Ich darf kurz darauf hinweisen, wie das innerhalb der kritischen Infrastruktur Und nur dort ist es nach @häuschen nötig, auszunehmen) läuft:Du kannst Dir ja mal überlegen, wieviele Ausnahmen Du machen müsstest, von der allgemeinen Regel, jeder bleibe vier Wochen zuhause.
Im ORF (Österreichischer Rundfunk) gab es in den Wochen des Lockdowns sowohl bei den Readakteuren, Moderatoren als auch bei den - noch wichtiger - Technikern mehere Teams, die jeweils in (freiwilliger!) Isolation innerhalb des ORF-Komplexes lebten. Ja, Feldbetten und externe, kontaktfreie Verpflegung. Ja, Einschränkungen (Wer geht als erste/r ins Bad? etc.). Aber 99%ige Sicherheit, in jedem Fall die Infrastuktur-Aufgaben erfüllen zu können. Ohne groß die Welt "da draußen" zu tangieren. Hat perfekt funktioniert. In keinem der Teams, die jeweils zwei Wochen am Drücker waren, ist ein "Störfall" aufgetreten, also waren die Ersatzteams nur zur Entlastung nötig.
In den beiden Energieunternehmen, aus denen ich Nachrichten habe, lief das fast genauso. Notdienste für regional abgegrenzte Gebiete so zu organisieren? Nicht wirklich ein Problem, oder? Klar: Die einen haben zehn zündende Ideen, andere suchen lieber nach 100 Gründen, warum "das alles" nie funktionieren kann. Die Meschheit wäre schon lange ausgestorben, gäbe es die einen nicht.
So problematisch, wie wir uns das vorstellen, ist es also nicht, einen Lockdown sicher zu gestalten. Temporär selbstverständlich. Ich würde da eine Grenze nach drei Monaten sehen, ab der sich echte Auflösungserscheinungen zeigen würden. Immer klar: Es ist ernst, es geht nicht mehr um Bequemlichkeit. Und dort liegt der Punkt: Es gibt viel zu viele, denen die eigene Bequemlichkeit weit über alles andere geht.

