Kaufberatung für portable Blitzanlage mit viel Belichtungsspielraum

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Lexington

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Hallo Leute,

ich bitte um Anfänger-Beratung für eine Blitzanlage - merke, das wird langsam mal ein Thema für mich.

Prämisse wäre dabei Folgende: lieber gleich was Richtiges kaufen, bevor man jetzt schrittweise Lichtformer und Transformatoren kauft, und dann in ein System investiert hat.

Was ansteht ist: ein System, was auch mal portabel ist oder gemacht werden kann (sei es Shoot on Location in einem Raum, sei es im freien ohne Stromanschluss).

Was es können muss: weiten Regelungsbereich haben, wenn ich das so sagen darf, es kommt auf mich zu, dass ich gut ausgeleuchtete Fotos mit relativ weit geöffneter Blende machen will, Produktfotos wo der Raumhintergrund noch da ist, aber durch die Blende verschwimmt und das Licht sauber gesetzt ist. Genauso wird LowKey mal ein Thema werden -- mir ist klar, dass es dann schrittweise ohne Ende geeignete Lichtformer, mal unterschiedliche Generatoren usw braucht, aber der Anfang sollte halt mit einem System gemacht werden, wo man auch Spaß mit dem ganzen Zeug hat und nicht nach zwei Jahren anstösst.

Wie man den Frageformen entnehmen kann gehts nicht darum, dass ich morgen ein 100qm-Studio damit eröffnen will, wo die Sachen fest installiert sind ;-)


Womit es können muss: sollte sich verstehen mit Kameras von D750 bis D4.

Ich habe mir die Einführung ins Thema Studioblitzanlagen bereits durchgelesen, ich kenne jemand der auf Hensel schwört und ein anderer auf Broncolor, aber ich würde mich sehr über eine Empfehlung nach den oben skizzierten Rahmenbedingungen von Euch freuen - vielen Dank!
 
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Für einen engagierten Amateur ist die Frage gar nicht so leicht zu beantworten. Alle Système haben Vor- und Nachteile gegenüber ihren Wettbewerbern, und auf dem Papier sieht alles grossartig aus. Der ganz grosse Unterschied ist aber die unbedingte Verfügbarkeit, die dem Amateur vielleicht nicht ganz so viel Aufpreis Wert sein muss, wie dem Profi.

Letzterer muss einem Service vor Ort oder in erreichbarer Nähe anders gewichten als der Amateur, dessen Anlage weniger intensiv genutzt wird, und für den eine Woche Wartezeit auf ein Ersatzteil ärgerlich, aber nicht existenziell gefährlich ist. Ein Profi kann einen Auftrag vergeigen (und -zig Folgeaufträge verlieren) - wir versemmeln einen Nachmittag ...

Lichtformer gibt es inzwischen von vielen (Billig-) Herstellern, und alle bieten die gebräuchlichsten Bajonette und Anschlüsse an ... auch hier gibt es keinen Sieger mehr: was auch immer du nutzt - du wirst die Lichtformer deiner Wünsche finden und adaptieren können.

DAS Ausschlusskriterium wird der Akku-Pack sein, mit dem du zwei Blitze mobil betreiben kannst. Es ist unangenehm, sich an ein System zu gewöhnen, den Umgang damit zu verinnerlichen, und dann mobil wieder bei null zu beginnen. Wenn du es - wie in deinem Startbeitrag geschrieben - gleich richtig machen willst, dann achte darauf, dass du eine Anlage kaufst,

- 1) deren Power-Pack für zwei Blitzköpfe ausgelegt ist, oder
- 2) für die du vor Ort ein kompatibles Power-Pack mieten kannst

Der zweite Weg scheint mir persönlich sinnvoller, ist aber natürlich von deinem Wohnort und von der Häufigkeit der mobilen Nutzung abhängig. Ich selbst lebe 120 km vom nächsten Verleih entfernt ... da kauft man eher, als dass man mietet. Wer aber auf dem Rückweg von der Arbeit am Freitagabend noch eben die Ausrüstung fürs Wochenende beim Verleih abholen kann, entscheidet ganz anders als ich. Und der sollte sich auch beim Kauf an der Marke des örtlichen Miet-Services orientieren.

