Coronavirus (war: CP+ 2020 wegen Coronavirus abgesagt)

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Wir haben hier schon öfter über medikamentöse Ansätze mit Hydroxychloroquin gesprochen und eine wegen schwerer unerwünschter Nebenwirkungen abgebrochene brasilianische Studie erwähnt.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA (Food & Drug Administration) warnt nun vor dem Einsatz von Hydroxychloroquin und Chloroquin, nachdem mehrere Meldungen über unerwartete Arzneimittelwirkungen eingingen, darunter Herzmuskelschäden und tödliche Arrhythmien sowie eine Verlängerung des QT-Intervalls. Letzteres insbesondere (und irgendwie logisch) bei gleichzeitiger Gabe anderer Arzneimittel, die ebenfalls das im EKG sichtbare QT-Intervall verlängern können. Das Antibiotikum Azithromycin, das in einigen Studien bei COVID-19-Patienten in Kombination mit Hydroxychloroquin verabreicht wurde, gehört zu dieser Art von Medikamenten.

Vereinfacht gesprochen (korrigiert mich, wenn ich falsch liege) ist das QT-Intervall die Zeitspanne vom Zusammenziehen der Herzventrikel bis zum Entspannen. Das QT-Intervall ist abhängig von der Herzfrequenz. Ich hab mal gelernt, dass Werte über 430 ms bei Männern und 450 ms bei Frauen als gefährlich eingestuft werden und bei jeweils 20ms darüber sind dann alle Alarmzeichen auf rot. Ob diese Grenzwerte heute noch gelten oder verändert wurden, weiß ich nicht.

Hydroxychloroquin und Chloroquin wurden früher zur Malariaprophylaxe und -behandlung eingesetzt. Heutige Anwendungsbereiche sind hauptsächlich rheumatoide Erkrankungen und Lupus erythematodes.

Hier die Warnung der FDA im englischen Original:

Eine Zusammenfassung auf deutsch findet man im Ärzteblatt:
 
4 Kommentare
Klaus Harms
Klaus Harms kommentierte
Ich denke, wir sollten hier generell vorsichtig mit Therapiestudien und medikamentösen Verweisen agieren. Dafür gibt es geeignetere Plattformen und die entsprechende Fachkompetenz.
 
hansolo22
hansolo22 kommentierte
Soweit ich es verstanden habe wurde in China bei einigen wenigen Patienten mit Zytokinsturm also einer Ueberreaktion des Immunsystems das Malariamittel eingesetzt mit sehr maessigem Erfolg.
Chloroquin wird bei Autoimmunpatienten eingesetzt, Lupus, Sjoegren etc. weil es wohl das Immunsystem daempft und dir Symptomatik abschwaecht.
Insofern machte der Ansatz in China durchaus Sinn.
Es wurden auch andere Immunsuppressiva erprobt wie Methotraxat oder IL6 Antikoerper Blocker und auch dort gab es durchaus den einen oder anderen Patienten der davon profitierte soweit ich das las.

Die Reaktion und die Auswirkungen von SARS-COV2 sind aber wohl individuell sehr unterschiedlich so dass ein genereller Ansatz fuer ALLE Patienten anscheinend sehr schwierig ist.

Die Prognose ist aber soweit ich es las je besser je frueher der Patient zum Arzt kommt und bei schwerem Verlauf bereits fruehzeitig behandelt wird.
Genau das ist wohl das Problem in den Laendern mit einer hohen Sterberate.
Insofern koennen wir uns gluecklich schaetzen das unsere Kliniken und Aerzte nicht ausgelastet sind.
 
AnjaC
AnjaC kommentierte
Wenn eine Studie wie die in Brasilien wegen SAEs abgebrochen werden muss, dann ist die Nutzen-Risiko-Bewertung so schlecht, dass der Ansatz von den meisten Pharmaunternehmen nicht weiter unterstützt wird. Man denkt vielleicht nochmal über ein anderes Studiendesign nach, aber es gab ja noch mehr negative Rückmeldungen als nur die eine. Ich halte den Ansatz für gescheitert. Jedenfalls jetzt, unter dem gegenwärtigen Zeitdruck, wird man nun eher andere Medikamente in den Blick nehmen.
 
hansolo22
hansolo22 kommentierte

So ist es wohl.
Aber allzu viele Kandidaten gibts nicht.
Auch Remdesivir hat wohl enttäuscht soweit ich las - besonders bei den schweren Verläufen - lediglich im Fruehstadium zeigten sich wohl gute Erfolge.
 
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Die Faelle in Suedkorea sind zweifelhaft.
Von Drosten gab es hier eine recht klare Einschätzung ...
Am Ende der Infektion wird die Virusmenge so gering, dass ein Nachweis leicht negativ ausfällt, auch mehrmals. Und nach eienr gewissen Zeit dennoch - schon rein statistisch - ggfs. wieder positiv. Das hätten sie in ihrem Labor "dauernd" erlebt, aber da kein Aufhebens drum gemacht, da ja die Laborerfahrung einen lehre, wie man das einzuordnen habe. Die asiatische Kultur sei aber ggfs. regelorientierter, was auch seine Vorteile habem und dann werden die negativen Ergebnisse berichtet. Und später auch die Wieder-Positiven, ohne viel Interpretation. Als reine Fakten. Das Problem seien ggfs. die Medien, die solche Aussagen nicht zu positionieren wüssten.
 
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Kommentar
Leider kann man mit dieser Info wenig anfangen, da weder Dosierungen noch Behandlungsdauer erwähnt werden. Da Chloroquin ein Gift ist, wäre das schon sehr wesentlich gewesen ...
Die Links zu den bisher veröffentlichten Studien findest Du in dem verlinkten deutschen Artikel vom Ärzteblatt, es sind glaube ich drei insgesamt. Da sollten Dauer und Dosen erwähnt werden. Die FDA warnt aufgrund der Ergebnisse generell vor dem Einsatz bei COVID-19, vermutlich auch unter dem Eindruck, dass es nach der "lobenden Erwähnung" von Trump unkontrollierte Selbstmedikationen in den USA mit Todesfolge gegeben haben soll.
 
