Zum Glück hatten die „Tano Bora“ (= Die schnellen Fünf) zum Zeitpunkt des Erscheinens der Löwin #178 bereits weitgehend aufgegessen.
Eines der größten Probleme der Geparden-Population ist, dass sie sehr häufig ihr mit hohem Energieverbrauch erlegte Beute an überlegene Prädatoren (Löwen und Hyänen) verlieren. Auch der Nachwuchs ist sehr gefährdet (Löwen, Hyänen, Paviane, Adler). Nur 1/10 der Geparden-Jungen erreichen das Erwachsenenalter.
Die aus fünf Geparden-Männchen bestehende Koalition „Tano Bora“ war etwa drei Jahre lang der “Publikums-Hit“ der Mara. Sie brachten es mit der Zeit im Verbund zu einer derartigen Meisterschaft beim Jagen, dass sie sogar große Zebras schlagen konnten. Dabei ließen sie sich auch zunehmend weniger von den Automassen in ihrer Nähe beeindrucken (das war zeitweise regelrecht abstoßend, wie da teilweise agiert wurde), sondern nutzen die Puljs geschickt als Deckung und Schattenspender aus.
Ein Männchen wurde später verstoßen und beim Versuch, sich der Gruppe wieder anzuschließen, von den anderen vier getötet. Grund vermutlich Frauengeschichten…

. Das zweite Männchen wurde von einem Löwen getötet. Wie knapp das sein kann, haben wir in der oben gezeigten Situation erlebt.
Der Tod des dritten ist ein Skandal, weil ein Massai-Hirte im Reservat ihn mit einem Speer getötet hat. Leider treiben die Massai seit einigen Jahren vermehrt ihre immer größeren Herden ins Reservat und töten Löwen mit Speeren. Die Marsh Pride of Lions wurde sogar Opfer eines Anschlages mit vergifteten Ködern, von der sie sich, genau genommen, bis heute nicht richtig erholt hat. Die Tötung eines für die Rinderherden harmlosen Geparden ist ein absoluter Tiefpunkt. Das ist alles total rechtswidrig nach kenjanischem Recht, bleibt aber komplett folgenlos.
So sind von den „Tano bora“ heutzutage nur noch zwei Brüder über.
Wer die Tano Bora noch einmal erleben will, dem sei an dieser Stelle die grandiose NETFLIX -Produktion „Die Erde bei Nacht“ sehr ans Herz gelegt. Es wird dort eine nächtliche Geparden-Jagd dieser Gruppe dokumentiert. Auch sonst ist der Film sehr sehenswert.