Kommt mal alle langsam wieder auf normale Betriebstemperatur herunter ...
Hallo zusammen,
es ist ja schon seltsam, was ein simples S/W-Dokumentarfoto hier an Diskussion zum Thema: Analog vs. Digital auslösen kann ...
Selbstverständlich wäre es möglich gewesen, diese Aufnahme auch digital anzufertigen und dann mit einer Bildverarbeitung auf alt zu trimmen, aber dies war nicht beabsichtigt. Ich wollte schlicht und ergreifend meine in vielen Situationen erprobte Kamera (FM-2) wieder einmal just for fun benutzen, nicht mehr und nicht weniger! Dabei wollte ich beim Fotografieren einfach durch die pure Konzentration auf diese Art der Fotografie den Kopf freibekommen, also eine Art Streßabbau ... Andere gehen dafür in ein buddhistisches Kloster um Steine zu harken und ich bin mit meiner puristischen Kamera losgezogen. Angenehmer Nebeneffekt war dabei, dass ich die Kamera wieder mal benutzt habe und nicht eine Verharzung befürchten muss. Gleichzeitig habe ich mir mal eine Auszeit von der Zoomsichtweise genommen und bin nur mit vier Brennweiten (35er-Shift, 45, 50 und 85) durch Berlin gezogen, mit der absichtlichen Beschränkung auf drei KB-Filme. Einfach um auch mal in einer Art Selbstdisziplin seinen eigenen Blick auf Motive wieder zu schärfen ...
Ich finde Diskussionen dieser Art (A vs. D) belustigend, da es vollkommen an der eigentlichen Zielrichtung der Fotografie vorbeigeht, nämlich ein Objekt abzubilden. Diesen Weg kann man inzwischen digital oder analog erreichen und dies ist auch gut so! Als ich Anfang der 1980er Jahre mit der Fotografie anfing, waren manche Bilder einfach technisch nicht bzw. nur eingeschränkt machbar, weil es die Analogie nicht hergegeben hat.
Beispiel gefällig?
Nachtaufnahmen waren analog zwar möglich, aber nur mit einem hohen technischen Verständnis (Stichwort für die Älteren: Korrektur nach Schwarzschild) möglich und dies bei sehr hoher Ausschußquote. Dies ist nun mit dem digitalen Equipment deutlich einfacher geworden und dies bei einer deutlichen besseren Ausbeute ...
Andererseits bevorzuge ich bis heute die analoge Projektion gegenüber dem Beamer, da Farbdias (für mich) besser herüber kommen ...
Ich bin persönlich beiden Technologien offen gegenüber eingestellt und benutze immer die Aufnahmetechnik, die mir für den beabsichtigten Zweck am besten geeignet erscheint.
Ich gebe dies zu, dass ich lange am Digitalem gezweifelt habe, inzwischen habe ich aber meinen Frieden damit geschlossen ...
Der größte Teil meiner Aufnahmen entsteht inzwischen digital, wobei es manchmal Situationen gibt, wo ich beide Technologien parallel benutze ...
Allen Beteiligten, die sich auch zu dem Bild geaußert haben, möchte ich an dieser Stelle für ihre Anmerkungen danken! Den Alexanderplatz habe ich seit 1990 aus diversen Blickwinkeln aufgenommen, aber auch bei bestem Sonnenschein wird da kein städtebauliches Glanzlicht draus, nur wenn man ihn farbig aufnimmt ...
In diesem Sinne, viel Spaß beim Fotografieren!