Mitmachthema Zeigt her eure Vögel ...

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Weil heute Freitag ist will ich Euch mit Fotografenlatein vollsülzen:

Vorgestern bin ich auf dem Balkon gesessen.
Es sah schon komisch aus, frieren musste ich indes nicht:



Erst habe ich mit dem 200-500 in der Gegend herumgestochert. Das Scheppern der D7100 hat die Vögel sichtlich erschreckt. Nur die hartgesottenen haben nicht gezuckt.

Wirkungslos war die Maskerade nicht. Während ich 2 entferntere Kohlmeisen anvisierte, saß neben mir auf der unteren Geländerstange (Im Dreieck Ellenbogen-Tarnschal-Rollerdecke) eine Blaumeise, zum Greifen nah. Aus dieser Position gab es mit der Nikon das folgende Bild der Kohlmeise - es ist beschnitten (auch weil ich zu faul war, 2 Sensorflecken zu entfernen).


Als ich lange genug gesessen bin und die Foto-Lust nachließ, fiel mir ein, ich könnte mal ein Experiment machen. Vogelfotografie ohne Telekanone und Spiegelreflex.
Also habe ich die Olympus E-M10 (Mark2) mit dem 40-150 aufs Stativ gesetzt. Das ist ein betagter, preiswerter Kitscherben von Olympus (an KB wären das 300mm). Damit man etwas sieht, musste ich das Stativ ein wenig näher an die Futterampel rücken. Ich war an der Nahgrenze, ca. 1m vom Futterhaus entfernt. Natürlich musste ich hier recht vorsichtig sein, deshalb habe ich auf 'leisen Verschluss' umgestellt (das ist der Vorzug der E-M10 Mark2). Fokussiert und ausgelöst habe ich per Fingerdruck auf das Display. Eingefleischte Nikon-Fanboys wissen dass man so etwas nicht braucht und dass das nie klappen kann.


Tut es aber doch. Diese Bild ist nicht beschnitten, ich war nahe an der Nahgrenze, etwa 1m von der Kamera entfernt.

Wenn ich Euch erzähle, wo die Blaumeise war, nachdem sie aus dem Bildfeld verschwand, haltet Ihr mich für einen argen Fotografenlateiner.

Also, so wie beim ersten Bild hatte ich den Tarnschal an der Geli des 40-150ers befestigt und über meinen Kopf geworfen. Ich habe per Fingerprint auf dem Display fokussiert und ausgelöst, weil ich den Tarnschal nicht bewegen wollte.
Als die Meise aus dem Bildfeld weg war, hob ich vorsichtig den Kopf und peilte über die Kamera. Da saß das Aas auf der Gegenlichtblende und trippelte dann noch ein wenig über den Tarnschal, vielleicht 40cm vor meinen Augen.

Wie kam ich auf diese Idee? Ich habe das vor einigen Tagen ohne Fotoapparat mal ausprobiert, in Vollverschleierung, erst in 2m Abstand. Dann bin ich auf 1 Meter vorgerückt. Schließlich war ich mit dem Auge 40cm von den Vögeln weg, da hatte ich eine Blaumeise, eine Kohlmeise, einen Kleiber und eine Sumpfmeise vor der Nase. Bislang spazierten eine Blaumeise und 2 Kohlmeisen auf meinem Kopf.
Das war atemberaubend.


Viele Grüße
Herbert

Oberstes Bild: Die Rollerdecke möchte ich nicht mehr missen. Sie ist wind- und wasserdicht, hat einen Gurt für die Hüfte und am Latz oben einen für den Hals. Sie hält schön warm und ist klein zu verpacken. Winterfahrer mit Motorroller kennen so etwas. Man bekommt sie im Motorradzubehörhandel - meine ist von 'Louis' und kostet etwa 20 EUR. Blöd ist die Reklameaufschrift in Reflexmaterial. Ich habe sie mit einem schwarzen Edding etwas entschärft.
 
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