Eine Rezension unseres Community-Mitglieds Holger Pfromm
Eine Biografie. Kein Fotoband, kein Lehrbuch und auch kein politisches Sachbuch
Lynsey Addario ist mit Herz und Seele Foto-Journalistin und sie gibt Einblicke in ihr berufliches und privates Leben. Unverhohlen, ehrlich und offen berichtet sie über ihre (Auslands-) Reportagen in den Krisenregionen dieser Welt. Entbehrungen, Risiko, Strapazen, Angst, aber auch Mut und handwerkliches Können sind nötig, um in Afghanistan, Pakistan, Kongo und Somalia beruflich für Zeitungen / Zeitschriften fotografieren zu können.
Darüber hinaus wird der Buchleser sehr energisch mit den Schattenseiten des Berufes konfrontiert: Tod, Elend, Entführung, vorauseilender Gehorsam zur Zensur der eigenen Redaktion sowie Konkurrenzkampf der Journalisten untereinander. Sie schreibt auch über ihre Motivation, warum sie in solchen Extrembedingungen, die das eigene Leben bedrohen, arbeitet.
Über den beruflichen Kontext hinaus gibt die Autorin auch viel über ihr Privatleben preis: Homosexualität des Vater, Liebhaber, Kinderwunsch, Depressionen (posttraumatische Belastungsstörung) und Benachteiligung als Frau in einem Männer-dominierten Beruf.
Aus dem Beruflichen und Privaten in Kombination mit den hier abgedruckten Fotos kann man sich ein ganz gutes „Bild“ über die Person „Lynsey Addario“ machen.
Lynsey Addario schreibt sehr klar, nüchtern, ja in einem fast schon kühlen Stil. Ich mag das. Überschwängliches ist hier auch fehl am Platze.
Aber genauso mag ich es, dass sie offen und ohne Pathos über ihr berufliches und privates Leben berichtet. Ich mag es auch, dass sie ihre Meinung zu den Krisenherden äußert und sich weder in patriotischer Kriegsrhetorik noch ellenlangen politischen und geschichtlichen Analysen à la Scholl-Latour vertieft. Dies hätte mich gelangweilt und passt auch nicht zu einer Biografie.
Die vielen Fotografien dokumentieren und ergänzen das Geschriebene sehr gut. Es ist immer ein visueller Bezug zum Text gegeben, was nicht selbstverständlich ist. Ihre Reportagefotos sind eindringlich und verdienen es, angesehen zu werden – vor allem, wenn man weiß, unter welchen Extrembedingungen sie entstanden sind. Weitere Fotografien finden sich auf Addarios Homepage: www.lynseyaddario.com.
Fazit
Inhalt: 5 von 5 Punkten – Eine interessante Biografie, die mit der Romantik der Kriegsreportage aufräumt.
Lesbarkeit: 4 von 5 Punkten – Die klare Sprache ist gut zu verstehen.
Grafiken: 5 von 5 Punkten – Addarios Fotografien sind eindringlich.
Kaufempfehlung: 5 von 5 Punkten – Wer über den fotografischen Tellerrand schauen möchte und keinen reinen Fotoband oder ein Lehrbuch für Foto-Journalismus oder ein politisches Sachbuch erwartet, ist hier richtig.
Allgemeiner Eindruck: 5 von 5 Punkten – Es ist richtig das Buch zu lesen, um sich auch jenseits der nüchternen Nachrichtenmeldungen ein – im wahrsten Sinne des Wortes – Bild von Krisenherden dieser Welt zu machen. Auch macht es Spaß, das Buch auch so in die Hand zu nehmen und sich nur die Reportagefotos anzusehen.
Insgesamt ergeben sich über alle Teilkriterien hinweg 5 von 5 Gesamtpunkten.
