Es existieren ja bereits eine ganze Reihe Threads und Fragen zur Geschwindigkeit von Speicherkarten. Nicht zuletzt hat Rob Galbraith die "absolute" Kartengeschwindigkeit für zahlreiche Kameras mit ebenso zahlreichen Kartentypen gemessen.
Bezüglich meiner D700 bleiben für mich aber trotzdem einige praktische Fragen offen, zu denen ich noch nirgends Informationen gefunden habe:
1. Habe ich wirklich die "optimalen" Kameraparameter für schnelle Serienbildaufnahmen eingestellt?
2. Wie viele Aufnahmen am Stück kann ich denn nun mit einer bestimmten Speicherkarte tatsächlich aufnehmen, bevor die Serienbildgeschwindigkeit einbricht?
3. Wie lange benötigt die D700 bei unterschiedlichen Karten, um den Inhalt des Pufferspeichers auf die jeweilige Karte zu schreiben?
4. Bringt die neue SanDisk Extreme Pro Speicherkarte mit einer nominell erreichbaren Speichergeschwindigkeit von 90MB/s in der D700 noch weitere Vorteile bei Serienbildaufnahmen?
Ich habe deshalb zu diesen Fragestellungen zwei Testreihen mit den mir zur Verfügung stehenden Speicherkarten durchgeführt. Dabei zeigen sich meiner Ansicht nach ein paar interessante Ergebnisse. Bitte beachtet, dass es sich hier um einen Versuch mit einfachsten Mitteln handelt! Als Hilfsmittel habe ich ausschließlich einen (sekundengenauen) Wecker verwendet, es handelt sich daher also um eine nur etwa sekundengenaue Abschätzung der jeweiligen Speicherdauer!
Meine Versuchsdurchführung:
Nach Einstellung der entsprechenden Kameraparameter (s. u.) habe ich eine Serienbildaufnahme bis zum sogenannten "Einbruch" der Serienbildgeschwindigkeit der Kamera durchgeführt. Ich habe 1. die ANZAHL der Serienbildaufnahmen notiert, die ich am Stück machen konnte, und 2. die ZEIT vom Durchdrücken des Auslösers bis zum Ende des Speichervorgangs (= erlöschendes grünes Licht) notiert. (Im Zweifelsfall habe ich auf die nächste Sekunde aufgerundet.) Alle Versuche habe ich mindestens zweimal durchgeführt. Die Ergebnisse zeigt Tabelle 2.
Außerdem wollte ich wissen, wie sich die eingestellte Serienbildgeschwindigkeit auf Bildanzahl und Speicherdauer auswirkt. Ich habe dafür die SanDisk Extreme Pro (90MB/s) und die Lexar Professional (45MB/s) in der Einstellung "RAW, verlustfrei komprimiert" verglichen (Tabelle 3).
Neben der gesamten Speicherdauer ist natürlich auch die Zeit interessant, die die Kamera nach Beendigung der Serienbildaufnahme benötigt, um die restlichen Bilder abzuspeichern und somit wieder den gesamten Pufferspeicher freizugeben. Sie ergibt sich als Differenz von "Speicherdauer" und "Serienbildanzahl" / "Serienbildgeschwindigkeit".
Die SanDisk Extreme Pro benötigt beispielsweise nach der Aufnahme von 100 JPEGs noch 15s - (100B / 8B/s) = 2,5s, um alle Daten auf die Karte zu schreiben (und den Pufferspeicher vollständig zu leeren), die Lexar Professional nach Aufnahme von 48 JPEG-Bildern noch 11s - (48B / 8B/s) = 5s. Man darf sich hier also nicht von der kürzeren Gesamt-Speicherzeit der Lexar-Karte täuschen lassen.
Bei den JPEG-Aufnahmen mit 8B/s war das Feststellen der Serienbildanzahl nicht ganz einfach, da die Anzahl aufzunehmender Bilder leichte schwankte (mit meinen Mitteln zumindest nicht genauer feststellbar) und vor allem die schnelleren Karten auch mit sehr kurzem Abstand bereits das nächste Bild auf die Karte schreiben konnten.
