Welchen Einfluss hat neue Kameratechnik auf das Fotografieren?

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Ich für meinen teil, habe mit der digitalen Entwicklung noch mehr Spaß und Spontanitet beim fotografieren bekommen. Auch die Möglichkeit ungehindert zu experimentieren, bis zum gewünschten Resultat, war bedeutend schwerer und teuerer, früher.
Die Quantität der Bilder im öffentlichem Raum ( Internetz ) ist überwältigend, aber die Qualität zum teil (und zum Glück) auch. Was ich damit meine, es gibt einen Haufen „Naturtalente“ die mit der Technik im Prinzip nichts am Hut haben aber nun, mit der Digitalisierung produktiv werden können und eine / ihre Passion gefunden haben.
 
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Hervorgehoben wurde von mir der Unterschied in den Zeiträumen, in denen er sich um die echten oder vermeintlichen Innovationen "kümmern" musste.

Welcher Unterschied?

Ich entsinne mich in den letzten 3 Jahrzehnten ebenso an Zeiten des völligen Technologiewandels, in welchen dem Fotografen abverlangt wurde, sein Equipment völlig umzustellen, wie an Zeiten der kontinuierlichen Entwicklung bzw. des eher herbei geredeten Scheinfortschritts. Es gab stürmische Phasen, wie der übergangslosen Ablöse der F2 durch die F3. Das war das einzige Mal, dass Nikon seinen Anwendern wirklich das Beil an die Kehle gesetzt hat. Wer dem Fortschritt nicht trauen mochte, dem blieb nur der Abstieg zur FM. Und ob man die im damaligen Nikon Programm überhaupt als "semiprofessionell" einstufen konnte (die EM als echte Einsteigerkamera kam später) wäre wieder eine wunderbar theoretisierende Diskussion.

So frage ich dich Werner, anerkannter Referenzanwender der Nikon F3, also vor versammeltem Forum:

"Wieviele Fotos sind dir für immer verloren gegangen, weil deine elektronische und batterieabhängige Kamera im entscheidenden Augenblick versagt hat? Wieviele einmalige Gelegenheiten hätte dir die mechanische F2 retten können?"

Ernst gemeinte Frage vor dem Hintergrund der hysterischen Ausbrüche, welche die Einstellung der F2 - der Mutter aller Profikameras - begleitet haben. 5 Jahre später hat man darüber gelacht. Mehr als 25 Jahre später kann oder will sich niemand mehr daran erinnern.

Jedenfalls war das das einzige Mal, dass man sich um die "echten oder vermeintlichen Innovationen" kümmern musste. Ich war selbst betroffen. Die praktisch neuwertige F2 habe ich nach einigen Monaten enttäuscht zurück gegeben, weil der Photomic nur Probleme machte. Wahrscheinlich daher das Misstrauen der F2 User gegen die Ekeltronik.

Seither wurde der Nikon User nicht mehr gewaltsam über den Kamm geschoren. Autofokus? Ja haben wir. AF-Kameras mit AF-Objektiven. AF mit MF geht aber auch, halt nur manuell. Nicht wie bei Minolta und Canon ein gewaltsamer Systemwechsel. Digitale SLRs? Ja, gibt es ab sofort. Die Modelle für chemische Fotografie laufen aber weiter, immerhin bis 2005. Ab hier nur mehr die F6. Immerhin noch einmal ein Update auf modernste Technologie.

Die F3 wurde über 20 Jahre lang nicht nur gebaut, sondern auch genutzt.

Meine erste Mamiya habe ich etwa 1980/81 gekauft. Bilder von der ProTL vom Aufnahmejahr 2007 habe ich eingestellt. Da Analogequipment heute unverkäuflich ist, werde ich halt für den Rest meines Lebens alle 15 Jahre díe Spiegeldämpfer tauschen lassen. Die Innovationen und Scheininnovationen der letzten 20 Jahre sind mir im Wesentlichen bekannt. Aus Zeitschriften und aus dem Internet. Und sehr viel habe ich in diesem Forum darüber gelernt. Da ich nie Sport- oder Pressefotograf war, mussten mich solche Innovationen nicht näher kümmern und müssen es auch heute nicht.

Obwohl ich immer erst nachrechnen muss, wieviele Kameras für Film ich eigentlich aktuell besitze, bezeichne ich mich heute mit meiner einen D200 als Digitalfotograf. Dass ich die D200 nicht 20 Jahre verwenden werde, setze ich voraus. Leider ist die neue Technik noch sehr unvollkommen und leider geht die technische Entwicklung sehr schleppend. Bei der Treffsicherheit der AF Syteme, bei der Auflösung und Tonwertwiedergabe der Sensoren hat sich zwar einiges getan, dass Ausmaß der regelmäßigen Verbesserungen zeigt aber, dass da noch gewaltig Luft nach oben ist. Da sind wir wohl "Early Adopters", welche die Entwicklung finanzieren dürfen. Das war aber vor 20 Jahren genau so. Die Nikon F4, die vierzehn Generationen von AF 300mm f/2.8 Objektiven, alles unvollkommene Technik, die in Zehntelschritten vorwärts bewegt wurde. Glücklich der, der damals nicht sein Geld damit verbrennen musste. Glücklich der, der es heute nicht tun muss.

Konsumzwang übt man immer selber aus und man ist ein verdammt armer Hund, wenn man tun muss, was man nicht lassen kann.
 
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Ich kann mich nicht erinnern zu Analogzeiten mit der Lupe meine Bilder betrachtet zu haben. Heute ist es doch der erste Griff, auf 100% Ansicht wechseln und nach Bildfehlern suchen.
Bei der abholung der Bildertaschen vor noch gar nicht so langer Zeit, schaute man im Laden kurz die 10 X 15er Abzüge durch, sotierte das eine oder andere Bild als ausschuß aus und fertig.
Heute kommt man nach Hause, lädt die Bilder von der Speicherkarte auf die Festplatte, schaut die Bilder durch. Ist eines dabei wo es sich lohnt den Drucker oder den Ausbelichter zu bemühen, wird vorher die Lupe genommen und auf 100% gezoomt.
Ist das digitale ein Segen? Klar, warum nicht.
Früher hat man seine Bilder mal im Fotoclub gezeigt oder die Verwandten und Bekannten mussten sich die Bilder bei passender Gelegenheit ansehen.
Heute stellt man sie hier einer schier unglaublichen Menge von unterschiedlichen Menschen zur Betrachtung vor.
Es ist doch um einiges einfacher geworden und auch schneller.

So und nun geh ich raus, denn hier ist wunderbares Licht zum fotografieren.


Bis dann
mal
HaJo
 
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