Schwer verunfallte Nikon D800 einigermaßen wiederhergestellt

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Beuteltier

Platin Mitglied - NF "proofed"
Platin
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Hallo Leute,


ich bekam eine Nikon D800 zugesandt zum Versuch einer Reparatur, die als "Alles ok außer dem AF" gekauft worden war.

Beim ersten Test funktionierte der AF mit einem AF-S Nikkor, mit einem AF Nikkor drehte der Stangen-AF-Trieb aber leer durch, weil die Triebstange kaum mehr über das Bajonett hinaus ragte.

So habe ich die Kamera von unten her geöffnet und dann gesehen, dass der Hebel, welcher die Triebstange beim Druck auf den Entriegelungsknopf oder die Umschaltung von AF auf M zurück zieht, so verbogen war, dass er die Triebstange permanent zurück gehalten hat.

Außerdem fiel mir auf, dass der untere Querträger des Body gebrochen war:

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Also hat die Kamera mit einem Objektiv dran einen tiefen Sturz erlebt, wodurch das Bajonett in den Body hineingedrückt wurde und dabei den erwähnten Hebel verbogen hat.

Also den Hebel zurecht biegen und den Querträger kleben.

Danach fokussierte der AF auch mit Stangen-AF-Objektiven, die Fotos waren aber nur in der Bildmitte einigermaßen scharf, in den vier Bildecken dagegen völlig daneben. Wenn man über LiveView fokussiert hat, wurde die Bildmitte exakt scharf, die vier Bildecken zeigten aber deutlichen Fehlfokus (drei mal negativ, ein mal positiv), also waren auch die Frontpartie mit dem Bajonettträger und das Bajonett selbst verbogen.

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Das verbogene Bajonett habe ich hier auf ein unverbogenes gelegt:

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Der Bajonettträger zeigt hier bei etwa 5 Uhr einen Riss, den habe ich geklebt.

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Obwohl die Frontpartie und der Bajonettträger aus Magnesium-Legierung sind, die dafür bekannt ist, sehr steif zu sein und bei Gewalteinwirkung "nur" zu brechen, war die offenbar doch auch noch verbogen.
Nach genauen Tests mit einem 50/1.4 AI-Nikkor über LiveView am Testchart habe ich ermittelt, dass der Bajonettträger bei 6 Uhr um 0,55 mm und bei 4 Uhr um 0,25 mm zu tief lag. So habe ich entsprechende Unterlegscheibchen zugeschnitten und vor dem Anschrauben des Bajonettes dazwischen gelegt.

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Nun ist die Schärfe über den gesamten Bildbereich bei Fokussierung mit LiveView gleich.

Der Phasen-AF über den Sucher liegt aber ziemlich daneben, selbst eine AF-Feinkorrektur von -20 reicht nicht ganz aus.
Später mehr dazu.
 
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Nun habe ich das Phasen-AF-Modul mit seinen zwei Stellschrauben an meiner bekannten Fokusjustage-Station noch etwas weiter nach vorne gedreht:

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Nun komme ich mit -15 Feinkorrektur auch bei 80 bis 200 mm bei Offenblende f/2.8 hin.
Meine "neue" D800:

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Übrigens: Bereits nach der ersten Reparatur (Hebel zurück biegen) mit dem Ergebnis "Wenn man über LiveView fokussiert hat, wurde die Bildmitte exakt scharf, die vier Bildecken zeigten aber deutlichen Fehlfokus" hat mir der Kunde gesagt, dass er für diese D800 ohne Kenntnis vom Sturzschaden nur 200 € bezahlt hatte und sie mir daher für meine ganzen Bemühungen überlässt.
 
Kommentar
Hallo Michael, erst einmal alle Achtung vor Deinem Geschick ! Meine Frage zielt auf den/die verwendeten Kleber. Bei mit geht es um die Reparatur des Metallbandes für meine Armband-Uhr ( Ebel 1911) . Bei etwa der Hälfte der Glieder sind die Stege verschraubt, bei anderen verklebt -und die lösen sich-. Könntest Du mir einen Klebstoff empfehlen ? Alle Teile bestehen aus Edelstahl
<<<danke
image.jpg
 
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B
Brunke kommentierte
Michael hat recht, Der Stift ist eingepreßt. Das ist leider keine besonders gute Lösung. Such Dir einen Goldschmied, der ein PUK Schweißgerät hat. Damit kann man den Bolzen ohne Zusatz festpunkten. Die Schweißstelle muss man vermutlich nur wenig versäubern. Die Vergoldung wird nicht leiden.

Mit den Superklebern habe ich schlechte Erfahrungen. Die härten zwar schnell aus, sind aber eher spröde und nicht sehr belastbar. Ein Bandglied muss einiges aushalten. Wenn Du lieber kleben willst, nimm den Bolzen raus und reinige das Bandglied penibel. Anschließend entfetten mit Aceton oder Wundbenzin. Kleben würde ich mit UHU Endfest (nicht Schnellfest oder eine andere Variante). Der braucht 24h zum Aushärten und hält besser, wenn Du das Bandglied eine Weile auf 40°C erhitzt.
 
olynik
olynik kommentierte
Als ungeduldiger Grobmotoriker frage ich mich, ob sich der Stift nicht wieder einpressen ließe, z.B. vorsichtig mit einer Schraubzwinge (Holzdämpfer auf beiden Seiten, um das Metall nicht zu verkratzen), mit Zwingen einer hölzernen Werkbank oder mit ein paar freundlichen Schlägen eines Hartgummihammers auf das entsprechend fixiertes Werkstück. Wie auch immer, ich übernehme keinerlei Verantwortung. :cool:
 
A
agn137 kommentierte
Bei UHU Endfest darauf achten, dass Du die Industrievariante verwendest. Das Endfest aus dem Baumarkt hat seit ca. 2 Jahren deutlich schlechtere Klebeeigenschaften. Die Haltekraft beträgt weniger als die Hälfte.
 
W
W.W. kommentierte
Die Industrievariante dürfte - ohne Beziehungen - schwer zu bekommen sein. Es gab vor 2 Jahren Änderungen, da die Industrievariante Substanzen enthält, die nicht mehr an Endverbraucher abgegeben werden dürfen.
 
BernhardJ
BernhardJ kommentierte
SICOMET 8300
 
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