Danke sehr! Es waren immer große Momente - die meiste Zeit fährt man ja durch die Gegend und sucht oder wartet, dass etwas geschieht. Ich bin sehr dankbar über jeden - häufig sehr kurzen und flüchtigen - Moment, eine der großen Katzen sehen zu können. Die Leoparden sind für mich die schönsten.
Lieber Christian,
wir waren einst "vor Ort", aber solche Bilder haben wir nicht annähernd gehabt, von Aufnahmen ganz zu schweigen.
Es ist toll, das zu sehen, was Du da erlebt und fotografierst hast. Danke.
Von entscheidender Bedeutung ist der Guide und in welchem Format man fährt. Ich habe auch mit Gruppenreisen, auf den ganze Länder erkundet wurden - jeden Tag woanders - in der Regel sehr gute Erfahrungen gemacht - bei den Bildern aus der Massai Mara 2011, 2016, 2018 und 2020, war es etwas besonderes insofern, als es echte Fotoreisen waren. Wir waren zwei, einmal drei Fotografen im Auto und hatten jeweils einen eigenen Guide, der sich nicht nur mit Autofahren, sondern auch mit der Gegend sowie mit den Bedürfnissen von Fotografen bestens auskannte und zudem unter den Guide-Kollegen hervorragend vernetzt war. Deshalb nenne ich den Guide bei den Bildern immer mit. Ich bin mit allen auch heute noch im regelmäßigen Austausch via Facebook. Die Bilder 2011, von denen ich gerade einen Querschnitt zeige, entstanden unter der Führung von Justus Mutuku, Kenianischer professioneller Silber-Guide, der für Sunworld Safaris arbeitet. Mit im Wagen war Forenkollege @lmr337 - außerdem trafen wir vor Ort noch @jo.bathmann .
Das ist zumindest eine sehr gute Kombination - wenn nicht die beste.
Im Jahre 1998 (hoffentlich richtig) war ich mit zwei anderen Kollegen und Elmar auf den Färöern - unwiederbringbar!
Jetzt geben wir Zeit und Geld auf Mallorca aus - wollte ich nicht, aber ich mache mit.
Clawed.
Marsh Pride of Lions.
Massai Mara, Kenya, 2011.
Wenig später wurde die Marsh Pride of Lions von der Koalition ”Four Musqueteers” übernommen.
Clawed und sein Koalitionspartner Romeo verschwanden spurlos.
Leider gibt es diese unwürdigen Situation tatsächlich immer wieder - auch in der Massai Mara.
Der professionellen Guides in Kenya achten eigentlich immer darauf, dass wirklich ausreichender Abstand zu den Tieren gehalten wird (insbesondere wenn die Chance einer Jagdszene besteht), weil die Tiere sonst auch nicht unbefangen agieren, und dass sich die Autos so positionieren, dass keiner dem anderen in die "Schußbahn" gerät. Die Professionals haben ein hohes Ansehen und untereinander ein kollegiales Verhältnis. Wenn ein Gold-Guide, wie z.B. mein Freund Mohammed, bei einer Sichtung dabei ist, überlassen Sie ihm häufig auch das Kommando, wie man sich positionieren soll. Dazwischen sind aber auch immer wieder Fahrer, die mit einem Taxi aus Nairobi Gäste in die Mara fahren, nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen und dann Tiere verschrecken, verscheuchen und anderen die Fotoposition nehmen. Nicht aus Bösem Willen, sondern aus Unwissenheit. In der Migrationszeit ist es manchmal wirklich unerträglich, wieviele Fahrzeuge auf einem Haufen (nur 5 bis 10 wäre toll!) stehen, und dann in dieser Ballung natürlich die natürlich Abläufe stören. Deshalb reise ich am liebsten im Januar oder Februar zwischen den beiden Regenzeiten nach Kenia. Da ist dann weniger los - natürlich auch keine spektakulären Gnu-Crossings. Die Gnus sind dann noch in Tanzania zum Kalben.
Im Kruger kommen die vielen Privatfahrzeuge (Selbstfahrer) hinzu. Deshalb ist dort aber vieles sehr strikt geregelt (man darf insbesondere nur auf den Wegen und nur zwischen Sonnenauf- und Untergang unterwegs sein und muss Dächer und Fenster geschlossen halten), was gute Fotos sehr erschwert. Nachtpirschfahrten werden erlaubterweise von den Logdes mit dafür ausgebildetem Personal angeboten.
Botsuana ist bislang einen anderen Weg gegangen, nämlich der bewussten Verknappung der Touristenzahlen mit im Gegenzug sehr hohen Preisen. Für die hohen Preise bekommt man dann aber auch wirklich etwas geboten, weil man ziemlich allein unterwegs ist, kein Vergleich zum Kruger oder zur Mara.
