Workflow mit/ohne LR und CNX2?


Hans-Peter R.

Administrator
Hallo,

seit Jahren feile ich an meinem Workflow nach der Aufnahme und erlebe dabei immer wieder, dass es DEN ultimativen Workflow wohl nicht geben kann. Was für eine Erkenntnis. Seit Jahren tümpelt Lightroom auf meiner Festplatte herum und ich frage mich, ob ich meinen Workflow nicht mal wieder den aktuellen Gegebenheiten anpassen soll. Momentan sieht der Ablauf folgendermaßen aus:

Schritt 1: Fotografieren: ausschließlich mit dem RAW-format, teilweise mit mehreren Kameras bei einem Event, teilweise mit einer Kamera bei mehreren Events an einem Tag.

Schritt 2: Übertragen: Alle Fotos werden auf einer separate HD mit dem Namen "Originale" kopiert, sortiert in der Hierarchie: "Kamera => Jahr => Tag". Dateien dieser Originale-HD werden nie geöffnet, verändert oder gelöscht.

Schritt 3: Paketieren: Alle Fotos, die zu einem Event bzw. einem Projekt gehören (auch wenn sie von mehreren Kameras bzw. von unterschiedlichen Tagen stammen), werden von der Originale-HD auf eine zweite HD mit dem Namen "Projekte" kopiert, sortiert in der Hierarchie "Jahr => Projekt" in ein Verzeichnis "NEF-Files.

Schritt 4: Sichtung: In Adobe Bridge werden nun alle RAW-Files in mehreren Duchgängen gesichtet und kategorisiert:
1. Durchgang: Zunächst erhalten alle Bilder die Markierung "gelb".
2. Durchgang: Alle "gelben" Bilder durchsuchen nach zusammengehörigen Bilderserien (konkret: HDR-Belichtungsreihen, Panoramaaufnahmen). Kopieren der Bilder in einen separaten Ordner HDR-Serien/Serie_xx bzw. Pano-Serien/Serie_xx. Diese werden separat bearbeitet.
3. Durchgang: Alle "gelben" Bilder durchsuchen nach Fotos, die technisch irreparabel unbrauchbar sind (unscharf, fehlbelichtet, etc.). Alle so gefundenen Bilder werden zurückgewiesen (auch die Unter-/überbelichteten Bilder der HDR-Serien).
4. Durchgang: Alle "gelben" Bilder durchsuchen nach Fotos mit nahezu identischem Motiv. Aus allen so gefundenen Bildern wird "das Beste" ausgewählt, alle anderen erhalten die Markierung "violett"
5. Durchgang: Alle "gelben" Bilder durchsuchen, und "rot" markieren, wenn sie Bestandteil der Weiterverarbeitung werden sollen.

Nach dieser Sichtung sind:
- rot markiert: alle Bilder, die gut und wichtig sind
- gelb markiert: alle Bilder, die technisch okay, aber nicht wirklich wichtig sind
- violett markiert: alle Bilder, für die es eine bessere Alternative gibt
- zurückgewiesen: alle Bilder, die unbrauchbar sind.
- kopiert: alle Bilder, die parallel verarbeitet werden müssen.​

Schritt 5: Konvertierung: Alle rot markierten Bilder werden in Capture NX2 im Batch-Betrieb in 16-Bit TIFFs gewandelt und in einem Verzeichnis TIFF16-Files abgelegt

Schritt 6: Bearbeitung: Alle 16 Bit TIFF-Bilder werden nun in Photoshop CS5 geladen und bearbeitet. Es wird dabei sehr viel mit Aktionen und Ebenen gearbeitet. Diese Bearbeitung soll nicht Gegenstand dieser Betrachtung sein. Ziel ist es gleichermaßen, sowohl möglichst viel über Aktionen im Stapelbetrieb ablaufen zu lassen um die manuelle Arbeit zu minimieren, aber auch möglichst nondestruktiv zu arbeiten, damit (mit Aufwand manuell erstellte) Zwischenstände immer wieder hergestellt werden können.

Schritt 7: Finalisieren: Alle bearbeiteten Bilder werden nun in Photoshop CS5 im Stapelbetrieb für die Ausgabe vorbereitet:
a) Umwandeln eine 8 Bit-Version
b) Einstellen verschiederer Ausgabeformate
c) Abschluss-Schärfung (abhängig vom Ausgabeformat)
d) Abspeicher im JPEG Format und unterschiedlichen Komprimierraten in je einem eigenen Verzeichnis "JPEGxx-Files"​