1 Kommentar
falconeye
falconeye kommentierte
Ich kenne Dosen und Dauer der Anwendungen in Asien. Was fehlt, ist eine Angabe der FDA zu Anzahl, Dosen und Dauer bei den kritischen Fällen bzw, Tidesfällen in ihrer Datenbank. Das wöre die einzige echte Information gewesen, die aber komplett fehlt. Da es sich wohl um Fälle von Selbstmedikation handelte, ist die Info so schlicht wertlos. Ein paar Amerikaner haben sich mit Chloroquin vergiftet ... und das soll eine Info sein? In einem Land, dessen Präsident das Injizieren von Desinfektionsmitteln erwägenswert findet? Die FDA mekdet sicher bald Fälle in ihrer Datenbank von injizierten Desinfektionsmittelkomplikationen. Aber ob wir das deshalb hier in Europa wissen müssen?
 
:Coronavirus:

Maske benutzen - aber richtig

Im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften müssen wir ab heute (27.04.) alle Masken tragen.
Dazu gab es noch einige Fragen, die wir Dr. Frank-Albert Pitten gestellt haben. Er ist Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin und Geschäftsführer des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektionskontrolle in Gießen.

1. Wohin mit der Maske, wenn ich sie nicht trage?
Es ist nicht schlimm, die Maske für kürzere Zeit in der Handtasche zu transportieren oder auf den Beifahrersitz im Auto zu legen, sagt Dr. Pitten.
Sicherer ist es aber, sie in einem luftdichten Mehrwegbehälter oder einer Tüte zu transportieren.

2. Muss ich die Maske wirklich jeden Tag waschen?
Wenn die Maske täglich genutzt wird, sollte sie auch täglich gewaschen werden, sagt Dr. Pitten.
Entweder (zusammen mit anderer Wäsche) mit Vollwaschmittel auf mindestens 60 Grad waschen oder 5 Minuten in einem Topf mit Wasser abkochen.

3. Wieso darf ich die Maske während des Tragens nicht anfassen?
Die Außenseite der Maske kann mit Viren oder Bakterien kontaminiert sein. Diese kann ich mit meiner Hand entweder in meinem Gesicht oder auf Flächen verteilen, wenn ich die Maske anfasse. Ziehe ich die Maske dann sogar noch über das Kinn, kann auch die Innenseite mit Erregern kontaminiert werden und die Gefahr einer Schmierinfektion steigt. (Quelle: RKI; Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Quelle: hessenschau auf FB
 
Kommentar
Leider ist auch das Corona, übelste Kampagnen und Hetze bis hin zu Morddrohungen gegen Christian Drosten.
Ich kommentiere das nicht, bin aber der Meinung, dass der nicht völlig der Dummheit und Idiotie ergebene Teil unserer Gesellschaft derartigen Machenschaften kompromisslos, mit aller Härte und vehement entgegentreten muss.

Quelle: Wir im Landkreis Birkenfeld GEGEN RECHTS / Fokus und andere
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Sedlitzer
Sedlitzer kommentierte
Mich wundert, das die Leute vom Fratzenbuch solche Gruppen gewähren lassen.
 
Gianni33
Gianni33 kommentierte
So, wie sich das Corona-Virus deutschland- und weltweit ausbreitet, breiten sich auch Dummheit, Desinformation und Hass deutschland- und weltweit in den (a)sozialen Medien aus.
Neben vielem Guten, das das Internet gebracht hat, ist leider auch das Stammtischniveau ins Gigantische gewachsen.
 
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falconeye
falconeye kommentierte
Warum sind die Mitglieder der Gruppe, bzw. die Poster, geschwärzt? Auf FB ist dich niemand anonym und bei einer Hetzjagd auf eine bekannte Person schon gleich gar nicht. Solcher Sumpf gedeiht nur im Verborgenen bzw, Schutz der Anonymität.
 
AnjaC
AnjaC kommentierte
@falconeye Da hast Du recht - und trotzdem bist Du gut beraten, wenn Du solche Screenshots, offenbar aus einer FB-Gruppe, veröffentlichst, die Namen zu schwärzen. Aus einer anderen Begebenheit kann ich Dir berichten, dass ich den Namen eines inzwischen (nach 9 Monaten) rechtskräftig verurteilten Straftäters bis zum Abschluss des Verfahrens nicht öffentlich nennen durfte, weil das Verleumdung gewesen wäre. Dabei war die Faktenlage klar und es wäre imho wichtig gewesen, andere potentielle Opfer zu warnen bzw. zu finden und ihnen Mut zu machen, ebenfalls Anzeige zu erstatten.....
 
Klaus Harms
Klaus Harms kommentierte
Auch wenn Hetze im Internet - endlich - ein Straftatbestand ist, gilt auch hier die Unschuldsvermutung bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung.
 
2. Muss ich die Maske wirklich jeden Tag waschen?
Wenn die Maske täglich genutzt wird, sollte sie auch täglich gewaschen werden, sagt Dr. Pitten.
Entweder (zusammen mit anderer Wäsche) mit Vollwaschmittel auf mindestens 60 Grad waschen oder 5 Minuten in einem Topf mit Wasser abkochen.
Hierzu habe ich eine Frage.
Es wird immer gesagt, dass man seine Hände durch gründliches Waschen mit Seife und warmen Wasser gut virenfrei bekommen kann.
Das müsste doch dann genauso gut mit den Masken funktionieren.
Also meine Hände wasche ich jedenfalls nicht mit mindestens 60 Grad heißem Wasser, geschweige denn mit kochendem Wasser:eek:.
 
3 Kommentare
Gianni33
Gianni33 kommentierte
Da ich beim Waschen in der Waschmaschine bei 60 Grad kein Waschpulver, sondern Flüssigwaschmittel verwende, füge ich zur Sicherheit noch einen Schuss Sagrotan hinzu. Ich bin lieber etwas vorsichtiger bei allen Maßnahmen, die ich gegen eine Infektion mit dem Corona-Virus treffe.
Auch statt die Hände nur zu waschen, verwende ich im Anschluss an bestimmte Tätigkeiten sicherheitshalber ein Handdesinfektionsmittel.
 
