Vielen Dank für eure große positive Resonanz und sogar die Aufnahme in die Highlights!
Dachse sind ja extrem knuffig, aber du kommst den Tieren auch noch so nahe!? Scheinbar haben sie sich an dich gewöhnt? Wie war das zu Beginn, wie hast du das angestellt - ich würde mich hier über Hintergrundinformationen freuen, das klingt ja spannend!
Schön, Daniel, dass dir die Dachse gefallen!
Ich geb ihnen das Kompliment weiter
Hier habe ich im letzten Jahr schon ein wenig zum Setting geschrieben.
Der Abstand zwischen mir und den Ausgängen des Baues beträgt geschätzt 10-15 Meter.
Ich sitze mit dem Rücken an eine große Buche gelehnt, habe um mich herum Rucksack, Kamera (D7100 mit 300 f/2.8 VRl), Buch und so verteilt.
Das war mein Platz von Anfang an, ich habe mich also nicht näher herangearbeitet.
Dachse sind ziemlich kurzsichtig. Mit der Buche im Rücken kann ich mich bewegen, aufstehen, mir eine Jacke anziehen, Kamera aufnehmen oder absetzen oder auf mein Waldstativ setzen (abgebrochener Ast mit Gabel in komfortabler Höhe; den benutzte ich im letzten Jahr schon, liegt dort immer griffbereit).
Gehe ich von der Buche weg, können sie meine Bewegungen erkennen als Silhouette vor hellem Hintergrund, dann muss ich viel vorsichtiger sein.
Ich habe mich einmal frei auf den Hügel ihrer Burg gesetzt, um einen besseren Blick zu haben - aber das ging nicht gut, sie haben mich hier auch ohne viel Bewegung wahrgenommen. Das war allerdings auch noch ein Stückchen näher an den Eingängen.
Geräusche stören sie meist nicht. Reißverschlüsse leise betätigen z.B. geht ohne Weiteres. Die Kamera löse ich jedoch im Quite-Modus aus, die scharfen Schüsse des normalen Auslöse-Geräusches machen zumindest die Alten misstrauisch.
Nur Geruch stört sie wirklich. Meistens habe ich Glück, der Wind weht nicht genau von mir zu ihnen. Dann störten sie sich an mir von Anfang an nicht.
Gestern allerdings muss wohl der Wind genau zu ihnen geweht haben, die Alten brummten kurz und alle verschwanden und kamen erstmal nicht wieder heraus.
Die Jungen haben diese Gerüche wohl noch nicht so sortiert nach ungefährlich und gefährlich. Sie sind einfach neugierig. Sie kommen dann auch mal ganz nahe heran, schnuppern an meinen Schuhen oder dem Fotorucksack, und ziehen dann ganz entspannt weiter. Das würden die Alten nicht mehr machen. Der "große Bruder" jedoch kam mir beim Spielen auch ziemlich nahe. Wenn das ein Kind aus dem letztjährigen Wurf ist, kann es natürlich sein, dass er sich an meinen Geruch erinnert und ihn als "größtenteils harmlos"
abgespeichert hat.
Eine Deckung/Tarnung brauche ich glücklicherweise also nicht. Ich weiß auch nicht, ob die geruchsdicht wäre und bei ungünstiger Windrichtung helfen würde.
Den Dachsbau selbst habe ich dem Förster des Waldes zu verdanken, der ihn mir in einem Gebiet gezeigt hat, das renaturiert wird - keine Forstarbeiten und keine Jagdtätigkeit.
Bei einer Freundin in der Nähe haben wir einen weiteren Dachsbau gefunden, den ich ebenfalls gerne mal beobachten möchte. Er liegt leider ein wenig weiter weg, bei meinem bin ich in wenigen Minuten mit dem Fahrrad.
So, das ist alles, was mir gerade an Hintergrundinfos einfällt.
Wenn ihr noch mehr wissen möchtet, fragt gerne weiter.
Viele Grüße,
Sylvia