AnjaC

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Eine aktuelle Pressemitteilung des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft (HIIG) hat mich diese Woche zum Nachdenken gebracht. Im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften beschäftigt sich das Institut unter anderem mit Deepfakes und synthetischen Medien.

Spiegellose Kamera auf einem Stativ vor einem Bildschirm mit einem künstlich erzeugten Gesicht. Das Symbolbild thematisiert Deepfakes, KI-Bildgenerierung und die Rolle der Fotografie als Zeugnis realer Ereignisse.
Fotografie als Zeugenschaft: Was bleibt von dieser Idee, wenn Bilder ohne Kamera entstehen können? (KI-generiertes Symbolbild (sic!) )

Eigentlich kein neues Thema. Und doch blieb bei mir nach dem Lesen eine Frage hängen:

Was passiert eigentlich mit einer Bildgattung, deren größte Stärke seit fast 200 Jahren darin bestand, Zeugnis von der Realität abzulegen?

Natürlich war Fotografie nie objektiv. Perspektive, Ausschnitt, Brennweite oder Bildbearbeitung beeinflussen unsere Wahrnehmung. Dennoch gab es immer eine grundlegende Vereinbarung zwischen Bildautor:innen und Betrachter:innen:

Das Gezeigte hat sich tatsächlich vor einer Kamera befunden. Es hat stattgefunden.

Genau deshalb besitzen Fotografien eine besondere Glaubwürdigkeit. Sie zeigen nicht nur etwas. Sie bezeugen etwas.

Wenn über KI-Bilder diskutiert wird, landet man häufig bei der Frage, ob das noch Kunst oder noch Fotografie ist. Ich glaube inzwischen, dass das gar nicht die entscheidende Frage ist. Zum ersten Mal entstehen heute massenhaft Bilder, ohne dass dafür überhaupt eine Kamera benötigt wird. Damit trennen sich zwei Eigenschaften, die bislang fast selbstverständlich zusammengehörten: das Bild als visuelles Ergebnis und das Bild als Dokument einer realen Situation.

Eine KI kann eine Szene erzeugen. Sie kann aber nicht Zeugin eines Ereignisses sein.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass die eigentliche Stärke der Fotografie nie ihre technische Perfektion war. Sondern die Tatsache, dass jemand tatsächlich dort war. Deshalb bleibt für mich am Ende vor allem eine Frage:

Wie erkennen wir künftig, welchen Bildern wir vertrauen können?

Eure Meinung?​

Wird die Rolle der Fotografie als Zeugin der Realität durch KI geschwächt – oder vielleicht sogar wertvoller als je zuvor? Brauchen wir künftig stärkere Nachweise für die Echtheit dokumentarischer Fotografien?

Hinweis​

Wer morgen in Berlin ist und Lust hat, sich selbst mit dem Thema zu beschäftigen: Das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) beteiligt sich an der Langen Nacht der Wissenschaften mit Vorträgen und Diskussionen rund um Deepfakes, KI und digitale Gesellschaft. Der Eintritt kostet 7,50 Euro.

Weitere Informationen:
 
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Heutzutage leider ein großes Problem für die Glaubwürdigkeit von Foto- und Videoaufnahmen.
 
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G
Gianty kommentierte
Auch Texte. Die werden oft mit Bild- und Videomaterial unterstützt.
Was unterm Strich noch an Wahrheit bleibt, ist aktuell schon nicht mehr in allen Fällen sicher festzustellen.

Momentan geht es noch um Meinungshoheit. In Zukunft wird die Realität vielleicht von Politik und einzelnen Konzernen sowie Interessensverbänden vorgegeben. Wird spannend werden.
 
Wie erkennen wir künftig, welchen Bildern wir vertrauen können?
Darauf habe ich keine Antwort. Nur eine Vermutung: irgendwann werden wir das nicht mehr erkennen. Wann? Heute? Morgen? In ein paar Monaten, Jahren? Es wird noch lustig werden betreffend Entwicklung und Verblödung der Gesellschaft, Bildung, Wissenschaft, Politik, zukünftige Kriege, Propaganda, ... . Hauptsache einige werden ganz, ganz viel Geld und Macht erlangen.

Was mich persönlich betrifft, stelle ich immer mehr fest, dass ich mich vor allem im Privaten von der heutigen Welt abkapsele und mit engen gleichgesinnten Freunden und in der Vergangenheit Befriedigung finde:
  • Beruf: ich muss noch +- 10 Jahre hinhalten. Momentan glaube ich, dass ich das hinkriegen werde. In meinem Fachbereich bin ich im Moment der KI noch immer haushoch überlegen. Solange die KI nicht denken kann, wird das auch so bleiben.
  • Social Media habe ich nicht und brauche ich nicht. Manchmal gehe ich zwecks Weiterbildung etwas schnuppern und stelle fest, dass z.B. Instagram und Facebook von Tag zu Tag mehr KI-Müll zeigen. Zeitverschwendung.
  • Betreffend Musik und Filme lebe ich schon seit längerem im letzten Jahrtausend. Es gibt noch soviel aus den 60ern/70ern/80ern zu erkunden, da bin ich tot, bevor ich überhaupt Zeit hätte mich mit den aktuellen KI-Produktionen zu beschäftigen.
  • Betreffend Fotografie: Bilder von Fremden interessieren mich nicht mehr. Ich ertappe mich mittlerweile quasi immer, neue Bilder dementsprechend zu analysieren, ob sie "echt" sind. Darauf habe ich keine Lust mehr. Ich will aus guten Bildern lernen, bessere anfertigen. Es nimmt mir dann einfach die Freude, wenn ich feststelle von einer Machschine "betrogen" worden zu sein. Ich interessiere mich daher nur noch für Bilder von ein paar Gleichgesinnten, wo ich weiss, dass Menschen sie aufgenommen haben. Persönlich entsteht bei mir jedes Bild, das an die Wand gehängt wird auf Film und rein analog. Da habe ich dann das Negativ oder das Dia als "Beweis" und ein reines Gewissen.
Insgesamt sehe ich in der momenten Entwicklung auch Positives: Ich lebe intensiver. Digital-Detox war für mich nie einfacher. Zurück zu den Wurzeln.
Für die Jugend sehe ich jedoch schwarz.
 
