Von Beijing nach Kathmandu, quer durch Tibet und den Himalaya

lokatz

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Jeder unserer Freunde kennt das schon: Meine Frau und ich sind reiselustig.

Dennoch waren alle einhellig der Meinung, dass wir dieses Mal übertrieben. Quer durch China bis nach Nepal? Von Beijing über Lhasa nach Kathmandu? Auf dem Landweg? Mit Stopp am Everest Base Camp? In nur zwei Wochen? Mit drei Kindern (Nichten/Neffen im Alter von 11 bis 15)? Wir müssen verrückt sein!

Zur Verdeutlichung hier eine Karte unserer Reisestationen und Zwischenhalte. Die Gesamtstrecke, in den Osterferien 2026 absolviert, betrug deutlich mehr als 5,000 Kilometer. Nicht gerade ein Nachmittagsspaziergang...

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Um ehrlich zu sein, war uns im Vorfeld ja auch etwas mulmig zumute. Zwar war die Reise bis auf die Start- und Endaufenthalte von einem chinesischen Reiseveranstalter durchorganisiert. (Ohne darf man nicht nach Tibet.) Dennoch boten sich genug Herausforderungen, von der Verständigung über das Essen bis zur Höhenlage. Immerhin lag der höchste Punkt unserer Reise auf 5.250 Metern. Wir waren vorher maximal auf 4.500 Metern gewesen, die Kids überhaupt noch nicht in höheren Berglagen. Ich war zwar zuvor schon einige Male in China, allerdings war dies hier doch etwas Anderes. Ob das alles gutgehen würde?
 
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Kurz gesagt: Ja, im Großen und Ganzen schon. Es gab zwar leichte Probleme mit der Höhe (dazu später mehr) und ab und an kleinere Nachwuchs-Aufstände wegen fehlendem Internet oder westlichem Essen, aber insgesamt haben alle das Abenteuer nicht nur überstanden, sondern sehr genossen. Einiges wird uns unvergesslich bleiben.

Aber vielleicht erzähle ich einfach mal drauflos. Ich mache das im Tempo der Reise; heute berichte ich also nur vom ersten Tag:


Nach langem Flug in Beijing angekommen, verlief der erste Nachmittag ruhig. Auch die Fahrt quer durch die 22-Millionen-Stadt war lang, danach war erst einmal eine Pause angesagt. Abends ging es noch zu einem kleinen See nahe dem Stadtzentrum, wo Einheimische den lauen Abend genossen.

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3 Kommentare
Wölkchen
Wölkchen kommentierte
L
lokatz kommentierte
Da kann ich etwa 150 Bilder versprechen, davon einige wirklich spektakulär! :giggle:
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
Superspannend!
 
Die 90-minütige Fahrt führte uns nach Mutianyu, nordöstlich der Stadt. Dort hieß es zunächst einmal, lange anzustehen, was in unserem Fall eine gute Stunde bedeutete. Während der Wartezeit konnte man diesen Herrn bewundern:

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Ohne respektlos sein zu wollen: Es gibt Sehenswürdigkeiten auf der Welt, die man eher abhakt. Für mich gehört zum Beispiel der Eiffelturm in diese Kategorie. Toller Ort, toller Blick, aber gesehen, oben gewesen, und gut ist’s. Dagegen gibt es andere Orte, deren Magie man sich nicht entziehen kann. Wer einmal das Taj Mahal um sechs Uhr morgens aus der Ferne gesehen hat, weiss wahrscheinlich, wovon ich spreche: Es ist so unwirklich und in seiner Umgebung geradezu außerirdisch, dass man einen ganz eigenen Zauber dabei spürt und diesen Anblick nie vergisst.

So ähnlich ging es mir mit der Great Wall of China, der Großen Mauer. Das Ding ist ungeheuer beeindruckend.

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Dennoch war ich überwältigt.

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Es gibt nicht DIE EINE Mauer. Dieses zwischen dem 5.und dem 17. Jahrhundert errichtete Bauwerk besteht in Wirklichkeit aus vielen Segmenten und Teilabschnitten, die zum Teil sogar parallel zueinander verlaufen und somit gestaffelte Befestigungslinien darstellen. Einige Segmente sind Tausende Kilometer lang. Die Gesamtlänge betrug über 21.000 Kilometer!
 
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Die Fotos hier, wie auch die meisten Abbildungen, die man sonst so sieht, zeigen die restaurierten Abschnitte der Großen Mauer. Die repräsentieren allerdings nur einen sehr kleinen Teil des Gesamtbauwerks. Dementsprechend stößt man immer wieder auf Schilder wie dieses, das das “Ende der Ausbaustrecke“ signalisiert.

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Insgesamt ein toller Besuch.


Um vom Berg wieder herunterzukommen, konnte man eine lange Rodelbahn mit Plastikschlitten herunterrutschen. Deren Warteschlange war aber derart lang, dass wir dann doch dem Sesselllift den Vorzug gaben.

Nach einem Wegestopp mit ausgezeichneten chinesischen Essen ging es zurück nach Beijing.
 
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3. Tag

Eigentlich wollten wir ja am nächsten Morgen in die Verbotene Stadt, den alten Kaiserpalast Chinas. Laut verschiedenen Infos im Internet ist es für Ausländer kein Problem, kurzfristig Tickets zu bekommen. Das sahen leider die Aufseher und offiziellen Kartenverkäufer auf dem vorgelagerten Tiananmen (Platz des Himmlischen Friedens) anders. Sowohl am Tag zuvor als auch an diesem Tag war es uns unmöglich, Einlaß zu erhalten. Blöd gelaufen!

Ersatzweise fuhren wir zum weiter südlich gelegenen Himmelstempel, ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe, in dem die chinesischen Kaiser für eine gute Ernte beteten.

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Hier wie auch anderswo fielen uns immer wieder in traditionelle Trachten gekleidete Frauen auf, die allerdings ungefähr so authentisch wirkten wie heutzutage die Oktoberfestdirndlgirls in München. ;)

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Das Schuhwerk passte jedenfalls nicht immer zum Aufzug.
 
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Viel Zeit hatten wir hier ohnehin nicht, denn am frühen Nachmittag ging es vom sehr ungewöhnlich aussehenden Bahnhof Beijing West…

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Diese Züge sind hochmodern, auch wenn die Innenausstattung auf uns etwas altbacken wirken mag.

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