Zuletzt bearbeitet:
AnjaC
AnjaC kommentierte
Deine Haut ist schon was anderes als ein Baumwollstoff. Deine einen Tag getragenen Hemden oder -Shirts wäschst Du ja auch nicht unter fließendem Wasser 30 Sekunden lang und sie sind wieder schick.
 
hansolo22
hansolo22 kommentierte
Sagrotan in der Waschmaschine ist ueberfluessig, waschen beseitigt Viren, die Detergenzien reichen locker zusammen mit der mechanischen Einwirkung.
Auch eine Desinfektion zu Hause ohne Kontakt mit potentiell gefaehrlichen Oberflaechen ist IMHO unnoetig.
Die Lebensmittel welche ich anfasse sind bereits Tage wenn nicht Wochen bei mir zu Hause und damit nicht mehr infektionsfaehig.
 
Es gibt scheinbar unterschiedliche Meinungen, welche Strategie man bei covid-19 fahren sollte, weshalb dann in Unkenntnis des vom Verfasser geteilten Ansatzes unverständliche Reaktionen resultieren.
Vielleicht können sich ja mal einige der hier vertretenen Sachkundigen äußern und ihre Stellung - die sie vermutlich irgendwo in den Untiefen dieses Threads schon mal kund getan haben, in komprimierter Form wiedergeben?
Wenn ich es richtig sehe, gibt es grob gesprochen 3 verschiedene Herangehensweisen in der politischen Entscheidungsbildung, die sich auch hier im Forum teilweise wiederspiegeln.
1:
Man setzt auf schnelle Herdenimmunität, damit man rasch durch ist. Leider kommt dann das, was ich unter 2: beschrieben habe.
Dieser Ansatz wird hier m.E. gar nicht vertreten, wenn doch, dann kann ich damit leben.
Dass aktuell die Herdenimmunität und deren Erreichbarkeit noch nicht bewiesen werden kann, hat ja auch mit der kurzen Erfahrung zu diesem Virus zu tun, und heisst ja keineswegs im Umkehrschluss , dass sie wohl gar nicht eintreten wird. Die meisten Virologen gehen schon von einer wirksamen Immunität aus, über deren Dauer man eben noch nichts sagen kann. Versuche am Affen haben eine sichere Immunität auch bei maximaler Virenlast gezeigt. die Quelle weiss ich jetzt nicht mehr, hat für uns Menschen ja auch nur eine bedingte Aussagekraft.
2:
Man sagt, 1: geht nachgewiesener Maßen nicht, da dann alle - auch das deutsche Gesundheitssystem - rasch kollabieren und großes Leid und unnötige Triagetote das Ergebnis sind.
Als Konsequenz werden bedingunglose harte Hygienemaßnahmen gefordert, die man erst ab einer meist nicht benannten Zahl von maximal verkraftbaren Neuinfektionen lockern darf, der jetzige Status wird mehr oder weniger deutlich als noch nicht reif genug dafür erachtet.
Die Bedeutung der R Zahl und der Verdoppelungszeit, die zumindest von der Regierung in der Vergangenheit als wesentlich genannt wurden, wird nicht als ausreichend relevant oder sicher angesehen, so dass bis auf unbestimmte Zeit die Kontakteinschränkungen von Gesetze wegen vom Staat ausgesprochen und durchgesetzt werden müssen.
3:
Kompromissvorschlag, der mir am realistischsten scheint:
Bei Variante 2: vermisse ich Aussagen dazu, wie denn unter den genannten Bedingungen eine ausreichende Immunität in einem vertretbaren Zeitraum eintreten wird? Ich glaube nicht, dass man den jetztigen Grad der sozialen Distanz inklusive vorgeschiebener Gesichtsmasken für alle auf mehrere Jahre ausdehnen kann, was man aber zweifellos müßte, wenn Neuinfektionen ganz klein gehalten werden sollen.
Auch glaube ich nicht, dass das notwendig ist. Ja das ist sogar dann kontraproduktiv, wenn es die Alternative der gelenkten Immunisierung durch vorsichtige Freigabe der Kontaktmöglichkeiten gibt.
Konkret geht es überwiegend um den Schutz der Alten, meine entsprechenden Äußerungen dazu brauche ich nicht zu wiederholen.
Die jüngeren werden und müssen zwangsweise den Schutzwall bilden, da sie die Freizeitaktiven sind. Grossveranstaltungen, Disco/ClubBesuche, die braucht es nicht gleich zu geben . Aber Biergartenbesuche, wenn die Tische im Sicherheitsabstand aufgestellt sind, wird man wohl kaum für den ganzen Sommer verbieten können. Auch Restaurantbesuche mit Sicherheitsabstand. Bei Golf oder Tennis sehe ich auch keine Probleme, die Unkleideräume und Duschen müssen eben geschlossen bleiben, Gastronomiebetriebe müssen sich auch dort (Vereinsheime) an die gültigen Vorgaben halten. Ziel wäre, die Durchseuchung der Bevölkerung so zu steuern, dass eben unser Gesundheitswesen (auch ambulante Versorgung und Gesundheitsämter gehören dazu) nicht überfordert wird. Ebenso gehören Testkapazitäten dazu, auch eine freiwillige dezentrale Corona App die ich sinnvol finde. Im Bekanntenkreis stehe ich da allerdings sehr einsam da.
Aber je schneller wir Immunität erlangen, ich rechne mit mindestens 2 Jahren, um so eher können wir wieder an einen normalen Alltag denken.
Da das ganz wesentlich auf eine hohe logistische Belastung hinausläuft, muss hier so gut es geht, nachgebessert werden. Teilweise läuft das ja wohl schon an
Da ich auch angepeilte 2 Jahre eher für optimistisch halte (wobei ich mich gerne eines Besseren belehren lasse), wäre natürlich eine Impfmöglichkeit die perfekte Ergänzung zur veranwortungsbewusst zugelassenen Durchseuchung, wie ich sie angedeutet habe.