Die Logdes in Kenya und Botsuana (in den anderen Ländern kann ich das aktuell nicht beurteilen, in Namibia soll es ähnlich sein) sind mittelerweile sehr nachhaltig unterwegs. Die dieselbetriebenen Stromgeneratoren gehören der Vergangenheit an. Alles läuft über Sonnekollektoren; das Abwasser wird in ausgeklügelten Systemen selbst gereinigt.
ich war ja nur immer in Südafrika in den private Lodges. Da waren wir immer nur 2 Autos bei einer Tiersichtung. Uns wurde auch von den Rangern gesagt das sie es so halten. Wenn es ein Jungtier gibt (wie bei meinem Bild vom Leopard) werden die ersten Monate immer nur mit einem Fahrzeug dahin gefahren. Wenn wir weiter gefahren sind hat er per Funk den Weg freigegeben für das nächste Fahrzeug. Das ist halt der Unterschied zum Krüger. Auch ich möchte nicht in einer Reihe stehen und die Tiere belagern. Dafür kann ich nicht beurteilen wie es in den anderen Gebieten ist. Wir waren immer im Oktober da. Die Lodge war klein und hatte kein fünf Sterne Angebot wie Fitness Raum oder Kosmetikstudio etc. Beim Essen sassen wir alle beisammen an einem langen Tisch und konnten uns darüber ausstauschen wer was gesehen hat.
In der Mara wurde massiv touristisch aufgerüstet und leider haben die umliegenden viehaltenden Massai ihren Wohlstand (= Anzahl der Rinder) massiv erhöht.
Dieses Gnu-Stampede wurde nicht durch Safari-Vehikel ausgelöst... (Trockener Kommentar unseres damaligen Guides Justus: "Everybody panicked: The Gnus, the Lions and the drivers.")
Der Zoologe und Primatologe Volker Sommer hat sich u.a. auch mit Homo- und Bisexualität bei in Gruppen lebenden Säugetieren beschäftigt. Gerade in Gruppen mit einem ausgeprägten Harem - ein Männchen befruchtet alle Weibchen, kommt es dann zu großer Nähe bei den anderen Männchen untereinander.
Seine Arbeiten zur vergleichenden Primatologie sind auch wegweisend. Der Abstand zwischen Homo sapiens und Bonobos ist kleiner, als so mancher sich das erhofft.
Bei den Löwenkoalitonen ist es aber sehr häufig so, dass - insbesondere nach der Übernahme eines neuen Rudels - alle dominanten Männchen zum Zuge kommen. Die Übernahme eines Rudels ist ein grausamer Akt. Das oder die dominanten Männchen werden vertrieben (wenn sie merken dass es aussichtslos ist, retten sie ihr Leben) oder im Kampf getötet. Danach töten die neuen Männchen - gegen den erbitterten Widerstand alle Jungtiere, fressen sie auf und lassen nur die geschlechtsreifen oder fast geschlechtsreifen Weibchen über. Diese geraten durch den Verlust ihrer Kinder in Hitze, und wenige Tage nach der Übernahme beginnen die männlichen Tiere, die weiblichen zu begatten.
Wir haben 2011 die Übernahme der damals noch bestehenden Olkiombo-Pride durch die Notchef-Koalition beobachten können, die damals noch aus 5 Männchen bestand. Der Vater - Notch - und seine noch lebenden vier Söhne Ron, Caesar, Grimace und Notch 2. @jo.bathmann war schon einige Tage früher da und konnte noch die Tötung der Jungtiere beobachten.
Die Notches-Koalition ist berühmt und legendär. Notch war ursprünglich mit einem anderen Partner das dominante Männchen der durch die Big-Cat-Diarys der BBC berühmt gewordenen March Pride of Lions. Als sein Partner getötet und er vertrieben wurde, geschah etwas ungewöhnliches: Er nahm seine 5 halbstarke Söhne mit auf die Flucht nach Tanzania. Normalerweise werden männliche Löwen von ihrem Vater aus dem Rudel gestoßen, wenn sie in die Geschlechtsreife geraten. Hier kam es also zu einer ungewöhnlichen Koalition von sechs (!) Löwen, Vater und fünf Brüder. Als die Brüder ausgewachsen waren, kehrten sie in die Mara zurück und übernahmen ein Rudel nach dem anderen, weil ihnen natürlich keine andere Koalition gewachsen war. Einer Brüder kam vor 2011 ums Leben, wir konnten die 5 im Jahre 2011 praktisch direkt vor unserer Nase bei der Übernahme der Olkiombo-Pride beobachten. Das Mara Bush Camp liegt in direkter Nähe des Olkiombo Airports und in dieser Gegen war damals ein Rudel heimisch. Wir mussten nur morgens aus dem Camp fallen und sofort traf man auf das Rudel oder die Männchen, die in unterschiedlichen Zusammensetzungen lagerten oder vom nächtlichen Mahl zum Fluss liefen.
