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d-hubs

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Das Digital-Negative-Format (DNG, deutsch digitales Negativ) - das offene, verlustfreie Rohdatenformat, das für die Digitalfotografie entwickelt wurde: es ist nach ++ 20 Jahren nun offizieller Standard: Veröffentlicht im September 2004 wurde es nach Angaben Adobe mit dem Ziel entwickelt, die verschiedenen proprietären Formate der Digitalkamera-Herstellerfirmen 📸 zu ersetzen und sich als Standard zu etablieren. 📀 Seit der DNG-Veröffentlichung unterstützen z.B. alle Adobe-Produkte zur Foto-Manipulation (wie Adobe Photoshop und Adobe Lightroom) das DNG-Format. Doch - und das ist die Frage - wie ist die Rezeption des Formats am Markt - bei den Herstellern - z.B. der Kameras - und bei euch Fotografen...?



Guten Morgen liebe Nikon Community,😊


....sehr lange hat es gedauert - nun ist DNG als Standard anerkannt. Die vielen interessanten Aspekte und Implikationen, das "Für und Wider", all das wird zur Zeit auch sehr ausführlich diskutiert - z.B. auch auf Reddit:

a. Nach über 20 Jahren Bemühungen ist DNG jetzt der offizielle RAW-Bildstandard.

56 upvotes :: 8 comments:




b. Pros and cons of moving to DNG

8 upvotes :: 55 comments:




Ein Blick auf die Entwicklungsgeschichte - das gibt auch die Wikipediaseite frei: ....mehr Details - zum Digital Negative-Format : vgl den Wikipedia-Artiklel: Digital Negative - Wikipedia :: die engl. Ressource https://en.wikipedia.org/wiki/Digital_Negative

Zitat:
Digital Negative (DNG) ist ein Open-Source-RAW-Datenformat, das verlustfrei arbeitet und klar definiert ist. Ziel ist es, eine Reihe proprietärer RAW-Bildformate zu ersetzen. DNG wurde von Adobe entwickelt und am 27. September 2004 veröffentlicht. Zur Veröffentlichung erschien die erste Version der DNG-Spezifikation sowie verschiedene Produkte, darunter ein kostenloses DNG-Konverter-Tool. Alle seitdem erschienenen Bildbearbeitungsprogramme von Adobe (wie Adobe Photoshop und Adobe Lightroom) unterstützen DNG.
DNG basiert auf dem TIFF/EP-Standardformat und erfordert die Verwendung umfangreicher Metadaten. Die Spezifikation des Dateiformats ist offen und unterliegt keinen Schutzrechten oder Patenten.

Ziele: Die Ziele des DNG-Dateiformats sind:...

Digitale Bildarchivierung (auch bekannt als „Archivierung“)
Die US-amerikanische Library of Congress empfiehlt DNG als Alternative zu anderen RAW-Bildformaten.[19] Das Projekt „Digital Photography Best Practices and Workflow“ (dpBestflow), finanziert von der US-Kongressbibliothek und betrieben von der American Society of Media Photographers (ASMP), hebt DNG besonders hervor und erklärt: „DNG-Dateien haben sich in unserem Workflow als deutlich nützlicher erwiesen als die proprietären RAW-Dateien.“

Einfache und/oder umfassende Nutzung durch Softwareentwickler
Software könnte RAW-Formate auch ohne DNG mithilfe von Reverse Engineering und/oder dcraw unterstützen; DNG vereinfacht dies jedoch, und viele Softwareprodukte können über DNG Bilder von Kameras verarbeiten, über die sie keine spezifischen Kenntnisse besitzen. Allerdings werden die von einem Softwarehersteller in der DNG-Datei gespeicherten Einstellungen wahrscheinlich nicht von Produkten anderer Hersteller erkannt.

Kamerainterne Nutzung durch Kamerahersteller
Etwa 12 Kamerahersteller haben DNG in ihren Kameras verwendet. Rund 38 Kameramodelle unterstützen DNG.[22] RAW-Bildformate für mehr als 230 Kameramodelle können in DNG konvertiert werden.

Interoperabilität verschiedener Hersteller
Im Gegensatz zu den proprietären RAW-Formaten der meisten Kameras wird DNG von mehreren Herstellern unterstützt und ist mit einer Vielzahl von Softwareanwendungen lesbar.

