Kannst du mal erklären, was das mit dem Separieren und dem Kuhhandel auf sich hat? Wenn ich es richtig verstanden habe, musst du da das RGB-Bild in ein CMYK-Bild umwandeln, oder? Aber was ist noch alles nötig und was kannst du schon vorher erkennen? Stw: Kuhhandel? Würde mich ehrlich mal interessieren.
Die RGB-Farbräume sind wesentlich größer als die CMYK-Farbräume, zudem kann kein Drucker der Welt mehr als 8 Bit ausgeben. Wenn Dein Motiv irgendwo in der Mitte des Aufnahmefarbraums liegt, merkst Du davon nichts und bei der Umwandlung gibt es keine Verluste.
Wenn Dein Motiv am Rand des Eingabefarbraums liegt, oder große Flächen davon ausfüllt, kann es Probleme geben.
Vergisst Du das Farbprofil einfach mal einen Moment und betrachtest nur die RGB-Werte hat Du einfach Ausgangsmaterial aus drei Hexadezimalwerten, die auf Deinem kalibrierten System meist als sRGB "interpretiert" werden (oder als in dem System voreingestellten Arbeitsfarbraum). Hast Du kein kalibriertes System erhältst Du Zufallsfarben.
Nehmen wir an, Dich interessieren die physikalischen Werte der Eingabedatei doch, weil Du Dir um die Beleuchtung und Belichtung und um den Weißabgleich ein paar Gedanken gemacht hast, dann solltest Du so viel von den Informationen der Eingabedatei wie möglich auf das Zielmedium hinüberetten.
Wie geht das?
Indem Du das eingebetete Farbprofil beibehältst, zum Beispiel "Nikon sRGB" für das Fotolabor als Ausgabemedium, weil das das Profil ist, mit dem Du fotografierst und das von den meisten Fotolabors einigermaßen verstanden wird. Wenn Du es mit den Farben genau nimmst, kannst Du für unkalibrierte Labors auch in sRGB/1996 umwandeln. Der Unterschied ist aber sehr viel geringer als die Fertigungstoleranzen in unkalibrierten Labors.
Noch besser ist ein kalibriertes Labor, das Deinen mitgespeicherten Arbeitsfarbraum beim Belichten berücksichtigt, zum Beispiel fotocommunity prints oder einige Fachlabore.
Geht es in Richtung Offsetdruck verlierst Du - wieder je nachdem wo Dein Motiv im Farbraum liegt, wenige bis sehr viele Informationen.
Dabei hat sich in der Praxis als optimale Möglichkeit die Einbettung des Zielfarbraums in Nikon Capture herausgestellt und das direkte Umwandeln vom RAW nach CMYK. Dann in Photoshop eine CMYK/L*ab-Workflow mit Simulation des Zielmediums nach bestem Wissen und Gewissen.
Das bedeutet, dass man den Drucker nicht als Feind betrachtet, sondern sich selber als voll verantwortlich für eine kugelsichere Datenaufbereitung. Ich schätze mal, dass ich selber noch ein paar Jahre brauche bis ich als RGB-Freak den CMYK/L*ab-Workflow so beherrsche wie ich das wünsche und zwar egal ob mir am Ende 260% oder 340% Farbauftrag zur Verfügung stehen.
Deshalb übe ich jeden Tag und versuche in Foren wie diesem und anderen von der Expertise von Leuten zu profitieren, die mehr wissen als ich und bereit sind das Wissen zu teilen.
Von der Ausgangsfrage haben wir uns nun ein wenig entfernt, aber für meine Begriffe hatte ich diese ja bereits vollständig und korrekt beantwortet.
Herzlich
Frank
PS: "Kuhhandel" bedeutet, dass fast jeder Einsatz von Bildbverbesserungstechniken an einer Stelle des Bildes zu Bildverschlechterungen an anderen Stellen führt.