Wir haben nie alle fünf zusammen gesehen, aber zweimal vier von Ihnen, vermutlich die vier Brüder.
Den Alten haben sie irgendwann "rausgeschmissen".
Die Marsh Pride of Lions wurden wenige später - siehe meine Postings oben zu Clawed und Romeo - von einer anderen, etwas jüngeren und sehr mächtigen Koalition - den Musketeers - übernommen, Scarface, Hunter, Sikio und Morani. Die letzten drei habe ich auf späteren Reisen noch in Aktion gesehen, Scarface leider nie.
Die Notches sind mittlerweile alle tot, die letzten beiden seh ich schlafend im Busch von hinten noch 2016 in der Nähe des Lookout Hill, von den Musqueteers lebt noch Morani. 2018 hatten wir mit ihm eine sehr majestätische Begegnung. Mittlerweile hat er kaum noch Zähne und sieht etwa so aus wie Clawed #225.
Ich bitte um Entschuldigung - sehe gerade, dass ich dieselben Bilder oben schon einmal gezeigt habe... peinlich, peinlich. Sorry. Es passte so schön im Zusammenhang mit der Notch-Story. Aber sie scheinen ja auch ein zweites Mal etwas zu gefallen.
AAArrggggmmpff - erledigt. Zu meiner Verteidigung: Ich lerne gerade dänisch, und zwar mit Hilfe einer englisch-sprachigen App. Dänisch wäre es richtig gewesen.
Ich gebe zu, ich habe ein wenig den Überblick verloren, möglicherweise finden wir ihn schon in diesem Thread. Aber angesichts dieser gerade gelesenen Nachricht...
Mehrere Jahre führte der Löwe Bob Junior ein Rudel in Tansania an, nun haben Rivalen ihn getötet. Offenbar handelte es sich um ein Komplott – dem auch der Bruder des Tiers zum Opfer gefallen sein könnte.
www.spiegel.de
... hat vielleicht jemand ein Bild von Bob Junior in Tansania?
Aus der Serengeti hatten wir hier meines Wissens noch nichts, liebe @AnjaC . Ich habe von Deinem verlinkten Betrag jetzt nur das gelesen, was man ohne Anklicken lesen kann. Von "Komplott" kann aber natürlich nicht die Rede sein, sondern es ist die klassische, grausame Übernahme eines Löwenrudels durch eine Koalition jüngerer Männchen (meist Brüder), die zuvor aus ihrem Rudel bei Erreichen der Geschlechtsreife ausgestoßen wurden und sodann auf der Suche nach einem eigenen Rudel nomadisierten. Die Abläufe eines "Pride-Takeover" sind von mir oben #231-2 geschildert.
Hier war die Besonderheit zum einen, dass die beiden dominanten Männchen des Rudels Snyggve (alias Bob J) und Tryggve in ihrem besten Alter (keineswegs altersschwach, wie z.B. Clawed #225 waren und von drei halbstarken Nomaden überwältigt wurden, und zwar jeweils einzeln - ein großer gegen drei kleinere Löwen, die aber aggressiv und zielgerichtet vorgingen, und zum anderen, dass sie das ältere Tier (auch sehr zielgerichtet) getötet haben. Häufig kommen die dominanten Männchen bei einer Rudelübernahme mit dem Leben davon, wenn sie rechtzeitig fliehen und das Rudel im Stich lassen können.
Es gibt davon Videos - nichts für schwache Nerven; es zeigt aber, was für "Killermaschinen" diese männlichen Löwen sind.
Lieben Dank für die Infos und Videos, Christian. Ja, das mit dem "Komplott" fand ich auch ziemlich daneben als Formulierung. Das Video des letzten Kampfes habe ich mir lieber nicht angesehen. Klar gehört das zur Lebensrealität der Löwen, aber ich hätte z.B. niemals die Nerven, in dieser Situation die Kamera draufzuhalten und zu filmen. In mir würde alles danach schreien, die Geschehnisse zu verhindern. Müssen wir nicht diskutieren, ich weiß, dass solche Eingriffe nicht nur Unsinn und lebensgefährlich sind, sondern in vielen Fällen auch kontraproduktiv für das komplette Gefüge vor Ort.
Aber ja, so bin ich halt. Und bevor es eine/r von euch schreibt: Stimmt, ich ertrage es auch nicht, wenn im Film Bambis Mama stirbt Das ist ein persönliches Thema, dem ich mich aber durch diesen Thread und eure Erzählungen mehr annähere und mich damit auseinandersetze.