Im Heim-Studio hat man eher das Problem zu starker als zu schwacher Köpfe; der Aufpreis von 300 auf 600 Ws ist ziemlich gering, warum also nicht gleich den grossen Blitzkopf nehmen? Weil man ihn kaum mal brauchen wird, aber ständig bezahlen muss (Power-Pack, Röhren etc.). Mir stehen zuhause 25 m² mit 2,70m Raumhöhe zur Verfügung, und dafür reichen 200Ws in jeder Hinsicht dicke aus. Ein Kopf mit +/- 300Ws tut es also - es gibt keinen Grund für die grosse Lösung, es sei denn ich würde regelmässig an anderen Orten photographieren (und gleichzeitig keinen Service vor Ort haben, bei dem ich mir Material für ein Auswärtsspiel leihen könnte).

Mit 300 bis 400Ws kann man mit Offenblende gegen die Sonne portraitieren und den Schirm noch weit vom Motiv aufstellen - mit 200Ws muss der Reflektor deutlich näher ans Motiv ran ... allerdings kommt jetzt die letzte Frage ins Spiel: wie mobil willst/musst du wirklich sein? Hintergründe kann man mit Aufsteckblitzen aufhellen, und ein Rucksack mit sechs oder acht Aufstecklitzen, einem Funksystem und Reserveakkus bleibt deutlich besser tragbar, als ein Kompaktsystem mit zwei Köpfen, Kabeln und dem Power-Pack. Für das Shooting im Abrisshaus, der verlassenen Industrebrache oder im Wald sind Aufsteckblitze oft sinnvoller - insbesondere wenn zwischen Parkplatz und Location noch ein paar Minuten und Meter zu überwinden sind.

Die Antworten sind sehr individuell, und eigentlich kannst nur du selbst sie geben...
 
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Ich habe schon mit Geräten von fast allen Herstellern gearbeitet und benutze selber Broncolor, weil ich sie für die besten halte. Sind leider auch mit die teuersten. Was mir an denen neben den reinen Leistungsdaten gefällt ist das große Zubehör-Programm (vor allem Lichtformer und Spezialleuchten) und die Zuverlässigkeit. Die halten ewig (30 Jahre sind keine Seltenheit) und bei meinen hatte ich in 18 Jahren noch nie einen technischen defekt, oder ein Problem.

Es gibt mittlerweile aber auch gute Einsteiger-Geräte von denen (Siros S). Die schnellen 800J Kompaktgeräte sind die teuersten der Siros Serie (1600,-€ pro Stück). Die sind aber wirklich gut. Sie haben einen großen Regelbereich, sehr kurze Abbrennzeiten, kurze Ladezeiten, eine konstante Farbtemperatur, sind per iPad/iPhone/Android fernsteuerbar und haben wahlweise einen eingebauten Pocket Wizard (mit dem auch Hypersync funktioniert), oder alternativ einen Broncolor Funkauslöser. Das einzige was sie für Deine Anforderungen nicht bieten, ist der Akkubetrieb. Dafür bräuchte es dann eine externe Batterie.

Ein neuer mobiler Generator von Bron (also mit eingebautem Akku), wie z.B. der Move L (1200J), kostet knapp 5000,- €, im Kit mit einer Leuchte und etwas Zubehör ca. 6500,- € und das Kit mit 2 Leuchten knapp 8000,- € ...um Dir mal eine Vorstellung von den Preisen zu geben. Ist aber zur Zeit auch der Beste mobile Generator am Markt.

Für Outdoor interessant sind auch die Profoto B1 500 AirTTL für ca. 2000,- € pro Kompaktgerät. Als Location Kit mit zwei Geräten für 3800,- €. Die gibt es auch als 250J Version, wären mit persönlich aber dann zu schwachbrüstig. Was mir an den Köpfen nicht gefällt, ist daß die Blitzröhre nicht offen ist. Außerdem sind 500J Leistung sind jetzt auch nicht die Welt, aber es reicht für die meisten Anwendungen.

Hensel ist günstiger als Broncolor, oder Profoto. Da gibt es den Porty L1200 im Kit mit einer Leuchte für 3800,- €. Da könntest Du auch mal Rechnen, ob die Kompaktgeräte für den Netzbetrieb in Kombination mit deren Inverter (Power Max L) zur mobilen Stromversorgung, günstiger wäre.

Du solltest aber nicht vergessen, daß Du daneben noch Zubehör brauchst (vor allem Lichtformer). Ich würde an Deiner Stelle auch mal über Gebrauchtgeräte nachdenken. Die bekommt man schon deutlich günstiger.