Hier im Forum sind nach meiner Wahrnehmung mehr für Methode 2: alles, alles tun um die Ansteckung zu verhindern, bis Rettung durch Impfung und Medikamente kommt. Nicht immer bin ich sicher, ob den Betroffenen die zu erwartenden Zeitspannen klar sind?
Manch einer glaubt offenkundig, jetzt noch ein paar strenge Monate und dann haben wir es geschafft und alles ist wie früher.
Andere sehen in mehrjährigen freiwilligen häuslichen Quarantäneverhältnissen scheinbar kein großes Problem?
Würde mich freuen, wenn Angesprochene sich hier sachlich äußern und bitte auf Diffamierungen verzichten könnten.
 
Kommentar
@Anja hat mich wie folgt zitiert:
mfey schrieb:
Andere sind erst dann gefährdet, wenn schlüssig belegt werden kann, dass bei der dadurch begünstigten Ausbreitung der Infektion, die sich ohnehin immer weiter ausbreiten wird, eine Erkrankungshäufigkeit erreicht wird, welche unser Gesundheitssystem überfordert.
>>Das macht mir ein bisschen Bauchschmerzen. Eine Gefährdung besteht doch nicht nur dann, wenn das Gesundheitssystem überlastet ist. Ich würde mich sehr freuen, wenn unser Gesundheitssystem gar nicht erst überlastet wird und wir schwere Verläufe, die hospitalisiert werden müssen, weitestgehend vermeiden können. Ich kann doch (Überlastung oder nicht) einem Schwererkrankten oder einem Genesenen mit bleibenden Schäden oder den Angehörigen von Verstorbenen nicht sagen, dass sie so rein statistisch gesehen bei der Ansteckung gar nicht gefährdet waren.<<

Aus meiner Sicht machst du da einen logischen Fehler oder gehst von ganz anderen Annahmen aus als ich?
Erstens habe ich nicht gesagt, dass man statistisch nicht gefährdet ist und wenn dann doch jemand schwer erkrankt oder stirbt, dann habe ich mich eben getäuscht, sondern das Gegenteil ist richtig: jeder hat ein statistisches Kontaktrisiko, dass von seinem Kontaktprofil abhängt, und ist dann eben früher oder später infiziert.
Der Prozess kann in Deutschland insgesamt erst bei 50-60 Millionen Infizierter ähnlich blande verlaufen wie eine saisonale Grippe. Das ist das Kernproblem.
Nein, ich sage lediglich: nicht der Restaurantbesucher bringt jemand anders in Gefahr, sondern das Virus. Das Risiko zu erkranken und daran zu sterben kann zwar durch Eindämmung der Infektion vorübergehend auf einen größeren Zeitraum gestreckt werden, die Erkrankungen und Todesfälle treten in längeren Zeiräumen auf, aber die Gesamtzahl der Toten bis die Epidemie durch Immunität gestoppt ist, wird sich auf absehbare Zeit nicht ändern, egal was wir machen, solange jeder behandlungsbedürftige Infizierte auf ausreichende Behandlungskapazitäten trifft.
Das Risiko, zu einem bestimmten Zeitpunkt angesteckt zu werden ist daher in der Gesamtbetrachtung und auch auf den Einzelfall bezogen eher sekundär.
Primär geht es um die Eigenschaften des Erregers und bei fehlenden Behandlungsmöglichkeiten um die Letalität.
Der Erreger ist offenkundig leicht zu verbreiten und bei fehlenden Gegenmaßnahmen (Kontakteinschränkungen) verbreitet er sich explosionsartig schnell, so dass vorhandene Behandlungskapazitäten nicht ausreichen.
Deshalb betone ich das immer.
Wenn die Behandlungskapazitäten ausreichen ist die Gesamtzahl der Toten am Ende der Epidemie (nach erreichter Durchseuchung) nicht durch unverantwortliche Menschen - Restaurantbesucher - verursacht sondern durch biologischen Eigenschaften diese Virus, das offenkundig mit deutlich höherer Letalität vernüpft ist als bereits bekannte oder gängige Virustypen

Ich halte es für ausgeschlossen, dass wir die Verbreitung des Virus durch soziale Distanz und Hygieneregeln auf Dauer stoppen können, so dass das Virus dann quasi ausgestoben wäre. Es wird bis zur maximalen Durchseuchung weitergehen.
Das war nach meinem Eindruck bislang unter den Virologen Konsens.
Deshalb auf der einen Seite je schneller, desto besser. Auf der anderen Seite kommt die Einschränkung: Nur wenn ausreichende Kapazitäten in Diagnostik und Therapie nachjustiert werden können. Sonst bleiben eben Kontakteinschränkungen essentiell.
 
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Kommentar
Vielleicht können sich ja mal einige der hier vertretenen Sachkundigen äußern und ihre Stellung - die sie vermutlich irgendwo in den Untiefen dieses Threads schon mal kund getan haben, in komprimierter Form wiedergeben?
Ich kann hier nur meine persönliche Meinung wiedergeben und da bin ich aus Prinzip Fatalist:

1. Möglichst schnelle Durchseuchung: ok, kann man machen.
2. Kontrollierte Durchseuchung: Schwachsinn.
3. Kontrollierte Entseuchung: ok, kann man machen. Mein Favorit.

Kurzbegründung:

1. geht, ist aber womöglich für die Wirtschaft teurer als Option 3. Denn die Bevölkerung wird aufgrund schrecklichster Bilder in Panik geraten und R0 wird nur knapp über 1 liegen, trotz täglich tausender Toter über Monate. Im Ergebnis brechen die Umsätze dann auch weg.

2. geht im wesentlichen nicht, da man R0 nicht so genau feinjustieren kann. Stattdessen käme es zu ständigen Lockerungen und neuen Lockdowns, katastrophal.

3. geht recht gut. Bei hohen Fallzahlen über ca. 250 pro Tag muss man Eingriffe, bzw. einen Lockdown, verkraften. Je geringer die Fallzahl, desto softer und kürzer der Lockdown. Vgl. Spanien (Hausarrest) vs. Deutschland (Kontaktbeschränkung). Unterhalb von 250 Fällen reichen die Kapazitäten der Gesundheitsämter für eine Eindämmung per Kontakttracing, das ist die billigste Methode für die Wirtschaft (die Hauptkosten hier sind der grenzüberschreitende Verkehr, der in Quarantäne muss). Weitere Kosten sind Veranstaltungen über 50 Teilnehmer und Clubs/Parties/Ferntourismus, unangenehm die Maskenpflicht. Der Rest könnte aber wieder laufen.

