Tamron 70-200 2.8 G2 Bedeutung der VC-Modi

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Wühlmaus

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Hallo,

ich besitze seit 10 Monaten das Tamron 70-200 2.8 G2. Es bietet ja drei verschiedene VC-Modi. Unter den Modi 1 und 2 kann ich mir ja halbwegs etwas vorstellen, aber mit Modus 3 habe ich Kopfprobleme.

Alles was ich bisher dazu finde ist das 100x abgekupferte aber nie näher erläuterte Marketing-Gewäsch:
  • VC Modus 1: Standard-Modus mit kontinuierlicher Stabilisierung, der für eine optimale Balance zwischen ruhigem Sucherbild und stabilisierter Bildprojektion
  • VC Modus 2: Modus speziell für horizontale Kamerabewegungen (Mitzieher)
  • VC Modus 3: Maximale Stabilisierung der Bildprojektion, Sucherbild wird nicht stabilisiert

Wenn ich im Modus 3 durch den Sucher schaue und die Kamera dabei kräftig schüttele, sehe ich in der Tat, das sich das Sucherbild innerhalb des Sucherausschnitts viel stärker bewegt als z.B. im Modus 1.

Aber wenn sich das Motiv im Sucherausschnitt bewegt, dann bewegt es sich doch auch gegenüber dem Sensor und verwackelt damit ? Oder läuft im Modus 3 da nach dem Hochklappen des Spiegels etwas völlig anderes ab als vor dem Hochklappen bzw. auch als im Modus 1 ? Und wenn ja, warum ist es Tamron technisch nicht möglich, vor und nach dem Hochklappen gleich gut zu stabilisieren ?
 
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mhensche

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Hi,

im dritten Modus wird erst im Moment des Auslösens stabilisiert. Damit hast du die maximal mögliche Stabilisierung, dafür wackelt das Sucherbild. Bei den anderen ist das Sucherbild stabilisiert, dafür bist du aber beim Auslösen vielleicht schon im Grenzbereich der möglichen Auslenkung und verschenkst somit ggfs. Ausgleichspotenzial.
 
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Wühlmaus

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Ah, danke - das erklärt's.

Das heißt also, dass im Modus 3 nicht per se immer besser stabilisiert wird, sondern nur die Wahrscheinlichkeit minimiert wird, dass die Stabi durch Erreichen der Auslenkungsgrenzen behindert wird. Bei einem Tattergreis wie mir vielleicht nicht ganz unerheblich.:D

Allerdings ist es nun so, dass ich an meiner D750 Autofokus und Auslösung getrennt habe, indem ich die AE-L/AF-L Taste mit "Autofokus aktivieren" belegt habe. Anscheinend (d.h. den Geräuschen nach zu urteilen) läuft die Stabilisierung oder ein Teil davon bereits mit dem Drücken der AE-L/AF-L Taste los - also zusammen mit dem Autofokus. Und das obwohl auch dann im Sucher noch keine Stabilisierungswirkung sichtbar ist. Heißt das, dass mit der AE-L/AF-L Taste die bewegliche Stabilinse schon mal grob in (die Mitten-) Position geschoben wird und im Moment des Auslösens nur noch die dynamische Variation zwecks Bewegungsausgleich dazu kommt ?

Heißt das weiterhin, dass die berüchtigten Verwackelungen durch fast gleichzeitiges Aktivieren der Stabi und Auslösen mir auch im Modus 3 erspart bleiben, wenn ich die AE-L/AF-L Taste nur früh genug vor der Auslösung drücke ?

Der Hintergrund meiner Fragerei ist folgendes Szenario: Springreiterei mit Autofokus auf "AFC d9". Da habe ich schon Schwierigkeiten, im Modus 3 das Objekt (Pferdekopf oder Oberkörper des Reiters) mit dem zentralen Autofokusfeld überhaupt sauber anzupeilen - natürlich wegen der Eigenbewegung des Objekts, aber eben auch durch meine eigenen Verwackelungen. Im Stabimodus 1 gelingt es mir jedenfalls besser, dem Objekt exakt zu folgen. Aber das ist ja immer nur der Eindruck im Sucher. Was unterm Strich im Foto herauskommt, ist dann eine ganz andere Frage. Bevor ich dazu endlose Testreihen starte, wollte ich mal verstehen, wo rein technisch die Unterschiede liegen, um zu wissen, worauf ich beim Testen achten muss.
 
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mhensche

Sehr aktives NF Mitglied
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Hi,

leider kann ich dir deine weiteren Fragen nicht beantworten, nur zwei Punkte aus meiner persönlichen Erfahrung:
Ich nutze auch die stabilisierende Ansicht im Modus 1, weil mir das ruhige Sucherbild bei der Wahl des Bildausschnitts hilft. Mit Modus 3 habe ich keine Erfahrung.
Beim Springreiten verwende ich mindestens 1/800 (wegen Bewegungsunschärfe) oder kürzer, da hilft der Stabi sowieso nicht gegen Tatter, ist eh verwacklungsfrei. Da hilft dann wieder das zuerst Gesagte :)
 
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Wühlmaus

Sehr aktives NF Mitglied
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Danke, Michael - das hilft mir schon weiter. Die 1/800 s ist in etwa auch mein Erfahrungswert. Wenn sich nur alle Provinz-Reithallen mit ihrer Beleuchtung dran halten würden ... :)
 
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