VG
 
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Habe den Hensel Porty 1200 gebraucht mit zwei Akkus, zwei Lampen (den 3000ern, nicht den 1200ern) zwei Lichtformern von Hensel und Koffer für € 4.000,00 gekauft. Dazu das Netzteil (Einschub statt Akku), womit der Generator zum vollwertigen 1200er Studio-Generator wird (ca. € 1000) und bin super zufrieden. Jetzt gibt es die Lampen mit LED-Einstellichtern. Die sind teuer wohl kaum gebraucht zu bekommen, sparen aber richtig Strom wenn man das Einstelllicht verwendet. Für mich eine klasse Kombi.

Die Profoto finde ich auch sehr gut, sie sind etwas "handlicher", haben aber auch weniger Leistung als der Hensel.

Hensel wird in Deutschland gebaut und es gibt überall Niederlassungen und Service, was ich sehr wichtig finde.
 
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Vorab: Ich stehe auch auf Hensel, habe meine ersten Hensels
(die alle noch funktionieren) 1984 bei Mama Hensel persönlich
gekauft, und ich vermiete das Zeugs auch professionell.
Wir haben mehr als 100.000 Ws am Lager und bis auf die drei/vier
Lichtformer die nun wirklich niemand braucht auch fast alle
aktuellen Lichtformer.

Ich hab noch Zeugs das keiner der Würzburger Henselmitarbeiter
mehr aus aktivem Verkauf kennt sondern nur weil sie es bei mir
in Aktion gesehen haben.

Fast alles was an Blitztechnik in den letzten 40 Jahren gebaut
wurde hatte ich schon mal in der Hand. Betriebsblind bin ich nicht.

In der Summe aller Vor- und Nachteile (ja, die gibt es bei jedem
Fabrikat) bleibe ich dennoch bei Hensel.

Sofern auf Sonderblitzköpfe wie Ringblitz, Fresnelspots,
Longlight/Lightbars, Flashboxen, Followspots, Lighsticks u.ä.
verzichtet werden kann, geht meine Empfehlung zu Kompaktgeräten.

Die kann man bei Bedarf mit Inverterlösungen wie dem
Power Max L extern bestromen. Hat den Vorteil daß man
sie mit Verlängerungskabeln nahezu beliebig weit auseinander
aufstellen kann, und natürlich ist jeder Kopf dann individuell
regelbar.

Die Hensel Kompaktgeräte der Expert D Reihe sind so ziemlich
das Ausgereifteste was man aktuell am Markt kaufen kann.
Sehr schnelle Nachladezeiten, sehr kurze Leuchtzeiten, großer
Regelbereich, Freemask eingebaut.

Die Bedienung ist einfach und geradlinig, das Bajonett fasst
sicher und ist frei drehbar, es gibt keine wesentlichen Schmerzpunkte.

Was nicht geht ist TTL und HSS - für Studiogerät ist das
jedoch meist verzichtbar.

Ja, soviel erst mal was mir so auf Anhieb einfällt.
Frag nach wenn was unklar ist.

Hensel ist auf jeden Fall der letzte verbliebene Vollsortimenter
der Studiotechnik bis hin zu Deckenschienen und Säulenstativen
anbietet und auch ggf Sonderbauten wie das Circulight herstellt.
https://vimeo.com/48134244

14 Meter Leuchtfläche - für den Start eventuell leicht überdimensioniert.
 
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Du setzt die Messlatte mit deinem Eingangsposting sehr hoch.

Im Outdoorbereich gegen das Tageslicht / Sonne bei offener Blende einsetzbar erfordert lange Synchronzeiten jenseits der 1/250s.

Das können z.Zt. nur wenige, z.B. die erwähnte
Profoto B1 oder
Priolite MBX500 HotSync
(die dann allerdings eine lange Abbrennzeit hat, vgl. auch http://www.dforum.net/showthread.php?t=652417 -- allerdings erzeugt Priolite bei mir top-Ergebnisse auch bei F/1.4 und 1/8000s).
Priolite ist ein relativ junger Hensel Spinoff aus Würzburg, Profoto ein schwedischer Hersteller. Ich verwende 4 Priolites (davon 1 HotSync) und habe es bisher nicht bereut.
 
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Im Outdoorbereich gegen das Tageslicht / Sonne bei offener Blende einsetzbar erfordert lange Synchronzeiten jenseits der 1/250s.

Kurze solche.

Das können z.Zt. nur wenige, z.B. die erwähnte
Profoto B1 oder
Priolite MBX500 HotSync

Die Profoto B1/B2 können echtes HSS, also gepulste Blitze
mit hoher Frequenz während des gesamten Verschlussablaufs.