Könnte 3. weltweit durchgezogen werden, könnte der Virus ausgemerzt werden, auch ohne Impfstoff. Aber leider bringen nur wenige Länder die Voraussetzungen mit, schon der Bible Belt der USA lässt verzweifeln.

Option 1 wäre für die Wirtschaft am billigsten, wenn die Leute nicht aus Angst selber in Isolation gingen, spätestens sobald Freunde und Nachbarn versterben. Aber so würde sich das über Monate hinziehen und extrem teuer werden. Immer noch billiger als Option 3 ohne Impfstoff. Aber den wird es geben, davon gehe ich aus.

Option 2 blende ich inzwischen aus, nachdem klar ist, dass 97% der Intubierten aus der vulnerablen Gruppe sterben. Das kann man sich also fast sparen, und dann kommt es auch nicht mehr so auf die Intensivbetten an. Ausserdem ist dirse Option teuer und nicht steuerbar.

Deshalb verfolge ich auch fassungslos, wie zwischen den Interessen der Wirtschaft und der Gesundheit abgewogen wird. Niemand fragt sich, ob die zu optimierende Funktion hier überhaupt einen freien Parameter hat. Hat sie nämlich nicht.
 
4 Kommentare
mfey
mfey kommentierte
Deine Stellungnahme ist klar, damit kann ich was anfangen.
Fragen stellen sich dennoch:
Wie kommst du zu der Zahl von 250 Neuinfektionen pro Tag sind die Obergrenze, denn das ist eine ganz wichtige Zahl, die ich so bislang noch nicht gehört habe.
Die Sterblichkeit der beatmeten vulnerablen Guppe, wer ist das? Die Gesamtsterblichkeit wird meistens bei 30-50% angegeben, je nach Alter und Komorbidität.
Deshalb ja auch meine Forderung die Alten besser zu schützen.
Wie würde das öffentliche Leben aussehen, wenn deine Vorschläge umgesetzt werden?
Maskenpflicht bis ein Impfstoff kommt oder ein Medikament, also eventuell viele viele Jahre?
Genauso lange auch die Vermeidung von Umarmungen und Begrüßungen im Verwandten- und Bekanntenkreis?
Ich meine das ganz Ernst, ich glaube die meisten Menschen würden das nicht aushalten, weshalb ich immer noch bei Variante 2 bin, auch wenn sie schwer steuerbar ist.
Dann muss man alles daran setzen, sie steuerbar zu machen, durch Vergrößerung der Kapazitäten, denn Variante 3, keine Herdenimmunität anstreben sondern die Erkrankung durch veränderters Sozialverhalten weitgehend ausrotten, kann ich mir ehrlich gesagt nur schlecht vorstellen, vielleicht hast du da ein paar Links, denn wenn man das rasch und dauerhaft hinbekommen könnte, wäre das die angenehmere Version.
 
luckyshot
luckyshot kommentierte
@mfey - Bei Variante 2. ist alleine schon der Zeitfaktor ein Killerargument.
Nehmen wir mal großzügig an, wir hätten eine Dunkelziffer von Faktor 5, dann hätten wir jetzt nach 2 Monaten gerade mal 1% der deutschen Bevölkerung “durchseucht“.
Nehmen wir weiter an, es gelingt, mit fein abgestimmten Einschränkungen und einem ständigen up & down von Lockerungen, die Zahl der Infizierten genau an dem Maximum zu halten, an dem die Lage in den Krankenhäusern noch beherrschbar bleibt und nehmen wir an, wir kommen damit doppelt so schnell “voran“, wie jetzt...
Wir müssten 60 Monate oder 5 Jahre so weitermachen... No way...
 
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mfey
mfey kommentierte
Bei Deiner Variante ist die Zeit ja noch viel problematischer, wenn also das Virus erst nach Durchseuchung aufgibt, dann dauert es ja noch länger!
Aktuell wird erst eine Durchseuchung von 2,5 % angenommen.
Welcher Experte vertritt denn die Meinung, dass wir ganz ohne Immunität über die Runden kommen, was ja Grundlage deiner Thesen wäre?
Eine verantwortliche Durchseuchung muss nicht ein ständiges Lockern und dann wieder totale Restriktionen nach sich ziehen, es gibt immer einen goldenen Mittelweg, z.B. eine stufenweise Lockerung, was ja faktisch nun auch geschehen ist.
Die Restriktionen, die wir jetzt haben, kann man doch nicht jahrelang fortsetzen. Wenn man sie dann bei fehlender Immunisierung lockert, droht erst recht die perfekte Katastrophe, weshalb man sich über einen sinnvollen erreichbaren Grad der Durchseuchung schon unterhalten muss.
Nun am Ende zählen die Ergebnisse. Bin auf Schweden gespannt.
 
hansolo22
hansolo22 kommentierte
Taiwan hat recht gut gezeigt wie man das Virus mit sofortigen schnellen und konsequenten Massnahmen austrocknet.
Um die 400 Faelle, 6 Tote und Schluss ist.
Es geht also.
In allen Laendern in denen man gezoegert hat - auch bei uns - ist es heute so das wir ein enorm hohes Plateau haben von dem wir runterkommen wollen.
Das haette es nicht gebraucht - wenn man von Anfang an richtig und konsequent gehandelt haette koennten wir heute bereits wieder die Wirtschaft hoch fahren.

Mein Fazit - je spaeter und inkonsequenter gehandelt wird und wurde desto laenger die Massnahmen und desto mehr Tote.
 
1. geht, ist aber womöglich für die Wirtschaft teurer als Option 3.

Gibt es dazu Quellen, die das durchgerechnet haben, oder ist das Deine Meinung?

2. geht im wesentlichen nicht, da man R0 nicht so genau feinjustieren kann. Stattdessen käme es zu ständigen Lockerungen und neuen Lockdowns, katastrophal.

