Letzte Woche, Spaziergang in der Dämmerung, wurde schon arg dunkel. Rechts neben dem Weg eine Bewegung maximal 15 bis 20 m entfernt.
Vorsichtig die Kamera hochnehmen und ganz langsam bewegen. Natürlich hat er mich bemerkt. Dieser Spießer ist mindestens zweijährig - erkennbar an den Rosenstöcken.
Das ist die zweite Begegnung auf diese Entfernung. Vor 4 Wochen konnte ich mich einer Ricke, die ich auf 100 m am Weg ausgemacht hatte, ganz langsam Schritt für Schritt bis auf ebenfalls rd. 20 m nähern. Dort wird offensichtlich wenig gejagt, sondern hätte ich auch diesen Spießer sicher nicht ablichten können.
Sony A6700 mit 18-135mm / Aufnahme mit 200mm Brennweitenequivalent / 5.000 ISO / 1/160 sec / BL 5,6
Das ist KEIN Jungigel (mehr). Das kann man an der Zahl der Stacheln sehen, junge Igel haben deutlich weniger Stacheln, der hier hat ein dichtes Stachelkleid...
Kleine Igel haben bei der Geburt nur einige hundert Stacheln eingebettet in ihrer Haut, die brechen dann schnell durch und werden mehr. Schnuffi dürfte allmählich auf 3.000 Stacheln kommen, sie bekommt jeden Tag mehr. Ich kontrolliere das beim Wiegen. Wenn sie mich hört, stellt sie schon die Stacheln auf. Und das ist gut so. Ansonsten haben wir keinen Kontakt, kein Hochnehmen, Streicheln oder ähnliches, sie soll ja ein Wildtier bleiben. Fertig ausgewachsen hat so ein „Stachelritter“ etwa 7.000 nadelspitze Stacheln. Als wir ihn gefunden haben, könnte er etwa drei Wochen alt gewesen sein. Man also auf die Pflegetage ca. 20 Lebenstage dazurechnen.
Wenn nicht, hat er die für Mensch und Tier hochansteckende Räude. So sieht kein gesunder Fuchs aus...