Das klingt jetzt wesentlich aufwändiger, als es eigentlich ist. Dieser Workflow erfüllt fast alle meine Wünsche erfüllt, hat aber auch einige Nachteile:
  • Die separate Speicherung der HDR- und Panorama Dateien gefällt mir nicht. Besser wäre es, wenn sie mit einem separaten System (parallel zu den Farben und Sternen) gekennzeichnet werden könnten. Bilderstapel und Schlagworte haben sich dabei nicht als zielführend erwiesen.
  • Beim Übergang von der Bridge auf CNX2 und weiter zu Photoshop geht die farbliche Kennzeichung verloren. Die kann man zwar wieder herstellen, aber das macht Arbeit. Und ich mag keine unnötige Arbeit.
  • Ich hätte gerne noch eine weiteres Kennzeichnungssystem, bei dem ich vorab schon die Nutzung der Bilder kennzeichnen kann (Fotobuch, Bilder-DVD, kleine/große Wings-Präsentation, etc.). Schlagworte scheinen mir hier wenig geeignet zu sein.
  • Da ich die Bearbeitung in Photoshop ziemlich aufgebohrt und automatisiert habe (Aktionen, NIK-Software) und auf Photoshop grundsätzlich auch nicht verzichten will, bleibt eigentlich immer weniger für CNX2. Wenn ich mit ACR die gleiche Qualität erreichen könnte, könnte ich ggf. auf CNX2 komplett verzichten.
  • Bisher habe ich nichts verschlagwortet. Es zeigt sich langsam, dass dies keine gute Idee war. Für die Zukunft muss ich mir was überlegen ... ggf. auch rückwirkend.
  • Die Verschlagwortung würde ja nur auf die Dateien der Projekte-HD wirken. Bilder, die es in kein Projekt geschafft haben würden auch durch die Verschlagwortung rutschen.
  • Die nichtdestrktive Bearbeitung in Photoshop mittels Ebenenen (bzw. Smart-Objekte) erzeugt enorm große Dateien (teilweise mehrere hundert MByte pro Bild). Der Speicher ist mir zwar im Prinzip egal, nicht aber die Lade- und Speicherzeit der Bilder, wenn man zur manuellen Bearbeitung vor dem PC sitzt. An der HW-Ausstattung mangelt es dabei nicht.
  • Immer noch keine Lösung habe ich für das Problem gefunden, dass auch der Bildausschnitt nondestruktiv ausgewählt werden kann ... auch im Hinblick darauf, dass dieser Schritt (z. B. wegen der Anwendung der automatischen Vignettierungskorrektur oder von NIK Dfine mit ISO-abhängigen Rausch-Pattern) nicht der erste Schritt der Bearbeitung sein kann.

Frage 1: An welcher Stelle kann mir Lightroom Euerer Erfahrung nach hier das Leben merklich erleichtern?
Frage 2: Was kann Lightroom (bzgl. Kenzeichnung, Sortierung, Filterung, Verschlagwortung von Bilder etc.) was die Adobe Bridge nicht kann?
Frage 3: Welche neuen Probleme entstehen bei der Verwendung von Lightroom?
Frage 4: Welchen unersetzlichen Vorteile seht Ihr (noch) für die Verwendung von CNX2 in obigem Workflow?

Lightroom sehe ich mir jetzt über ein Video-Tutorial mal an, aber vielleicht stand der eine oder andere von Euch ja vor der gleichen Fragestellung. An den Mythos, dass CNX2 der "besten" RAW-Konverter ist, kann ich mangels valider Beweisführung langsam nicht mehr glauben. Das es Workflows gibt, die komplett auf CNX2 bauen, ist auch klar, aber das käme für mich nicht in Frage.

Viele Grüße
HaPe
 

bebop

Unterstützendes Mitglied
puh, und ich dachte immer mein Workflow sei schon vielschichtig ... ;-)

Ich selbst verwalte und bearbeite hautpsächlich in Lightroom, vorab-Auswahlen und Bildablage mache ich in ACDSee Pro, weil ich dort die Bilder nicht importieren muss und die Dateiverwaltung direkt machen kann.

Bei einem Punkt kann dir Lightroom auf jeden fall helfen: Die Kategorisierung für verschiedene Nutzungen. Ich löse das dort mit den "Sammlungen"... z.B. gibts da bei mir die Sammlung "Drucken" und dort "10x15", "21x29,7" etc. oder die Sammlung "Familienkalender".

In diese Sammlungen schiebe ich einfach die Bilder rein, wenn ich dann drucken will, habe ich dort schon alles, was es zu verwenden gibt.

vielleicht hilft es.
lg
Bernhard
 
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horstnet

Nikon-Clubmitglied
Hallo,
der Workflow scheint mir an verschiedenen Stellen zu aufwändig. Wozu die unangestastenten Files auf einer separaten Platte? LR verändert die Originale nicht und es genügt vom Datenträger regelmäßig die beliebig große Anzahl von Backups zu ziehen, die man für notwendig hält. Diese beinhalten dann immer automatische die Bearbeitungen und erhalten dennoch die Original-NEFs. Ein separates abspeichern von TIFFs und JPGs ist m.E. unnötig. Ich exportiere nur nach konkretem Bedarf und wandle nicht auf Vorrat um. Durch die Verschlagwortung und die Bewertungsoptionen ergeben sich für mich alle wünschenswerten Differenzierungen.
Mit CNX arbeite ich nicht, so dass ich dazu nichts beitragen kann.
Gruß Horst
 
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