Ich befürchte nur, dass genau das in Deutschland ablaufen wird. Die Bevölkerung hat bisher noch nicht das "social distancing" flächendeckend verinnerlicht. Es gibt Ignorante, Dumme und derzeit auch religiös Dominierte. Die Politik hat viel zu früh die Maßnahmen gelockert. Deutschland lag im Bereich von 1500 Neuinfizierten täglich in der letzten Woche. Also weit entfernt von niedrigen 3 stelligen Infizierten über mehrere Tage hinweg.
Mitte Mai haben wir wieder Infektionszahlen von rund 2000/d. Da ist nichts mit Infektionsketten identifizieren und gezieltes Containment.

Macht euch nichts vor, die letzten 8 Wochen hätte man dafür nutzen müssen, die Bevölkerung aufzuklären, gezielt zu trainieren und sinnvolle Maßnahmen zu implementieren. Die Automatismen müssten jetzt verinnerlicht sein. Die Zeit wurde leider nicht effektiv genutzt. Derzeit befindet sich Deutschland in einer "ungewollten" unkontrollierten Durchseuchung.

3. geht recht gut.

Ja in Hong Kong sieht man, dass es geht. Dafür braucht man allerdings eine Bevölkerung, die sich selbst proaktiv schützt. Risikogruppen schützen sich selbst und selbstständig deutlich stärker. Das läuft ohne massive staatliche Eingriffe in die Grundrechte ab. Damit das funktioniert, braucht man aber einen bestimmten Reifegrad in der Gesellschaft.

…. ohne Impfstoff. Aber den wird es geben, davon gehe ich aus.

Ja, irgendwann wird es den Impfstoff wohl geben. Aber gehen wir mal von einem mittleren Zeithorizont von 30 Monaten aus. Dafür würde ich gerne mal ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Szenario hören. Realistisch auf die Menschen, die jetzt in Deutschland leben, zugeschnitten.

Ich kann Deinen "theoretischen Alternativbetrachtungen" gut folgen. Abstrakt für eine fiktive Gesellschaft sind wir schnell beieinander. Jetzt aber mal konkret auf Deutschland Ende April 2020 bezogen:

1) Da hast Du politisches Personal, welches ich für unterdurchschnittlich qualifiziert und wenig kompetent halte.
2) Da hast Du eine Bevölkerung, die den Nanny-Staat gewöhnt ist und kaum noch Eigeninitiative hat und Selbstschutz umsetzten kann.
3) Da hast Du eine Gesellschaft, die in der Illusion "Gleichheit" lebt und nicht akzeptieren will, dass die Einschränkungen für Risikogruppen und Wenig-Gefährdete unterschiedlich sind.
4) Da hast Du größere Bevölkerungsgruppen, deren religiöse Vorstellungen wichtiger sind als Lockdown Maßnahmen. - Gehe dieser Tage (im Ramadan) mal zu einer Ditib-Moschee und schaue Dir dort die Abstandsregeln, Maskenpflicht, etc. an. Abends gibts dann das Fastenbrechen in der Großfamilie. Da sind die SchuPos aber kaum im Einsatz. Und Covid freut sich über viele neue "Wirte".

Es läuft derzeit alles auf eine wenig kontrollierte Variante 2 in Deutschland (wie wohl auch in vielen anderen Ländern Westeuropas) hinaus.

(Hinweis: Dieser Kommentar ist überwiegend meine Meinung/Einschätzung auf die theoretischen Alternativbetrachtungen von @falconeye).
 
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HaDiDi
HaDiDi kommentierte
Ich bin völlig liberal, mein Leben lang FDP Wähler, bin aufgeklärt mit Nähe zur gbs https://www.giordano-bruno-stiftung.de/leitbild, die meisten meiner Bekannten sind außereuropäisch, ich lebe seit über 20 Jahren in Asien und passe mich an die Gepflogenheiten meinest Gastlandes an. Meine Beispiele sind durch Zeitungsmeldungen belegt, also wohl Realität. Wenn irgendwelche Vollpfosten Realitätsverweigerer sind und mich in eine Ecke stellen wollen, muss mich das dann wirklich stören? Da stehe ich drüber.
 
falconeye
falconeye kommentierte
> Gibt es dazu Quellen, die das durchgerechnet haben, oder ist das Deine Meinung?
Ich hatte zu Beginn geschrieben, dass es sich um meine persönliche Meinung handelt. Die basiert natürlich auf Quellen, vor allem zur Spanischen Grippe und dem Verhalten in Schweden und DE vor dem Lockdown. Oder jetzt Brasilien.

Es ist für die Wirtschaft oft günstiger, eine Naturkatastrophe aktiv zu bekämpfen statt nur ihre Folgen. Z.B. Dämme zu bauen, auch wenn sie zunächst viel Geld kosten. Das muss man im Detail rechnen. Ein Lockdown ist wie ein Damm. Der aber nix nutzt, wenn er überflutet wird. Im Falle von Covid sagen meine eigenen Abschätzungen, dass 2 am teuersten, 3 am billigsten ist.
 
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falconeye
falconeye kommentierte
Die Zahl 250 pro Tag, oder besser 2 neue Fälle pro Woche auf 100,000 entspricht in etwa der Kapazität, ab der die Effizienz der Fallverfolgung der Gesundheitsämter nachlässt. Aber nur mit maximaler Effizienz über ca. 4 Tage kann man einen Fall containen.

Ich wäre deshalb auch für Bundesland-abhängige Schwellwerte für Neue Fälle pro Woche, unter denen jeweils neue Lockerungen in Kraft treten können. Auch als Motivation für alle ... Viele Kreise im Osten liegen schon unter 2 (neue Fälle pro Woche), in Bayern liegen viele noch über 20. Das RKI hat eine Karte mit genau dieser Maßzahl.
 
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HaDiDi
HaDiDi kommentierte
Auf Regionen runtergebrochene Ziele wären sicherlich sinnvoll. Mal sehen, ob und wann das umgesetzt wird.
 
luckyshot
luckyshot kommentierte
... Ich wäre deshalb auch für Bundesland-abhängige Schwellwerte...

