Es passt eigentlich ganz gut zu einem techniklastigen Forum wie diesem hier, dass das Aufnahmegerät in der Diskussion eine Rolle einnimmt, die Ihm nicht zusteht.
Allein an den Bildern des im Ausgangsthread verlinkten Artikels ist eigentlich sofort klar, dass das Bildaufzeichnungsgerät mehr als ausgereicht hat. Weder die Nonne mit dem Müllcontainer noch der Schlafende auf dem Spielplatz brauchen höhere Auflösung, größeren Dynamikumfang, weniger Rauschen oder einen schnelleren Autofokus. Diese Bilder leben
ausschließlich von der Situation und
überhaupt nicht von der Technik oder der Abbildungsqualität. Und das gilt generell, zumindest für mich persönlich, für kein anderes Genre der Fotografie so sehr wie für die Streetfotografie.
Das scheint uns, die wir Tausende Euros in das nocheinklitzekleinesbisschenbessere Objektiv investieren, um damit oftmals eher belanglose Bilder zu erstellen, zutiefst zu verletzen.
Wie hieß noch einmal das berühmte
Buch vom alten Henri, dem Großmeister der Streetfotografie (ins Deutsche übersetzt)?
a) Der entscheidende Moment
b) Der schnellste Autofokus
c) Die überragende Auflösung
Und, um auf unseren Thread der Streetfotografie zurückzukommen, der ist voll mit überwiegend technisch brillianten Bildern. Und hin und wieder finde
ich auch ein Bild darin interessant. Diese für mich interessanten Bilder zeigen dann irgendeine besondere, komische, skurile oder einmalige Situation, zum Beispiel wie die Nonnen mit den Mülleimern von
@Kay .
Ich war mal Miteigner einer kleinen Galerie.
Wir stellten Bilder eines Schweizer Fotografen aus, der mit dem Zug anreiste.
Zollkontrolle am Grenzübergang.
Zöllner: Was ist da drin?
- Fotos
Zöllner: Die müssen Sie verzollen!
- Nein.
Zöllner: Doch!
(Fotograf packt aus....)
Zöllner: Ach, das ist ja nur Kunst......
.... und ging.