Die Daten
Lynsey Addario. Jeder Moment ist Ewigkeit. Als Fotojournalistin in den Krisengebieten der Welt erschien am 12. Februar 2016 im Econ Verlag. 368 Seiten, 16,3 x 3 x 24,5 cm, Hardcover mit Schutzumschlag, Lesebändchen
ISBN: 9783430202121
Preis: € 25,00 € [D] | 25,70 € [A]
Hier geht es zur Leseprobe
Rezension: Holger Pfromm
Bewertung:
Eine Biografie. Kein Fotoband, kein Lehrbuch und auch kein politisches Sachbuch
Lynsey Addario ist mit Herz und Seele Foto-Journalistin und sie gibt Einblicke in ihr berufliches und privates Leben. Unverhohlen, ehrlich und offen berichtet sie über ihre (Auslands-) Reportagen in den Krisenregionen dieser Welt. Entbehrungen, Risiko, Strapazen, Angst, aber auch Mut und handwerkliches Können sind nötig, um in Afghanistan, Pakistan, Kongo und Somalia beruflich für Zeitungen / Zeitschriften fotografieren zu können.
Darüber hinaus wird der Buchleser sehr energisch mit den Schattenseiten des Berufes konfrontiert: Tod, Elend, Entführung, vorauseilender Gehorsam zur Zensur der eigenen Redaktion sowie Konkurrenzkampf der Journalisten untereinander. Sie schreibt auch über ihre Motivation, warum sie in solchen Extrembedingungen, die das eigene Leben bedrohen, arbeitet.
Über den beruflichen Kontext hinaus gibt die Autorin auch viel über ihr Privatleben preis: Homosexualität des Vater, Liebhaber, Kinderwunsch, Depressionen (posttraumatische Belastungsstörung) und Benachteiligung als Frau in einem Männer-dominierten Beruf.
Aus dem Beruflichen und Privaten in Kombination mit den hier abgedruckten Fotos kann man sich ein ganz gutes „Bild“ über die Person „Lynsey Addario“ machen.
Lynsey Addario schreibt sehr klar, nüchtern, ja in einem fast schon kühlen Stil. Ich mag das. Überschwängliches ist hier auch fehl am Platze.
Aber genauso mag ich es, dass sie offen und ohne Pathos über ihr berufliches und privates Leben berichtet. Ich mag es auch, dass sie ihre Meinung zu den Krisenherden äußert und sich weder in patriotischer Kriegsrhetorik noch ellenlangen politischen und geschichtlichen Analysen à la Scholl-Latour vertieft. Dies hätte mich gelangweilt und passt auch nicht zu einer Biografie.
Die vielen Fotografien dokumentieren und ergänzen das Geschriebene sehr gut. Es ist immer ein visueller Bezug zum Text gegeben, was nicht selbstverständlich ist. Ihre Reportagefotos sind eindringlich und verdienen es, angesehen zu werden – vor allem, wenn man weiß, unter welchen Extrembedingungen sie entstanden sind. Weitere Fotografien finden sich auf Addarios Homepage: www.lynseyaddario.com.
Fazit
Inhalt: 5 von 5 Punkten – Eine interessante Biografie, die mit der Romantik der Kriegsreportage aufräumt.
Lesbarkeit: 4 von 5 Punkten – Die klare Sprache ist gut zu verstehen.
Grafiken: 5 von 5 Punkten – Addarios Fotografien sind eindringlich.
Kaufempfehlung: 5 von 5 Punkten – Wer über den fotografischen Tellerrand schauen möchte und keinen reinen Fotoband oder ein Lehrbuch für Foto-Journalismus oder ein politisches Sachbuch erwartet, ist hier richtig.
Allgemeiner Eindruck: 5 von 5 Punkten – Es ist richtig das Buch zu lesen, um sich auch jenseits der nüchternen Nachrichtenmeldungen ein – im wahrsten Sinne des Wortes – Bild von Krisenherden dieser Welt zu machen. Auch macht es Spaß, das Buch auch so in die Hand zu nehmen und sich nur die Reportagefotos anzusehen.
Insgesamt ergeben sich über alle Teilkriterien hinweg 5 von 5 Gesamtpunkten.
Die Daten
Lynsey Addario. Jeder Moment ist Ewigkeit. Als Fotojournalistin in den Krisengebieten der Welt erschien am 12. Februar 2016 im Econ Verlag. 368 Seiten, 16,3 x 3 x 24,5 cm, Hardcover mit Schutzumschlag, Lesebändchen
ISBN: 9783430202121
Preis: € 25,00 € [D] | 25,70 € [A]
Hier geht es zur Leseprobe
Rezension: Holger Pfromm
Bewertung:
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| ISBN: 3430202124 |
