Vorab: warum ein weiterer Faden zu den in den letzten Tagen über Deutschland sichtbaren Polarlichtern?
Mir geht es hier um drei Aspekte:
- Wie gut sind Polarlichter sichtbar;
- welchen Einfluss hat die Lichtverschmutzung speziell über Großstädten;
- eine wie starke Bearbeitung ist dem Bild noch zuträglich?
Ich bin auf diesem Gebiet blutigster Anfänger, habe in den letzten Tagen aber ein paar Beobachtungen gemacht, die für andere Anfänger vielleicht doch ganz hilfreich sein könnten. Daher habe ich diese Thema auch in den Bereich "Technik, Tipps und Tricks" eingeordnet.
Die gezeigten Aufnahmen erheben Null Anspruch auf fotografische Qualität. Die Bilder mögen bitte als dokumentarisch angesehen werden.
Kurze Vorgeschichte. Gelegentlich schaue ich auf dieser website vorbei, einfach so, aus allgemeinem Interesse heraus:
https://www.polarlicht-vorhersage.de/
Als ich am 19. Januar draufschaute, lautete die Vorhersage für die Polarlicht-Wahrscheinlichkeit "extrem hoch". Na, geil, denke ich mir, habe ich mit meinen denkbar ungünstigen Bedingungen vielleicht doch mal eine Chance, was zu sehen? Ich wohne im Süden von Berlin, also hat der Blick nach Norden maximale Lichtverschmutzung. Jedenfalls schaue ich gegen Mitternacht aus dem Fenster, und sehe - nichts. Trotzdem baue ich die Kamera auf und mache ein paar Aufnahmen (Objektiv: Voigtländer Nokton 50/1). Darauf ist zu sehen, dass der Bereich über dem Horizont gleichmäßig in grünes Licht getaucht ist. Sollen das Polarlichter sein? Denkbar unspektakulär. Ca. 2 Stunden später mache ich noch eine Testaufnahme; darauf ist das grüne Lich über dem Horizont kaum noch zu sehen. Hm, dann war das 2 Stunden zuvor vermutlich wirklich Polarlicht, aber in keiner Weise sehenswert. Tags darauf lese ich und sehe in der Tagesberichterstattung, dass es offenbar sehr wohl interessantes Polarlicht selbst über Berlin zu sehen gab. Aber anscheinend deutlich früher am Abend; ich habe also das Zeitfenster total verpasst.
Am nächsten Abend lautete die Vorhersage auf der website immer noch "hoch", also denke ich mir, machste noch einen Versuch.
Kurz nach 23 Uhr baue ich die Kamera (Nikon Zf) wieder auf, diesmal mit Weitwinkel drauf (Nikkor Z 20/1.8), man weiß ja nie, vielleicht habe ich am Abend vorher auch nicht die richtige Richtung erwischt.
Mit bloßem Auge sehe ich nur den üblichen Licht-verschmutzten Nachthimmel über Berlin. Die Kamera sieht das so:

4 sec - ISO 100 - Blende 1.8. Foto ohne Bearbeitung, nur die Farbtemperatur manuell auf 3850 K gesetzt, damit der Himmel nicht so schmutzig aussieht.
Man kann erahnen, dass da ein paar farbige Flächen im Himmel sind. Also mal kräftig nacharbeiten:

(Regler in CapureOne: Belichtung +1,7 / Kontrast +45 / Sättigung +45 / Tiefen -10 / Schwarz +40 / Klarheit -8 / Vignettierung +0,5 (nur zum Ausgleich der Objektiv-Vignettierung) / und ein bischen Rauschreduktion)
Das könnten doch Polarlichter sein? Eine Aufnahme eine Viertelstunde später macht die Vermutung zur Gewissheit (gleiche Bearbeitung wie zuvor):

