kleiner Blendwert bringt schärferes Bild?

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MakroKnipser

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Hallo ihr,

ich habe grad einige Fotos gemacht und dabei weit in die Ferne fotografiert. Bis eben dachte ich noch, ein kleiner Blendwert bedeutet Blende weit offen gleich viel Streulicht gleich weniger Details und/oder Schärfe. Nun hab ich es ausprobiert, mit Stativ und Selbstauslöser damit wirklich nichts wackelt und stelle fest: der kleine Blendwert, 2,7 etwa, bringt in der Ferne wider Erwarten doch mehr Details als ein hoher Blendwert. Das war für mich in sofern eine Überraschung, da ich dachte, ein hoher Blendwert gleich Blende mehr zu gleich weniger Streulicht hätte besser werden sollen.

Markus

edit: hier ein Vergleich, links kleiner Blendwert, rechts großer Blendwert.

blende_vergleich.jpg
 
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schärfe gibts durch korrektes fokussieren, ne kleinere blendenöffnung (größere blendenzahl) verbreitert nur diesen bereich. jedenfalls bis zur beugungsunschärfe.
 
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Zudem ist das Ganze auch abhängig vom Objektiv, richtige Fokussierung mal vorausgesetzt.
Viele sind bei offener Blende nicht scharf, andere lassen bei weit geschlossener Blende auch wieder nach, ...

Von daher ist eine generelle Aussage zum Thema Schärfe-Blende nicht wirklich möglich.

Gruß,
Magnus
 
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MakroKnipser schrieb:
hier ein Vergleich, links kleiner Blendwert, rechts großer Blendwert.
Was heisst "gross" bei dir? Ist das Blende 10 oder Blende 32? bei letzterem müsstest du dich wie bereits erwähnt mal mit dem Begriff "Beugungsunschärfe" auseinandersetzen und es wäre nicht erstaunlich, dass du mit 2.7 schärfere Ergebnisse hast...
Markus
 
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MakroKnipser schrieb:
Das war für mich in sofern eine Überraschung, da ich dachte, ein hoher Blendwert gleich Blende mehr zu gleich weniger Streulicht hätte besser werden sollen.

Das ist etwas unglücklich ausgedrückt. Die eigentliche Unschärfe ensteht hauptsächlich durch den Unschärfekreis, den Objektive vor und hinter der Fokusebene erzeugen, weniger durch Streulicht im Objektiv selbst. Die Größe des Unschärfekreises und damit der Grad der Unschärfe läßt sich durch Verstellen der Blende variieren. Kleinere Blende erzeugen einen kleineren Unschärfekreis und damit auch subjektiv gefühlt mehr Tiefenschärfe, d.h. einen Bereich, den wir als scharf ansehen. Physikalisch gesehen setzt die Tiefenunschärfe bereits ab dem ersten Millimeter vor/hinter dem Schärfepunkt ein.

Summa summarum erhält man also durch kleinere Blende (größerer Blendenwert) einen größeren Schärfebereich, vorausgesetzt, die Fokusierung ist identisch. Deine Beobachtung ist deshalb wahrscheinlich auf einen Fehler im Versuchsaufbau zurückzuführen.
 
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Die Blendwerte, mit denen ich experimentierte, liegen zwischen 2,7 und 7,5. Wo könnte denn der Fehler in diesem Versuchsaufbau sein?
 
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MakroKnipser schrieb:
Die Blendwerte, mit denen ich experimentierte, liegen zwischen 2,7 und 7,5. Wo könnte denn der Fehler in diesem Versuchsaufbau sein?


spiegelschlag plus ungünstige belichtungszeit, maybe?
 
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Moin,

CALYPTRA schrieb:
Summa summarum erhält man also durch kleinere Blende (größerer Blendenwert) einen größeren Schärfebereich, vorausgesetzt, die Fokusierung ist identisch. Deine Beobachtung ist deshalb wahrscheinlich auf einen Fehler im Versuchsaufbau zurückzuführen.

Im Prinzip richtig, aber es gilt hier, zwei gegenläufige Effekte zu beachten.
Die Tiefenschärfe, d.h. der Bereich vor und hinter der Schärfenebene, der noch scharf erscheint, wird mit Schließen der Blende größer.
Die durch die Auflösungsfähigkeit des Objektivs bedingte absolute Schärfe nimmt mit Schließen der Blende ab, da das Verhältnis ungebeugter zu am Blendenrand gebeugten Lichtstrahlen immer ungünstiger wird.
Nobody hat dazu mal eine sehr eindrucksvolle Fotostrecke gemacht. Wenn ich den Link finde, liefere ich ihn nach.
 
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MakroKnipser schrieb:
Die Blendwerte, mit denen ich experimentierte, liegen zwischen 2,7 und 7,5. Wo könnte denn der Fehler in diesem Versuchsaufbau sein?

Immerhin sind die Aufnahmen schon einmal sehr unterschiedlich hell - warum?
(Da wird das Vergleichen schwierig)

Das Motiv - was ist es? Eine schiefe Fläche? Bist du sicher, dass das Motiv auf jeden Fall schon im Fokusbereich "unendlich" liegt?
 