Technische Zusammenfassung: Eine DNG-Datei enthält immer die Daten eines Hauptbildes sowie Metadaten und optional mindestens eine JPEG-Vorschau. Sie hat üblicherweise die Dateiendung „.dng“ oder „.DNG“.

Lest noch weiter - noch viel mehr Inhalt und Hintergrund - auf der Wikipedia-Seite: https://en.wikipedia.org/wiki/Digital_Negative


zwei Videos - die ziegen mehr Details und geben Aufschluss : a. DNG vs RAW – What, Why, and should you convert?


Stats:
70000 views :: 2800 likes :: 200 comments



b. Explaining Image File Formats


Stats: 166000 views :: 9200 likes :: 650 comments

Zit: "Image file formats and related concepts explained, including raster vs vector graphics, colour spaces and alpha channels, and bit depth. File formats covered include JPEG, PNG, GIF, TIFF, PSD, RAW, AI, SVG, EPS and PDF."

Ein sehr sehr lohnenswerter Videoclip-von Christopher Barnatt einem echten Experten..... (vgl. https://www.explainingcomputers.com/ )


Wie sehr ihr das - und was macht ihr als Fotografen aus (und mit) dieser Entwicklung ....?

euch allen hier auf dem Nikon-Forum einen schönen Einstieg in die neue Woche.. :) :cool:⛱️
 
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Welche Kameras von welchen Herstellern bieten denn ein vollständig implementiertes DNG Format - in dem alle spezifischen Eigenschaften enthalten sind?

Und: KANN DNG (bzw. Adobe und andere "RAW-Software-Anbieter)" dann wirklich alle diese teils recht spezifischen technischen Eigenschaften perfekt umsetzten?

Das kann durchaus ne endlose Diskussion geben, mir aber egal, ich nutze was halt geht - also NEF mit Nikon...
Und sollte Lightroom mal ein Format nicht mehr schaffen, dann wird es schon ne andere SW geben ;-)
 
1 Kommentar
volkerm
volkerm kommentierte
Ein Beispiel wäre Leica, deren RAW-Format ist von Beginn an DNG.

Ich habe das mit M8/M9 benutzt, als RAW-Konverter hat Leica eine Lizenz für Lightroom bzw. Capture One mitgeliefert.
 
Ricoh GR RAWs sind ebenfalls direkt als DNG implementiert.

Eine Standardisierung hätte Vorteile, wird aber in der Implementation noch ne ganze Weile dauern, selbst wenn das jetzt irgendwo tatsächlich "beschlossene Sache" sein sollte.

In meinem Prozess hat es keine Auswirkungen, ich habe schon mal ein paar Jahre lang auch Nikon RAW Daten als DNG importiert, dann wieder nicht. Hat an der Qualität der Bilder nichts geändert. Manche Hersteller werden sich nicht gerne in die letzten paar proprietären Bits schauen lassen wollen.
 
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hallo und guten Abend, @VisualPursuit, @vollkerm, @MOS2000 und @soulbrother 😊


vorweg: vielen Dank für Eure Beiträge. Das ist klasse, dass ihr geschrieben habt.

Ja - ich teile die vorsichtige Skepsis - und was soll ich sagen. Der Artikel sollte eher referieren - u. Mitteilen als etwas Position pro "Anerkennung" beziehen. Denn ich hab hier ein deutliches Unbehagen.. (siehe unten!). Deshalb hab ich auch oben eher zurückhaltend geschrieben - die ISO oben noch nicht mal groß erwähnt.

Aber: vorweg Das DNG-Format ist von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) als Standard für RAW-Bilder anerkannt worden;
ISO 12234-4:2026(en): Digital imaging — Image storage — Part 4: Digital negative Format: https://www.iso.org/obp/ui/en/#iso:std:iso:12234:-4:ed-1:v1:en

hmm - also ich würde auch sagen: Das käme immer auch erstmal drauf an - was draus wird - was die Kamerahersteller & v.a.-.auch die Fotografen daran interessiert!?

