Produkttest: Gimbal Freevision VILTA-M für Smartphones

Wer mit dem Smartphone filmt, kommt am VILTA-M nicht vorbei

Produkttest

Unser Community-Mitglied Roland Ondra hat den Gimbal Freevision VILTA-M für Smartphones getestet. Er berichtet:

Der Gimbal „Vilta M“ kommt solide verpackt mit eigener Transporttasche, einem Ladekabel und einer Bedienungsanleitung, die eigentlich ihrem Namen nicht gerecht wird. Sie ist in Chinesisch und Englisch gehalten und man könnte sie eher als Kurzanleitung bezeichnen. Auch eine Recherche auf der Homepage brachte nichts Besseres zu Tage als die identische Anleitung als PDF, wie sie dem Paket beiliegt. Nach einigem Suchen findet man auf der Homepage ein 4-minütiges Video zur Bedienung, was den Einstieg deutlich erleichtert.

Die App

Um den Gimbal in Verbindung mit seinem Smartphone optimal bedienen zu können ist es dringend ratsam, die entsprechende App „Vilta Mobile“ zu installieren. Dies geht vollkommen problemlos, die App ist auch kostenlos über den App-Store zu beziehen. Zu bemerken ist, dass der Gimbal mit einem iPhone 6s plus und einem iPhone 7 getestet wurde. Ein Android-Handy war nicht zur Hand, es ist allerdings davon auszugehen, dass die Bedienung ähnlich verläuft wie in der Apple-Variante, sofern die App in Android bugfrei ist.

Die Verbindung zwischen dem Telefon und dem Gimbal geht ähnlich problemlos von statten. Ist Bluetooth aktiviert, so startet man die App und wird aufgefordert, sein Telefon mit dem Gimbal zu verbinden. Das war’s auch schon. Nur kommt gleich die Meldung, dass die Firmware nicht mehr up-to-date ist und man das Gerät doch updaten möge. Leider gibt die Bedienungsanleitung und auch die FAQ auf der Homepage keinerlei Hinweis, wie das geht. Liest man aber aufmerksam die Meldung auf dem Display zu Ende, so erhält man den Hinweis, dass dies in der App über die Einstellungen und dort über die Hilfe und den entsprechenden Unterpunkt funktioniert. Ein Computer mit dem USB Kabel ist nicht erforderlich bzw. vorgesehen. Die Firmware gliedert sich in 2 Teile, die getrennt upzudaten sind. Auch dies lief dann problemlos mit etwa 4 Minuten je Update.

Produkttest: Gimbal Freevision VILTA-M für Smartphones

Die Verbindung mit dem Smartphone

Nun gilt es, sein Telefon in den Gimbal einzuklemmen. Positiv zu bemerken ist, dass auch das iPhone Plus problemlos Platz findet. Die Klemmen gehen allerdings oder gottlob sehr streng. Daher ist es empfehlenswert, dies entweder zu zweit zu tun oder zumindest über einem fallsicheren Untergrund. Dafür hält das iPhone dann bombenfest und man muss keine Angst haben, bei schnellen und heftigen Bewegungen sein Smartphone zu verlieren.

Nun beginnt die Grundausrichtung des Gimbals. Bevor man ihn in Betrieb nehmen kann, muss das Smartphone waagerecht austariert werden. Dazu kann man eine Feststellschraube lösen (nein, man braucht kein Werkzeug) und kann durch Verschieben der Klemmvorrichtung das Telefon in die richtige Position bringen, so dass dieses austariert ist. Laut Bedienungsanleitung soll man sich den Wert aufschreiben, den man an einer Skala ablesen kann. Beim iPhone Plus ist dort allerdings keine Skala mehr vorhanden, so dass es empfehlenswert ist, sich die Position des Einstellschlittens zu markieren. Dies ist äußerst nützlich, denn um den Gimbal in seiner Transporttasche zu verstauen, muss der Schlitten wieder in seine Grundeinstellung zurück geschoben werden. Der Gimbal lässt sich in Arbeitseinstellung leider nicht soweit zusammen klappen, dass er anschließend in die Box passt. Damit ist die Tarierung jedes Mal neu vor zu nehmen, sobald man ihn erneut benutzen möchte.

Die Bedienung

Produkttest: Gimbal Freevision VILTA-M für SmartphonesIst dies vollbracht, so kann man den Gimbal zum ersten Mal einschalten. Sofort dreht er in seine Grundstellung. Somit stellt sich sofort die Frage, wie er zu bedienen ist. Auch hierzu ist die Bedienungsanleitung nicht sehr tiefgreifend, so dass hier wieder auf den YouTube-Film und auf learning by doing hingewiesen werden muss. Es ist positiv zu bemerken, dass alle Einstellungen bzw. Funktionen auch über die App vorgenommen werden können. Die Bedienung mit den verschiedenen Knöpfen am Gimbal ist insoweit gewöhnungsbedürftig, da diese Tasten mehrfach belegt sind und jede Taste durch unterschiedliche Klicks eine spezifische Funktion ausübt. Wer häufig mit dem Gerät unterwegs ist, dem wird das sehr schnell in Fleisch und Blut übergehen.

