Linse ist.
Sie ist nicht der optische Überflieger, aber ebenso wenig ein preislicher Verriss.
Für flotte Strassen- / Situationsphotographie und wohl auch den überwiegenden Teil in der Landschaftsphotografie ist sie gut einsetzbar.
Wenn man sich mit ihren Schwächen vorab etwas befasst und unbeschwert/spontan arbeiten möchte ist sie ein dankbarer Begleiter an dem man seine Freude haben wird.
Wer die Ansprüche nach oben schraubt, muss zu den ganz o.a. Objektiven greifen und den Preis der Schlepperei zahlen. Ich tue es nur bei sorgfältig geplanter Arbeit - im Urlaub oder beim Wochenendspaziergang-/Streifzug durch die Gemeinden werde ich das 16-85 dabei haben, dessen Aufnahmen auf max. DIN A4 ausbelichtet werden und in ein privates Photoalbum kommen, welches später mehr der Erinnerung und Erbauung denn des Genusses an hochwertigen Aufnahmen dient. Man isst ja auch nicht jeden Tag Trüffel ;)

Gruss - Klaus

PS: weitere Erkenntnisse zu Auffälligkeiten (zB Vignettierung etc) liefere ich nach, wenn ich die Muße gefunden habe, dies austesten zu können...
 
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Die Kontrastleistung des Objektivs entscheidet also darüber, wie hoch die maximale, noch gewertete Auflösung ist.

Gut, so gesehen einverstanden. Was mich aber an den Daten bei photozone stört, daß man aus den Auflösungswerten alleine nur einen unzureichenden Eindruck von der Abbildungsleistung bekommt. Was ist mit Objektiven, die bei geringem Kontrast eine hohe Auflösung liefern? Die sehen in den Messungen gut aus, in der wahrgenommenen Bildqualität sind sie flau, Beispiel 50/1.2 bei Offenblende. Das geht durch die Normierung auf 100% verloren. Und gerade da lägen mMn wichtige Aussagen über das Offenblendenverhalten, die durch die Reduktion auf Auflösungswerte verlorengehen. Ich hatte Klaus mehrfach vorgeschlagen, das mit einem kleinen Test mal zu untersuchen, aber daran hat er offensichtlich keine Interesse. Verständlich, denn es würde mMn die Aussagekraft seiner Messung in Frage stellen.
 
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@Volker: Zustimmung! Die PhotoZone-Test sind m. E. eher Anhaltswerte. Bestimmt keine absoluten Wahrheiten.

@Klaus: Seit gestern habe ich auch ein 16-85er zur Verfügung. Zu der Aussage "nur bis A4" würde ich mich nicht hinreißen lassen. Bei meinem Exemplar ist auch die Randleistung gut. Nicht schlechter, als bei meinem 2.8/ 17-55er. Die Abbildungsleistung sollten auch für größere Formate taugen. Für Motive, bei denen die geometrisch korrekte Wiedergabe unerlässlich ist, ist die Anfangsbrennweite nicht zu empfehlen. Ab etwa Brennweite 20 mm sehe ich keine größeren Probleme mehr. Wobei ich nach wie vor der Meinung bin, dass Kleinbildkameras (1,5 x/ 1,3 x Crop eingeschlossen) für wirklich kritische Anforderungen in der Produkt- und Architekturfotografie nicht die erste Wahl sind.

Sonstige Erfahrungen/ Einschätzungen

Die Verarbeitungsqualität des Objektivs hat mich positiv überrascht. Die inneren Tuben sind aus Metall und laufen praktisch spielfrei. Die äußere Fassung ist aus Kunststoff gefertigt, macht aber ebenfalls einen sehr soliden Eindruck. Der Zoom-Ring läuft relativ "stramm", anders als beim 17-55er aber über den gesamten Brennweitenbereich gleichmäßig. Evtl. ist der feste Lauf auch eine Folge der engen Toleranzen beim Zoom-Auszug. Mich stört es jedenfalls in keiner Weise.

Womit ich mich nach wie vor schwer tue, ist die Anordnung des Zoom-Rings vor dem Fokussier-Ring. Mir passiert es immer wieder, dass ich versehentlich bei der Brennweitenänderungen die Schärfe (mit) verstelle. Man muss das Objektiv - auch zur Stabilisierung, wenn man gar nicht zoomen will - sehr weit vorne anfassen. Wenn man sowohl mit Objektiven wie dem AF-S 17-55 mm oder dem AF-S 70-200 mm fotografiert, ist die Umstellung lästig.

