Naturreise(n)bericht: Seltsame Vögel

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lokatz

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Hallo liebe Fotofreunde, Mein letzter, ausgesprochen vogellastiger Naturreisebericht aus dem Donaudelta (https://www.nikon-fotografie.de/community/threads/naturreisebericht-donaudelta-juni-2025.312055/), hat –für mich überraschend– viel positive Resonanz gefunden und meinen Eindruck verstärkt, dass es bei NF doch eine ganze Menge Interesse an solchen Themen gibt. Das brachte mich auf den Gedanken, die Idee dieses Forums ein klein wenig zu dehnen in dem Sinne, dass ich nicht von einer Reise berichte, sondern von vielen.

Ich habe mittlerweile mehr als 70 Länder besucht, wenn auch nicht immer aus fotografischen Gründen, fotografiere seit etwa 1996 intensiv, dabei seit ca. 2008 vermehrt Vögel, wenn mich auch nach wie vor mehrere andere fotografische Themen interessieren. Ich führe Buch über die fotografierten Vogelarten und bin mittlerweile bei recht ordentlichen 1.416 Arten angelangt.

Kurz und gut, ich dachte mir, dass es vielleicht Etliche von Euch interessieren könnte, mal eine Auswahl der ungewöhnlicheren Sorte zu sehen und etwas mehr über seltene, öfters auch seltsame Vögel zu erfahren. Diese Auswahl ist komplett willkürlich: Manche Vögel zeige ich wegen ihres besonderen Aussehens, andere wegen seltsamen Verhaltens, weil sie sehr selten sind, oder einfach weil sie eine Art darstellen, die für uns in Europa ausgesprochen exotisch ist. Ein paar dieser Bilder habe ich schon in anderen Berichten gezeigt, die meisten dagegen noch nicht. Einige sind fotografisch recht gelungen, andere so-so. Manche sollen (hoffentlich) begeistern, manche neugierig machen, manche vielleicht auch nachdenklich. Eins dieser Bilder entstand in einem Zoo, ist aber aus betimmten Gründen trotzdem dabei; einige habe ich in Zoolandia gemacht, einem großen offenen Tierpark in der Nähe von Neuseelands Hauptstadt Wellington, in dem aber die meisten der Tiere nicht in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, also das Gelände auch verlassen können. Alle anderen stammen aus der freien Natur.

Dies wird ein langer Bericht, der sich über mehr als zwei Wochen hinziehen wird. Es gibt einfach sehr viele seltsame Vögel. ;-) Gelegentlich stelle ich auch mal alle Varianten einer Familie vor, die mir schon vor die Linse gekommen sind. Das findet der Eine vielleicht spannend und der Andere langweilig. Im Zweifel daher gern mal ein paar Bilder überspringen. Über alles gesehen werde ich mir aber Mühe geben, das Ganze abwechslungsreich zu gestalten. Ich hoffe daher, dass dieser Bericht Euch Spaß machen wird. Vielleicht weckt dieses Thema ja sogar Eure Lust, selbst in dieser Hinsicht zum Forum beizutragen?

Also, auf geht‘s!
 
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Anfangen möchte ich mit ein paar bei uns in Europa heimischen Arten, die trotzdem eher ungewöhnlich sind. Diese hier ist ein schöner “Startvogel”. Kennt ihr ihn?

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Nähe Vahu, Rumänien, 2023

Jeder kennt seinen Ruf, kaum einer hat ihn je gesehen: Den Kuckuck.
 
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Ein weiterer sehr ungewöhnlicher Aspekt bei den Pelikanen, hier bei einem Krauskopfpelikan schön zu sehen, ist der dehnbare Hautsack am Schnabel, der zum „Zwischenspeichern“ von Fischen dient.

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Kerkinisee, Griechenland, März 2023


Dieser Sack kann den Tieren auch zum Verhängnis werden: Ich habe schon zweimal erlebt, dass ein Pelikan einen Fisch aus einer Fischreuse zu stehlen versuchte, dann aber seinen Schnabel nicht mehr zurückziehen konnte, weil der verdickte Hautsack mit dem Fisch drin nun breiter war als die Maschen des Reusennetzes und somit festhing. Gottseidank gelang es uns in beiden Fällen, die Tiere zu befreien. Fischer würden sie eher verrecken lassen, weil die Vögel ihre Arbeit erschweren.
 