Da sieht man dann ggf. schon was so eine ISO-Anerkennung wert ist: - dass da Adobe federführend die Finger drinne hat - ist für mich nicht akzeptabel:


und kommen wir nun zur Rezeption - die wird m.E. durchaus kritisch gesehen: vgl. a. https://en.wikipedia.org/wiki/Digital_Negative
Reception:
The reaction to DNG has been mixed.[23] A few camera manufacturers stated their intention to use DNG at launch. They first supported DNG about 9 months after launch. Several more niche and minority camera manufacturers added support after this (e.g. Leica). The largest camera manufacturers have apparently never indicated an intention to use DNG (e.g. Nikon and Canon). Some software products supported DNG within 5 months of launch, with many more following. Some only support DNG from cameras writing DNG, or from cameras supported via native raw image formats. OpenRAW was an advocacy and lobby group with the motto "Digital Image Preservation Through Open Documentation". They became opposed to DNG. Some photographic competitions do not accept converted files, and some do not accept DNG


die deutsche Wikipedia - zum Thema: b. https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Negative

DNG als Archivformat
Bisher hat sich DNG nicht als Format für die Langzeitarchivierung durchgesetzt. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft veröffentlichten DFG-Praxisregeln Digitalisierung bezeichnen das DNG-Format ebenso wie die proprietären Rohdatenformate diverser Hersteller als „als Archivformat ungeeignet“. Als problematisch wird gesehen, dass das Format zwar offen, aber durch ein Patent geschützt ist, was in der Zukunft die Implementierung von Dateibetrachtern behindern könnte. Dagegen listet die Library of Congress das DNG-Format auf deren Seite „Recommended Formats Statement“ mit auf. Bereits 2010 wurden Institutionen in den USA beschrieben, die auf DNG als „Masterformat“ gesetzt haben.

Also: Für mich als Open Source-Verfechter ist schon hier im Grunde Feierabend …. Zit: " Als problematisch wird gesehen, dass das Format zwar offen, aber durch ein Patent geschützt ist" o_O

Das reicht - für mich gibts hier Null Verständnis!:confused:

Wie seht ihr das!?

Viele Grüße
😊
 
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Also: Für mich als Open Source-Verfechter ist schon hier im Grunde Feierabend …. Zit: " Als problematisch wird gesehen, dass das Format zwar offen, aber durch ein Patent geschützt ist" o_O

Seltsam, das steht zwar so im Wikipedia-Artikel aber die unter Fußnote [6] verlinkte Quelle gibt diese Aussage nicht her, zumindest finde ich es dort nicht.

Dort steht lediglich dies:
"Auch die unterschiedlichen proprietären RAW-Formate sind nicht zur Sicherung der Bildaufnahme
als Master geeignet, zumal sie oftmals nur mit der dazugehörigen RAW-Software angezeigt
werden können. Ebenso hat sich das plattformübergreifende, kameraunabhängige
Adobe-RAW-Format DNG nicht durchgesetzt und ist somit als Archivformat ungeeignet."


Tatsächlich findet man Lizenzbedingungen zum DNG-Format, aber die lesen sich denkbar offen, was die Nutzung angeht.

Auszug:

"Grant of rights
Subject to the terms below and solely to permit the reading and writing of image files that comply with the DNG Specification, Adobe hereby grants all individuals and organizations the worldwide, royalty-free, nontransferable, nonexclusive right under all Essential Claims to make, have made, use, sell, import, and distribute Compliant Implementations."
 
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D
d-hubs kommentierte
Hi Volkerm
'
Danke! (y)

- (/bin grad aufm Sprung und muss ausm Haus [deshalb nur ganz kurz hier]) vielen Dank für die Notiz - kann sein dass ich hier was falsch gelesen / verknüpft hab. ... Muss später nochmals gucken..
'
danke jedenfalls für deinen Beitrag:)
 
Hallo,
für meine persönlichen Anforderungen kann ich ja machen, was ich will. Doch öffentliche Langzeit-Archivierung stellt andere Fragen. Hier sind Zertifizierungen enorm wichtig. Vielleicht werden Menschen in 200 Jahren unsere Bilder gar nicht mehr anschauen können. Es sei denn, sie wurden auf (haltbarem) Papier in (haltbaren) Farben gedruckt.
 
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Also: Für mich als Open Source-Verfechter ist schon hier im Grunde Feierabend …. Zit: " Als problematisch wird gesehen, dass das Format zwar offen, aber durch ein Patent geschützt ist" o_O

Das reicht - für mich gibts hier Null Verständnis!:confused:

Wie seht ihr das!?
Naja, offensichtlich widersprechen sich hier die deutsche und die englische Variante von Wikipedia:

übersetzt aus dem englischen Beitrag: "DNG basiert auf dem TIFF/EP-Standardformat und erfordert die Verwendung umfangreicher Metadaten. Die Spezifikation des Dateiformats ist offen und unterliegt keinen Schutzrechten oder Patenten."

und im deutschen Eintrag heißt es weiter unten "Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft veröffentlichten DFG-Praxisregeln Digitalisierung bezeichnen das DNG-Format ebenso wie die proprietären Rohdatenformate diverser Hersteller als „als Archivformat ungeeignet“.[6] Als problematisch wird gesehen, dass das Format zwar offen, aber durch ein Patent geschützt ist, was in der Zukunft die Implementierung von Dateibetrachtern behindern könnte."
 
