Warum sind die Kommunionskleider blau?

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biber

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Hallo zusammen.
Bei der diesjährigen Kommunion hat mir mein Freund seine D40x mit Kit Zoom 18-55 in die Hand gedrückt und gesagt: "mach mal ein paar Bilder.." Die Bilder in der Kirche sind auch ganz ordentlich geworden. Nur draussen verwandelten sich die strahlend weißen Kleider plötzlich in blaue.

Könnt Ihr mir sagen, was ich falsch gemacht habe? Inzwischen habe ich zwar eine D200 aber das schützt mich ja nicht unbedingt vor solchen Fehlern.http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/images/smilies/nixweiss.gif


Aus Diskretionsgründen kann ich hier nur einen Ausschnitt zeigen.
Vielen Dank für eure Hilfe.

Schöne Grüße aus Köln
Thomas (biber)
 
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Moin,

Sequenzer schrieb:
hm... wenn also der WB auf auto war und die belichtungsmessung in dem fall egal ist, was hat er dann falsch gemacht?

Er gar nichts, der automatische Weißabgleich hat irgendeine Kurve nicht gekriegt.
 
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Wolle schrieb:
Er gar nichts, der automatische Weißabgleich hat irgendeine Kurve nicht gekriegt.

aha... ok.. schade... wenn man die möglichkeit der EBV nicht hat muss man damit wohl leben.

PS: ich hoffe ich nerve nicht zu viel mitmeinen anfängerfragen
 
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Moin,

Sequenzer schrieb:
PS: ich hoffe ich nerve nicht zu viel mitmeinen anfängerfragen

Ist schon OK. Auch wir, die wir uns für alte Hasen halten, lernen aus solchen Fragen eine Menge, weil sie uns zwingen, die Angelegenheit, die uns ungefähr klar war, bis zu Ende zu durchdenken.

Edith: mein 5700stes Posting. Wo soll das bloß enden?
 
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Sequenzer schrieb:
aha... ok.. schade... wenn man die möglichkeit der EBV nicht hat muss man damit wohl leben.

Man kann den Weißabgleich auch manuell einstellen. Ich verwende an meiner D200 den automatischen Weißabgleich nur dann, wenn die fest programmierten Stufen (Tageslicht, Blitz, Bewölkt, Leuchtstoffröhren, Glühlampen) nicht passen. Man kann noch weiter gehen und einen Weißpunkt messen oder die Farbtemperatur in Kelvin einstellen, aber so weit gehe ich nicht.

Unabhängig davon macht eine digitale Spiegelreflex ohne EBV keinen Sinn. Wer keinen PC für den RAW-Konverter, dazu ein Programm mit zumindest einfachen EBV-Funktionen sowie einer großen Festplatte und DVD-Brenner anschaffen und betreiben möchte, sollte vom Kauf einer DSLR absehen.

Gruß
Uwe
 
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Wolle schrieb:
Tja, Analog-Kameras haben derartige Probleme nicht...

Und ob! Mach mal paar Dias im Schatten bei schönem Wetter und blauem Himmel. Die Schatten werden halt nur vom blauen Himmel beleuchtet und sind dann per se blau.

Grüße - Bernhard
 
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Moin,

BernhardJ schrieb:
Und ob! Mach mal paar Dias im Schatten bei schönem Wetter und blauem Himmel. Die Schatten werden halt nur vom blauen Himmel beleuchtet und sind dann per se blau.

Weiß ich schon, aber bei strahlendem Sonnenschein war selbst auf Velvia der Schnee im Schatten nicht annähernd so krass.
 
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Sequenzer schrieb:
aha... ok.. schade... wenn man die möglichkeit der EBV nicht hat muss man damit wohl leben.

dann hast du dir mit einer digitalen spiegelreflexkamera aber nicht unbedingt einen gefallen getan...
 
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Hi,

ich erlaube mir mal ein paar kleine Korrekturen:

Ein Weißabgleich, bzw. das Neutral-Stellen von Bildpartien, die neutral werden sollen, ist in jedem Bildformat möglich.
Bei RAW Formaten kann man es vor dem Exportieren in ein anderes Format, in anderen Formaten geht es genauso.