Es ist für mich ohnehin nicht nachvollziehbar, warum immer wieder versucht wird, bundesweite Kompromisse zu finden.
Bayern hat über 40.000 gemeldete (rund 10.000 aktive) Fälle, Mecklenburg-Vorpommern 675 bei 600 genesenen (rund 50 aktive) .
Da kann doch niemals die selbe Regelung für beide passen, das ist doch Unfug.
 
(Hinweis: Dieser Kommentar ist überwiegend meine Meinung/Einschätzung auf die theoretischen Alternativbetrachtungen von @falconeye).

Auch wenn es sich um meine subjektiven Einschätzungen handelt, so sind sie nicht völlig aus der Luft gegriffen. Ich stehe in Kontakt mit Bekannten in Deutschland, die entsprechend berichten und auch aktuelle Berichte in den Tageszeitungen weisen in diese Richtung:





und international:

 
1 Kommentar
hansolo22
hansolo22 kommentierte
Armin Laschet der Wendehals - wo muss ich mein Faehnchen heute hinhalten um Kanzlerkandidat zu werden.
 
Guten Morgen zusammen :)

Heute ist es bedeckt und der so dringend notwendige Regen ist angesagt. Ich freue mich schon auf den Geruch von feuchter Erde, der dann bei uns in der Luft liegt.
Der erste Schultag für unsere Tochter gestern war für sie sehr ungewohnt, aber durch die gute Information der Schule nicht unerwartet. Die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln ist gut organisiert, der Blockunterricht von jeweils drei Schulstunden eines Hauptfachs am Stück ungewohnt und nicht ganz einfach, aber sinnvoll strukturiert. Die erwarteten Stilblüten bleiben aber nicht aus: ein Referat, das während der Schulschließung nicht gehalten werden konnte, muss nun komplett umgeschrieben werden. Es war multimedial angelegt, was normalerweise erhebliche Pluspunkte einbringt. Da die Schüler aber weder nach vorne ans Pult dürfen noch Schuleigentum berühren und sei es nur das Kabel eines Beamers an den eigenen Laptop anschließen, fallen alle Medienpräsentationen weg. Stattdessen muss unsere Tochter nun ein Plakat erstellen, das sie von ihrem Platz aus hochhalten darf und das Referat besteht nur noch aus gesprochenen Inhalten.

Die zweite Stilblüte war, dass einer der Fachlehrer Aufgaben lieber per Email verschickt als sie über die beiden genutzten Lernplattformen hochzuladen. Kann man so machen, keine Frage. Wenn dann natürlich Schreibfehler in der Emailadresse sind, kommt das nicht an. Da am letzten Schultag vor der Schließung umfangreiches Material zum Bearbeiten verteilt wurde, ist uns nicht aufgefallen, dass da was fehlt. Mich dann zu fragen, warum meine Tochter sich denn nicht gemeldet hätte, wenn sie vom Lehrer nichts hört, finde ich ... interessant. Naja, das ist inzwischen geklärt, sie steht in dem Fach sowieso auf 2 mit Tendenz nach oben, ist also kein Problem und wird, wenns zeitlich passt, nachbearbeitet.

Martin @mfey hat hier gestern Abend noch interessante und gute Fragen gestellt. Die Anregung einer Zusammenfassung meiner Haltung zu den genannten Optionen nehme ich gerne auf. Dazu brauche ich aber ein bisschen mehr Zeit, als ich gerade aktuell habe.

Deswegen hier erstmal nur kurz (und weiteres später)

Die heutigen Pressetermine

10:00 Uhr Pressekonferenz des Robert Koch-Instituts zum aktuellen Corona-Sachstand
12:00 Uhr Land Rheinland-Pfalz: Pressekonferenz über Eckpunkte einer Kulturoffensive für Rheinland-Pfalz, u.a. mit Malu Dreyer (SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz) und Konrad Wolf (SPD, Kulturminister Rheinland-Pfalz)
13:00 Uhr Land Bayern: Pressekonferenz mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Innenminister Joachim Herrmann, Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo und Verkehrsministerin Kerstin Schreyer zu den Beratungen des bayerischen Kabinetts bezgl. der Corona-Pandemie

Ich wünsche euch einen schönen Tag!
 
Kommentar
Peter Steiger, Intensivmediziner am Universitätsspital Zürich USZ

Die meisten Covid-Patienten in Intensivpflege sind zwischen 50 und 70 Jahre alt.
Das Durchschnittsalter dieser intensivmedizinisch betreuten Covid-19 Patienten liegt in der Schweiz bei 60 Jahren.


Sendung PULS SRF vom 27.04.2020
 
3 Kommentare
D
dimetos kommentierte
hansolo22
hansolo22 kommentierte
Sehr gute Seite danke fuer den Link, wenn ich die Todesfaelle in der Schweiz sehe dann liest sich das so das wirklich erst ab 70 die Mortalitaet drastisch ansteigt.
 
falconeye
falconeye kommentierte
Wie immer, so auch hier ... CFR Statistiken kann man erst nach Abschluss der Fälle erstellen. Laut der Grafik sind 1700 tot, aber mindestens noch 1250 Fälle offen (hospitalisiert). Rein theoretisch könnten Jüngere schlicht länger durchhalten. Aber gute Quelle, um in 4 Wochen noch mal auszuwerten.
 
Es wird immer gesagt, dass man seine Hände durch gründliches Waschen mit Seife und warmen Wasser gut virenfrei bekommen kann.
Frei von Viren mit Lipidhülle, zB. dem Coronavirus. Dagegen brauchst Du also nicht mal spezielle Desinfektionsmittel mit komplizierten Anwendungsverfahren, Seife langt.
Das bedeutet nicht, dass die Hände danach steril sind! Zur Zeit haben leider Viele einen dermaßen verengten Tunnelblick auf das Virus, dass sie alles andere vergessen. Gerade in den Masken und Handschuhen erzeugst Du ein feucht-warmes Milieu, in dem alles prächtig gedeiht, was Du nicht unbedingt haben willst. Neben dem Coronavirus gibt es ja noch unzählige andere Viren, Bakterien, Pilze ...

