Olis Tipps und Tricks zum Color Management #10

Wenn deine Drucke dunkler sind als auf der Monitoranzeige

Olis Tipps und Tricks zum Color Management

Hier ist ein neuer Beitrag in unserer Serie der ColorManagement-Tipps des Datacolor-Experten Oliver Mews.

Wenn dein Druck zu dunkel ist, ist häufig die Helligkeit oder Luminanz deines Monitors für dieses Problem verantwortlich. Für eine bestmögliche Konsistenz von Bildschirm und Druckergebnis solltest du die Helligkeit deines Displays auf 100-120 cd/m2 einstellen.

Dein Monitor arbeitet im additiven Farbmodell, währen dein Drucker subtraktiv arbeitet. Alle Farben mit 100% auf einem Punk ergeben auf dem Monitor die Farbe Weiß. Das gleiche produziert mit deinem Drucker resultiert in tiefem Schwarz.

Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, dass der Monitor mit einer Lichtquelle arbeitet (Luminanz). Der Ausdruck reflektiert jedoch lediglich das Umgebungslicht. Wenn nun dein Monitor Bilder heller darstellt als der Ausdruck ist, dann scheint der Monitor zu hell eingestellt zu sein. Kalibriere deshalb bitte deinen Monitor mit der Funktion “Umgebungslicht kompensieren” (in Spyder5Pro oder Spyder5Elite verfügbar) und verdunkele den Raum wenn möglich auf einen sehr abgeschatteten Level. Spyder sollte dann während der Kalibrierung vorschlagen, auf 120 cd/m2 zu kalibrieren. Eine Faustregel besagt: wenn du einen kleinen Artikel in der Tageszeitung noch lesen kannst, sind die Raumlichtverhältnisse in Ordnung. Kannst du aber eine ganze Zeitungsseite lesen, ohne dass dabei das Auge zu sehr angestrengt wird, ist das Raumlicht noch zu hell.

Um die Luminanz zu reduzieren, benutze bitte den Hintergrundlicht-Regler oder Backlight-Regler.

An manchen Monitoren wird dieser Backlight-Regler aber auch Helligkeit-Regler genannt, obwohl es ein Backlight-Regler ist. Versuche, diesen Regler auf den niedrigsten Wert einzustellen und beobachte das Menü, welches vom Monitor selbst eingeblendet wird. Wenn dieses Menü ebenfalls dunkler wird, so handelt es sich hier um einen Backlight-Regler. Bleibt das Menü aber so hell wie zu Beginn und nur dein Windows oder Mac OS dahinter wird dunkler, dann ist es ein echter Helligkeitsregler.

Mit dem so auf 120 cd/m2 kalibrierten Monitor sollten deine Bilder nun viel dichter an der Helligkeit von Ausdrucken liegen.

Es ist wichtig, dass du den Druck bei ausreichender Helligkeit und passender Farbtemperatur begutachtest. Wir empfehlen, den Ausdruck direkt unter einer Tageslichtlampe zu betrachten. Zudem solltest du dem Druck 10-15 Minuten Zeit zum Trocknen geben, bevor du ihn abschließend bewertest.

li: zu dunkel | re: korrekt

Die Konsistenz von Monitor und Druck kann von verschiedenen Faktoren abhängen, darunter von den gewählten Einstellungen zur Monitorkalibrierung, vom verwendeten Papier, dem Drucker und der Qualität des Profils für die gewählte Papier-Drucker-Kombination. Die Problematik stellt sich somit jedes Mal, wenn du selbst druckst oder wenn du einen Druckdienstleister beauftragst, sei es beim Druck eines Flyers, Fotobuchs oder FineArt-Prints. Wenn du sichergehen möchtest, dass du das qualitative beste Profil einsetzt, erstelle am besten mit einem Produkt wie dem SpyderPRINT dein eigenes Drucker-Profil:

Drucker kalibrieren mit Datacolor SpyderPRINT

Weitere Informationen für den Weg zur besten Übereinstimmung von Monitor und Druck findest du in den Bedienungsanleitungen von Datacolor, die Schritt für Schritt durch den Prozess führen.

Mehr Color Management Tipps findest du in der Rubrik Tipps und Tricks.

 

Über Anja Hoenen 1616 Artikel
Anja betreut das Netzwerk Fotografie redaktionell und als Leiterin der Marketing- und Presseabteilung.