Priolite gehört zu 88% dem Mann dem auch Jinhui gehört,
ist also eher ein chinesisches Spinoff. Deren Blitze haben lange
Leuchtzeiten (wie viele Chinesen), das was die "Hot Sync" nennen
ist de facto eine weitere Kopie des Hypersyncverfahrens von
Pocket Wizard. Mit den üblichen Nachteilen die allen
Hypersyncvarianten zu eigen sind.

In absehbarer Zeit wird es globale Verschlüsse auf weiter Front
geben, vor allem weil die Filmer das wegen der Rolling Shutter
Problematik vorantreiben. Dann wird sich jeder in den Hintern
beissen der Blitze mit langen Leuchtzeiten einsetzt. Von denen
schneidet man nämlich dann auch mit jeder Verkürzung der
Verschlusszeit mehr ab. Momentan taugen sie so lala zum
Hypersyncen, deswegen sind sie beliebt. Aber das ist nichts
von Dauer. Man sollte damit rechnen daß das in zwei bis drei
Jahren veraltet ist.
 
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Man kann jetzt lange darüber diskutieren welcher Hersteller und welche Produkte für Dich am geeignesten wären, ohne genau zu wissen, welche Anforderungen und Features Du tatsächlich brauchst und welches Budget Du hast. Ich persönlich würde auch auf solche Dinge wie Service und Support achten. Das ist vor allem im professionellem Bereich wichtig und den bieten nur einige etabliertere Hersteller auf professionellem Niveau.

Bei so einer Investition würde ich mich ohnehin persönlich beraten lassen. Bei Broncolor (ich schätze mal das ist bei Hensel ähnlich) kannst Du einen Termin mit dem Gebietsvertreter ausmachen, der Dich gerne und ausführlich berät. Auch Leihgeräte werden Dir kostenlos zur Verfügung gestellt, um sie in Ruhe auszuprobieren und sich ein eigenes Bild bezüglich des Handlings zu machen. Schau Dir die Geräte von Bron an, die von Hensel, und wenn Du Spaß hast auch die von Profoto und bilde Dir in Ruhe Deine Meinung. Das wäre meine Empfehlung.

VG
 
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Ich Depp ;)
Priolite gehört zu 88% dem Mann dem auch Jinhui gehört,
ist also eher ein chinesisches Spinoff. Deren Blitze haben lange
Leuchtzeiten (wie viele Chinesen)
Na ja, Priolite sitzt, entwickelt und produziert in Würzburg, aber interessant zu hören, wessen Geld die da ausgeben ;)
Und die Leuchtzeiten der Priolites sind ja alle sehr kurz, gehören mit zu den kürzesten in der Branche (1/4500s, t05 bei Volleistung für den MBX500), nur beim MBX500 HotSync wurde sie eigens auf eine t05 von 1/200s erhöht. Deswegen habe ich beide, je nach Anwendung oder auch in Kombination.

Mir ist zwar schon klar, dass zwischen Hensel und Priolite der Kriegszustand herrschen muss. Den müssen wir aber vielleicht nicht ins NFF tragen ;)

Auf die ganze HotSync-Geschichte kann der OP bis ca. Lichtwert EV11 verzichten (wegen der gewünschten Hintergrundunschärfe, habe mal F/2.8 angenommen), dann tut es jede Lichtanlage. Wird es im Innenraum aber heller (Sonneneinstrahlung), wird der Aspekt interessant und der OP hat nicht zu erkennen gegeben, dass er auf eine Kamera mit globalem Verschluss warten möchte.
 
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Und die Leuchtzeiten der Priolites sind ja alle sehr kurz, gehören
mit zu den kürzesten in der Branche (1/4500s, t05 bei Volleistung
für den MBX500), (...)

Regelung ausschliesslich über Spannung, wenn die kürzeste
Leuchtzeit bei Vollgas erreicht wird - eine eher schlichte
Schaltung. Je weiter man die Leistung reduziert, umso länger
(langsamer) wird die Leuchtzeit.

Wie bei den alten Elinchroms.

Gleichzeitig wandert die Lichtfarbe nahezu linear von kalt zu
warm über den Regelbereich, weil da eben keine Kombination aus geschalteten Kapazitäten und Spannungsregelung gegensteuert.

Und dann sind sie mir für das was da drin verbaut ist deutlich zu teuer.
 