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@Wolle: Ja, ich erinnere mich an nobodys Teststrecke, da ging das eindrucksvoll hervor. Der Versuch fand aber bei recht großen Blendenwerten statt, meine in der Gegend von >11. Bei den Blenden, von denen MakroKnipser hier redet, sollte jedoch zunächst einmal eine deutliche Zunahme an Schärfe zu beobachten sein, da bei großen Blenden die Tiefenunschärfe gegenüber der absoluten Schärfe zunächst dominiert.
 
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Es ist eine (schräg zur Kamera ausgerichtete), verklinkerte Häuserwand, die sich in beachtlicher Entfernung zur Kamera befindet. Den Helligkeitsunterschied hat die Kamera gemacht, ich hab nur den Blendwert verändert (Modus "A"). Die Bilder zeigen nur einen winzigen Ausschnitt des ganzen, auf 200 % vergrößert, damit man mehr erkennen kann.
 
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MakroKnipser schrieb:
Es ist eine (schräg zur Kamera ausgerichtete), verklinkerte Häuserwand, die sich in beachtlicher Entfernung zur Kamera befindet. Den Helligkeitsunterschied hat die Kamera gemacht, ich hab nur den Blendwert verändert (Modus "A"). Die Bilder zeigen nur einen winzigen Ausschnitt des ganzen, auf 200 % vergrößert, damit man mehr erkennen kann.

Du solltest uns mal die EXIF-Daten verraten insbesondere die Belichtungszeit...
 
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Also ich finde dann bei "A" komisch dass da geschätzte 2-3 LW Helligkeitsunterschied sind und frage mich daher, ob irgendeine Randbedingung da war, die ich nicht kenne, die aber auch das Schärfeproblem erklärt?
Und zum Vergleichen wäre insbesondere ein Ausschnitt in Größe 1:1 geeignet. (Bildschirmpixel=Bildpixel).

Also so kann man irgendwie keine Ursache bei dieser interessanten Denksportaufgabe ermitteln.
 
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MakroKnipser schrieb:
Die Blendwerte, mit denen ich experimentierte, liegen zwischen 2,7 und 7,5. Wo könnte denn der Fehler in diesem Versuchsaufbau sein?

Hast du manuell fokusiert, dass der Fokus bei beiden Aufnahmen auch identisch ist?
 
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MakroKnipser schrieb:
Die Blendwerte, mit denen ich experimentierte, liegen zwischen 2,7 und 7,5. Wo könnte denn der Fehler in diesem Versuchsaufbau sein?

Vielleicht beginnt bei der Coolpix, die in deinem Profil steht, die Beugungsunschärfe schon bei 7,5 :nixweiss: Ich glaub bei Kompaktkameras tritt die schneller ein, oder?
Gruß
Stefan
 
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Da es sich hier um eine Coolpix P5000 handelt, lassen sich die Werte, die für DSLR's "üblich" sind, nicht so einfach übertragen.
Durch den "Kompaktsensor" wird sich die Problematik der (fehlenden) Tiefenschärfe sicher nicht in selbigem Maße zeigen wie z.B. evtl. Auflösungsschwächen der integrierten Optik.
In Ermangelung weiterer Kenntnis der Kamera könnte ich ab dieser Stelle lediglich noch raten....
 
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MakroKnipser schrieb:

1) Es gibt einen Belichtungsunterschied

2) Die Abbildungsleistung jeder Optik variiert mit der Blende und bei Zooms zusätzlich mit der Brennweite

3) Die Beispielbilder sind extrem klein, vielleicht könntest Du unveränderte Originale irgendwo zum download anbieten

4) Es würde helfen zu wissen, welche Optik an welcher Kamera hier benutzt wurde

Herzlich

Frank
 
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Oliver K. schrieb:
Da es sich hier um eine Coolpix P5000 handelt, lassen sich die Werte, die für DSLR's "üblich" sind, nicht so einfach übertragen.
Durch den "Kompaktsensor" wird sich die Problematik der (fehlenden) Tiefenschärfe sicher nicht in selbigem Maße zeigen wie z.B. evtl. Auflösungsschwächen der integrierten Optik.
In Ermangelung weiterer Kenntnis der Kamera könnte ich ab dieser Stelle lediglich noch raten....

Wen es eine moderne Coolpix ist, dann ist sie wegen der kleinen Pixel bei Blende 7,5 längst in der Beugung.
 
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FrankF schrieb:
Wen es eine moderne Coolpix ist, dann ist sie wegen der kleinen Pixel bei Blende 7,5 längst in der Beugung.

Unter Berücksichtigung folgender Information zur P5000

www.nikon.de schrieb:
10,0 Megapixel Auflösung für detailreiche und scharfe Bilder, auch bei großen Formaten und kreativen Ausschnittsvergrößerungen.

gehe ich da mit Deiner Vermutung völlig konform....
 
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