Deswegen (und nicht wegen des Coronavirus) solltest Du beim Umgang mit Schutzausrüstung auch deren Sicherheitsvorschriften einhalten.
 
1 Kommentar
Fraenker
Fraenker kommentierte
@markusm1000 : Super(y). Was du da schreibst, ist sehr gut nachvollziehbar.
 
In den Nachrichten hieß es eben, dass die Reproduktionszahl in Deutschland wieder auf 1,0 gestiegen sei.
Lässt das schon Rückschlüsse auf das Runterfahren von Schutzmaßnahmen am 20.04.2020 zu?
 
falconeye
falconeye kommentierte
s.u.
 
HaDiDi
HaDiDi kommentierte
Der jetzige Anstieg resultiert aus dem Verhalten um die Osterfeiertage herum.
 
A
audiomac kommentierte

Die Inkubationszeit des neuen Coronavirus beträgt etwa drei bis sieben Tage. Sie kann jedoch bis zu 14 Tage dauern.

Da kannst du nicht einfach mit 14 Tagen rechnen...
Sicher ist - es wurden Distanz- und Hygieneregeln weniger eingehalten.

Es Zeigt auch wesshalb Drosten lieber R0 im die 0.2 gehabt hätte, bevor das grosse lockern beginnt...
 
Georgie1956
Georgie1956 kommentierte
Ich bin ja kein Fachmann, aber ich dachte mir schon, dass die Lockerungen vom 20.04. (NRW) zu früh kamen.
 
Furby
Furby kommentierte
Sorgfältiger lesen: ich schrieb bis 14 Tage
 
Germany, Update 28.4.2020, eigenes Modell

Neue Fälle: 988
Neue Fälle (Rollendes 7 Tage Mittel): 1670
R0: 0.76

Forecast
25.5.: 434 (181 - 1044)

Laut RKI PK von heute liegt R0 bei 0.96. Das Nowcasting-Verfahren des RKI hat einen geringeren zeitlichen Verzug (etwa 1 Woche, bei meinem Modell etwa 2 Wochen), da es auf dem gemeldeten Erkrankungsbeginn, nicht dem Meldedatum, beruht. Über die unterschiedlichen Latenzzeiten später mehr. Ich gehe daher davon aus, dass R0 in meinem Modell in der laufenden Woche wieder steigen wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
2 Kommentare
falconeye
falconeye kommentierte
Im Modell des RKI ist die mittlere Inkubationszeit 5 Tage, die Generationszeit (Serial Interval, Si) 4 Tage. Die Generationszeit übernehme ich auch in meinem Modell, die Inkubationszeit verwende ich nicht. Das RKI bestimmt R0 aus dem Erkrankungsbeginn der Tage -4 bis -11. Das fasse ich zu einem "Verzug von ca. 1 Woche" zusammen.

Die medizinische Inkubationszeit (3 - 14 Tage) ist epidemiologisch weniger relevant, da die häufigiste Infitierung 1 Tag vor dem mittleren Symptombeginn erfolgt (daher 5 vs. 4 Tage).

Mein Modell beruht auf dem Meldedatum, zwischen Symptombegin (Tag 5 nach Infektion plus Meldung - Arzt, Test, Ergebnis, Meldung) und hat daher bestimmt 4-7 Tage mehr Verzug als der Erkrankungsbeginn. Ich bestimme R0 aus den Tagen -1 bis -8 der (nicht amtlichen JHU) Meldezahlen.
 
hansolo22
hansolo22 kommentierte
Mal ketzerisch argumentiert, ich vermute doch das die Mehrzahl der neuen Faelle ausgeloest werden durch Idioten welche es nicht begriffen haben, so wie meine Nachbarin die am Wochenende im Katzengehege mit 9qm eine Coronaparty mit 9 Leuten mit Kaffee und Kuchen hielt ohne Abstand ohne Masken aber dafuer extrem gut drauf.
 
5 Kommentare
A
audiomac kommentierte

"Ich habe daher ein eigenes Vorhersagetool entwickelt. Es bestimmt im wesentlichen R0 und dessen Mittelwert und Varianz (genauer die von log(R)) der letzten 7 Tage und schreibt daraus die Fallzahlen (neu pro Tag) für einen Monat fort. Ein Trend in R0 wird dabei absichtlich nicht erkannt.

Änderungen im tatsächlichen Wert von R0 wirken sich in meinem Tool nach 4-10 Tagen aus, inkl. Test- und Meldeverzug also nach 1 - 2 Wochen. Daher sind tatsächliche Veränderungen in R0 erst ca. 3 Wochen später in der Vorhersage korrekt abgebildet. Die angezeigte Spanne (+/-) ist das reine statistische 95% Konfidenzintervall ohne fundamentale Änderung von R0. "

"Ich benutze die bekannten Daten der John Hopkins University (JHU). Für die letzte Woche erhalte ich mit dem Bulletin des RKI übereinstimmende Werte von R0. Ich vermute aber, dass die Auswertung des RKI (Nowcasting) geringfügig schneller auf Änderungen von R0 reagiert. "
 
ernst.w
ernst.w kommentierte
@audiomac
Den Beitrag kenne ich ohnehin. Der beinhaltet aber keinen Link, mit dem ich aktuelle Daten und Berechnungen anrufen könnte.
 
falconeye
falconeye kommentierte
Eigenes Modell. Wenn ich die Zeit finde, werde ich etwas mehr darüber auf medium.com schreiben.
 
VisualPursuit
VisualPursuit kommentierte
Den Link dann bitte hier teilen.
 
ernst.w
ernst.w kommentierte
Auch das habe ich dem ersten Beitrag entnommen.

Aber er las sich so, als wäre dein Modell irgendwie ähnlich dem des RKI onleine, das hätte mir geholfen. Sorry für das Missverständnis.
 
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat weitreichende Lockerungen für den Freistaat verkündet, meldet der Merkur

Der Satz ist aber optimistischer, als es tatsächlich ist.

Immerhin:
Die Begrenzung für Geschäfte auf 800 qm werde belassen. „Ab jetzt kann jeder, der diese Fläche nutzen will, aufmachen. Damit ist der Handel zu 100 Prozent geöffnet.“
 
Kommentar
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