Nikon Nikkor-N Auto 35mm f1.4 - Thoriumglas - Fange ich jetzt an zu leuchten?

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gelenkpfanne

Sehr aktives NF Mitglied
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ich habe sehr günstig ein altes Nikon Nikkor-N Auto 35mm f1.4 mit einer Seriennr. 364xxx erstanden und nun lese ich, dass es thoriumhaltige Linsen enthält. Thorium ist ja radioaktiv und wird daher nicht mehr in Linsen verbaut. Physik war nie meine Stärke, zudem bin ich Hypochonder. Was mach ich denn nun? Muss ich mir Sorgen machen? Kann ich die Kamera an das Auge halten, ohne dass mir demnächst ein Geschwulst dran wuchert?

Hier sind doch sicherlich naturwissenschaftlich gebildete Menschen unterwegs, kann mir das jemand für Dummies erklären?
 
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Hallo,

Thorium ist radioaktiv. Soviel ich weiss, wird in Fotoobjektiven KEIN Thorium verwendet.

Grüsse aus der Schweiz,

Felix
dipl. Naturwissenschafter ETH
 
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Ganz ehrlich: ich würde bei so einem Thema beim Bundesamt für Strahlenschutz nachfragen. Dafür sind die da. Hätte keine Lust mir irgendwas strahlendes vor den Kopf zu halten.
 
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Hallo,

Thorium ist radioaktiv. Soviel ich weiss, wird in Fotoobjektiven KEIN Thorium verwendet.

Grüsse aus der Schweiz,

Felix
dipl. Naturwissenschafter ETH

Die ganze Nummer mit dem Titel und so wirkt natürlich peinlich in Anbetracht der Tatsachen - und dabei hat die ETH einen guten Ruf...
 
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Auch einige Summicrone von Leitz haben thoriumhaltige Gläser ...

Falls es Dich beruhigt: Die Knochen eines Menschen enthalten zwischen 2 und 12 µg Thorium pro kg Knochenmasse. Täglich werden durch Nahrung und Wasser ca. 0,05 bis 3 μg aufgenommen.

Darüber hinaus ist das Thoriumisotop 232Th mit einer Halbwertszeit von 14,05 Mrd. Jahren relativ schwach radioaktiv (geringere Dosisleistung), da durch die längere Halbwertszeit weniger Zerfälle pro Sekunde stattfinden.

Also mach Dir keinen Kopf.
 
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Hypochonder sollten beim Fotografieren mit solchen Objektiven
unbedingt eine Augenklappe tragen …




Zum Thema Auffrischung sagt Wikipedia:
"Thoriumhaltige Linsen haben einen leichten, sich mit der Zeit verstärkenden
Gelbstich, der durch intensive Bestrahlung mit UV-Licht zumindest teilweise
entfernt werden kann."



 
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Nachtrag zum Thema UV-Bestrahlung:

Besorg Dir eine uralte Höhensonne aus den 50ern,
die nach heutiger Erkenntnis höchst ungesund sind,
weil sie massiv UV-A abstrahlen … was perfekt ist
für eine Behandlung des Objektivs.

Im Bedarfsfall hätte ich eine zur Verfügung und
würde damit Dein Nikkor traktieren – natürlich gut
eingehaust in Negerkuss-Kartonagen … :winkgrin:


 
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So ganz entspannt wäre ich da nicht. Wie angesprochen ist entscheidend die beim Fotografen ankommende Dosis. Für die gibt's Grenzwerte in der Strahlenschutzverordnung und der Röntgenverordnung, siehe z.B. hier:
https://www.bfs.de/DE/themen/ion/strahlenschutz/grenzwerte/grenzwerte.html
Wie man sieht kommt es entscheidend darauf an, in welchem Zeitraum die Strahlung aufgenommen wird. Vereinfacht gesprochen kann der Körper gewisse Strahlenschäden im Laufe der Zeit reparieren, solange die Strahlung nicht so intensiv ist, dass unmittelbar irreparable Schäden auftreten. Jetzt kommt die 1Mio € Frage: Was heißt das denn in deinem Fall konkret? Ohne Messung an Deinem Objektiv wirst Du das nicht herausfinden. Aber lohnt das den Aufwand?