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Ja, auch ich habe schon vor der Gefahr für die Glaubwürdigkeit gewarnt. Zwar war auch analog Einiges möglich - ich empfehle das Buch "Wenn Fotos lügen" - aber auch ich ertappe mich dabei, mich bewusst wieder der analogen Fotografie zu widmen... Das eigene Fotolabor ist schnell reaktiviert. Alles noch vorhanden und ein wichtiger, haptischer Aspekt wird auch noch erlebbar.

KI wird mE dazu führen, das wir unseren eigenen Augen nicht mehr trauen werden... die Spionbrillen von Meta werden das noch weiter erschweren.
 
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Wie erkennen wir künftig, welchen Bildern wir vertrauen können?
Eine Frage, die ich in Bezug auf Fotos als Dokumente des Zeitgeschehens nicht beantworten kann. Noch vertraue ich bestimmten Medien, aber auch die sind vor KI-generierten Fake-Bildern nicht gefeit. Das gewisse Medien versuchen, ihre LeserInnen an KI-Bilder zu gewöhnen, zeigt sich bereits jetzt. Für mich steht außer Zweifel, daß die in einiger Zeit auch den Hinweis darauf weglassen.
Könnte es sein, daß wir irgendwann in nächster Zukunft also wieder zu Medien ohne Bilder zurückkehren?
 
2 Kommentare
calc
calc kommentierte
Leider kann die KI auch gut Text erfinden. Nur der prägt weniger, weil die "Dummen" eher auf Bilder und Videos reagieren. Zum Lesen und Text verstehen gehören Kompetenzen, die immer weniger beherrschen, auch dank falsch eingesetzter KI.
 
G
Gianty kommentierte
Wo fängt Dummheit an, wo endet das Schlausein?

Wer bestimmt, welche Aussagen, Meinungen dumm und welche schlau sind?

Zukünftig die KI?

Kann die KI mittels Worte und Bilder die Gesellschaft beeinflussen und vielleicht sogar gezielt lenken? Wird die KI gezielt Informationen ( Wort und Bild ) unterbinden, um Meinungen und Zustände/Situationen zu beeinflussen?

Bin nicht pessimistisch - aber schon etwas vorsichtig optimistisch.
 
Ich muss von der Fotografie nicht leben und für mich ist der Prozess hin zum Foto, eigentlich wichtiger, als das Foto selbst.
Statt Fotowalk mit Kamera ein KI-Bildchen am PC erzeugen, bringt mir keinen Spaß, werde ich also auch nicht machen.

Aber müsste ich von meinen Fotos leben, oder wollte ich (politisch) Menschen manipulieren, klar dann würde ich auch auf der KI-Schine fahren. Da heute schon das ZDF mit KI-Filmchen in den Hauptnachrichten manipuliert, dieses nicht kennzeichnet und es dann auch keine personellen Konsequenzen hat, wird man wohl noch kritischer werden müssen. Und wer nicht kritisch ist, wir zukünftig noch stärker manipuliert.

Ich hatte insgesamt ein wirklich tolles Leben, bin aber froh, dass ich jetzt schon Ü65 bin....
 
3 Kommentare
AnjaC
AnjaC kommentierte
Ich verfolge die Diskussion mit Spannung, schreibe später auch noch was dazu.
Hier möchte ich aber gleich etwas hinzufügen: bei dem erwähnten Vorfall mit dem ZDF gab es umgehend personelle Konsequenzen, nachzulesen z.B. hier:
 
HaDiDi
HaDiDi kommentierte
Naja, Bauernopfer, ich meinte mit personellen Konsequenzen eigentlich andere. ;)
 
EvaK
EvaK kommentierte
@HaDiDi Da heute schon das ZDF mit KI-Filmchen in den Hauptnachrichten manipuliert, dieses nicht kennzeichnet und es dann auch keine personellen Konsequenzen hat
So wird ein Einzelfall, der aufgeklärt wurde und Konsequenzen für die Journalistin hatte, gezielt zum Dauerzustand verdreht. Das nenne ich Fake.
 
