Über die höchsten Alpenpässe mit einem schwer bepacktem Reiserad.

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Etappe 1-11
Bis Lindau im Bodensee waren es nur noch knapp 40 km. Während der letzten 15 Tage hatte ich zwar des Öfteren Wolken und Nebel, aber keinen einzigen Regentropfen abbekommen. Das sollte sich ab heute ändern. Zunächst ging es wieder über den Damm am Rhein entlang. Nach 2 Stunden war ich in Bregenz, wo der erste kräftige Regenguss herunter prasselte. Bei etwas Regen fahre ich normalerweise einfach weiter, aber in dem Fall zog ich den Unterstand einer Bushaltestelle vor. Nach 30 Minuten ging es weiter. Eigentlich wollte ich noch zur Hafeneinfahrt nach Lindau fahren, aber bei dem Wetter fuhr ich gradewegs Richtung Heimat. Es gab noch 2 weitere kräftige Regenschauer. Nach dem zweiten ging es dann in leichtem Dauerregen über. Bis nach Hause waren es noch ca. 700 km. Natürlich könnte man sich auch einfach in einen Zug setzen, aber erstens ist so eine lange Zugfahrt mit Regionalzügen eine Art Abenteuer, die ich weniger mag. Und zweitens wenn ich im äußersten Norden von Skandinavien wäre, gäbe es keine Züge. So sah ich das Ganze als Training. Nach 5 Tagen mit sehr viel Regen war ich schließlich wieder zu Hause.

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70. Mein Zeltplatz der letzten Nacht im Unterholz.

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71. Kräftiger Regenguss in Bregenz.

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72. Weitere Regengüsse folgten.

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73. Schloss Lichtenstein in Wolken gehüllt.

Gruß
Haryboo
 
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Bevor es hier weiter durch die Westalpen geht, eine kleine Zusammenfassung der 10 tägigen Tour durch die Zentralalpen.

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1. Fernpass 1212 m Österreich
2. Reschenpass 1504 m Italien
3. Stilfser Joch 2757 m Italien
4. Umbrailpass 2501 m Italien / Schweiz
5. Passo di Foscagno 2291 m Italien
6. Passo d’Eira 2211 m Italien
7. Passo Forcola di Livigno 2315 m Italien
8. Berninapass 2328 m Schweiz
9. Malojapass 1812 m Schweiz
10. Sighignola 1314 m Italien
11. Passo dello Scopello 965 m Italien
12. Simplonpass 2005 m Schweiz
13. Nufenpass 2478 m Schweiz
14. Sankt Gotthardpass 2106 m Schweiz
15. Furkapass 2429 m Schweiz
16. Grimselpass 2164 m Schweiz
17. Grosse Scheidegg 1962 m Schweiz
18. Brünigpass 1008 m Schweiz
19. Klausenpass 1948 m Schweiz

Gruß
Haryboo
 
Kay
Kay kommentierte

Also:
Für mich ist diese Leistung nicht vorstellbar. Einfach mal so.
Gleichwohl versuche ich auf Reisen, Land und Leute, Kultur und so und überhaupt kennenzulernen.
Durchhuschen ist nicht mein Ding.

Findest Du es nicht schade,
"überall" gewesen zu sein ohne Spaziergang am See, ohne im Wirtshaus (die Rosi beim Mondschein), ohne Menschen vor Ort?
 
C
Christian B. kommentierte
Werde es gespannt und mit Bewunderung verfolgen.
 
Haryboo
Haryboo kommentierte
Kay

Einerseits: Ich bin jemand der die Einsamkeit liebt. Für mich ist immer der Weg das Ziel. Kaum bin ich irgendwo, zieht es mich auch schon weiter. Wenn ich Vollzeitrentner bin, werde ich mir natürlich auch mehr Zeit lassen.
Andrerseits: Wenn ich mit Jenny auf dem Rad unterwegs bin (längste Touren um 2500 km), machen wir am Tag selten mehr als 100 km. Letzen Herbst am Donauradweg wurde in Wien 2 Tage Station gemacht um sich die Sehenswürdigkeiten anzuschauen.
Oder als ich noch einen Rucksack tragen durfte, habe ich mich unter anderem auf die Walliser Alpen konzentriert. Dort habe ich über 40 Viertausender erklommen. In den Berner Alpen nicht einen einzigen.
 
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Reaktionen: Kay
Wölkchen
Wölkchen kommentierte
.....ich fahre auch gerne weiter mit und bin gespannt auf die nächsten Touren.

Respekt vor Deiner Leistung. (y)
 
F
flobur kommentierte
Bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzungen :)
Vielen Dank fürs mitnehmen und weiterhin allzeit gute Fahrt 🚲
 
Tolle Runde, tolle Strecken, danke für deinen Bericht! Als "Durchhuschen" kann man das nur bezeichnen, wenn man keine Ahnung vom Radwandern hat.
 
4 Kommentare
Kay
Kay kommentierte
Zum Radwandern bin ich schon körperlich überhaupt nicht in der Lage.
Ansonsten versuche ich in den letzten Jahren, mir meine Unruhe abzugewöhnen.
Mein Ansatz ist offenbar komplett anders. Gestattet mir daher die Nachfrage, wenn es mir fremd ist.
 
