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Auf der Rückfahrt vom Windpark Baltic 2 nach Klintholm mit der WINDCAT 35 musste ich der RoPax-Fähre MECKLENBURG-VORPOMMERN auf dem Weg von Trelleborg nach Rostock ausweichen. Vor Møn begegnen wir ständig den Fähren zwischen Deutschland und Polen auf der einen Seite sowie Dänemark und Schweden auf der anderen Seite. Da sie mit ihrem Tiefgang zwischen den Windparks und der Insel nicht sehr viel Platz haben, weichen wir ihnen auch dann aus, wenn wir eigentlich "Vorfahrt*" hätten, da wir natürlich schneller und wendiger sind und viel weniger Tiefgang haben.
* Den Begriff "Vorfahrt" gibt es in der Seefahrt nicht. In den internationalen COLREGs wird zwischen ausweichpflichtigen und kurshaltepflichtigen Schiffen unterschieden. Im Falle einer Kollision hat aber der Kurshaltepflichtige fast immer eine Mitschuld, weil er z.B. mit einem "Manöver des letzten Augenblicks" die Kollision abwenden oder abmildern könnte.
Nein, tatsächlich ist es in der Seefahrt eher umgekehrt: einem Fahrzeug, dass nicht manövrieren kann, muss jeder andere ausweichen. Einem Fahrzeug, dass z.B. wegen seiner Tätigkeit (z.B. Baggern oder Fischen) oder wegen seines Tiefgangs nur schwer ausweichen kann, müssen alle anderen ausweichen. Einem Segelfahrzeug, dass nicht ohne Weiteres in jede Richtung ausweichen kann, müssen Motorfahrzeuge ausweichen und ansonsten gilt einfach Steuerbord vor Backbord (..also rechts vor links). Aber auf Grund extrem unterschiedlicher Größen, Geschwindigkeiten und damit sehr unterschiedlicher Manövrierfähigkeiten der Fahrzeuge, sind oftmals Abweichungen von diesen Regeln sinnvoll, was übrigens auch in Regel 2 der COLREGs definiert wurde. Erlaubt ist letztlich Alles, was Gefahren verhindert. Wichtig ist nur, dass es keine Missverständnisse gibt. Wir sprechen uns daher zur Sicherheit per Funk ab.
Da mich das auch interessiert hat, habe ich mal bei Wikipedia nachgelesen. Das Schiff besitzt nach mehreren Umbauten seit 2001 eine moderne Dampfmaschine, die mit Leichtöl betrieben wird.