Ganz so pessimistisch bin ich nicht. Wir müssen nur genauer und mit einer gewissen Skepsis die Medien betrachten. Da beziehe ich das geschriebene und gesprochene Wort sowie Bild, Film und Ton mit ein.
Ausserdem war eine Manipulation durch die Medien schon vor KI möglich.
Wie oft wurden uns in der Werbung gestellten Szenen untergejubelt, wo uns klar war, dass in der Realität nie ein Gespräch zwischen Clementine und einer Hausfrau über Flecken in weißer Wäsche stattfand.
Grüße aus HB
Heiner
 
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ni27fo
ni27fo kommentierte
Wie oft wurden uns in der Werbung gestellten Szenen untergejubelt, wo uns klar war, dass in der Realität nie ein Gespräch zwischen Clementine und einer Hausfrau über Flecken in weißer Wäsche stattfand.
Bin schockiert!!! Das war also nicht echt???

Mal im Ernst, das gab's schon immer, hat nun vielleicht eine neue Qualitätsstufe erreicht, ist aber nicht neu
Leo Trotzki wurde nach seinem Machtverlust gegenüber Stalin systematisch aus offiziellen sowjetischen Fotografien entfernt, um ihn aus dem kollektiven Gedächtnis zu tilgen. Dies geschah durch Beschnitt, Übermalung oder das Retuschieren von Platzhaltern wie Holzstufen.

Das bekannteste Beispiel ist das Foto von Grigori Petrowitsch Goldstein vom 5. Mai 1920:
* Original: Zeigt Lenin auf der Rednertribüne, flankiert von Trotzki und Lew Kamenew.
* Manipulation: Nach Trotzkis Ausschluss 1927 und Kamenews Hinrichtung 1936 wurden beide Personen entfernt.
* Methode: In späteren Versionen (ab ca. 1933) wurden die Figuren durch fünf retuschierte Holzstufen ersetzt, um die Komposition aufzufüllen.
* Zensur: Bis in die Gorbatschow-Ära wurde das Originalbild im Ostblock nicht mehr gezeigt.

Diese Praxis der Damnatio memoriae betraf auch private Schnappschüsse, bei denen Trotzki oft durch andere Personen übermalt oder komplett aus dem Bild geschnitten wurde.

Ansonsten:
(Bild entfernt, Urheberrecht)
 
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peterkdos
peterkdos kommentierte


Ja, das ist hinlänglich bekannt.

Aber, dass was heute mit KI passiert ist wesentlich tiefer in die gesellschaftlichen Strukturen „eingepflanzt“.

Heute geht es nicht mehr um selektive „Korrekturen“, sondern um die gesellschaftlichen Massen-Beeinflussung in Sinne weniger.

Die (a)sozialen Medien dienen da als Verstärker.

Kurzum, ich sehe das ganze schon sehr pessimistisch und sorge mich um die Zukunft meiner Kinder, Enkelkinder.

Die KI hat schon lange die Unschuld verloren, das Ziel ist nicht der Menschheit durch sinnvolle Leistungen zu helfen, sondern die Taschen Einiger zu füllen und die dabei auch die Meinungen zu manipulieren.

Es ist auch bedenklich das in naher Zukunft ein Energieverbrauch zu erwarten ist, der einigen der nicht gerade kleinen Staaten entsprechen wird.

Auch der Chaos bei den Speichern mit dazugehörigen Preisexplosionen zeigt die Richtung.
 
Jede große technologische Revolution hat zunächst Angst ausgelöst.
Bei der Dampfmaschine, der Elektrifizierung, dem Computer und dem Internet gab es ähnliche Befürchtungen. Die Übergangsphasen waren oft schwierig, aber am Ende lebten die meisten Menschen materiell besser, gesünder und mit mehr Möglichkeiten als zuvor.
Auch in der Medizin zeichnet sich Fortschritt ab: Kl hilft bei der Früherkennung von Krankheiten, beschleunigt die Entwicklung neuer Medikamente und unterstützt Ärzte bei Diagnosen. Viele Behandlungen könnten dadurch schneller und günstiger werden.
Gleichzeitig werden Wissen und Bildung demokratischer.
Jemand mit einer guten Idee braucht nicht mehr unbedingt ein großes Unternehmen im Rücken. Eine einzelne Person kann mit KI eine App entwickeln, ein Buch schreiben, eine Sprache lernen, ein Unternehmen gründen oder wissenschaftliche Informationen verstehen, die früher nur Experten zugänglich waren.
 
3 Kommentare
Christoph Blümer
Christoph Blümer kommentierte
Letzteres möchte ich angesichts des oft freien Herumphantasierens besonders der kostenfreien KI-Agents in Frage stellen. Die verzapfen teils üblen Nonsense.
 
Zuletzt bearbeitet:
Lichtschachtsucher
Lichtschachtsucher kommentierte
Die Schüler werden dümmer durch KI, zumindest die welche ihre Arbeiten von der KI schreiben lassen.
Sie verlernen das selbstständige erarbeiten von Wissen, das ist aber nichts neues, es gibt Studien darüber.
 
HaDiDi
HaDiDi kommentierte

Wenn man staatlicherseits wollte, dass die Schüler "schlauer" und kritischer wären, sähe der Unterricht ganz anders aus und man hätte wieder homogene Klassen, die im Leistungvermögen ähnlich wären und dann entsprechend unterrichtet werden könnten.
 
die früher nur Experten zugänglich waren.
Ein Profi zeichnet sich dadurch aus, dass er weiß was zu tun ist, wenn etwas schief geht.
Bildgattung, deren größte Stärke seit fast 200 Jahren darin bestand, Zeugnis von der Realität abzulegen?
KI-Bilder würde ich unter Malerei einsortieren, nicht unter Fotografie.
Social Media habe ich nicht und brauche ich nicht.
Du badest gerade Deine Finger darin.
Wie erkennen wir künftig, welchen Bildern wir vertrauen können?
Medienkompetenz.