1 Kommentar
D
d-hubs kommentierte
Danke für die Beiträge! Danke Anja - hab ich da was übersehen - oder falsch zusammen gebracht !? ... _ viele Grüße
 
LEICA Kameras liefern DNG - Files.
Lassen sich hervorragend mit Capture One bearbeiten.

Mir ist nicht bekannt, dass sich eine(r) der großen Fotograf:innen jemals über das Format beschwert haben.
 
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Hallo zusammen :)


nochmals vielen Dank für Eure Beiträge. (y)

ich glaub dass es etwas verwirrend war, hier mit gleich zwei Wikipedia-Quellen zu arbeiten - ich hatte tatsächlich im Threadstart - die engl. Wiki-Ressource herangezogen - und diese übersetzt. Später dann - in den Antworten - da hab ich noch die dt. Wiki-Ressource hinzugezogen. Da kam dann auch der Beitrag u. die Erwähnung mit der DFG noch hinzu.

Sorry - wenn das etwas verwirrend - geworden ist. 😊

Also - ich denke ISO-Anerkennung okay - halbwegs wichtig, sie ist m.E. aber kein echter Gamechanger: Die Anerkennung als ISO (12234-4) ist m.E. erstmal ein starkes Signal – vor allem für Archive, Behörden und große Organisationen (hier könnt man an die DFG denken [die positioniert sich aber dann doch eigenwillig - und anders siehe unten]. Und ja: aus diesem Grund hab ich das in den Threadstart noch nicht mit aufgenommen - hab ich die ISO ganz oben noch nicht so erwähnt. Denke, dass die Relevanz von DNG nicht allein von der ISO abhängt.

Wichtiger - jedenfalls in meinen Augen: die Praxis - und m.a.W. also die Rezeption - die halt ich für viel viel wichtiger - ich komm unten nochmals drauf.

In der Praxis entscheiden nicht Normen, sondern Ökosysteme. Und die werden m.E. halt von Herstellern wie Nikon oder Canon geprägt – und die setzen weiterhin auf ihre eigenen RAW-Formate (NEF, CR3 etc.). Das heißt für mich: Solange die großen Hersteller nicht nativ auf DNG umsteigen, bleibt es eher ein „Option-Standard“ als ein echter und voll sich durchsetzender Branchenstandard.

und ja: auch wenn Adobe eine sehr großzügige, royalty-freie Lizenz vergibt, bleibt ein entscheidender Punkt: Es ist kein vollständig freier Standard im Sinne von „ohne jede rechtliche Kontrolle“. Die Spezifikation ist offen, aber nicht unabhängig - jedenfalls nicht so, wie man das - sagen wir jetzt mal zum Beispiel - von der Open-Source-Bewegung her gewohnt ist. Dort sind solcherlei Auseinandersetzungen seit dreißig oder vierzig Jahren - gewohnt - und deshalb hab ich halt hier - sagen wir mal eher hmmm "Bauchschmerzen".

Denn für eine klassische Open-Source-Perspektive (GPL etc.) ist da halt auch so was wie ein strukturelles Risiko das vielle so formuiert ist - sich soausspricht: "Nicht was heute erlaubt ist, sondern was zukünftig eingeschränkt werden könnte."

