Nordmeerträume an wilden Küsten

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Nach mehreren Stunden erreichten wir dass die Insel Moffen, Es ist mehr eine grosse Geröllhalde die knapp über die Wasseroberfläche reicht,
Wir suchten alles mit der Ferngläsern nach Walrossen ab, die normalerweise hier am Strand liegen und vor sich hin dösen, aber in diesem Jahr war nix zu finden.

Kurze Durchsage vom Kapitän, dass bisher unsere Expedition ja recht positiv verlaufen sei und er nur Kurs OstNordOst auf die Hinlopenstrasse nehmen wolle.

Die Hinlopenstrasse trennt die Inseln Spitzbergen und Nordostland und ist schwer zu befahren weil sie oft durch Packeis verstopft ist.


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Die Schollen wurden immer größer und die eisfreien Stellen immer weniger.


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/url] by [url=https://www.flickr.com/photos/nik_onbewi/]Erhard Bewernick
, auf Flickr



Aber der Ausguck und die Brücke arbeiteten perfekt zusammen, es wurden immer wieder eisfreie Flächen gesichtet und angesteuert.


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by Erhard Bewernick, auf Flickr



Manches Mal glaubte ich nicht mehr daran, dass wir die Hinlopenstrasse erreichen könnten.
Der Kapitän erhoffte sich dort eine Strömung in Richtung Norden, die das Eis etwas zurückdrängt und so eine Fahrtrinne eröffnet.
So brachen wir uns Stunde um Stunde durch das dichte Packeis.


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by Erhard Bewernick, auf Flickr​
 
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Zwischendurch leistete uns ein weiterer Eisbär Gesellschaft.


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Die Freude war riesig diesen stolzen Jäger bei diesen einmaligen Bedingungen fotografieren zu können


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Mit einer ausgefeilten Technik schaffte er es immer wieder Hindernisse zu überwinden


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Dann hatte er genug von uns und trottete davon


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Abends erreichten wir die Einfahrt zur Hinlopenstrasse. Der Kurs änderte sich auf Süd-Süd-Ost. Aber auch hier, Packeis soweit das Auge reichte.

Bis spät in die Nacht saß ich in der Observation Lounge, vorne im Schiff, und sah mir die fantastische Landschaft an, die langsam an uns vorbei zog.

Dann rief das Bett aber doch.

An schlafen war allerdings nicht zu denken, ständig krachte es und das Schiff erzitterte, wenn wir wieder und wieder auf die großen Eisschollen fuhren.
Dann das Kreischen und Knirschen, wenn die zerteilten Eisschollen an der Bordwand endlang nach hinten schrammten.

Gegen Morgen wurde es dann ruhiger, ich stand auf, zog mich warm an und ging an Deck, es war immer noch strahlender Sonnenschein, immer noch Kaiserwetter.

Das Packeis sah nun aus wie ein Flickenteppich, vor uns die kleinen Inseln am Ende der Hinlopenstrasse, wir hatten den wichtigsten Teil der Umrundung Spitzbergens geschafft!

Dann öffnete sich das Meer und man hatte diesen fantastischen Ausblick

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by Erhard Bewernick, auf Flickr



Das Anlaufen des Alkefjellet, einem mehr als 300 m steilem Vogelfelsen, auf dem tausende und abertausende Trottellummen brüten sollten und das Erreichen von Augustabukta
auf Nordostland, wo wir Walrosse und Eisbären beobachteten wollten, gelang nicht. Ein 5 Kilometer breiter und dicker Eispanzer verwehrte uns die Weiterfahrt, sehr schade.


Als Ersatzziel hatte die Expeditionsleitung sich die Gletschkante des Sörfonna-Gletschers auf Nordostland, der zweitgrößten Insel des Svalbard-Archipels, ausgesucht.
Der Gletscher gehört zu den Größten Europas und hat eine über 120 Meilen lange Abbruchkante zum Meer.


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Es war gegen 22:00 Uhr als man sich entschloß, noch einmal die Zodiacs zu Wasser zulassen, um an der Abbruchkante entlang zu fahren.


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Ich hatte aber dazu keine Lust dazu, da ich so überwältig von dem Gesamtpanorama war, daß ich mich ruhig an Deck hinsetzte, ein gutes Glas Rotwein in der Hand
und sah wie das Meer ohne Übergang zum Himmel wurde, ein Augenblick den ich nie mehr vergessen werde.


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Am nächsten Tag wurden dann aber doch noch die Walrosse gesichtet, sie lagen dicht bei dicht auf einer Landzunge und dösten vor sich hin.
Rein in die Zodiacs und nichts wie hin. In gebührendem Abstand konnten wir die Riesen beobachten.

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Es war eine Gruppe von Jungbullen die hier den Tag verschlief, das Weibervolk und die großen älteren Bullen waren auf Franz-Joseph-Land,
einer Inselgruppe die zu Russland gehört und noch weiter nördlich ist.

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Es heißt Abschied nehmen von Spitzbergen, auf halber Strecke zwischen Spitzbergen und dem Nordkap liegt in der Barentsee eine kleine Insel.

Die Bäreninsel, sie gehört noch zu Spitzbergen. Die Insel liegt normalerweise im Nebel, wie bei unserer Hinfahrt, jetzt ist sie aber zu sehen
und der Kapitän funkt die Norwegische Wetterstation an, ob wir an Land kommen dürfen, wir dürfen.


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Die einsame Insel wurde 1596 von dem niederländischen Seefahrer Willem Barents entdeckt und hat eine wechselvolle Geschichte.
Heute betreibt Norwegen dort eine Wetterstation die wichtige Daten für unser Wetter ermittelt


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Wie im Norden üblich, gibt es auch eine Sauna


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Und zur Überraschung der Besucher kommt dann auch eine stattliche Anzahl heisser Jungs aus der Sauna um sich am Strand abzukühlen!


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Mit diesen Sensationsfotos möchte ich mich für die zahlreichen positiven Kommentare bedanken,
wenn alles klappt, dann werde ich im nächsten Jahr wieder über Grönland und meine geliebten Eisberge berichten.



-Ende-​
 
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Hallo Erhard,

Danke für das Mitnehmen auf die Spitzbergenumrundung
und das Zeigen der eindrucksvollen Bilder.
Schon meldet sich bei mir der Polarvirus.
Da wäre ich auch gerne mitgefahren.

Das Anlaufen des Alkefjellet, einem mehr als 300 m steilem Vogelfelsen, auf dem tausende und abertausende Trottellummen brüten sollten und das Erreichen von Augustabukta

Wetter, Eis und Bären sind immer Glücksache.
Toll, dass Euer Kapitän durch das Eis gefahren ist.
Auf meiner Reise mit der Plancius (Bild #69) im Juni 2013 war
die Hinelopenstreet ebenfalls voll Eis.
Glücklicherweise hat ein starker Wind das ganze Eis zwei Tage vorher
aus der Straße nach Norden gedrückt.
Schade, dass Ihr den Alkefjellet nicht erreichen konntet.
Aber so hast Du wieder einen Grund dort hinzufahren. :fahne:
 
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