Einem einzelnen, für sich genommenen Bild konnten wir noch nie vertrauen.

Noch vertraue ich bestimmten Medien, aber auch die sind vor KI-generierten Fake-Bildern nicht gefeit.
Bis gestern hast Du also der BILD vertraut, heute nicht mehr?
 
2 Kommentare
calc
calc kommentierte
Ein Forum ist für mich kein Social Media.
 
D
didi3010 kommentierte

Ausserdem gab es vor dem Internet auch schon "Social Media". Nur hat man es früher nur Photoclub genannt.
 
Auch eine ehrliche festgehaltene Realität läßt sich nachträglich durch Wort. Satz, Text verdrehen und manipulieren.
Verantwortlich sind die Journalisten was sie daraus machen.
Gekonnte Wortspiele und Realitätsverschiebungen zu ihren Gunsten und Einstellungen sind nicht ganz unüblich.
Alles zusammen vermittelt eine Glaubhaftigkeit oder eben nicht.
Wer sich allein auf ein Bild verlässt hat verloren.
Wer sich allein auf den Text verlässt ebenfalls.
Auch Beides kann in die Hose gehen.
Darum halte ich von KI überhaupt nichts.
Intelligenz und Weitsicht, Erfahrung und Beurteilungsvermögen ist uns gegeben.
Und wir geben es wieder aus den Händen.
Das geht schief. Wenn die Ki ersteinmal durch die KI angelernt wird um selbst zu entscheiden können wir einpacken.
 
Kommentar
Fake News, Hetze und Propaganda, verdrehen von Tatsachen hat es schon immer gegeben, erst gedruckt, später bei der Wochenschau.
Heutzutage ist es dank Social Media und KI noch sehr viel einfacher und bin ich Präsident eines Landes mache ich mir meine eigene Wahrheit.
Wahrscheinlich sind heutzutage viele genauso wenig an der Wahrheit interessiert wie vor hundert Jahren.
Hauptsache mir geht's gut.
 
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HaDiDi
HaDiDi kommentierte
Wahrscheinlich sind heutzutage viele genauso wenig an der Wahrheit interessiert wie vor hundert Jahren.
Hauptsache mir geht's gut.



Die Wahrheit ansich, als Wert - das hört sich fast nach altgriechischer Philosophie an, da denke ich an den Begriff "Ethos".

Wir kleinen Lichter werden wohl häufiger (durch unsere limitierte Informationsbasis) die echte Wahrheit nicht abschätzen können. Viele Akten und Archive gelten als geheim und sind auf Jahre für die Öffentlichkeit gesperrt.

Frei nach Brecht: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral...", dienen möglichst wahre Wahrheiten den meisten, zur Optimierung der eigenen Lebensumstände. - Was bedeutet die Sache für mich, wie muss ich mich aufstellen, dass ich davon profitieren kann. Das war eigentlich schon immer so (seit Jahrtausenden gibts Orakel) und im Zeitalter der Information und Daten ist das eben noch wichtiger geworden.

Zurück zu unserem engeren Thema, kann das einzelne Foto, oder kurze Videosequenz wahrhaftig sein, ja kann sein... man kann (auch hier glänzte mal das ZDF) eine echte Videosequenz zu einem zurückliegenden Vorfall, für ein anderes, neueres Ereignis nutzt. Auch das sind Fake-News, aber mit echtem Material. Können wir einem einzelnen Medium trauen? Sicher nicht, Relotius hat es überdeutlich gezeigt. Zur Relotius-Geschichte ein echtes Foto machen, welches zum Kontext passt, sollte kein Problem sein. Nicht nur die Echtheit des Bildes (also kein KI), sondern zusätzlich auch noch der Kontext müsste überprüft werden, was meist nicht funktionieren wird.

Ein weiteres, schönes Beispiel hierzu ist Mal-Genie Beltracchi. Er hat Bilder alter Meister auf alter Leinwand und mit alten Farben so nachempfunden, dass die Kunstexperten diese für echt halten/hielten. Rund 200 seiner Werke sollen noch unentdeckt in vielen Museen hängen.... Um diese Bilder als echt erscheinen zu lassen und für Mio.-Beträge verkaufen zu können, hat Betracchi auch Fotos angefertigt. Da hängt dann so ein Bild schon 1913 an einer Wand mit anderen Utensilien aus dieser Zeit, das Foto wurde analog aufgenommen und auf alten Fotopapier entwickelt, selbst das analoge Foto wirkte zeitlich echt... war aber auch ein Fake. :ROFLMAO: :ROFLMAO: :ROFLMAO:

Was können wir als Nutzer tun? Einfach versuchen zu einem Thema, welches wichtig erscheint, die gesamte Breite von links Alpen-Prawda bis rechts Compact-Magazin lesen und dann mit Intellekt und Bauchgefühl einschätzen, was wirklich ist. Wobei natürlich jeder von uns auch eine subjektive Erwartungshaltung zum Thema haben wird.
 