Haryboo
Haryboo kommentierte
Nur wer selber so wie ich radwandert, weiß was es heißt 9 bis 11 Std am Tag auf dem Sattel zu sitzen und kann es verstehen und nachvollziehen. Andere eben nicht, was ja auch überhaupt kein Problem ist. ;):)
 
Lydian
Lydian kommentierte
„Durchhuschen“ passt halt gar nicht zu der Durchschnittsgeschwindigkeit beim Radwandern, die in den Bergen meist irgendwo zwischen 12 und 18 km/h liegt.
 
Haryboo
Haryboo kommentierte
Mit meinen jetzt 62 Jahrenund meinem bepackten Rad auf ebener Strecke 16 bis 18 km/h. In den Bergen trotz rasanter Abfahrten deutlich weniger.
 
Teil 2: Die Zentralalpen.

2-1 Etappe


Eigentlich sollte es jetzt mit der Westalpentour von August 2022 weitergehen, aber inspiriert von mhensche Hurtigruten Reportage möchte ich euch erst von der Tour September 2019 berichten. Denn auch bei meinen Touren läuft manchmal alles ganz anders, als ich es wollte. Die Radtour sollte bis nach Nizza ans Mittelmeer und von dort aus mit dem Zug wieder Richtung Heimat führen. Auch wenn die Tour ganz anders verlief als geplant, war es eine fantastische Tour mit beeindruckenden Erlebnissen und wie ich meine auch einigen zeigenswerten Bildern. Aber seht selbst.

Zuerst ging es mit dem Zug nach Österreich. Schon so eine Zugreise inklusiv Fahrrad ist ein Abenteuer für sich. Ich war heilfroh als ich gegen 18:00 Uhr Spittal an der Drau erreichte. Die 12 Std. Zugfahrt haben mehr geschlaucht als 14 Std. Fahrradfahren. Das Radeln war nach dem ewig langen sitzen im Zug eine wahre Wohltat. Nach 20 km und 100 Höhenmetern fand ich ein ruhiges Plätzchen für die Nacht.
Am anderen Morgen ging es bestens erholt und schönstem Sonnenschein an die erste Etappe. Die ersten km gingen durch das Drautal über den wunderschönen idyllischen Drauradweg. Eine kleine Straße mit einem Asphalt auf dem der Reifen wunderbar rollt, kein Verkehr und Sonnenschein. Was will man mehr. Ab Lienz wurde aus der Drau die Isel mit einem ebenso schönen Radweg. Nach 82 km erreichte ich Huben. Hier bog ich nach links auf die Defereggental Landstraße ab. Bis zum ersten Pass dieser Tour, dem 2052 m hohen Staller Sattel, lagen nun 35,4 km mit 1235 Höhenmetern vor mir. Die Passhöhe liegt genau auf der Grenze Österreich – Italien am südwestlichen Zipfel des Hohe Tauern Nationalparks. Das Tal wird umrahmt von den mächtigen Gebirgszügen des Defereggengebirges. Die Straße im Talgrund folgt dem Fluß Schwarzach. Auf dem Weg liegen einige malerische Ortschaften und Höfe. Auf den letzten 4 km mit durchschnittlich 10% Steigung musste ich noch einmal meine Reserven mobilisieren. Um 17:20 erreichte ich die Passhöhe. Dicke Wolken hatten am Nachmittag die Sonne verdrängt und es sah nach Regen aus. Ich wäre gerne weiter gefahren, aber auf der Italienischen Seite ist die Straße bis zum Antholzer See nur einspurig ausgebaut. Hier wird der Verkehr mittels Ampelregelung immer nur für eine viertel Stunde in die jeweilige Richtung freigegeben. Österreich – Italien: 0.-15. Minute; Italien – Österreich: 30.-45. Minute. Nach 40 Minuten ging es weiter. Auf den 6 km bis zum See war die kurvenreiche Straße schmaler als mach ein Radweg. Der PKW den ich nach einigen Minuten hinter mir hatte, musste sich halt etwas gedulden. Bei den dichten Wolken war das Biotop Antholzer See kein wirkliches Fotomotiv. Nach 136 km fand ich 200 m abseits der Talstraße ein passendes Nachtlager. Kaum lag ich im Zelt, fing es an zu regnen.

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Beide Tage zusammen: 156 km, 1950 Höhenmeter, 43 km bergauf, 10:32 Std Fahrzeit.

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2-1. Kapelle am Drauradweg.

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2-2. Brücke über die Drau.

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2-3. Die Drau.

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2-4. Der Obersee auf 2016 m Höhe kurz vor dem Staller Sattel.

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2-5. Der 2052 m hohe Staller Sattel auf der Grenze Österreich-Italien.

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2-6. Mach andere Passschilder sind so zugekleistert, dass nichts mehr zu lesen ist.

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2-7. Mein Nachtlager 200 m abseits der Antholzer Talstraße.

Gruß
Haryboo
 
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