Belichtung identisch, aber mit anderen Paramtern: 2 sec - ISO 200 - Blende 1.8.
Nach wie vor gilt: mit bloßem Auge habe ich nichts davon gesehen. Auf dem Kamera-Monitor konnte man aber schon vor der Aufnahme ganz gut sehen, dass da farbige Bänder im Himmel sind.
(Fortsetzung folgt)
Mir geht es hier um drei Aspekte:
- Wie gut sind Polarlichter sichtbar;
- welchen Einfluss hat die Lichtverschmutzung speziell über Großstädten;
- eine wie starke Bearbeitung ist dem Bild noch zuträglich?
Ich bin auf diesem Gebiet blutigster Anfänger, habe in den letzten Tagen aber ein paar Beobachtungen gemacht, die für andere Anfänger vielleicht doch ganz hilfreich sein könnten. Daher habe ich diese Thema auch in den Bereich "Technik, Tipps und Tricks" eingeordnet.
Die gezeigten Aufnahmen erheben Null Anspruch auf fotografische Qualität. Die Bilder mögen bitte als dokumentarisch angesehen werden.
Kurze Vorgeschichte. Gelegentlich schaue ich auf dieser website vorbei, einfach so, aus allgemeinem Interesse heraus:
https://www.polarlicht-vorhersage.de/
Als ich am 19. Januar draufschaute, lautete die Vorhersage für die Polarlicht-Wahrscheinlichkeit "extrem hoch". Na, geil, denke ich mir, habe ich mit meinen denkbar ungünstigen Bedingungen vielleicht doch mal eine Chance, was zu sehen? Ich wohne im Süden von Berlin, also hat der Blick nach Norden maximale Lichtverschmutzung. Jedenfalls schaue ich gegen Mitternacht aus dem Fenster, und sehe - nichts. Trotzdem baue ich die Kamera auf und mache ein paar Aufnahmen (Objektiv: Voigtländer Nokton 50/1). Darauf ist zu sehen, dass der Bereich über dem Horizont gleichmäßig in grünes Licht getaucht ist. Sollen das Polarlichter sein? Denkbar unspektakulär. Ca. 2 Stunden später mache ich noch eine Testaufnahme; darauf ist das grüne Lich über dem Horizont kaum noch zu sehen. Hm, dann war das 2 Stunden zuvor vermutlich wirklich Polarlicht, aber in keiner Weise sehenswert. Tags darauf lese ich und sehe in der Tagesberichterstattung, dass es offenbar sehr wohl interessantes Polarlicht selbst über Berlin zu sehen gab. Aber anscheinend deutlich früher am Abend; ich habe also das Zeitfenster total verpasst.
Am nächsten Abend lautete die Vorhersage auf der website immer noch "hoch", also denke ich mir, machste noch einen Versuch.
Kurz nach 23 Uhr baue ich die Kamera (Nikon Zf) wieder auf, diesmal mit Weitwinkel drauf (Nikkor Z 20/1.8), man weiß ja nie, vielleicht habe ich am Abend vorher auch nicht die richtige Richtung erwischt.
Mit bloßem Auge sehe ich nur den üblichen Licht-verschmutzten Nachthimmel über Berlin. Die Kamera sieht das so:

4 sec - ISO 100 - Blende 1.8. Foto ohne Bearbeitung, nur die Farbtemperatur manuell auf 3850 K gesetzt, damit der Himmel nicht so schmutzig aussieht.
Man kann erahnen, dass da ein paar farbige Flächen im Himmel sind. Also mal kräftig nacharbeiten:

(Regler in CapureOne: Belichtung +1,7 / Kontrast +45 / Sättigung +45 / Tiefen -10 / Schwarz +40 / Klarheit -8 / Vignettierung +0,5 (nur zum Ausgleich der Objektiv-Vignettierung) / und ein bischen Rauschreduktion)
Das könnten doch Polarlichter sein? Eine Aufnahme eine Viertelstunde später macht die Vermutung zur Gewissheit (gleiche Bearbeitung wie zuvor):

Belichtung identisch, aber mit anderen Paramtern: 2 sec - ISO 200 - Blende 1.8.
Nach wie vor gilt: mit bloßem Auge habe ich nichts davon gesehen. Auf dem Kamera-Monitor konnte man aber schon vor der Aufnahme ganz gut sehen, dass da farbige Bänder im Himmel sind.
(Fortsetzung folgt)