Bei Fotos ist es noch relativ einfach: Wir erkennen das künftig über eine Art integrierte Mini-Blockchain fürs Bild: Die Kamera macht den fälschungssicheren Anfang mit C2PA und jeder spätere Bearbeitungsschritt in Photoshop und ähnlichrn Tools wird einfach als neues, digital unterschriebenes Kettenglied angehängt, sodass man den Weg vom Sensor bis zum fertigen Foto lückenlos nachvollziehen kann. Fertig. Muss nur konsequent gelebt werden. Für Ottonormal Insta-Konsument vielleicht ein bisschen too much, aber um Fakes bei Kriegsaufnahmen usw. zu entlarven essentiell.
 
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HaDiDi
HaDiDi kommentierte
Gerade bei Kriegsaufnahmen geht es doch primär um Stimmungsmache und Manipulation. Kriegsreporter werden handverlesen und Bilder müssen vor Veröffentlichung freigegeben werden.... so eine "Panne", wie Nick Uts Napalm Girl werden Staaten und Militärs nicht mehr zulassen.
 
P
P.Gnagflow kommentierte
..... und dann machst Du vom fertigen Ausdruck eine qualitativ sehr schöne Reproduktion - also ein neues Bild, erfindest eine passende elektronische Legende zur so generierten "authentischen" JPEG-Datei und dann war`s das mit der Mini-Blockchain. Mal ganz abgesehen davon wäre diese elektronische Kenntlichmachung wohl immer an Kenntnisse in der Datenverarbeitung gebunden um sie auch zu lesen, und die lassen sich schlecht mal eben im Vorbeigehen am Zeitungskiosk anwenden. Einmal unters Volk gebracht bleibt immer etwas hängen.

Darüber hinaus wäre es wohl das erste Mal, dass es keinen findigen Programmierer gäbe, der über kurz oder lang einen Weg findet, derlei elektronische Gütesiegel und Wasserzeichen - oder wie man die angestrebte Sicherheit immer bezeichnen möchte - kunstvoll und unkenntlich zu umschiffen. Für jede "Wunderwaffe" der jahrtausendealten Geschichte kriegerischer Auseinandersetzungen gab es in oftmals erschreckend kurzer Zeit eine "Gegenwunderwaffe"
 
Hm… die Diskussion ist ja sehr schnell bei Medien, Politik, Social Media oder der Frage gelandet, ob KI die Menschen dümmer macht.

Darum ging es mir im Artikel eigentlich gar nicht.

Manipulierte Bilder gab es schon lange vor KI. Genauso wie Propaganda, Retuschen oder bewusst irreführende Bildunterschriften. Einige Beispiele wurden schon genannt.

Die Frage, die mich beschäftigt, ist eine andere: Wenn ein einzelnes Bild in Zukunft immer weniger als Beleg für ein tatsächliches Ereignis taugt, worauf stützt sich dann unser Vertrauen? Auf die Technik? Auf Herkunftsnachweise? Auf etablierte Medien? Oder am Ende doch auf die Menschen hinter den Bildern?

Interessant finde ich auch die mehrfach genannte Rückkehr zur Analogfotografie. Ich frage mich allerdings, ob das das eigentliche Problem löst. Ich weiß ja auch bei meinen digitalen Fotos, dass sie echt sind. Die Herausforderung beginnt doch erst bei den Bildern anderer Menschen.

Vertraut ihr dann dem Bild selbst – oder eher der Person, die es veröffentlicht hat?

(Und ja, ich weiß natürlich, dass guter Journalismus nie auf einem einzelnen Bild beruhen sollte, sondern auf mehreren voneinander unabhängigen Quellen. Gerade deshalb finde ich die Frage spannend, welche Rolle Bilder als Belege künftig überhaupt noch spielen werden.)
 
peterkdos
peterkdos kommentierte
Auch wenn Du das nicht gerne hören möchtest, das wird man bald nicht mehr auseinanderhalten können.

Dieser Zug der Verbesserung der Lebensqualität ist schon längst abgefahren…

Es dominieren die Interessen und Meinungsbildungen in Sinne der Wenigen.

Das ging ja auch früher so, aber nicht so allumfassend und weitreichend wie es jetzt möglich ist.

Nur ein Beispiel:

Warum gründet Musk eine eigene „Wikipedia“ unter dem Vorwand der „offener“ Meinungen auf Basis der KI?

Er hätte für Wikipedia sehr viel Gutes tun können, wenn er es gewollt hätte. Aber da stört ihm der demokratischen Zensus vieler fachkompetenten Leser die das Wahrheitsgehalt der Artikel jederzeit überprüfen können und entsprechend auch korrigieren können.

KI geht sehr viel weiter als die Bilderhalluzinationen es ermöglichen.

KI könnte auch eine Hilfe sein, sofern man sie demokratisieren würde, aber so, in den Händen der Konzerne und einzelner Personen ist die eine sehr scharfe Waffe gegen die Meinungsfreiheit.
 
markusm1000
markusm1000 kommentierte
peterkdos
peterkdos kommentierte


Das ist nur ein Tropfen auf dem heissen Stein, mehr nicht.

Es bleibt die Frage welche Modelle tatsätzlich benutzt werden, und ob diese im Interesse der Ersteller sind.

Soviel Blauäugigkeit und Vertrauen zu den tonangebenden Konzernen bzw. den Besitzern habe ich nicht.

Die Werkzeuge mögen ja demokratisch gedacht sein, die Benutzung und Umsetzung und die daraus resultierenden Ergebnisse sind es weitgehendst nicht. Sie sind Produkte der Interessengruppen.
 
