Der Maissauer Amethyst ist eine echte Rarität, ein so genannter „Gang- oder Bänder-Amethyst“. Insgesamt gibt es nur etwa zwanzig Regionen weltweit, die Bänderamethyste guter Qualität hervorbringen; das unvergleichliche Violett des Amethysts findet man nur in den allerwenigsten Vorkommen so wie hier in Maissau.
Die Entstehung des Maissauer Amethyst vollzog sich vor etwa 280 Millionen Jahren in der Tiefe eines Urgebirges. Hier setzten sich an den Wänden einer riesigen Kluftspalte mehrere Schichten Quarzkristalle ab. Reiner Quarz besteht aus Silizium und Sauerstoff, in sehr kleinen Mengen finden sich darin Spurenelemente, z.B. Eisen, Aluminium u.a. Das Muttergestein Maissauer Granit enthält radioaktive Partikel, die ionisierende Strahlung aussenden. Diese Strahlung bewirkte im Zusammenspiel mit den Spurenelementen eine unterschiedliche Färbung der Quarzschichten, im Laufe vieler Jahrmillionen entstand das charakteristische Zackenmuster im Maissauer Amethyst.
Die Qualität und Faszination dieses Vorkommens macht auch aus, dass man hier fast alle Vertreter der Quarz-Familie antrifft: Bergkristalle, Rauchquarze, schwarze Morione oder blutrote Eisenkiesel, auch den Jaspis in unzähligen Farbschattierungen . Ein kleines Wunder stellt der bislang einzige Achat dar, der beim Sägen eines Amethystblockes für das Niederösterreichische Landesmuseum zum Vorschein kam und dort bestaunt werden kann.
Der Amethyst Stollen:
Man befindet sich im naturwissenschaftlichen Bereich, hier steht der Besucher vor der weltweit größten zugänglichen Amethystader.
Auf dem Weg zur freigelegten Ader kann sich der Besucher den Vorgang vor Augen führen, der den Amethyst entstehen ließ. Auf einer Projektion kann man verfolgen, wie sich beginnend vor 500 Millionen Jahren die Gesteinsformationen entwickelt haben, bis der Maissauer Amethyst in seiner heutigen Form entstanden ist. In der Basis des Stollens, auf den Schautafeln, sind die Zeitalter der Erde sowie der Verlauf des Maissauer Amethystvorkommens dargestellt. In Vitrinen sind die interessantesten Grabungsfunde aus Maissau und Amethyste aus aller Welt zu sehen.
Nikon D3
Nikkor AF-S 24-70mm f/2.8
ISO 1600
Blende f/2.8
1/20 sec
Freihand
LG
Wolfgang