Du sprichst vom simplen Skalieren, ich spreche von aufwendiger und zuweilen ungenauer Berechnung und Schätzung von möglichen Farbwerten im roten und blauen Farbspektrum eines Pixels, das nur grün "sieht".
Du solltest Dich mit dem Gedanken anfreunden, dass man in der gesamten Kette von der Bilderfassung bis Bildausgabe einige Ungenauigkeiten und Schätzungen, sagen wir mal lieber Kompromisse in Kauf nehmen muss.
Das fängt bei den Farbfiltern vor dem Sensor an, egal ob diese als RGB- oder Bayer- Matrix angeordnet sind:
1. Filter vor dem Sensor:
- jeder dieser R-, G-, B- Filter hat eine wellenlängenabhängig Filterkennlinie
- daraus folgt die Notwendigkeit der Kalibrierung des Filtersystems
- und ich behaupte, dass trotz der Kalibrierung nicht zwischen zwei "Grüns" unterschieden wird, wenn die Wellenlänge des einen grünen Lichts genau im Scheitelpunkt des Filters liegt, die Wellenlänge des anderen grünen Lichts etwas daneben liegt, nur zu 90% durchgelassen wird, aber eine 1,1111...x höhere Leuchtstärke hat
2. Bildbetrachtung und - bearbeitung
- hat man per Kalibrierung, Kameraprofil... "mühsam" und mit reichlich Kompromiss das Sensorsignal auf einen normierten Farbraum abgebildet
- folgt die Bildbauswertung am Monitor
- und siehe da, man steht vor dem gleichen bzw. umgekehrten Problem
- die Filter der LCD- Matrix stimmen nicht mit den Normfarben überein
- das Lichtspektrum der CFL- oder LED- Beleuchtung ist eine weitere Variable
- und schon kalibriert und profiliert man wieder mal
3. Ausdruck
- muss ich dazu noch was sagen?
- Drucker, Tinte, Papier, Farbtemperatur des Betrachtungslichts...
Sorry, aber da kann ich mich nicht der Annahme anschließen, dass wegen "mühsamen Berechnungen und Schätzungen" der Bayer- Matrix eine reine RGB- Matrix im Endprodukt irgendwelche Vorteile bringt.
Nun, für mich also nix mit "Zeit für echte RGB-Pixel", da Ressourcenverschwendung.
Ich schlage zur Minimierung jeglicher Zweifel die Spektrometer- Kamera vor:
- pro Bildpunkt ein Prisma mit nachgeschalteter Spektralanalyse
- das bitte in 14...16 Bit
- und mindestens bis ISO 128000
Bis dahin werde ich die Bayer- Matrix als einen Meilenstein auf dem Weg zur digitalen Fotografie sehen.
Einziger Konkurrent ist das Foveon- Prinzip, was für mich wegen der praktisch nicht vorhandenen HighIso- Fähigkeit niemals eine dominierende Rolle spielen wird.
Gruß
erma