Im Betrieb arbeitet der Gimbal sehr zuverlässig. Auch schnelle Bewegungen oder Rennen mit Gimbal werden sehr gut ausgeglichen, so dass ein sehr ruhiges und stabiles Bild entsteht. Über den vorderen Bedienungsknopf lassen sich nun mehrere Modi aktivieren, indem man wiederholt auf den Mode-Knopf drückt:

  • 1 x drücken: Grundeinstellung. Semi-Follow Mode: Die Tilt- und Roll- Achse sind gesperrt, die PAN-Achse wird gedämpft nachgeführt
  • 2 x drücken: Follow Mode: Die Roll-Achse ist gesperrt, die Tilt und Pan Achse folgen gedämpft
  • 3 x drücken: Der Gimbal fährt in seine Ausgangsstellung
  • 4 x drücken: Lock Mode: Alle Achsen sind gesperrt
  • lange gedrückt halten: Das Smartphone fokussiert

Mit dem Joystick kann man den Gimbal bewegen und so Kamerafahrten per Hand realisieren. Dabei ist der Joystick auch sensitiv: je weiter man ihn aus seiner Grundstellung bewegt, desto schneller ist die Bewegung am Gimbal.

Über den Shutter-Button startet man die Filmaufnahme oder wechselt durch langes Drücken in den Foto-Modus und kann Bilder schießen. All dies macht allerdings nur Sinn, wenn man die App „Vilta Mobile“ auf seinem Smartphone installiert hat. Denn diese bietet nicht nur die Verbindung zwischen den beiden Geräten, sondern damit lässt sich der Gimbal auch steuern. So kann man dort Kamerafahrten oder Time-Lapse-Aufnahmen einprogrammieren, welche der Gimbal nach dem Start abfährt. Dabei ist ein Stativ empfehlenswert, was auch ohne Probleme durch das eingebaute Standardgewinde unten im Griff möglich ist.

Alle Fotos und Filme werden zunächst innerhalb der App gespeichert und man kann von dort aus entscheiden, wohin man diese zur endgültigen Nacharbeit schieben möchte. Es ist sogar eine kleine Bearbeitungssoftware in die App integriert.

Einen Eindruck zum Praxiseinsatz vermittelt mein Video:

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Lob

Wie bereits erwähnt arbeitet der Gimbal ausgesprochen ruhig, hält das Bild stabil, auch bei schnellen und konfusen Bewegungen. Damit zu rennen ist überhaupt kein Problem, die Anzeige bleibt nahezu wie eingefroren.

Produkttest: Gimbal Freevision VILTA-M für Smartphones
Die Akkulaufzeit ist wirklich lang. Während des gesamten Testes hatte ich den Gimbal am Anfang voll aufgeladen und er hat die gesamte Testzeit durchgehalten ohne nachzuladen. Im Handbuch werden 17 Stunden Akkulaufzeit angegeben.

Die Aufbewahrungstasche ist ebenfalls stabil, es passt alles hinein. Ob man sie benutzt, bleibt jedem selbst überlassen. Das Gerät ist darin auf jeden Fall transportgeschützt.

Kritik

Wo viel Licht ist, gibt es bekannter Weise auch ein wenig Schatten. Man muss ihn allerdings schon bewusst suchen:

  • Ist das Smartphone in der Halterung des Gimbals eingespannt, so hat man keinerlei Zugang zur Ladebuchse. Auch ist das Smartphone nicht per Kabel, sondern ausschließlich per Bluetooth mit dem Gimbal verbunden. Es kann während des Betriebes nicht geladen oder mit Strom versorgt werden. Somit hält der Akku des Gimbals deutlich länger als der des Smartphones und während man sein Smartphone wieder lädt ist, eben kein Betrieb auf dem Gimbal möglich. Wenigstens ist der Homebutton nicht verdeckt und man kann sein Smartphone auch im Gimbal bedienen.
  • Um den Gimbal wieder zu verstauen, ist seine Tarierung zu lösen und man muss sein Smartphone vor jedem Betrieb erneut ausrichten. Das geht zwar sehr schnell, kann aber auf Dauer auch lästig sein.
  • Die mitgelieferte Bedienungsanleitung ist in Chinesisch und Englisch. Die englische Sprache sollte heute eigentlich kein Problem mehr darstellen. Sie ist jedoch sehr dürftig gehalten, so dass gerade Anfänger auf dem Gebiet „Gimbal“ sich erst mal sehr schwer tun, die verschiedenen Funktionen zu verstehen.

Fazit

Zusammenfassend kann ich den Gimbal aber nur empfehlen:

  • Sein Preis ist mit knapp 150 Euro überschaubar und mit ihm gelingen quasi professionelle Aufnahmen auch mit einem Smartphone. Wer nicht gerade mit teuren Kameras vloggen möchte, ist mit dieser Kombination Gimbal/Smartphone bestens bedient.
  • Er tut genau das, was er soll und dies mit einer hohen Präzision. Auch schnelle bzw. heftige Bewegungen werden sehr gut ausgeglichen. Sportaufnahmen sind ohne Probleme möglich.
  • Es lassen sich sogar größere Smartphones sicher in die Halterung einklemmen. Das iPhone 6s Plus war für den Gimbal kein Problem. Damit ist er auch für die Zukunft gerüstet.
  • Mit seiner (zwingend notwendigen) App „Vilta Mobile“ hat man umfänglich Zugriff auf den Gimbal und kann viele Kamerafahrten oder Time-Lapse Aufnahmen programmieren. Man kann den Gimbal auch vom Smartphone aus steuern.
  • Die Akku-Laufzeit ist mehr als ausreichend. Durch die Verwendung eines Micro-USB kann man ihn auch an einer Powerstation laden, was meines Erachtens nie notwendig sein wird, da das Smartphone schon weit vorher nachgeladen werden muss.
  • Hat man die Bedienung verinnerlicht, so ist diese in sich logisch und die Bedienungsanleitung wird nicht mehr benötigt.

Aus meiner Sicht kann ich dem Gimbal 5 von 5 Sternen geben. Wer mit seinem Smartphone filmt und einen Gimbal benutzen möchte, wird an dem „Vilta M“ nicht vorbei kommen.

Bewertung

5 Sterne

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Über Anja Hoenen 969 Artikel
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.