Polarlichtfotografie

Andrea82

Unterstützendes Mitglied
Hallo :)

ich suche ein Buch - indem es um Polarlichter geht - also die Fotografie
weiß jemand ob es so ein Buch gibt? Ausrüstung, Technik - also richtige Einstellung. Einfach alles was man zur richtigen Polarlichtfotografie wissen muss :)

LG
 
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Werner1

Unterstützendes Mitglied
Hallo Andrea,
ein Buch über Polarlichtfotografie kann ich Dir nicht empfehlen, aber schau mal auf der Seite von Kerstin Langenberger nach, dort kannst Du einiges über Polarlichter nachlesen. Klick hier.

Gruß,
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:

lmr337

NF-F (Club) Mitglied - sponsored/"proofed"
Ein Buch kann ich dir nicht nennen...
Aber ein paar Tips aus eigener Erfahrung!

Lichtstarkes Weitwinkel und eine Kamera, die hohe ISOs kann (möglichst rauscharm). Ideal ist das 14-24 2,8.
Stabiles Stativ.
Zunehmender oder abnehmender Mond. Dann wir die (schneebedeckte) Landschaft gut ausgeleuchtet und die ISOs werden nicht zu hoch.
Nicht zu lang belichten, sonst kann die Struktur des Polarlichtes verloren gehen und die Sterne werden nicht mehr punktförmig abgebildet. Ca. 10s oder kürzer. ISO so gering wie möglich (rauschen). Offenblende (hier ist schon ein deutlicher Unterschied zwischen 2,8 und 4 in der Bildqualität zu beobachten) oder, wenn Bildgestaltung mit Vordergrund, leicht abblenden.
Scharfstellen manuell anhand des Mondes oder per Liveview.

Meine Standart Werte: Iso 800, Blende 2,8. 10 Sekunden Belichtungszeit unter "M". Bildkontrolle und dann ggf. nachregeln.
Fernauslöser.
Öfters mal die Schärfe Einstellung kontrollieren (100% am Kameramonitor). Beim Wechsel vom Hoch- ins Querformat oder bei einem Standortwechsel kommt man leicht mal an den Schärfering und dann kann im Eifer des Gefechtes schnell mal eine ganze Serie hin sein.

Wichtig sind gute Locations (Thema Luftverschmutzung), Interessante Landschaften, Wasserflächen (Spiegelung), Bäume, Berge usw. Gründliches Scouting tagsüber zahlt sich aus!

Ganz wichtig: Gute Wettervorhersage (Wolken!) und die Polarlichtvorhersage. Hierfür gibt es auch Apps.
 

Wuxi

Sehr aktives Mitglied
Ich hab ein Buch, es heißt "Extremfotografie" und hat auch ein Kapitel über Polarlicht.
Kann ich nicht empfehlen.
Am meisten geholfen hat mir das Lesen aller einschlägigen Threads hier im Forum.
Auch gut ist die Seite von fotoreisen Punkt ch.
 

Andrea82

Unterstützendes Mitglied
Super Seite danke :)
Dennoch wer was kennt oder Tips hat - immer gern her damit :D
 

TK

NF-F Mitglied - NF-F "proofed"
Super Seite danke :)
Leider steht auf der Seite wenig verwertbares zum Thema Fotografie der Polarlichter.

Dennoch wer was kennt oder Tips hat - immer gern her damit :D
Elmar hat in seinem Beitrag alles geschrieben, was es zu beachten gibt.
Meine eigene Erfahrung sagt mir, dass man zu diesem Thema kaum eine generelle Erläuterung finden wird. Die Szenarien sind viel zu verschieden um eine pauschalisierte Anleitung geben zu können.
Folgender Grundsatz hat sich für mich in Bezug auf die Hardware als richtig herausgestellt:
- Objektiv - so weitwinklig, so lichtstark und optisch erstklassig wie möglich
- Kamera - FX um SWW optimal nutzen zu können, gute High ISO-Fähigkeit

Weiche Faktoren:
- Mondphase beachten wie Elmar beschrieben

Ganz weiche Faktoren:
- Sollte man Tipps, die man in Foren, Büchern oder sonst wo gelesen hat, zum Zeitpunbkt des Erblickens des ersten Polarlichtes nicht mehr parat haben, so ist das nicht schlimm. Die Einzigartigkeit dieses Naturschauspiels lässt einen einiges vergessen. Es ist mit Sicherheit nicht der eigenen Vergesslichkeit geschuldet :).
 

Quincy 66

Nikon-Clubmitglied
Ich hänge mich hier mal mit einer Frage dran.
Gibt es Situationen, die auch mehr Brennweite erfordern, oder ist 14mm/FX quasi der Standard? Ich überlege, entweder 14mm Festbrennweite oder das 14-24mm zu verwenden. Das 14/2.8er Wali wäre vorhanden, das UWW-Zoom müsste ich mir ausleihen. Die nächste Zoombrennweite wär das 18-35, das ja mit f3.5 noch recht nahe an 2.8 liegt...

LG
Quincy
 

TK

NF-F Mitglied - NF-F "proofed"
Moin Quincy,

wir hatten in diesem Jahr die Situation, dass 14mm zu lang waren. Je stärker das Polarlicht, desto mehr WW benötigt man um alles auf das Bild zu bekommen. Ich habe in diesem Jahr alle Bilder mit 14-24 gemacht, im vergangenen Jahr, war auch häufiger das 28-70 im Einsatz.
 

sisig

Sehr aktives Mitglied
Hallo Andrea82,

eine Recherche in den Weiten des WWW fördert einiges zutage, was durchaus als hilfreiche Information durchgehen kann!
Sehr wesentlich sind einige Threads hier im Forum, besonders zu nennen natürlich die in jüngerer Zeit entstandenen Berichte von Elmar und Thomas!