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Pelikane sind extrem schlechte Taucher. Die meisten Arten versuchen es nicht einmal, weswegen sie gern mit Kormoranen zusammen auf Fischfang gehen. Die kommen nämlich einige Meter tief, wobei manche Fische in Panik Richtung Wasseroberfläche schwimmen und dort leichte Beute der lauernden Pelikane werden.

Eine Art habe ich aber beobachten können, die ins Wasser eintaucht: Die etwas kleineren Braunpelikane. Sie fliegen zunächst ebenfalls sehr dicht über der Wasseroberfläche, wo sie Fischschwärme leicht erspähen können. Finden sie einen, dann steigen sie auf etwa 10-15 Meter Flughöhe auf und gehen dann im Sturzflug pfeilartig hinunter ins Wasser, wobei sie zumindest tief genug kommen, um ausreichend Beute zu machen.

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Golfo Dulce, Costa Rica, Januar 2022

In diesem Fall war es so, dass meine Frau und ich im Meer schwammen, als die Pelikane anfingen zu fischen. Einzelne davon knallten vielleicht fünf Meter neben uns ins Wasser, so dass wir ehrlich gesagt etwas nervös wurden.

Irgendwann ging ich dann meine Kamera holen... ;-)
 
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Hier kommt noch ein letztes Beispiel eines ganz gewöhnlichen Vogels: der Trauerschwan.

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Tasmanien, Australien, Februar 2018

Was mich sehr amüsiert hat, war unsere erste Erfahrung mit einem Wohnungstausch, in diesem Fall 2018 mit einem (sehr netten) Australier aus Melbourne. Wir verbrachten einen Monat in seiner Wohnung in Melbourne, er die gleiche Zeit in unserer Berliner Wohnung. Danach reisten wir noch eine Weile im Südosten Australiens umher. Als wir hinterher mit unserem Tauschpartner über unsere jeweiligen Erlebnisse sprachen, berichtete er begeistert, dass es in Deutschland Weiße Schwäne gäbe. Ebenso begeistert berichteten wir, dass wir noch nie Schwarze Schwäne gesehen hätten. Die wiederum sind in Australien oft zu finden.

Mit anderen Worten: Jeden faszinierte das, was der andere ganz normal fand. ;-)


Ok, das waren jetzt schon keine europäischen Vögel mehr. Schauen wir uns ab morgen einfach mal weltweit um.
 
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Gestern hatten wir ja schon einen Kandidaten mit einem besonders prägnanten Ruf, nämlich den Kuckuck. Heute möchte ich Euch ein paar andere Vögel vorstellen, deren Ruf ebenfalls, nun ja, außergewöhnlich ist. Sie alle hört man bereits lange, bevor man sie sieht. Wenn man sie überhaupt sieht.


Morgens um sechs auf der Insel Sumatra: Meine Frau und ich wollten eigentlich mal richtig ausschlafen, wachen aber auf, weil draußen vor unserer hübschen Lodge Baulärm ertönt, ein penetrantes metallisches Geräusch, das beim besten Willen nicht zu ignorieren ist. Wir beschließen, einen kleinen Morgenspaziergang zu machen und uns dabei gleich beim Hotelmanagement zu beschweren. Da entdecken wir plötzlich den „Bauarbeiter“:

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Ambarita, Indonesien, Februar 2023

Es handelte sich um einen Kupferschmied-Barbet. Wie sein Name schon andeutet, klingt sein Ruf etwa so, als ob man mit einem Hammer auf ein Kupferrohr schlägt: Sehr laut, sehr metallisch, sehr nervtötend, da er dies alle paar Sekunden wiederholt, und das über eine lange Zeit.

Wären wir nicht so vogelvernarrt, hätten wir ihm den Hals umgedreht. ;-)
 
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Ozeanien hat insgesamt eine erstaunliche Zahl von Krachmachern. Da ist zum Beispiel der winzige Schwarzschopfflöter, dessen englischsprachiger Name, “Eastern Whipbird“, besser zu ihm passt ('whip' = Peitsche): Sein Ruf ist eine Art Peitschenknall, den er oft und gern wiederholt und der ebenfalls ziemlich durchdringend sein kann.

