und anderen Begegnungen, die ich während einer China Rundreise im vergangenen Jahr hatte, möchte ich euch in den nächsten Tagen einige Eindrücke vermitteln.
Von Shanghai aus ging es mit dem Schnellzug Richtung Norden, etwa vier Stunden entlang des ca. 6380 km langen Yangzi nach Maoping.
Anschließend mit einem abenteuerlichen Gefährt runter zum Anleger auf unser Schiff, mit dem wir dann nach vier Tagen auf dem Drei-Schluchten-Staudamm Chongqing erreichten.
Einige Tage nach unserer Reise kenterte bei Sturm eines dieser großen Schiffe und über 400 Menschen verloren bei diesem tragischen Unglück ihr Leben.
An Bord wurden schnell erste Kontakte geknüpft.Fotografieren war gar kein Problem, die Menschen waren sehr neugierig und hatten sichtlich Spaß.
Chinesen haben einen sehr ausgeprägten Spieltrieb. Auf dem Oberdeck des Schiffs befanden sich diverse Spieltische, die schnell gut belegt waren. Neugierig drängten sich die Zuschauer an den Tischen und ich wurde eingeladen, mich dazu zu setzen.
Der Drei-Schluchten-Staudamm ist ein auch für chinesische Verhältnisse sehr umstrittenes Prestigeobjekt. Notwendiger Hochwasserschutz, Sicherung der Energieversorgung und Verbesserung der Schifffahrt werden als Argumente der Befürworter genannt. Wieviele Menschen bei einem der größten Bauprojekte der Welt zwangsumgesiedelt werden mussten, kann nur grob geschätzt werden. 3 - 4 Millionen Menschen sind in neu angelegte Städte gezogen. Etwa ebenso viele sind inzwischen aus ökologischen Gründen umgesiedelt worden. Immer wieder hört man von Problemen bei Entschädigungszahlungen. Die Bauern haben ihre Erwerbsgrundlage verloren und verdingen sich als Tagelöhner in den Megastädten. Religiöse Gefühle wurden verletzt, weil die Gräber ihrere Vorfahren nun in bis zu 175 Meter tiefen Wasser liegen. Dazu kommt die Angst ob die 3000 Meter lange Staudammmauer einem Erdbeben oder einem militärischen Angriff standhält. Wenn nicht, wird die gesamte Region bis Shanghai geflutet.
An der Stauanlage sind militärische Verteidigungsanlagen stationiert, es war aber nicht so viel Militär sichtbar, wie später in Tibet.
Im Informationszentrum ist ein sehr anschauliches Modell dieses gewaltigen Schleusensystems aufgebaut.
Das Wasser wird hier auf rund 650 Kilometer Länge gestaut. Die Schifffahrt hier war nach Auskunft unseres Guides seit jeher sehr gefährlich. Es kam immer wieder zu schweren Schiffsunglücken. Auch zwei deutsche Kanonenboote waren zu Zeiten des Boxeraufstandes und danach auf dem Yangze als Patrouillenboote eingesetzt. Angeblich sei zwischen 1900 und 1910 hier auch ein deutsches Boot gesunken, darüber habe ich trotz intensiver Recherche aber nichts Näheres gefunden.
Überall entsehen scheinbar aus dem Nichts riesige neue Städte. Dazu viele neue Brücken, mandarin angestrichen. Großflächige Erdrutsche könnten ein richtiges Problem werden. Nach vier Tagen erreichten wir dann bei Sonnenaufgang die Metropole Chongqing. Im gesamten Einzugsgebiet sollen hier angeblich bis zu 35 Millionen Menschen leben.
Während die Menschen morgens an einem ganz gewöhnlichen Tag vor der extravaganten großen Volkshalle tanzen, machen wir einen kleinen Gang durch die Altstadt.
Weiter ging es mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan. Bekannt ist die Stadt für ihre gute Küche, dem Tee und der Panda-Aufzuchtsstation. Um die vom Aussterben bedrohten letzten etwa 1600 Großen Panda Bären zu retten, wurde diese Anlage gebaut. In den weitläufigen Gehegen leben über 60 Tiere.
Trotz aller Züchtungserfolge, die bei den sexmuffeligen Pandas in erster Linie auf künstlicher Befruchtung basieren, gibt es große Probleme beim Auswildern der Tiere.
Die Züchtungen sind deutlich größer und schwerer als ihre freilebenden Artgenossen. Vor einigen Jahren hat man den Star dieser Anlage, das größte, schwerste und cleverste Männchen, in die freie Wildbahn entlassen. Es wurde nach wenigen Tagen mit heftigsten Kampfspuren tot aufgefunden. Die Auseinandersetzung mit einem männlichen Rivalen hatte es nicht überlebt. War vermutlich Kung Fu Panda.
#36
Dieser freche kleine Kerl ist übrigens der Kleine Panda.
Bekannt ist Chengdu für die Vielzahl seiner Teehäuser in der Jinli Gasse. Dort wird neben dem berühmten Puh-Erh Tee die gesamte Bandbreite an grünem Tee, Jasmin Tee und Acht-Kostbarkeiten-Tee angeboten.