Meine erste Mikrofotografie

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bl2002

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Wer meine Fragen und Beiträge verfolgt hat, weiß, daß mich die Bilder im Bereich Makro- und Mikrofotografie in diesem Forum schwer beeindruckt haben. Das technische Niveau und die Motive (meistens Insekten) sind absolut top. Natürlich ist mir klar, daß hier sehr viel Erfahrung und Tüftelei dahinter steht. Mit meinen ersten Bildbeiträgen möchte ich ein Gefühl für die Möglichkeiten meiner Hardware bekommen. Da wir ja im Anfänger Bereich sind, verzeiht mir meine Unzulänglichkeiten, die meiner Ahnungslosigkeit und meinem hierfür nicht besonders geeignetem Equipment geschuldet sind.
Trotzdem möchte ich - gerade den Anfängern - Mut machen, mit einfachsten Mitteln es zu versuchen. Wer Spaß an dieser Technik hat, kann ja weiter investieren, um zu besseren Ergebnissen zu kommen. Um meine Ergebnisse verstehbar und nachbaubar zu machen, erkläre ich die Vorgehensweise.

Ausgangsbild ist dieses Automobil, ein Bugatti Atlantic von 1936 in der Größe von 18cm; Burago M=1:24
An diesem Modell habe ich Stacking probiert.

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Dies war ja keine echte Makro Aufnahme. Nun gibt es am Kühler ein Detail, welches sich für weitere Versuche eignet. Es ist die Bugatti Plakette. Am Modell ist sie 5mm breit, ca. 2,5mm hoch und ca. 2mm tief, da auf beiden Seiten abgeknickt; dem Kühler angepaßt.

Dieses Teil möchte ich nun als Vollbild (es handelt sich hier also um keine Ausschnittvergrößerung!) darstellen. Der Schriftzug ist verchromt, also nicht gerade unproblematisch, was den Dynamikumfang angeht.

Aufbau:
Kamera: D70 (6Mpx, DX)
Iso: 200
Objektiv 1: Micro Nikkor 105mm F=2.8; Fokus = unendlich
Objektiv 2: Nikkor 24mm F2.8; Fokus = variabel
Objektiv 2 in Retrostellung mittels Kupplungsring 52mm/52mm mit Objektiv 1 verbunden
Abstand Objektivlinse zum Enblem: ca. 3cm
Beleuchtung: wird pro Bild erklärt
Blendeneinstellung Objektiv 1: wird pro Bild erklärt
Blendeneinstellung Objektiv 2: immer offen (F=2.8)
Belichtungszeit: wird pro Bild erklärt
Stativ
Schärfeeinstellung Objektiv 1: unendlich
Schärfeeinstellung über Fokusring Objektiv 2
Steuerung der Kamera mittels Notebook mit qDslrDashboard.

Bild 2:
Versuch, das Enblem mit einem Bild zu erfassen.
Blende Objektiv 1 = 32 für größtmögliche Schärfentiefe.
Licht: seitlicher Lichteinfall von rechts kommend durchs Fenster
Belichtungszeit: 20 Sekunden

picture.php


Wie zu sehen, ist die Schärfentiefe nicht ausreichend und das Bild selbst bei dieser langen Belichtungszeit zu dunkel.
Vor allem die seitlichen Enden saufen ab. Die Chromoberfläche ist nicht erkennbar.


Ich habe mich deshalb entschieden, das Bild per Stacking zu realisieren. Über eine offenere Blende bekomme ich kürze Belichtungszeiten und es wird die gesamte Tiefe des Bugatti Enblems scharf abgebildet.

Blende Objektiv 1: 8
Belichtungszeit: 1,3s / Bild
Beleuchtung: 2 Halogen (300W) Strahler im Winkel von 45 Grad hinter der Kamera; direkt auf das Auto gerichtet (war sonst zu dunkel)
Stacking mit 12 Bildern
Schärfe manuell an Objektiv 2 (dem Weitwinkel in Retrostellung) von vorne nach hinten reguliert
Stackingverarbeitung mit Photoshop

picture.php


Einen Eindruck der sehr geringen Schärfentiefe in diesem Nahbereich vermittelt dieses Bild; es ist das Anfangsbild der Stackingreihe.

picture.php
 
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Hi,

Sehr schön zu sehen, dass die Beugung bei f32 die Details vermatscht. Dennoch hätte ich das Vergleichsbild gerne mit mehr Licht gesehen, dann wäre das sicher besser sichtbar.

Weiter viel Spaß bei deinen Experimenten und Danke für's Zeigen.
 
Kommentar
Als ich bei diesem Bild gesehen habe, daß die Schärfentiefe - selbst bei Blende 32 - nicht ausreicht, habe ich abgebrochen. 20 Sekunden Belichtungszeit und natürlich Blende 32 halte ich für nicht optimal. Dafür ist mein Stativ und der Tisch zu instabil. Die Unschärfe bei diesem Setup kann auch einfach durch die Mikroschwingung entstanden sein. Natürlich spielt auch die Beugung bei F=32 eine Rolle. Ich würde keine Fotos mit maximaler Abblendung machen wollen. Da die Stackinglösung für mich neu war, zeigt sie jetzt sehr schön, wie der Nahbereich sinnvoll erweitert werden kann.
Positiv sehe ich:
# Normale Blendenauswahl
# Deutlich kürzere Belichtungszeit
# Deutlich erweiterter Schärfebereich

Nachteil: mehr Zeitaufwand, ausschließliche Fotografie per Stativ, in diesen Bereichen keine Bildbeurteilung ohne Notebook mehr möglich. Auch die Vorschaubilder in qDslrDashboard lassen keine finale Aussage bezüglich der Schärfe /Helligkeit zu; das kann erst in Photoshop ernsthaft entschieden werden. Da ich zum Glück im RAW Format fotografiere, habe ich noch genügend Spielraum für die Feinanpassung.

Ich komme jetzt aber mit meinem Workflow an die Grenzen der Monitore. Da bisher nichts kalibriert wurde, fallen Farben, Kontrast und Helligkeit sehr unterschiedlich aus. Das wird wohl meine nächste Baustelle.
 
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