Derlei Sprechpraxis - und Handlungsweise - die ist in der gesamten Softwarewelt - und insbesondere in der Open Source-Bewegung halt immer ein kritischer Punkt. Ab hier fängt es dann an, interessant zu werden.
Sagen wir mal so: ich seh hier im Grunde weniger ein praktisches Problem heute – aber ein prinzipielles. Was mir ja im Threadstart schon ziemlich wichtig war - wie ists mit der Rezeption [?] - wie mit der Realität am Markt: Und ich denke dass das sich schon auch - anhand der auf den diversen Wiki-Pages nachgezeichneten Geschichte sagen lässt: „gemischt“ wäre m.El. da ja noch freundlich formuliert: Die Rezeption ist seit 20 Jahren erstaunlich konstant:

Software: breite Unterstützung (z. B. Adobe Lightroom, Adobe Photoshop)
Kamerahersteller: sehr zurückhaltend
Fotografen: eher gespalten

Viele nutzen DNG eher als Konvertierungs- oder Archivformat, nicht als Primärformat. Aber - ist nicht die Archivierung nicht genau der Knackepunkt!? Hier wird es ja fast schon paradox:

Pro DNG: dokumentierte Struktur - weniger Reverse Engineering nötig als bei proprietären RAWs
Contra:: geringe reale Verbreitung bei Kameras - Abhängigkeit von Adobe als „De-facto-Gatekeeper“

Ich glaub dass aus genau diesem Grund dann halt auch Institutionen wie die DFG sagt: nicht etabliert = riskant:
Und ja: aus Open-Source-Sicht bleibt ein schaler Beigeschmack, solange ein einzelner Anbieter wie Adobe so zentral beteiligt ist.

euch allen noch einen schönen Tag.

Viele Grüße :)
 
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volkerm
volkerm kommentierte
Hi @d-hubs ,

als jemand der in beiden Welten unterwegs ist, mit ISO-Standards ebenso wie in der Open Source Entwicklung, sehe ich das etwas anders. Die Bedeutung echter Standards kann man mMn gar nicht hoch genug einschätzen und die ISO ist hierbei die Organisation schlechthin.

Unabhängige Spezifikationen nach deiner Vorstellung sind mMn keine Standards, auf die man zuverlässig langfristig bauen kann, in dem Punkt sind wir völlig unterschiedlicher Ansicht. "Branchenüblich" oder in der Community etabliert, sowas ist nicht das Vertrauensniveau eines ISO-Standards.

Leider scheint in deinem Beitrag viel Aktivismus durch, siehe "Abhängigkeit von Adobe als „De-facto-Gatekeeper“. Das ist nun gerade nicht mehr der Fall, wenn es zum ISO-Standard wird/wurde.

Die Positionierung der DFG war vor dieser ISO-Standardisierung und ist ansonsten im deutschen Wikipedia-Artikel mMn auch irreführend mit dem Patentthema verquickt (Quellenangabe), was für mich ebenso nach Aktivismus anstatt sachlicher Diskussion riecht. Die Darstellung im englischsprachigen Beitrag ist deutlicher fundierter.

Wie gesagt, ich bin in beiden Welten unterwegs und würde mir in diesem Fall mehr Sachlichkeit wünschen. Die Bedenken bzgl. Verbreitung sind ein valides Argument.

Viele Grüße
Volker
 
Hallo,

ich möchte das Problem noch einmal aufgreifen. Heute machen alle Hersteller im Prinzip, was sie wollen. Aus verschiedenen Gründen. Doch sind meine PEF in zwanzig Jahren noch von einem Programm lesbar? Viele RAW-Dateien werden umfangreich nachbearbeitet. Heute ist dafür Lightroom das am häufigsten verwendete Werkzeug. Doch wird es Lightroom in zwanzig oder dreißig Jahren noch geben?

Ein Lösungsansatz ist die Standardisierung. Dann sind die technischen Details offengelegt und jeder und jede kann sie (praktisch) nutzen und auf die Inhalte zugreifen. Ein Standard wird von einer Standardisierungsinstanz festgelegt und veröffentlicht. Ein Standard ist danach ein Standard, selbst wenn sich niemand daran hält. DIN A4 bleibt DIN A4, selbst wenn niemand Papier in diesem Format anbietet.

Einen Standard zu nutzen bzw. zu unterstützen bedeutet fast immer Aufwand für den Hersteller. Den wird er erst dann leisten, wenn seine Kunden den Standard auch wollen. Solange die Fotografen nicht danach fragen, wird jeder Hersteller weiter sein Süppchen kochen. Stellt euch das mal im Heizungs- und Sanitärbereich vor ;-)

Eine ganz andere Frage ist die rechtliche Frage. Etwas kann als Standard definiert und offengelegt werden und trotzdem hält jemand ein Recht daran. Das Schneidwerk für Mähdrescher der Firma Claas ist veröffentlicht und in allen Details bekannt. Doch trotzdem darf das nicht jeder und jede nutzen bzw. nachbauen.