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Lamington-Nationalpark, Australien, Dezember 2022
 
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Mein nächster Kandidat ist von Weitem zu hören, seinen Ruf wird man als ungeübter Europäer aber schwerlich als den eines Vogels identifizieren: der Grünlaubenvogel.

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Lamington-Nationalpark, Australien, Dezember 2022

Auch hier gibt erst sein englischer Name einen Hinweis: Green Catbird. Wenn man den Vogel nur hört, glaubt man tatsächlich, ein Kätzchen lautstark klagen zu hören. Er klingt exakt so. :)
 
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Der Jägerliest, mit unserem Eisvogel verwandt, hat gottseidank noch einen weiteren deutschen Namen, der ihn besser beschreibt: der Lachende Hans.

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Nähe Melbourne, Australien, Februar 2018

Wenn man den Ruf dieses Vogels hört, kann man fast nicht anders, als selbst mitzulachen. Was anfängt wie ein langgezogener Heulton, geht allmählich in ein immer stärker werdendes meckerndes Lachen über, das ansteckend ist. Ein Genuß!
 
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Eine ganz andersartige Familie von krachmachenden Vögeln lebt in Südamerika: Pipras, auch Schnurrvögel genannt. Sie sind sehr klein (10cm oder weniger Gesamtlänge) und leben bevorzugt im tiefen Gebüsch des lichtarmen Regenwalds, sind also besonders schwer vor die Linse zu bekommen. Von drei dieser Arten konnte ich im Lauf der Jahre halbwegs ansehliche Aufnahmen machen, nämlich dem Orangebandpipra, ...

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Drake Bay, Costa Rica, 2022
 
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… sowie dem Goldbandpipra.

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Nähe Manizales, Kolumbien, 2024

Was alle drei zu Krachmachern macht (und nur über diesen Krach findet man sie überhaupt), sind laute Knackgeräusche, die dem Bruch von Ästen ähneln. Diese Töne erzeugen sie durch einen extrem schnellen Schlag ihrer kurzen Stummelflügel, wobei der entstehende Luftdruck in Kombination mit einer besonderen Struktur der Armschwingen eine hohe Lautstärke ermöglicht.


Nur mal so: Die sind bei ISO12.800 (R5), ISO12.800 bzw. ISO6.400 (beide OM-1) aufgenommen. Tiefer Regenwald halt...
 
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3 Kommentare
Robert Goppelt
Robert Goppelt kommentierte
Tolles Bild und ein hoch interessanter Vogel.
 
L
lokatz kommentierte
Danke! Bei dem Vogel gebe ich dir auf jeden Fall recht. ;)
 
new_nik
new_nik kommentierte
Wunderschöne Bilder Danke !!
 
Ich mag Deine Reportagen und freue mich Tag für Tag auf Deine neuen Fotos. Ich bin aber auch ein großer Papageienfan und würde mich freuen, hier mehr aus dieser Familie krachmachender Vögel zu sehen.
 
3 Kommentare
L
lokatz kommentierte
Hmm, da muss ich mal in mich gehen. Ich habe bisher insgesamt 59 verschiedene Papageien- bzw. Sitticharten fotografiert, wollte davon hier aber eigentlich nur ganz wenige Arten (nämlich die stark gefährdeten) zeigen, weil es eben so viele sind, die sonst eine Vorstellung wert wären.
 
Kay
Kay kommentierte


Hab mal auf einem Wohnmobilstellplatz einen Graupapagei erlebt, der wohl mit seinem Besitzer
viel LKW gefahren war. Er konnte perfekt die Signal-Warntöne beim rückwärtsfahren nachmachen.
Habe mich damals zuerst stets umgedreht, um nicht umgefahren zu werden,
bis ich mich an diesen Lautgeber gewöhnt hatte.
 
L
lokatz kommentierte
@Furby, ok, ich weite meinen Bericht in dieser Hinsicht hier und da aus. :)
 
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