Leider kann ich "nur" Photoshop, daher hier der "klassische Weg" aus der Reproabteilung:
In Bild / Anpassen (o. Einstellen) / Gradationskurven :
Doppelklick auf die Pipette "Weisspunkt setzen", die rechte von den dreien: im Dialog bei CMYK 5 - 3 - 3 - 0 eintragen. Schließen.
Damit hat man definiert, das die Bildpartie, die man mit dieser Pipette anklickt, gerade noch eine Spur Zeichnung behält und nicht weiß ausfrisst. Diese Werte beziehen sich auf den Offsetdruck, m.M. kann man die für Prints übernehmen. Die 5 für Cyan bewirkt, dass in den Lichten etwas mehr Cyan ist, um den meist etwas warmen Papierton auszugleichen.

Dann die mittlere Pipette doppelklicken: In RGB 128 - 128 -128 eintragen. Schließen. Damit ist ein mittleres neutrales Grau definiert. Damit kann man auch in helle Stellen wie die weißen Kleider klicken, deren Farbton wird dann neutral gestellt.

Linke Pipette doppelklicken (Schwarzpunkt setzen): In RGB: 5 - 5 -5 eintragen. Damit ist das Schwarz definiert, das gerade noch kein völlig zugelaufenes Schwarz ist. Schließen.

Photoshop merkt sich diese Einstellungen.

Bilder bearbeiten: Pipette anwählen, 3x3 oder 5x5 Pixel anwählen. Mit einem Pixel erwischt man eben nur 1 Pixel, das kann wilde Effekte bringen.

Strg M / Apfel M klicken (oder Bild / Anpassen / Gradationskurven), Weißpipette anwählen, die Bildpartie anklicken, die gerade noch Zeichnung in den Lichten haben soll.
Analog dazu mit Schwarzpunkt und Neutral-Pipette.

So hat man sichergestellt, dass das Bild (wie gerne gewünscht) den ganzen druckbaren Tonwertumfang nutzt und das, was farbneutral sein soll, farbneutral ist. Wenn einem dann die Mitteltöne zu duster sind, kann man vorsichtig an der Gradationskurve unter Sichtkontrolle ziehen.

Natürlich kann man das auch in den Farbkanälen direkt regeln oder mindestens vier anderen Werkzeugen. O.g. Weg ist sozusagen der quantifizierbare, vorgestellt in den Workshops von Fritz Maurer und Jost Marchesi.

In RAW-Konvertern gibt es etwas wie "Neuer WA - Weiß anklicken", das ist ein Pendant zur Grau-Pipette. In andern EBV-Programmen dürfte es ähnliche Werkzeuge geben.

Eine Digitalkamera ohne eigene EBV: Okay, ist eher suboptimal, aber viele Labore nehmen gerne die Speicherkarten entgegen und korrigieren auch die Bilder. Kostet ein paar Euro, aber für den Preis eines Durchschnitts-Rechners und einer Photoshop-Lizenz kann man schon ein paar Urlaube zu Papier bringen lassen...


Grüße
Christian
 
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Hey Christian,

danke für Deine ausführliche Beschreibung. Im Prinzip wusst ich das zwar schon, aber mit den ganzen Tricks wie Pipettengröße und so, das ist neu für mich.

Gruß Erik
 
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KrischanDO schrieb:
Hi,

ich erlaube mir mal ein paar kleine Korrekturen: .......

Grüße
Christian

Hallo Christian vielen Dank für deine Ausführungen. Ich weiss zwar tatsächlich immer noch nicht, was immer noch nicht warum es falsch belichtet wurde, aber ich weiß jetzt wenigstens, wie ich es reparieren kann...:up:

Grüße aus Köln
Thomas
 
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ich erlaube mir auch eine ganz minikleine Korrektur:
3 2 2 reicht völlig aus. 5 3 3 ist schon richtig Tonwert im Gegensatz zum Papierweiß. Je nach dem was für Farbvoreinstellungen man gemacht hat ergeben sich daraus die passenden RGB-Werte, hier sind es 250 250 250.
KrischanDO schrieb:
Die 5 für Cyan bewirkt, dass in den Lichten etwas mehr Cyan ist, um den meist etwas warmen Papierton auszugleichen.
Das ist leider falsch. Die Farben Magenta und Gelb werden leicht unter dem Cyan-Wert abgesetzt, da sie als physikalische Druckfarbe eine höhere Farbintensität besitzen. 5 5 5 sieht einfach bräunlich aus.
 
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