L
lokatz kommentierte
@AnjaC, ich fürchte, dass du mit "Wenn ein einzelnes Bild in Zukunft immer weniger als Beleg für ein tatsächliches Ereignis taugt" immer noch zu optimistisch bist. Wir sind jetzt schon an dem Punkt, an dem viele KI-Bilder nur noch von Experten als solche erkannt werden. Wir sind ebenfalls an dem Punkt, an dem du auf dem Anrufbeantworter eine Sprachnachricht vorfinden kannst, die (vermeintlich) ganz eindeutig von einem engen Freund stammt, in Wahrheit aber von einem Scherzbold oder auch jemand mit üblen Absichten per KI generiert wurde, weil es von dem engen Freund Audioaufnahmen im Internet gibt. Wir sind nur noch wenige Jahre (mein Eindruck: ein bis zwei) von dem Punkt entfernt, wo nur noch Experten ein komplettes Video als KI-generiert erkennen werden, wo also auch ein Video von DIR auftauchen kann, in dem du irgendetwas sagst, von dem deine Freunde nicht wirklich wissen können, ob du es tatsächlich gesagt hast oder nicht, zumindest wenn das Video gut gemacht ist. Mit anderen Worten, die allermeisten von uns werden bald Wahrheit und Lüge nicht mehr unterscheiden können, so sehr wir uns das auch wünschen. Das gilt im persönlichen Bereich nur bedingt, weil wir uns da zumindest kennen, aber im gesellschaftlichen und politischen Raum wird das so sein.

Wir Älteren haben in der Vor-KI-Zeit zumindest gelernt, uns auf Vertrauen zu stützen. Dahin zielt ja auch deine Frage. Aber selbst wir finden uns in Bubbles, in denen unser Vertrauen sich im Wesentlichen aus dem Vertrauen anderer speist, in denen wir sehr vieles einfach glauben müssen (und das auch tun), weil wir weder Zeit noch Resourcen haben, es selbst zu prüfen. Ein älterer Kollege von mir benutzte gern den Spruch "Wer nichts weiss, muss alles glauben". Wie sieht es aus, wenn wir fast nichts mehr wirklich wissen KÖNNEN?

Ja, ernsthafte Medien führen momentan heftige Rückzugsgefechte diesem Trend gegenüber. Ich bin pessimistisch, was deren Chancen angeht. Die elektronische Markierung authentischer Aufnahmen ist ein guter Ansatz, aber er verhindert nicht, dass massenhaft gefakte Fotos auftauchen. Der Aufwand, Fakes (Foto/Audio/Video) zu entlarven und Quellen zu authentifizieren, wird immer größer, die Bereitschaft der Menschen, dafür zu zahlen, dagegen immer kleiner. Was heute noch personelle Konsequenzen fordert, wird bald in der Masse solcher Vorfälle untergehen und irgendwann einfach nicht mehr interessieren.

Was dann? Wie sieht eine Gesellschaft aus, in der Wahrheit und Lüge nicht mehr halbwegs zuverlässig unterscheidbar, sondern nur noch Glaubensfragen sind?

Natürlich kann sich der Einzelne dem ein Stück weit entziehen. Nur noch Analog fotografieren; nur "zuverlässige" Medien nutzen (was immer das ist); nicht mehr online, sondern nur noch von Angesicht zu Angesicht diskutieren: All das geht natürlich, trägt aber eher zur persönlichen Befriedigung bei. Gesellschaftlich gesehen löst es das Problem nicht.

Ich bin sehr skeptisch, ob wir als Menschheit es aushalten können, wenn ein großer Teil der Basis unseres Vertrauens wegbricht. Und das tut sie gerade.
 
EvaK
EvaK kommentierte
@AnjaC Wenn ein einzelnes Bild in Zukunft immer weniger als Beleg für ein tatsächliches Ereignis taugt, worauf stützt sich dann unser Vertrauen? Auf die Technik? Auf Herkunftsnachweise? Auf etablierte Medien? Oder am Ende doch auf die Menschen hinter den Bildern?
Letzten Endes auf Herkunftsnachweise und die Menschen hinter den Bildern. Oder Du nimmst Fotos als nichts und alles aussagende Illustration, wie es mit der Bebilderung von Berichten aller Art bis zur Entwicklung der Fotografie als Dokumentationsmedium der Presse war: Symbolbild resp. Abbildung ähnlich.
 
Grundsätzlich wurden alle "Erfindungen" und "Neuerungen" zuerst von Machtabern und vom Militär mißbraucht und so verhält es sich genauso mit allem was heute unter KI rangiert. Politik und Machinteressen werden es für ihre Ziele und Zwecke skrupellos einsetzen (passiert ja bereits global in allen Systemen) und eines Tages haben wir vielleicht oder eher wahrscheinlich auch KI generierte Präsidenten:innen. medientauglich und meinungsbildend.
Für meinen persönlichen Umgang mit Bildern und meinem Bestreben hiermit meine Erinnerungen und Verwirklichungen zu kreieren wird keine KI Bilder für mich erschaffen und mir meine Freude am kreativen schöpferischen Prozess abnehmen. Ganz abgesehen von der moralische Schere die uns Moralapostel und Sittenwächter auferlegen.