Fast überall in der Industrie sind Fragen der Normung bzw. Standardisierung zentrale Fragen. Auch in der IT-Technik. Doch im Verhältnis zu Endkunden spielt das aus nachvollziehbaren Gründen fast keine Rolle. Hauptargument: Standardisierung verhindert technische Innovation. Doch stellt Euch einmal das Internet vor ohne IP-Regeln, HTML, PDF, JPG und MPG usw. Selbst eine schlichte Textdatei folgt einem Standard...

Peter
 
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Hi Volker, hi Peter, 😊

vorweg: Danke für eure beiden Beiträge und für die ausführlichen Antworten.(y)

Vielleicht kann ich meine Perspektive noch etwas genauer erklären.

Ich stimme dir, Volker, zu: ISO-Standards haben einen hohen Stellenwert, gerade wenn es um langfristige Verlässlichkeit geht. Mein Punkt war weniger, ISO abzuwerten, sondern die Frage, ob ein Standard allein die tatsächliche Kontrolle über ein Format verschiebt – vor allem, wenn die Referenzimplementierung weiterhin bei einem einzelnen Unternehmen liegt.

@petergru , du hast das, wie ich finde echt sehr gut ergänzt: ….darauf hinzuweisen, dass ein Standard erst mal technisch offenlegt, wie etwas funktioniert – aber dass das allein noch nicht die praktische Nutzbarkeit sicherstellt. Denn da kommt dann halt doch noch einiges hinzu: zum einen müssen Hersteller den Aufwand treiben, ihn zu unterstützen, und das tun sie oft erst, wenn der Kunde dann halt danach fragt. Und ja (last but not least)... zum anderen kann ein Standard offengelegt sein, aber dennoch durch Patente oder andere Rechte blockiert bleiben – das Beispiel mit dem Mähdrescher-Schneidwerk von Claas hat mich da sehr an die Diskussion um bestimmte ISO-Formate erinnert.

Hmm - bei Adobe und dem ISO-standardisierten Format sehe ich das Problem: Die Spezifikation ist offen, aber wer sie wirklich umsetzen kann, hängt oft von Details ab, die m.E. halt leider nicht vollständig im Standard dokumentiert sind, oder von Patenten, die nicht vollständig eingeräumt wurden.
Kommen wir zur DFG und den diesbezüglichen Aussagen. Hier ists wohl wichtig ganz genau hinzugucken. Denn - es ist ja ziemlich sicher, dass
die DFG-Positionierung vor (!) der ISO-Standardisierung entstanden ist, aber einige der damaligen Punkte (etwa die Abhängigkeit von Adobe für bestimmte Funktionen) sind meines Wissens bis heute noch nicht vollständig aufgelöst - kann mich ja hier aber auch irren. Kann schon sein.

Dass „branchenüblich“ oder aber auch „Community-etabliert“ dann am Ende des Tages dann doch nicht dasselbe Vertrauensniveau wie ein ISO-Standard hat, hmm, das sehe ich grundsätzlich auch so. Allerdings gibt es schon auchn paar Beispiele (und da kann man z. B. eben auch auf Formate kommen wie etwa PNG, OpenDocument), wo offene Prozesse dann am Ende - und jetzt kommts "ohne ISO zu echter langfristiger Stabilität geführt haben. Also - sagen wir ma so: Es kommt für mich halt aufs Ganze gesehen echt stark darauf an, wie der Prozess organisiert ist und ob es dann am Ende des Tages eine echte Unabhängigkeit gibt.

Und nun zur noch zur englischen Wikipedia-Artikel: Da stimme ich dir zu, er ist stellenweise fundierter. Das zeigt aber auch, wie wichtig es ist, solche Themen gründlich aufzubereiten – gerade wenn es um Empfehlungen für öffentlich geförderte Einrichtungen geht.

Danke nomma für eure Beiträge – toll, wenn unterschiedliche Erfahrungen zusammenkommen.
Das macht die Diskussion lebendiger.😊

Viele Grüße
Matze
 
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vor allem, wenn die Referenzimplementierung weiterhin bei einem einzelnen Unternehmen liegt.
Den Einwand verstehe ich nicht, denn der Zweck des neuen ISO-Standards ist doch gerade, dass DNG nach ISO 12234-4:2026 nicht mehr ein Adobe-Standard ist. Die Kontrolle liegt jetzt bei ISO, das ISO DNG-Format ist abschliessend im ISO-Standard festgeschrieben.