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Regelung ausschliesslich über Spannung, wenn die kürzeste
Leuchtzeit bei Vollgas erreicht wird - eine eher schlichte
Schaltung.
Ich hatte nicht gesagt, dass die kürzeste t05 bei Volleistung erzielt wird, somdern lediglich, dass sich die t05-Angabe auf Volleistung bezieht. Bei Teilleistung ist die Abbrenndauer i.d.R. kürzer, eine solche Angabe ("bis zu ...") dann aber nicht mehr seriös. Die oben angestellte Vermutung ist damit hinfällig. Ferner sichert Priolite die Farbkonstanz über den gesamten Regelbereich des Blitzes als Produkteigenschaft zu.

Mehr zu Hensel vs. Priolite hier bitte nicht mehr. Danke.
 
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Ich hatte nicht gesagt, dass die kürzeste t05 bei Volleistung erzielt
wird, somdern lediglich, dass sich die t05-Angabe auf Volleistung bezieht.

Und Priolite ist der einzige Hersteller der aus lauter Ehrlichkeit
nicht die kürzeste Leuchtzeit des Regelbereichs angibt, verstanden.

Profoto hat die Leuchtzeiten in den Bedienungsanleitungen stehen,
z.B. zum D1 500 Air "Flash Duration t 0.5: 1/2600 (max power),1/1000 s (min power)

Elinchrom hat die Leuchtzeiten in den Bedienungsanleitungen stehen
(Seite 20, sehr detailliert):
http://elinchrom.com/download.php?file=73&ln=de

Hensel hat sie hier sehr detailliert aufgeschlüsselt
http://hensel.eu/wp-content/uploads/2015/01/leuchtzeiten_der_hensel-kompaktblitzgeraete.pdf

Bowens ist sparsamer mit Daten, da wid nur eine Angabe für Vollgas gemacht:
http://www.bowensdirect.com/downloads/dl/file/id/101/gemini_r_and_pro_user_guide.pdf

Richter gibt nur einen Wert an, den aber sowohl für t=0,5 als auch t=0,1:
http://www.richterstudio.de/out/fck_files/starlight.pdf

Bei Teilleistung ist die Abbrenndauer i.d.R. kürzer, eine solche Angabe
("bis zu ...") dann aber nicht mehr seriös. Die oben angestellte Vermutung
ist damit hinfällig.

Okay, also Grundlagenvortrag:
Es gibt vier verschiedene Techniken die Blitzlesitung zu beeinflussen.
1) Man schaltet einzelne Kondensatoren ab. Das geht nicht stufenlos und erfordert mehr mechanischen Aufwand (Stufenschalter). Sind alle Kondensatoren eingeschaltet entspricht das der höchsten Kapazität und damit auch der höchsten Leistung, geht jedoch einher mit der längsten ("langsamsten") Leuchtzeit. Schaltet man stufenweise Kondensatoren ab, dann veringert sich die Leuchtzeit mit jedem abgeschalteten Kondensator. Bei einfachen Stufenschaltern hat das den Nachteil daß einer der Kondensatoren immer was abbekommt, die anderen ggf aber nicht belastet werden -> ungleichmässiger Verschleiss.

2) Man erhöht oder verringert die Ladeschlußspannung bei gleichbleibender Kapazität der Blitzelkos. Dabei ist die höchste Leistung immer die höchste Spannung, und liefert gleichzeitig die kürzeste Leuchtzeit. Die niedrigste Leistung geht einher mit der niedrigsten Spannung und der längsten Leuchtzeit. Das ist konstruktiv die billigste Variante. Gleichzeitig folgt die mittlere Lichtfarbe der Spannung, je höher die Spannung, desto höher die Farbtemperatur. Und umgekehrt.

3) Man schneidet den Blitz mittels IGBT-Elementen ab. Dabei ist ab etwa halber Leistung (nach unten geregelt) die Leuchtzeit für t=0,5 nur minimal länger als t=0,1 und die Leuchtzeit ist fast linear von der eingestellten Leistung abhängig. Je geringer die Leistung, desto kürzer die Leuchtzeit. Weil jedoch gleichzeitig das in der Spannung nach unten auslaufende Ende der Blitzkurve abgeschnitten wird, wird der Blitz zunehmend blauer wenn die Leistung reduziert wird. Das ist die mit Abstand teuerste Technik.

4) Man wirft einen Ziegelstein in die Blitzröhre während sie leuchtet. Der Blitz geht dann aus.

