Er nutzt sein Gefieder, um eine „Schattenglocke“ zu erzeugen. Manche Fische verstecken sich ja gern an eher dunklen Stellen, wo sie sich vor Feinden sicherer fühlen. Genau dort lauert in diesem Fall aber eine Falle: Der Glockenreiher beläßt seinen Kopf innerhalb der „Glocke“ und kann somit schnell zustoßen, wenn ein Fisch dort Zuflucht nimmt.
In dieser Position verharrt er nur einige Sekunden.
Findet er keine Fische, dann kommt der Kopf langsam wieder heraus, der Vogel nimmt wieder seine normale Haltung ein und wandert woandershin, wo sich das Spiel wiederholt.
Nektarvögel, im Englischen auch sehr hübsch „Sunbirds“ genannt, sind sozusagen die Kolibris von Afrika. Zwar sind sie mit Letzteren nicht eng verwandt und zeigen auch ein anderes Flugverhalten, da sie in der Regel nicht vor der Blüte schweben, sondern sich auf den Stängel setzen. Sie sind aber ebenso artenreich, bunt und oft an prächtigen Blüten zu beobachten. Andere Nektarvogelarten gibt es auch in Asien und Australien.
Von den elf in Gambia vorkommenden Arten konnte ich immerhin fünf fotografieren. Wir fanden einige davon bereits an unserem ersten Tag bei unserer Lodge an der Küste, alle aber auch öfters im Landesinneren.
Nahezu sein Ebenbild ist der Messingglanzstar. Beide Arten treten in der Regel in großen Scharen auf, die dazu noch häufig gemischt sind. Man kann sie nur schwer auseinanderhalten. Der Messingglanzstar ist ein wenig kompakter als der Grünschwanz-Glanzstar und farblich geringfügig anders, aber eben nur geringfügig.
Hier muss ich noch von einem außergewöhnlichen Erlebnis berichten. Während wir in dem Versteck saßen und (nicht nur) die Glanzstare beobachteten bzw. fotografierten, kam plötzlich Ebrima, unser Führer, und sagte, wir müssten jetzt unbedingt gehen: Er höre das Geräusch eines Buschfeuers. Wir hörten nichts Konkretes, aber seine Wahrnehmungen waren unseren ohnehin oft überlegen.
Draußen war dann in einiger Entfernung tatsächlich Qualm zu sehen. Wir gingen zurück Richtung unserer Lodge (Tendaba Camp), ein Weg, auf dem wir eine Schule passierten. Jenseits der hinteren Schulhofmauer sahen wir es:
Was war passiert? Ein einzelner Brandfleck sprach Bände:
Anscheinend hatten Jugendliche auf dem Schul-Fußballplatz mit Feuer gespielt, das dann durch den Wind auf das extrem trockene Buschwerk rundherum übergriff. Sie waren noch dort und machten den vergeblichen Versuch, durch Draufschlagen mit Ästen das Feuer unter Kontrolle zu bekommen.
Ob das Vogelversteck nun überhaupt noch existiert, wissen wir nicht, erscheint aber eher unwahrscheinlich. Feuer sind in Afrika kaum zu kontrollieren und rauben leider immer wieder Tieren, und immer wieder auch Menschen, den Lebensraum.
ja, so ein Buschfeuer kann schnell ungeahnte Ausmaße annehmen. In Botsuana, am Okavango, mussten wir so etwas auch erleben. Den ganzen Tag über konnten wir zusehen wie das Feuer näher kam. In der Nacht kam ziemlich Hektik auf. Und als die Einheimischen angefangen haben Wasserschläuche zu verlegen war uns klar dass es eng werden kann. Die Nacht war kurz und ungemütlich. Das Feuer kam an schmalen Abzweig vom Hauptfluss zum stehen, keine 50 Meter vom Camp entfernt. Glück gehabt.