Verglichene Speicherkarten:
1. SanDisk Extreme Pro UDMA6, 16GB, 90 MB/s / 600x
2. Lexar Professional UDMA, 4GB, 45MB/s / 300x
3. SanDisk Extreme III, 16GB, 30MB/s / 200x
4. SanDisk Ultra II, 4GB, 15MB/s, 100x
Eingestellte Kamera-Parameter:
Bildgröße: L
Bildfeld: FX
JPEG-Kompression: Einheitliche Dateigröße
Bildqualität: JPEG fine / RAW / RAW + JPEG fine
RAW-Farbtiefe: 14bit / 12bit
RAW-Kompression: Nicht komprimiert / verlustfrei komprimiert / komprimiert
Weißabgleich: Voreinstellung Glühlampe
Aktives D-Lighting: OFF
Vignettierungskorrektur: OFF
Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtungen: OFF
Rauschreduzierung bei ISO+: OFF
ISO-Empfindlichkeits-Einstellung: 200 / ISO-Automatik OFF
Bild-Authentifikation: OFF
Bildkontrolle: OFF
Fokussierung: manuell
Belichtungsmodus: M (manuell)
Belichtungszeit: 1/1000s
Stromquelle: MB-D10 mit EN-EL4, frisch geladen
Mein Fazit:
Bei 8B/s gewinnt man mit der SanDisk Extreme Pro (90MB/s) deutlich bei der Anzahl möglicher JPEG-Aufnahmen (maximale 100 gegenüber ca. 48 bei der Lexar Professional). Bei RAW-Aufnahmen in dieser Geschwindigkeit ist keine oder kaum eine Steigerung der Anzahl möglicher Aufnahmen zwischen den beiden Karten festzustellen. Allerdings verringert sich die Zeit, bis die restlichen Aufnahmen aus dem Pufferspeicher auf die Karte übertragen werden, bei Verwendung der SanDisk Extreme Pro zum Teil recht deutlich.
Mit 5B/s sind bei JPEG-Aufnahmen beide Karten bereits am Limit der 100 möglichen Serienbildaufnahmen angelangt (siehe auch den Test in Tabelle 3); auch ist der Speichervorgang bei beiden Karten praktisch gleichzeitig mit der letzten Aufnahme beendet. Bei RAW-Aufnahmen mit 5B/s ist allerdings ein deutlicher Unterschied bei der Anzahl möglicher Aufnahmen feststellbar: Mit verlustfreier RAW-Kompression ist bei 14bit eine Steigerung von 20 auf 25 Bilder, bei 12bit gar von 22 auf 33 Serienbilder von der Lexar zur neuen SanDisk-Karte möglich, bei gleichzeitig verkürzter Restspeicherdauer für das Schreiben des Pufferinhalts.
Inwieweit einem diese Steigerungen in der Praxis weiterhelfen, muss natürlich jeder für sich und seinen Einsatzzweck selbst entscheiden.
Speichergeschwindigkeit der D700
Von der Schreibgeschwindigkeit der Karte her betrachtet sollten mit der SanDisk Extreme Pro 90MB/s deutlich höhere Serienbildzahlen möglich sein, was aber in der D700 offensichtlich nicht der Fall ist. Ich habe deshalb per e-Mail eine Anfrage an den (österreichischen) Support geschickt, in der ich 1. gefragt habe, ob meine eingestellten Parameter an der Kamera das Optimum für schnelle Serienbildaufnahmen darstellen, und 2. welche Speichergeschwindigkeit die D700 maximal erreicht bzw. welchen UDMA-Mode sie unterstützt. Die Antwort brachte mir allerdings keine wirklich neuen Erkenntnisse:
"[...] Die im Handbuch angegebenen Werte beziehen sich auf Werte die ausschließlich auf die Speicherkarte Sandisk Extreme IV und die Firmware 1.0. Durch die Active Buffer Technologie kann die mögliche Anzahl an Bildern die in den Puffer passen variieren. Dies ist vollkommen normal und sollte kein Grund zur Sorge darstellen.
Spezifikationen bezüglich der Speicherkartenschnittstelle sind leider als vertraulich eingestuft und können daher leider nicht weitergegeben werden. Insgesamt lässt sich der Speicherkartenbus mit einer "Sandisk Extreme III" bereits recht gut saturieren. [...]"
Da mich diese Aussage noch nicht wirklich zufriedenstellt, freue ich mich über Hinweise, wie ich meine Kameraeinstellungen bei Serienbildaufnahmen noch optimieren kann (Handbuch S. 423; vgl. die Werte meiner Pufferspeicheranzeigen in Tabelle 1).
Ich hoffe, mit dieser Aufstellung konnte ich denjenigen unter Euch, die häufig Serienbildaufnahmen machen, ebenfalls zu ein paar neuen Einsichten verhelfen.
