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Beim Himalayacutia war das dagegen einfacher: der Begriff kommt von seinem nepalesischen Namen, Khutya. Dieser hier hat gerade eine Raupe aus dem Ast gezogen.
Faszinierend waren nicht nur die Tierwelt und Landschaft, sondern auch das Wetter. An diesem Tag gab es alles, von dichtem Nebel über sonnenklaren Himmel bis zu Regen. Hier zieht eine Nebelfront durch das Tal.
Die reine Fahrzeit von Tenga zurück nach Guwahati beträgt etwa sieben Stunden. Wir ließen uns Zeit und hielten zwischendurch öfters an, um am Straßenrand Vögel zu beobachten.
Der Blaukopfrötel hat die Form und Größe einer Drossel, gehört aber zu den Fliegenschnäppern. Er kommt in Höhenlagen zwischen 900 und 2.000 Metern vor.
Hier kommt einer meiner absoluten Lieblinge. Dieser winzige Bursche schaut zwar gerade etwas böse drein, ist aber eigentlich ausgesprochen hübsch anzusehen. Aus rätselhaften Gründen ist für ihn kein deutscher Name zu finden, die Übersetzung seines englischen Namens (White-breasted parrotbill) beschreibt ihn aber recht gut: Weißbrust-Papageienschnabel. Dieser Schnabel eignet sich eigentlich nur für kleine Beeren und Nüsse.
Ein sehr interessanter Vogel ist der Strichelspinnenjäger. Er gehört zu den Nektarvögeln und sieht auch von der Körperform her so aus. Allerdings gibt er sich nicht nur mit Pflanzennektar zufrieden, sondern frisst auch Spinnen, Asseln und Ähnliches.
Auch der Wiedehopf treibt sich in den Ebenen Indiens herum. Er scheint in Indien weniger scheu zu sein als in Europa, was sicher der Bevölkerungsdichte geschuldet ist.
Der Elsterstar gehört eigentlich zu den Mainas, aber der Name passt in diesem Fall einfach. Er sieht ja wirklich ein wenig aus wie eine Mischung aus Elster und Star.
Auch auf dieser Fahrt zeigte sich Indien wieder lebendig und farbenfroh.
Nahezu alle indischen LKWs haben solche Klebefolien auf der Frontscheibe, wohl wegen der Hitze und starken Sonneneinstrahlung, was dem Führerhaus vor allem bei älteren Modellen ein wenig ein schießschartenartiges Aussehen verleiht.
Eine Übernachtung in Guwahati führte über zum dritten und letzten Teil meiner Indienreise. Der folgende Tag war ein reiner Reisetag: Da es keine bessere Verbindung gab, flog ich zunächst am Morgen nach Hyderabad, also in den Süden Indiens, um dann, nach fünf Stunden Zwischenhalt, wieder nach Norden zu fliegen, wo ich schließlich in Jabalpur landete. Abends dort angekommen, legte ich erneut eine Nacht in einem Stadthotel ein, bevor mich am nächsten Morgen ein Fahrer abholte und zu meinem letzten Ziel brachte: dem Bandhavgarh Tiger Reserve.
Unterwegs fiel mir auf, wie trocken alles war. Das ist im April, vor der Monsunzeit, normal, machte mir aber etwas Sorgen, was die Fotografie an meinem Ziel anging. Zum Glück war es im Tiger Reserve sehr viel grüner.
„Reservat“ ist hier als Begriff eher irreführend. Es handelt sich zwar zum Teil um für den Verkehr mit Sperren abgeschlossene, genehmigungs- und eintrittspflichtige Zonen, das dient aber nur der Sicherheit (und sicher auch finanziellen Interessen, da der Eintritt nicht billig ist). Das Tiger Reserve ist Teil des größeren Bandhavgarh National Park, und die im Reservat lebenden Tiere, darunter nicht nur Tiger, sondern auch Elefanten, die meist sehr scheuen Jaguare und viele andere, kreuzen öfters dessen Straßen und Zonen, da sie durch nichts daran gehindert werden. „Vorfälle“ mit vor Ort lebenden Menschen sind selten, kommen aber vor. Touristen werden ausschließlich auf Jeeps durch Park und Reserve gekarrt, die sie nicht verlassen dürfen, insofern ist für sie die Gefahr gering.
Der erste volle Tag im Reserve brachte morgens zwar eine Tigerbegegnung, aber eine von der eher frustrierenden Sorte. Ein tief im Gebüsch sitzender Tiger wandte sich demonstrativ ab und wollte partout nicht sein Gesicht zeigen.
Spannender fand ich einige der Vögel. Da wäre zum Beispiel der Sundamarabu, hier von allen Seiten zu sehen. Dieser etwa 110-120 Zentimeter große Vogel steht leider auch schon auf der Liste der gefährdeten Arten.