Was passieren könnte wären nun Derivate, die vom ISO-Standard abweichen. Das wäre unklug und auch Adobe kann mMn kein Interesse daran haben.

PS: Wer auf obigen Link zum Standard klickt wird feststellen, dass sich die Standardisierungsgremien auch hier die Volltext-Dokumente bezahlen lassen, das ist der unschöne Aspekt daran.
 
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Ich war viele Jahre als Dienstleister in der Industrie unterwegs, da geht je nach Alter der Anlagen der Standard bis zum Lochstreifen herunter. Das ist gar nicht mal SO selten, wie man denkt.
Serielle Schnittstellen gehören immer noch zum Tagesgeschäft, ebenso Bitmap-Dateien.
JPG nutzen wir auch alle noch, ich sehe in der DNG-Verbreitung einen großen Vorteil. Meine Meisterarbeit habe ich damals blöderweise mit Lotus1-2-3 geschrieben (damals der heiße Scheiß..) und zum großen Glück noch als Textdatei + BMP gesichert. Keine Ahnung, ob es überhaupt noch funktionierende Software dazu gibt.
Also sollte man irgendwelche proprietären Sachen auch loslassen, NEF ist für mich im handling genau so schlimm wie ein alter Flachstecker für Siemenshandys aus den 2000ern und bringt faktisch keine Vorteile. Noch ein paar Jahre parallel laufen lassen bis diese Digitalkamera-Generation ausgestorben ist und dann ist alles Paletti. Genau wie der USB-C - Anschluss. Wurde allerhöchste Zeit.
 
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RAW ist, was der Bildsensor direkt ausspuckt. „Native“. Das hängt vom Bildsensor ab, und dessen Hersteller.

Nikon packt das dann in einen Container, addiert 4 oder 5 verschieden große JPGS und die Metadaten und das Ergebnis heisst dann NEF.

In einem weiteren Schritt kann / könnte man dann daraus ein X-beliebiges anderes Format umrechnen. Z.B. TIFF oder DNG.
Das könnte man in der Kamera machen oder hinterher am PC.

Es wird aber kein echtes RAW daraus, weil das ist nicht das, was nativ aus dem Sensor gelesen wird sondern ein Sekundärprodukt.
(Die Umrechnung müsste sich auch auf die Bildrate auswirken, oder bräuchte man mehr Rechenleistung in Bildprocessing.)

Für mich ist DNG uninteressant.

Wenn ich Zweifel an der Langzeitarchivierung von NEF bekomme (eines Tages) kann ich ja anfangen alles in TIFF umzurechnen und das zu archivieren.
 
Wuxi
Wuxi kommentierte

Du bist doch ein kluger Mensch
Manche sagen so, andere sagen so ;)
schade dass du hier so Falschinfos aufsitzt
Es sind ja eher meine eigenen Interpretationen
nur eine Hülle wo die rohen Sensorwerte gespeichert si
Ah, OK, das ist dann anders als ich dachte. Dann muss der RAW Konverter ja doch das jeweilige Kameramodell kennen und dann ist es ja keine…
standardisierte Speicherung
… der RAW Daten sondern nur ein standardisierter Container. Dann werte ich den Nutzen für mich noch geringer.

Klar, Adobe hat was davon. Weniger Arbeit.
 
volkerm
volkerm kommentierte
Der Teil den du richtig verstanden hast: es geht um die standardisierte Speicherung der Sensor-Rohdaten. m*n Pixel mit bestimmter Bittiefe in einem bestimmten Sensorlayout (z.B. Bayerpattern mit quadratischen Einzelpixeln). Das sind rohe Daten, nicht entwickelt, denn das ist wie immer Aufgabe des RAW-Konverters.

Durch die standardisierte Speicherung hat der RAW-Konverter bei DNG verlässlich Zugriff auf die Rohdaten, während z.B. bei NEF ein neues Kameramodell idR erstmal zu nicht lesbaren Daten führt, weil irgendwas am Dateiaufbau geändert wurde. Was die Metadaten wie WB usw. angeht standardisiert ISO-DNG auch, aber da habe ich nicht im Detail reingeschaut.

Vorteil für den Anwender wäre, dass im Zweifelsfall jeder RAW-Konverter die Daten interpretieren kann, der ISO-DNG unterstützt. Da kommt nicht überall das gleiche Bildergebnis raus, so wie heute auch, wenn man dasselbe NEF in NX Studio und Adobe und Capture One entwickelt. Aber die Art der Speicherung der Rohdaten ist bei ISO-DNG eindeutig festgeschrieben.
 