Fremdbestimmt nach irgendwelchen "Normen" von KI macht uns als schöpferische Menschen doch überflüssig. Es gaukelt uns Perfektionismus gepaart mit schöpferischer Größe vor. Paßt ja auch, sich als Gott und schaffender einzustufen und gibt allen, die keine kreativen Fähigkeiten besitzen eine Maschine an die Hand, die einem Kreativität und Können vorgaukelt.
Wir können ja meist noch nicht einmal moralisch mit dem Organismus Leben auf unserem Planeten umgehen, geschweige dasjenige achten und verstehen, was sich in Jahrtausenden entwickelt hat, noch begreifen die Genialität, die dahinter steht.
Profit und Macht und Verdrängung ist die treibende Kraft und da passt KI super rein und bald ist sie soweit entwickelt, dass es nicht mehr unterscheidbar sein wird. Da nutzen auch keine digitalen Wasserzeichen.
Insofern bleibt mir nur, meine Bilder mache ich in erster Linie nur für mich, teile sie auch gerne mit Interessenten und finde inhaltlichen Austausch anregend, meine MI (Menschliche Intelligenz) zu vervollkommnen, meine Sichtweisen zu hinterfragen und verdichte meine Bildvorstellung durchaus mit KI Handwerk aber nie um aus Wörtern Bilder kreieren zu lassen. Die KI einzusetzen um störendes im Bild oder gefühlte Stimmungen hervorzuheben - Ja.
Erst neulich habe ich mich mit KI-Support rumgeärgert hinter dem sich Dienstleister verstecken und uns mit dem abspeisen wollen was sie für richtig halten. Echt das Grauen. Und ich erwarte für meine Geld auch, dass sich Menschen meinen Problemen stellen, die sich aus ihren Produkten ergeben.
Ein klassischer Bereich ist das frühere Docma, Handwerk vermittelnd und aufzeigend, wie man zielführend das handwerkliche Können in Bildausarbeitung einsetzen kann. Heute suhlen sich die Autoren nur noch in KI generierten Bildern, tot und lediglich plakativ und philosophieren über die tolle KI.
Wenn ich mal soweit bin geh ich sterben. Für mich liegt die Sinnhaftigkeit des Menschseins jedenfalls in dem was mich schöpferisch erfüllt und es ist mir wichtig, das ich meine Vorstellungen selbst erstellen kann und diese, wenn es gelungen ist, auch für Rezipienten sich erschließen. Weil sie sich mit meiner subjektiven Wahrnehmung auseinandersetzen und Leute, die sabbern, wenn sie KI generierte Bilder erzeugen - nee, ist nicht wirklich meins. Und KI als Anerkennungsprinzip brauche ich nicht.
Bei uns sind jährlich immer die Keramiktage und daran wird mir immer sehr deutlich der Unterschied von industriell hergestellter Keramik und solcher, die Keramiker:innen erstellen, da schwingt immer etwas mit in den Produkten das von den Handwerker:innen und Künstler:innen in die Produkte eingewoben ist und mitlebt als Kraft die den Produkten innewohnen. Industriell hergestelltes mag vielleicht vollkommen wirken, bleibt aber seelenlos wie KI.
Uns solange ich so etwas noch so wahrnehmen kann, verlasse ich mich auf meine Intuition beim konsumieren und im Umgang mit Bildern und hoffe nicht abzustumpfen.
 
1 Kommentar
K
KDK-NikonHF kommentierte
Bis auf Deine Doppelpunkte gehe ich mit Dir mit. Die Natur macht es vor.
 
…… nur wenn man Analog fotografiert,
und selbst vergrößert hat man die Gewissheit das keine KI im spiel ist und war.

Wer heute Fotos bearbeitet, arbeitet längst mit Kl zusammen — ob bewusst oder nicht, die meisten glauben, sie machen das Bild selbst, in Wahrheit sitzt die Kl längst mit am Regler, den jedes Handyfoto wird heute optimiert, gerechnet, geschärft und verbessert — von künstlicher Intelligenz.
Die Wahrheit ist: Kl verändert längst jedes Bild, bevor wir es überhaupt ansehen,
den früher fotografierte man Momente - heute berechnet die KI sie zuerst perfekt.
 
markusm1000
markusm1000 kommentierte
Der Belichtungsmesser und der Autofokus ist eine KI.
 
Zuletzt bearbeitet:
W
W.W. kommentierte
Wenn man es so weit fasst, ist auch die Matrix-Messung von Nikon schon KI. Die ist auch schon mit mehreren 10.000 Bildern trainiert worden.
 
markusm1000
markusm1000 kommentierte
Ein bisschen später, so ab den Spiegellosen, wo quasi der Fotosensor auch der Belichtungsmesser ist. Die alten Belichtungsmesser, bspw. D300 sind noch algorithmisch.
Nikon hält sich da ziemlich bedeckt, von Canon gibt es hier eine Aussage.
 
dhm
dhm kommentierte
Es geht doch nicht um algorithmen, die aus Eitelkeit Pickel oder Knollennasen wegrechnen oder um irendwelche störenden Touris im Warnwestelook wegretuschieren, (das geht locker analog und digital) sondern um reale Darstellungeversuche manipulierter Wirklichkeit, wie z.B. jemanden im Papamobil als berühmte Persönlichkeit darstellen oder einfacher ausgedrückt um Bilder die einfach aus welcher Motivation auch immer, deepfakes sind und somit wenn es so vorhanden gewesen wäre auch Fotos hätten sein können und somit eine Glaubwürdigleit vermitteln wollen... also manipulieren.
Zwar ist jedes Foto schon eine willkürliche verschobene Wirklichkeitslüge und subjektive Sehweise, KI generierte Bilder sind aber etliche Etagen höher als manipuliert einzustufen und in ihrer baldigen Perfektion bald nicht mehr sicher als solche Kreationen zu erkennen.