Viel wichtiger, als die Objektivwahl und auch die Wahl der Einstellungen ist die gute Vorbereitung und die Wahl der Location! Nicht nur die Luftverschmutzung spielt eine Rolle, wie Elmar richtig erwähnte, sondern auch die "Lichtverschmutzung" am Ort der Wahl!

Man muss u.U. ein wenig unterwegs sein, um Plätze zu finden, an denen so wenig Umgebungslicht ist, wie möglich, mal ganz abgesehen von einer natürlichen "Beleuchtung", wie die durch den Mond!

Sorge für gute Akkus und überlege Dir, wie Du auslösen möchtest! Bei der Kälte mit einem hart gefrorenen Kabel zu hantieren, welches bei Standortwechsel u.U. noch ab- und wieder angebaut werden muss, kann schon zu einer Herausforderung mutieren, die vom eigentlichen Ansinnen ablenkt!
2 oder mehr Sekunden Verzögerung und Spiegelvorauslösung kann u.U. die bessere Wahl sein!
Machst Du Pausen, um Dich selbst aufzuwärmen, schau, wie Du in der Zeit die Kamera verstaust, um Kondenswasserbildung zu vermeiden.
Nennst Du ein Stativ Dein Eigen, dann besorge Dir Schaumstoffüberzieher, damit Du nicht u.U. auch noch kaltes Metall anfassen musst!

Und ganz wichtig: Lass den Plan zu fotografieren nicht über allem stehen, denn, dieses Naturschauspiel kann sehr überwältigend sein!
Ich erinnere mich an meine eigene Nordlichtexpedition nach Lappland (Inarisee), wo ich mich so oft staunend neben meinem Stativ wiederfand und den Plan, zu fotografieren völlig vergessen hatte, .. so schön kanns sein!
:)
 

Calgary617

Unterstützendes Mitglied
Moin

Erfahrungen von gestern Nacht bzw heute Morgen:


Der Email-Alarm von der Vorhersage kam zu spaet, daher Zeit von aus dem Bett springen und alles zusammenpacken und los: 10 Minuten.
Moeglichst alles griffbereit haben und nicht 'was brauch ich, wo ist das jetzt' usw. Vorbereitung ist das A und O.

Falsche Klamotten (Jeans + Turnschuhe) verhindern einfachste Standortwechsel, auf halbem Weg zum Zaun war der Schnee doch nicht mehr tragfaehig, daher weder wie gewollt nicht zu den Baeumen gekommen und nicht mal nah genug um den Zaun in die Bildgestaltung zu nehmen. Bei -8C mit Wind und knietief im Schnee in nassen Jeans wird die Komposition schnell egal :D
Hoechstens croppen ginge noch, aber auch nicht gerade prickelnd. Also: Gerade 'untenrum' unbedingt auf ordentliche Schuhe etc achten.

Belichtung/Histogramm: Ich belichte in der Regel (von morgens bis abends) nach ETTR (expose to the right), da ist das Histogramm bis kurz vorm rechten Anschlag. Nachts scheint das schwer hinzubekommen und wohl auch nicht unbedingt der Sinn der Sache zu sein.
Weil es Nachts eben kaelter als draussen ist, ist das Histogramm eben weiter links. Ich hab bei diesem Bild 25s belichtet, da sieht man beim Reinzoomen und spaeter gross Drucken (nicht diese Aufnahme, generell eben wenn man dann eine schoene Aufnahme hat) schon die ersten star trais. Wenn man die vermeiden will, kuerzer belichten.

Der Mond: Kann man leider nicht verhindern, aber der Bloedmann scheint in regelmaessigen Abstaenden rumzuleuchten, wenn wir in unseren Breitengeraden das Nordlicht sehen koennen :rolleyes:
Dadurch ist der Schnee sehr hell und das Nordlicht sieht man eher, wenn man die Belichtung anschaut, da das Mondlicht einiges an Farbe kostet, wenn man es mit eigenen Augen betrachtet. Daher: Mond vermeiden, wenn es geht, zB wenn man eine Reise an einen Nordlicht hot spot plant.

Lichtverschmutzung: Der Kamerasensor sieht alles, mehr als wir uns wuenschen. Im Bild rechts ueber den Baeumen, der helle Schein, ist der naechste Ort, 50km weit entfernt. Den hatte ich gehofft nicht mehr auf dem Bild zu haben, da ich ihn mit blossem Auge nicht gesehen habe. Wahrscheinlich, wegen des hellen Mondlichts. Rechts war auch noch ein Haus, dass ich nicht im Bild haben wollte, da es eine helle Lampe an hatte.

Da muss man dann schauen, ob man gewisse, unnatuerliche Lichtquellen wie eine Huette mit in die Komposition reinnimmt, was es dann sicherlich schon schwerer macht, ordentlich zu belichtenn. Oder man muss schauen, dass und wie man sie rausnimmt. Dem ungeubten Betrachter koennte ich bescheissen und sagen 'Das ist Teil des Nordlichts'. Ist es aber nicht. Daher ist es wie Elmar sagt ratsam, ordentlich vorab zu schauen, dass man an alles moegliche denkt, wenn man sich eine location zum fotografieren sucht.

Und wie sisig sagt: gucken! Ich hab hier schon viel gesehen und erlebt, aber das Nordlicht ist ein Naturschauschpiel, das man mit Worten einfach nicht beschreiben kann. Es geschehen so viele Dinge auf ein Mal, die Intensitaet des Leuchtens, die Geschwindigkeit der Bewegungen, die Uebergaenge der Farben. Selbst wenn man es mit eigenen Augen sieht, ist es oft nicht begreifbar, wie etwas so faszinierend schoen sein kann.
 

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