Gruß
Christoph
P.S.: Ungefähre Speichergrößen bei meinem Versuchsaufbau:
1. RAW 12bit unkomprimiert: 17,9 MB
2. RAW 12bit verlustfrei komprimiert: 9,1 MB
3. RAW 12bit verlustbehaftet komprimiert: 8,2 MB
4. RAW 14bit unkomprimiert: 23,7 MB
5. RAW 14bit verlustfrei komprimiert: 12,0 MB
6. RAW 14bit verlustbehaftet komprimiert: 10,4 MB
7. JPEG: 2,3 MB
Bezüglich meiner D700 bleiben für mich aber trotzdem einige praktische Fragen offen, zu denen ich noch nirgends Informationen gefunden habe:
1. Habe ich wirklich die "optimalen" Kameraparameter für schnelle Serienbildaufnahmen eingestellt?
2. Wie viele Aufnahmen am Stück kann ich denn nun mit einer bestimmten Speicherkarte tatsächlich aufnehmen, bevor die Serienbildgeschwindigkeit einbricht?
3. Wie lange benötigt die D700 bei unterschiedlichen Karten, um den Inhalt des Pufferspeichers auf die jeweilige Karte zu schreiben?
4. Bringt die neue SanDisk Extreme Pro Speicherkarte mit einer nominell erreichbaren Speichergeschwindigkeit von 90MB/s in der D700 noch weitere Vorteile bei Serienbildaufnahmen?
Ich habe deshalb zu diesen Fragestellungen zwei Testreihen mit den mir zur Verfügung stehenden Speicherkarten durchgeführt. Dabei zeigen sich meiner Ansicht nach ein paar interessante Ergebnisse. Bitte beachtet, dass es sich hier um einen Versuch mit einfachsten Mitteln handelt! Als Hilfsmittel habe ich ausschließlich einen (sekundengenauen) Wecker verwendet, es handelt sich daher also um eine nur etwa sekundengenaue Abschätzung der jeweiligen Speicherdauer!
Meine Versuchsdurchführung:
Nach Einstellung der entsprechenden Kameraparameter (s. u.) habe ich eine Serienbildaufnahme bis zum sogenannten "Einbruch" der Serienbildgeschwindigkeit der Kamera durchgeführt. Ich habe 1. die ANZAHL der Serienbildaufnahmen notiert, die ich am Stück machen konnte, und 2. die ZEIT vom Durchdrücken des Auslösers bis zum Ende des Speichervorgangs (= erlöschendes grünes Licht) notiert. (Im Zweifelsfall habe ich auf die nächste Sekunde aufgerundet.) Alle Versuche habe ich mindestens zweimal durchgeführt. Die Ergebnisse zeigt Tabelle 2.
Außerdem wollte ich wissen, wie sich die eingestellte Serienbildgeschwindigkeit auf Bildanzahl und Speicherdauer auswirkt. Ich habe dafür die SanDisk Extreme Pro (90MB/s) und die Lexar Professional (45MB/s) in der Einstellung "RAW, verlustfrei komprimiert" verglichen (Tabelle 3).
Neben der gesamten Speicherdauer ist natürlich auch die Zeit interessant, die die Kamera nach Beendigung der Serienbildaufnahme benötigt, um die restlichen Bilder abzuspeichern und somit wieder den gesamten Pufferspeicher freizugeben. Sie ergibt sich als Differenz von "Speicherdauer" und "Serienbildanzahl" / "Serienbildgeschwindigkeit".
Die SanDisk Extreme Pro benötigt beispielsweise nach der Aufnahme von 100 JPEGs noch 15s - (100B / 8B/s) = 2,5s, um alle Daten auf die Karte zu schreiben (und den Pufferspeicher vollständig zu leeren), die Lexar Professional nach Aufnahme von 48 JPEG-Bildern noch 11s - (48B / 8B/s) = 5s. Man darf sich hier also nicht von der kürzeren Gesamt-Speicherzeit der Lexar-Karte täuschen lassen.
Bei den JPEG-Aufnahmen mit 8B/s war das Feststellen der Serienbildanzahl nicht ganz einfach, da die Anzahl aufzunehmender Bilder leichte schwankte (mit meinen Mitteln zumindest nicht genauer feststellbar) und vor allem die schnelleren Karten auch mit sehr kurzem Abstand bereits das nächste Bild auf die Karte schreiben konnten.
