Gerade bei kurzen Brennweiten heißt es zur A7R (und wegen der geringeren Auflösung teilweise auch die A7), dass der Strahlengang bei einer zu kompakten Bauweise und Nähe des Objektivs zum Sensor nicht mehr alle Informationen vernünftig in die Ecken des Sensors bringen kann.
Dadurch entstehen die violetten Verfärbungen. Viele hatten sich schon gefreut, dass sie ihre alten Leica- oder Voigtländer Messsucher-WW-Objektive nutzen könnten, um damit ein kompaktes System zu bekommen.
Leica korrigiert diese Verfärbungen einfach per Firmware-Korrektur, aber der A7R sind die Objektivdaten so ja nicht bekannt.
Um wirklich kompaktere Objektive zu erhalten, müsste man dies wie bei der RX1 machen und kurz vor dem Sensor noch ein Glas zur Korrektur einbauen. Dann wäre dies aber keine Systemkamera mehr.
Bitte nicht meine richtige Aussage zerpflücken. Ich sprach davon, dass (prinzipiell) Objektive mit kürzeren Brennweiten für spiegellose Kameras (das gilt auch für die alten Meßsucherkameras) kleiner gebaut werden können als Objektive für Spiegelreflexkameras (sowohl analoge als auch digitale). Das ist uneingeschränkt richtig.
Ich habe nicht gesagt, dass man solche Objektive klitzeklein bauen soll. Die Ingenieure in der Konstruktion werden sicher das Optimum zwischen minimaler Größe und maximaler Abbildungsqualität finden.
Dass es bei alten Objektiven aus der analogen Zeit verständlicherweise den Wunsch / Hoffnung gibt, diese weiter zu nutzen ist verständlich. Weil aber der alte Film eine eher flächige Struktur, der Sensor aber eher eine räumliche Struktur hat, gibt es alte Objektive, die gut funktionieren ebenso, wie Objektive die schlecht funktionieren. Bei Neukonstruktionen wird und muss man eben die Gegebenheiten des Sensors berücksichtigen. Ich traue das den Ingenieuren aller Objektivhersteller zu.
Warum eine spiegellose Systemkamera, wenn eine Korrekturscheibe eingebaut werden würde, keine Systemkamera mehr ist, verstehe ich nicht. Eine Systemkamera ist z.B. eine SLR, DSLR, Sucherkamera oder, oder. Das Attribut "spiegellos" ist das Wesentliche und das ändert sich ja nicht, wenn eine Korrekturscheibe eingebaut werden würde.
Aber wie auch immer: Ich sehe diese "Spiegellosen" nicht als ein Dogma an, sondern als eine willkommene Ergänzung zu meinen analogen und digitalen SLR's und Sucherkameras. Jede meiner Kameras hat ihre Eigenheiten / Vor- und Nachteile in der Nutzung / Bedienung und ich versuche, immer die Kamera zu nehmen, die sich meiner Meinung nach am Besten für diese Aufgabe eignet. Bei mir gibt es nicht entweder - oder sondern sowohl - als auch.
Also cgrille: nichts für ungut für die Richtigstellung. Hast Du schon mal so eine Spiegelose ausprobiert? Tu's mal und Du wirst sehen, die sind gar nicht so schlecht wie viele befürchten.
Gruß
Wrtlbrmft