Dazu kommt das heute mittlerweile fast jedes Produkt mit inovativen KI Fähigkeiten beworben wird und wenn man genau hinschaut kann jeder der EBV als handwerliche Aufgabe gelernt hat, das ebenso ohne Zusatzkosten/ Programme, Plugins, nur eben mit etwas mehr Zeitaufwand auch so hinbekommen.
 
T
Tom.S kommentierte


Das ist von Canon reichlich dick aufgetragen. Aktuelle AF-Systeme werden zwar KI-basiert auf Motive trainiert und dieser Algorithmus dann hinterlegt. Mehr nicht. Das System ist dann nicht mehr lernend sondern braucht ein Firmware-Update wenn es besser arbeiten soll.

Die Motivprogramme an DSLR sind technisch nichts anderes. Die Kamera erkennt ob sich um eine Nahaufnahme, Nacht, Sport, Porträt etc handelt und stellt danach die Belichtungswerte und PC-Settings ein.

Jedes Computerprogramm ist algorithmisch. Das ist unabhängig von KI.
 
Wenn man es so weit fasst, ist auch die Matrix-Messung von Nikon schon KI. Die ist auch schon mit mehreren 10.000 Bildern trainiert worden.
 
Kommentar
Die Frage, die mich beschäftigt, ist eine andere: Wenn ein einzelnes Bild in Zukunft immer weniger als Beleg für ein tatsächliches Ereignis taugt, worauf stützt sich dann unser Vertrauen? Auf die Technik? Auf Herkunftsnachweise? Auf etablierte Medien? Oder am Ende doch auf die Menschen hinter den Bildern?
Die Frage wäre für mich:

Von welchen Bildern reden wir?

- Fotos der lokalen Tagespresse?
- Fotos von Großereignissen ( Sport, Krisen, Unglücke...)?
- Werbefotos?
- Portraits?
- Landschaftsfotos?
- Formal ästhetische Darstellungen?
- Bilder, um sich persönlich gut darzustellen?
- Freizeit- und Urlaubsfotos?
- Bildcomposing?
.....

In vielen Bereichen taugten auch in der analogen Fotografie ( lassen wir mal den Begleittext weg ) Bilder nicht immer als Belege für ein tatsächliches Ereignis.

Vertrauen? Wem?

- Dem Fotografen, der vor Ort oft einen ganz anderen Eindruck hat als ein späterer Betrachter der Bilder?
- Dem Bildredakteur, der vielleicht durch Ausschnitte oder Nachbearbeitung eingreift?
- Etablierten ( und oft politisch alles andere als unabhängige ) Medien?
- Herkunftsnachweise, die wer überprüft?

Ich glaube nicht, dass Bilder in Zukunft mehr oder weniger als bisher als Beleg für ein tatsächliches Ereignis taugen. Bilder werden anders als bisher eingesetzt - egal ob analog, digital oder mit KI erzeugt.
 
Kommentar
Wenn ich in RAW fotografiere, bleibe ich vielleicht noch ein Stück weit von der KI verschont. Spätestens aber, wenn die Bilder auf den Rechner kommen, beginnt in den Bildbearbeitungsprogrammen ohnehin wieder irgendeine Form der digitalen Magie.
Und was arbeitet eigentlich für mich bei der Picture-Control-Konfiguration?
Oft sehen die JPGs schon direkt aus der Kamera erstaunlich perfekt aus.
Ist das wirklich nur ein programmierter Algorithmus?
Da bin ich mir manchmal nicht ganz sicher.
Aber ganz ehrlich: Kl hin oder her - wenn mir meine Bilder gefallen, dann haben sie ihren Zweck erfüllt.
Wenn ich wieder mehr Zeit habe, werde ich mal wieder analog fotografieren. Wobei selbst dort am Ende oft wieder ein Scanner mit seiner Software ins Spiel kommt. Vielleicht versuche ich mich stattdessen auch mal wieder an echten Vergrößerungen in der DunkelKammer.
Zum Glück habe ich nichts verkauft - so kann ich ganz entspannt experimentieren
und einfach Spaß an der Fotografie haben.
 
Kommentar
Wenn ein Programm ein Bild optimiert, indem es Kontrast anpasst, Schatten aufhellt, Farben besser darstellt, Schärfe optimiert, Vignettierung oder Verzeichnungen ausgleicht, damit kann ich leben. Es geht dann darum technisch bedingte Fehler im fotografischen Prozess auszugleichen. Ob das jetzt analog oder digital erfolgt ist mir im Prinzip egal. Der Moment bleibt dokumentiert. Details des Momentes können besser wahrgenommen werden.
Problematisch ist eben, wenn eine Situation erzeugt wird, die so nicht stattgefunden hat.
Wenn es bei meiner Hochzeit geregnet hat, dann hat es eben geregnet. Brauche ich jetzt davon Bilder im Sonnenschein bei bester Belichtung? Per "Prompt"?
 
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