Verglichene Speicherkarten:
1. SanDisk Extreme Pro UDMA6, 16GB, 90 MB/s / 600x
2. Lexar Professional UDMA, 4GB, 45MB/s / 300x
3. SanDisk Extreme III, 16GB, 30MB/s / 200x
4. SanDisk Ultra II, 4GB, 15MB/s, 100x
Eingestellte Kamera-Parameter:
Bildgröße: L
Bildfeld: FX
JPEG-Kompression: Einheitliche Dateigröße
Bildqualität: JPEG fine / RAW / RAW + JPEG fine
RAW-Farbtiefe: 14bit / 12bit
RAW-Kompression: Nicht komprimiert / verlustfrei komprimiert / komprimiert
Weißabgleich: Voreinstellung Glühlampe
Aktives D-Lighting: OFF
Vignettierungskorrektur: OFF
Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtungen: OFF
Rauschreduzierung bei ISO+: OFF
ISO-Empfindlichkeits-Einstellung: 200 / ISO-Automatik OFF
Bild-Authentifikation: OFF
Bildkontrolle: OFF
Fokussierung: manuell
Belichtungsmodus: M (manuell)
Belichtungszeit: 1/1000s
Stromquelle: MB-D10 mit EN-EL4, frisch geladen
Mein Fazit:
Bei 8B/s gewinnt man mit der SanDisk Extreme Pro (90MB/s) deutlich bei der Anzahl möglicher JPEG-Aufnahmen (maximale 100 gegenüber ca. 48 bei der Lexar Professional). Bei RAW-Aufnahmen in dieser Geschwindigkeit ist keine oder kaum eine Steigerung der Anzahl möglicher Aufnahmen zwischen den beiden Karten festzustellen. Allerdings verringert sich die Zeit, bis die restlichen Aufnahmen aus dem Pufferspeicher auf die Karte übertragen werden, bei Verwendung der SanDisk Extreme Pro zum Teil recht deutlich.
Mit 5B/s sind bei JPEG-Aufnahmen beide Karten bereits am Limit der 100 möglichen Serienbildaufnahmen angelangt (siehe auch den Test in Tabelle 3); auch ist der Speichervorgang bei beiden Karten praktisch gleichzeitig mit der letzten Aufnahme beendet. Bei RAW-Aufnahmen mit 5B/s ist allerdings ein deutlicher Unterschied bei der Anzahl möglicher Aufnahmen feststellbar: Mit verlustfreier RAW-Kompression ist bei 14bit eine Steigerung von 20 auf 25 Bilder, bei 12bit gar von 22 auf 33 Serienbilder von der Lexar zur neuen SanDisk-Karte möglich, bei gleichzeitig verkürzter Restspeicherdauer für das Schreiben des Pufferinhalts.
Inwieweit einem diese Steigerungen in der Praxis weiterhelfen, muss natürlich jeder für sich und seinen Einsatzzweck selbst entscheiden.
Speichergeschwindigkeit der D700
Von der Schreibgeschwindigkeit der Karte her betrachtet sollten mit der SanDisk Extreme Pro 90MB/s deutlich höhere Serienbildzahlen möglich sein, was aber in der D700 offensichtlich nicht der Fall ist. Ich habe deshalb per e-Mail eine Anfrage an den (österreichischen) Support geschickt, in der ich 1. gefragt habe, ob meine eingestellten Parameter an der Kamera das Optimum für schnelle Serienbildaufnahmen darstellen, und 2. welche Speichergeschwindigkeit die D700 maximal erreicht bzw. welchen UDMA-Mode sie unterstützt. Die Antwort brachte mir allerdings keine wirklich neuen Erkenntnisse:
"[...] Die im Handbuch angegebenen Werte beziehen sich auf Werte die ausschließlich auf die Speicherkarte Sandisk Extreme IV und die Firmware 1.0. Durch die Active Buffer Technologie kann die mögliche Anzahl an Bildern die in den Puffer passen variieren. Dies ist vollkommen normal und sollte kein Grund zur Sorge darstellen.
Spezifikationen bezüglich der Speicherkartenschnittstelle sind leider als vertraulich eingestuft und können daher leider nicht weitergegeben werden. Insgesamt lässt sich der Speicherkartenbus mit einer "Sandisk Extreme III" bereits recht gut saturieren. [...]"
Da mich diese Aussage noch nicht wirklich zufriedenstellt, freue ich mich über Hinweise, wie ich meine Kameraeinstellungen bei Serienbildaufnahmen noch optimieren kann (Handbuch S. 423; vgl. die Werte meiner Pufferspeicheranzeigen in Tabelle 1).
Ich hoffe, mit dieser Aufstellung konnte ich denjenigen unter Euch, die häufig Serienbildaufnahmen machen, ebenfalls zu ein paar neuen Einsichten verhelfen.
Gruß
Christoph
P.S.: Ungefähre Speichergrößen bei meinem Versuchsaufbau:
1. RAW 12bit unkomprimiert: 17,9 MB
2. RAW 12bit verlustfrei komprimiert: 9,1 MB
3. RAW 12bit verlustbehaftet komprimiert: 8,2 MB
4. RAW 14bit unkomprimiert: 23,7 MB
5. RAW 14bit verlustfrei komprimiert: 12,0 MB
6. RAW 14bit verlustbehaftet komprimiert: 10,4 MB
7. JPEG: 2,3 MB
Folgende Faktoren reduzieren die Serienbildzahl: