Hallo Andreas,
ich bin von der D50 auf eine S3 umgestiegen, das sind ja zumindest ähnliche Bedingungen, von denen ich da berichten kann. Die D50 liegt jetzt in der Kiste und wartet darauf, in vier Tagen in die Bucht verschifft zu werden. Seit die S3 in Betrieb ist, habe ich die D50 genau wie die FE2 nicht mehr benutzt
Bildqualität
Auf Deine Frage: ich finde, dass die S3 in Richtung "nicht messbare Bildverbesserung" geht. Von der Schärfe halte ich sie der D50 ebenbürtig oder ehrlich gesagt manchmal sogar unterlegen, das wird für Dich also schätze ich ein Rückschritt. Allerdings wiegen das viele Vorteile auf: die Bilder sind nicht so gelbstichig, die Farben sind bei hohen ISOs fast genauso gut wie bei niedrigen ISOs und ganz wichtig: der Dynamikumfang ist Wahnsinn. Ich habe viele Bilder wie mit der D50 in der Annahme gemacht: "okay, Vordergrund gut belichtet, Himmel keine Zeichnung". Am Monitor merkte ich schnell, dass die S3 so schnell nichts aus der Fassung bringt. Wenn ich nicht mutwillig überbelichte, meistert der Sensor alles, was Film auch kann.
Geschwindigkeit
Der Wermutstropfen Geschwindigkeit ist für mich keiner. Ich habe den Puffer der D50 (12 Bilder) nie voll bekommen. Ich habe nie mehr als drei Bilder in Serie geschossen. Und seit ich diesen saulahmen Wiedergabemodus habe, geben mir die "lass mal die Bilder von vor 3 Sekunden sehen"-Leute die Kamera nach 10 Sekunden wieder.
Der AF ist mMn der D50 unterlegen aber ich bin nicht der Hektiker, den das stört. AF-Motor ist natürlich immer praktisch.
Bedienung
Man merkt der Kamera an, dass sie gelinde gesagt ein Frankenstein ist. Zwei separate Menüs sind gewöhnungsbedürftig. Dafür hat man viel mehr Funktionen direkt zugänglich (Messfelder, AF-S/C/M) und eine Abblendtaste. Der Hochformatauslöser macht sich genau wie das restliche Handling auch ganz passabel, wenn ich immer von dem Gemecker über den MB-200 lese. Das zweite Einstellrad ist nicht so nützlich wie ich dachte (die D50 hatte auch nur eins). Dafür hat man hinten das zweite Display und das zeigt die ISO und Uhrzeit an. Für organisierte Menschen nutzlos, für mich die Rettung: nie wieder unabsichtlich verrauschte Bilder, nie wieder ohne Uhr bei wichtigen Fototerminen.
Die Stromversorgung ist ein echtes Pro: Wenn man mit Blitz unterwegs ist nur noch ein Ladegerät und nicht wie beim D50-Batteriegriff eine total unmögliche Batteriezahl von 6.
Der Speicher ist ein contra, SD-Karten kann man in den meisten Notebooks lesen, CF seltener. Zudem ist der CF-Slot nur halb so schnell wie der XD-Slot und was Fuji bei der Erfindung dieses Mediums geritten hat, werde ich nie verstehen. Dafür komme ich als Firewire-Freund auf meine Kosten.
Plädoyer
Und das bringt mich zu dem Plädoyer für die S3: vor ein paar Tagen bekam ich die ersten digitalen Abzüge auf Fujifilm Pro Matt und... ich hätte sie nicht mehr von einem Negativabzug unterscheiden können.
Also: wenn Du das letzte Quentchen Schärfe brauchst eher nicht, für alles andere ja!
Gut Licht
benjamin