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Wuxi
Wuxi kommentierte

Dann haben wir uns jetzt verständnismäßig angenähert! ;)

Nur nicht in der Bewertung des Nutzens, aber das macht nichts.
 
Wuxi
Wuxi kommentierte

Jetzt aber noch mal Öl ins Feuer:
Was ist mit lossless RAW-Komprimierung?
Und vor allem: was ist mit lossy RAW-Komprimierung?
 
volkerm
volkerm kommentierte


Da bin ich überfragt, ob DNG eine eigene Komprimierung standardisiert. Das ISO-Dokument ist ja leider nicht kostenlos zugänglich.

Komprimierung beim Speichern in NEF ist so'n propriertäres Nikon-Ding. Ich würde erstmal von unkomprimierten Daten ausgehen. Und eben immer mit der Zielsetzung, dass zukünftig das DNG direkt aus der Kamera kommen sollte, wie bei Leica. Also möglichst nicht rekonstruiert aus anderen Formaten, die in deinem Beispiel auch noch verlustbehaftet komprimiert sind. Nur roh ist raw, ohne propriertäre Verwurschtelung in der Kamera. Sonst hätte es den Zweck des standardisierten Rohdatenformates verfehlt.

edit: Es gibt offenbar DNG-Kompression verlustlos + verlustbehaftet bei Adobe DNG. Ob das 1:1 im ISO-Standard übernommen wurde weiß ich nicht. Wichtig wäre auch hier wieder, dass es festgeschrieben und dokumentiert ist, also nicht jeder Hersteller sein eigenes Ding macht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo.

In den Beiträgen taucht mitunter auch der Begriff "Archivierung" auf. Meint dies Bild-/Fotoarchivierung oder Dokumentarchivierung? Im Bereich der Dokumentarchivierung sind jegliche RAW-Formate jedenfalls überhaupt kein Thema, auch DNG nicht. Kenne mich da einigermaßen gut aus, habe beruflich viel mit e-Aktensystemen und Dokumentmanagementsystemen zu tun. Und der aktuelle Standard, und der ist nicht neu, ist immer noch PDF-A, mit oder ohne OCR.

Bezüglich *.dng läßt sich leider sicher sagen, daß es NICHT in der Lage ist, ALLE Raw-Daten, die in den proprietären Raw-Formaten der verschiedenen Kamerahersteller enthalten sind, abzubilden. Wer also in *.raf, *.cr3 oder *.nef fotografiert (mal als Beispiele, es gibt noch weitere), tut gut daran, diese Originale zu behalten. In *.dng zusätzlich zu archivieren, ist wg. besserer Zukunftsfähigkeit (aufgrund der aktuellen ISO-Standardisierung) dennoch kein Fehler. Dürfte aber für den privaten Hobbyfotografen kaum wichtig sein. Für Registraturen und Archive (sofern es dabei auch um Fotos geht) hingegen schon.


Was ich mich trotzdem frage: In welches Format sollte man dann alte Papierfotos, Negative und Dias zukunftssicher scannen? Mein erster Impuls dazu ist unkomprimiertes *.TIFF in 48-Bit, aber stimmt das überhaupt, ist das sinnvoll?

Viele Grüße

von

departure69
 
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3 Kommentare
Wuxi
Wuxi kommentierte
Da wäre natürlich die Frage ob die jeweiligen alten Aufnahmen überhaupt von so viel Farbtiefe profitieren würden, oder ob 8 Bit reichen, da die Dynamik ohnehin dies nicht erreicht.
 
peterkdos
peterkdos kommentierte


Wenn man von Dias, Negativen, Glasplatten scannt lohnt sich das schon.
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
Ich habe meine mit der z7 abfotografiert.
14bit :D
NEF :ROFLMAO:
 
TIFF ist schon eine Art Goldstandard, meine Druckerei meint, dass sie damit die wenigsten Probleme haben. Allerdings ist das auch "nur" ein Container, dessen Daten einem Mindeststandard folgen sollten (ich glaube, Base TIFF oder so in der Art), damit sie sicher gehandled werden können. Ich nutze das auch für wichtige Fotos, freilich mit exorbitanten Dateigrößen.
DNG ist eigentlich einen Schritt weiter.
 
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