In einem der oben aufgeführten Links http://camerapedia.wikia.com/wiki/Radioactive_lenses wird davon gesprochen, dass die pro Stunde emittierte Strahlung in derselben Größenordnung wie bei einer Röntgenaufnahme des Gebisses. Keine Ahnung, ob das stimmt. Aber immerhin enthält so eine Linse etliche Gramm Thorium, siehe z.B. hier http://www.orau.org/ptp/collection/consumer products/cameralens.htm
=> 12 Gewichtsprozent! Das ist "ein bisschen" mehr als die oben berichteten Mikrogramm, die sich im Knochen finden.

Meine persönliche Meinung: Ein radioaktives Objektiv würde ich mir nur dann vor die Kamera schnallen, wenn es keine nachweislich unschädliche Alternativen gäbe. Hat die Linse etwas sooo einzigartiges? Oder willst Du sie nur behalten, weil sie "sehr günstig" war?

Grüße
Oliver
 
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Da die Thorium-Strahlung bis zur Entfernung von ca. 1m wirksam ist, würde ich mir die Kamera mit so einem Objektiv auf keinen Fall ans Auge halten. Noch dazu, da die Augen auf diese Strahlung besonders empfindlich reagieren.

Gruß
Hans
 
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Man kann jetzt fröhlich weiter über das noch
vorhandene Gefährungspotential spekulieren,
einen Nuklear-Physiker oder -Mediziner (wie
[MENTION=18787]gin_able[/MENTION] ) konsultieren oder aber auch gleich
zum Gesundheitsamt seiner Kommune gehen,
um das Objektiv mal mit einem Geiger-Zähler
zu kontrollieren.

Spekulieren macht natürlich am meisten Spaß …


 
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Auge hin, Auge her, was passiert da eigentlich mit dem Sensor? Ist der dann nach welcher Zeit im Eimer?
Bekanntlich fotografier(t)en die Astro-/Kosmonauten in der ISS mit Produkten des Hauses Nikon. Angeblich müssen diese Kameras regelmässig ausgetauscht werden, weil ihnen die Strahlung im All auf die Dauer zusetzt.
Vorschlag zur Güte: das 35er ins All schiessen, dort nutzen, dann alles in irgendeinem abgelaufen Kernkraftwerk in Deutschland zwischen-/endlagern.
 
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Da die Thorium-Strahlung bis zur Entfernung von ca. 1m wirksam ist, würde ich mir die Kamera mit so einem Objektiv auf keinen Fall ans Auge halten. Noch dazu, da die Augen auf diese Strahlung besonders empfindlich reagieren.

und

Don Quijote schrieb:
Meine persönliche Meinung: Ein radioaktives Objektiv würde ich mir nur dann vor die Kamera schnallen, wenn es keine nachweislich unschädliche Alternativen gäbe


Niemand will euch eure diffusen Ängste nehmen. Ihr könnt gern weiter euren eigenen Schatten fürchten, aber bitte versteht die mehrfach zitierten Passagen richtig.

Die "Thorium Strahlung ist nicht bis zu einer Entfernung von 1m wirksam", weil es keine Thorium-Strahlung gibt. Thorium zerfällt extrem langsam, woraus sich die seeeehr lange Halbwertzeit ergibt. Dabei wird Alpha- und Gammastrahlung emittiert. Die Alpha-Wellen sind von so niedriger Energie, dass ein Kaffeefilter, eine Bastmatte unsere Haut, eine Lederjacke oder ein Kameragehäuse aus Plasitk perfekten und wirksamen Schutz bieten. Wirklich. Alpha-Strahlung ist nie das Problem.

Gammastahlung unterscheidet sich deutlich, weil sie ein hohe Durchdringungsvermögen hat. Um ihretwillen macht man den Zirkus mit Blei in den Betonwänden und dergleichen. Allerdings ist die Gammastrahlung der vermessenen Linsem in Schnitt nur etwa so hoch, dass sie schon bei einem Meter Messentfernung nicht mehr von der natürlichen Umgebungstrahlung zu unterscheiden ist. Selbst in sehr geringen Dosen sollte man die aus Thoriumoxyd hergestellten Linsen weder einatmen, noch essen und verdauen. In diesem Fall wäre die Strahlendosis möglichwerweise bedenklich oder gar schädlich.

Es gibt eine ideologisch motivierte Angst vor Strahlung, die seit dreissig oder vierzig Jahren von technisch ungebildeten Leuten verbreitet und hochgehalten wird. Jede Form von Strahlung ist gleich Atomkrieg, einhergehend mit wegschmelzenden Gesichtern wie bei den Nazis, die im ersten Indiana Jones Film die Bundeslade öffnen. Das entspricht aber nicht den Tatsachen.
 
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