Hi,
ich erlaube mir mal ein paar kleine Korrekturen:
Ein Weißabgleich, bzw. das Neutral-Stellen von Bildpartien, die neutral werden sollen, ist in jedem Bildformat möglich.
Bei RAW Formaten kann man es vor dem Exportieren in ein anderes Format, in anderen Formaten geht es genauso.
Leider kann ich "nur" Photoshop, daher hier der "klassische Weg" aus der Reproabteilung:
In Bild / Anpassen (o. Einstellen) / Gradationskurven :
Doppelklick auf die Pipette "Weisspunkt setzen", die rechte von den dreien: im Dialog bei CMYK 5 - 3 - 3 - 0 eintragen. Schließen.
Damit hat man definiert, das die Bildpartie, die man mit dieser Pipette anklickt, gerade noch eine Spur Zeichnung behält und nicht weiß ausfrisst. Diese Werte beziehen sich auf den Offsetdruck, m.M. kann man die für Prints übernehmen. Die 5 für Cyan bewirkt, dass in den Lichten etwas mehr Cyan ist, um den meist etwas warmen Papierton auszugleichen.
Dann die mittlere Pipette doppelklicken: In RGB 128 - 128 -128 eintragen. Schließen. Damit ist ein mittleres neutrales Grau definiert. Damit kann man auch in helle Stellen wie die weißen Kleider klicken, deren Farbton wird dann neutral gestellt.
Linke Pipette doppelklicken (Schwarzpunkt setzen): In RGB: 5 - 5 -5 eintragen. Damit ist das Schwarz definiert, das gerade noch kein völlig zugelaufenes Schwarz ist. Schließen.
Photoshop merkt sich diese Einstellungen.
Bilder bearbeiten: Pipette anwählen, 3x3 oder 5x5 Pixel anwählen. Mit einem Pixel erwischt man eben nur 1 Pixel, das kann wilde Effekte bringen.
Strg M / Apfel M klicken (oder Bild / Anpassen / Gradationskurven), Weißpipette anwählen, die Bildpartie anklicken, die gerade noch Zeichnung in den Lichten haben soll.
Analog dazu mit Schwarzpunkt und Neutral-Pipette.
So hat man sichergestellt, dass das Bild (wie gerne gewünscht) den ganzen druckbaren Tonwertumfang nutzt und das, was farbneutral sein soll, farbneutral ist. Wenn einem dann die Mitteltöne zu duster sind, kann man vorsichtig an der Gradationskurve unter Sichtkontrolle ziehen.
Natürlich kann man das auch in den Farbkanälen direkt regeln oder mindestens vier anderen Werkzeugen. O.g. Weg ist sozusagen der quantifizierbare, vorgestellt in den Workshops von Fritz Maurer und Jost Marchesi.
In RAW-Konvertern gibt es etwas wie "Neuer WA - Weiß anklicken", das ist ein Pendant zur Grau-Pipette. In andern EBV-Programmen dürfte es ähnliche Werkzeuge geben.
Eine Digitalkamera ohne eigene EBV: Okay, ist eher suboptimal, aber viele Labore nehmen gerne die Speicherkarten entgegen und korrigieren auch die Bilder. Kostet ein paar Euro, aber für den Preis eines Durchschnitts-Rechners und einer Photoshop-Lizenz kann man schon ein paar Urlaube zu Papier bringen lassen...
Grüße
Christian