AF-Genauigkeit an der D300

Was mir bei den zugegebener Maßen wenigen praktischen Tests mit dem AF-S 3.5-5.6/ 16-85 mm aufgefallen ist, ist das sich der Autofokus bei Brennweiten unter 20 mm an meiner D300 recht schwer tut. Er liegt ziemlich oft daneben. Interessanter Weise auch deutlich sichtbar bei Motiven/ Objekten in größerer Entfernung. Eigentlich müsste die kurze Brennweite auch bei offener Blende aufgrund der gegebenen Schärfentiefe eine leichte Fehlfokussierung gut auffangen. Das AF-S 4/ 12-24 mm schlägt sich hier meiner Meinung nach deutlich besser. Jenseits des unteren Brennweitendrittels tut der AF sehr zuverlässig seinen Dienst.

Wie gesagt, systematische Testreihen habe ich noch nicht gemacht. Mich würde aber doch interessieren, ob andere Besitzer des Objektivs ähnliche Erfahrungen machen.
 
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Hallo Klaus (starwatcherklaus), der aus der Leicaecke kommt - herzlichen Glückwunsch zur neuen Nikon und willkommen im Forum!
Viele Grüße
Werner (lottima - der ebenfalls aus der Leicaecke kommt) ;)
 
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Hallo Volker und Jens,

ich habe eure Diskussion hier sehr interessiert mitverfolgt - das Wichtigste wurde aufgeführt, bedingt durch unzureichende MTF Informationen sind weitere Aussagen auch nicht mehr zu treffen.
Meine Aussage "bis zu A4" ist selbstredend subjektiv und verweist auf meine eigene Schmerzgrenze. Abzüge über diese Größe hinaus haben schon fast "Ausstellungscharakter" und wenn es auch nur für die eigenen vier Wände genutzt wird. Wenn ich das vorhabe nehme ich dann doch lieber eine präzisere Optik da ich mich immer wieder ertappe, genau dorthin zu schauen, wo das Bild die technischen Schwächen hat - im Gegensatz zu einem normalen Betrachter, der mehr auf das Motiv denn die Umsetzung achtet (sofern er nicht so ein Maniac ist wie wir ;) ). Möglicherweise redigiere ich aber noch mein erstes Urteil, wenn mir erste Prints > A4 vorliegen. Am Bildschirm sieht's erstmal nicht so gut aus, aber ich predige ja selber immer, man möge anhand des Prints und nicht des Monitors urteilen...

Architekturphotographie ist natürlich die klassische Domäne der GF-Kameras. Ich tue mich allerdings mittlerweile sehr schwer damit, meine alte Sinar X noch rumzuschleppen. Ich wünschte, das Geld reiche für ein Digiback :frown1:
Bezüglich der Distortion habe ich den Eindruck, dass eine verzerrungsfreie Zone kaum vorhanden ist, es findet relativ rasch ein Wechsel der Tonne zum Kissen statt. Für mich aber akzeptabel da die Alternative wirklich nur in einer Festbrennweite läge sofern man hier Priorität setzt.

Jens: deine Anmerkungen zur Fertigungsqualität kann ich nur unterstreichen - sehr angenehme Haptik, auch der prolongierende Tubus wackelt nicht sondern läuft präzise und vertrauenerweckend.
Schärfepunkte möchte ich auch noch unter die Lupe nehmen - das werde ich über die Ostertage in Angriff nehmen.

Grüsse - Klaus
 
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Hallo Klaus (starwatcherklaus), der aus der Leicaecke kommt - herzlichen Glückwunsch zur neuen Nikon und willkommen im Forum!
Viele Grüße
Werner (lottima - der ebenfalls aus der Leicaecke kommt) ;)

hey, Werner,

das freut mich ausserordentlich, dich auch hier zu treffen, danke dir!
Das gibt ja ordentlich Gesprächsstoff wenn wir uns das nächste Mal sehen (hoffentlich deutlich vor Limburg!)

Beste Grüsse (auch an Markus!) - Klaus
 
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Hallo KLaus,
ich habe mich heute Abend auch richtig freut, etwas von Dir zu lesen. Noch mehr freut mich, dass Du inzwischen auch eine D300 hast. Unser nächstes Treffen mit Robert (wohl spätestens im Juni wieder im Hessenpark - oder doch schon früher?) wird ja dann richtig interessant.

Ich habe meine D300 seit 3. Januar (also seit Idstein) und bin begeistert. Meine Objektive: Nikon VR 18-200 (Standard), Tokina 12-24 und das neue Voigtländer 1,4/58mm. Nächstes Objektiv wird das Nikon Micro VR 2,8/105 sein. Gestern ist mein Blitz eingetroffen (Nikon SB800) und im Moment bin ich auf der Suche nach einem guten (bezahlbaren) Stativ.

Viele Grüße
Werner
PS: Lass mal wieder was von Dir hören (PM) - gibt es dieses Jahr in Limburg ein Leica- oder ein Nikon-Treffen (oder beides)??? :D:D:D
 
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