Um den Variationen der Lichtfarbe über den Leistungsbereich beizukommen verwenden einige Hersteller Kombinationen der Techniken. Man sieht das schön bei einigen Geräten von Bowens und Profoto, bei denen man die Leistung mit zwei Reglern einstellt. Ein Regler schaltet ganze Blendenstufen, der andere regelt stufenlos dazwischen. Wer aufgepasst hat der weiss jetzt daß die ganzen Blendenstufen durch Abschalten einzelner Elkos erreicht werden, und die Zwischenstufen durch Spannungsregelung. Trägt man die durchschnittliche Farbtemperatur in einem Graphen über den Leistungsbereich auf, bekommt man grob gesagt einen Sägezahn. Modernere geräte schalten das elektronisch, da gibt es dann nur einen Regler. Bei noch komplexeren Systemen verwendet man dazu noch IGBT in Kombination und Revolverladung um die Elkos bei niedrigen Leistungen im Kreis gleichmässig zu belasten.

Ferner sichert Priolite die Farbkonstanz über den gesamten Regelbereich
des Blitzes als Produkteigenschaft zu.

Das schreiben sie allerdings seeeehr schwammig - aus gutem Grund.
Rein physikalisch kann man die Leistung nicht regeln ohne dabei auch die Farbtemperatur zu verändern. Auch dazu gibt es durch die Hersteller verteilt Angaben von wechselnder Ehrlicheit.

Profoto schreibt zum Pro 8a 1200 (das ist was Farbstabilität angeht
deren bestes Gerät):
"Blitz-zu-Blitz-Farbstabilität +/-40 K
Farbstabilität im Leistungsbereich 10.0–6.0: +/-40 K
Farbstabilität im Leistungsbereich 10.0–4.0: +/-80 K
Farbstabilität im Leistungsbereich 10.0–2.0: +/-160 K

Bowens nennt für die Gemini R und Gemini Pro zum Beispiel eine Farbtemperatur von 5600K plusminus 300K

Richter sagt:
Farbtemp. bei max. Leistung 5500 K +/- 100 K

Willst Du mir ernsthaft erzählen daß ein einziger Hersteller die
Physik überwunden hat und alle anderen das nicht schaffen?

Mehr zu Hensel vs. Priolite hier bitte nicht mehr. Danke.

Nur nicht mit Fakten verwirren, gell?

Sorry, aber Du hast das Gerücht von Hensel gegen Priolite
in die Welt gesetzt, und dabei übersehen daß das eher
"Priolite gegen den Rest der Welt" ist.

Wir können das hier aber gerne beenden, ich denke die Mitleser
haben nun ausreichend Grundlagen und technische Daten der
wichtigsten Hersteller um sich selbst eine Meinung zu bilden.

Wenn jemand abseits von Markenfetischismus Fragen zum
Gesagten hat, beantworte ich die gern.
 
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Das hier Gesagte ist sicher interessant und könnte vielleicht in den technischen Bereich verschoben werden. Es sprengt halt den Rahmen der Frage des OP.

Zur Abbrenndauer bei anderen Leistungen als Volleistung gibt es wohl keine Angaben von Priolite, müsste man dort mal nachfragen, wenn es denn wichtig ist. Aber einfach anzunehmen, dass diese dann größer sind, ist spekulativ. Aus dem Gedächtnis zitiert ist t01 beim MBX500 wohl 2.4x der t05 Zeit.

Zur Konstanz der Farbtemperatur kann ich ja mal ein paar Messungen selber machen und berichten, wenn es denn interessiert. Bisher ist mir hier allerdings keine Anomalie aufgefallen.
 
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Na ja, wenn man schon beim Thema Aufklärung und Ehrlichkeit ist, sollte man aber auch dazu sagen, daß die Abbrennzeiten bei t0,5 nicht besonders aussagekräftig sind, denn sie berücksichtigen nur die Abbrennzeiten bei 50% der abgestrahlten Lichtenergie. Das wird natürlich von allen Herstellern gerne gemacht, weil man dann auf kürzere Werte bei den Abbrennzeiten kommt.

Für eine wirklich scharfe Aufnahme ist aber fast die gesammte abgestrahlte Lichtmenge relevant, weshalb z.B. bei Bron seit jeher die Abrennzeiten für t0,1, die 90% der Abgestrahlten Lichmenge berücksichtigt, angegeben werden. Also die für eine Aufnahme tatsächlich relevanten Abbrennzeiten.

Und da es für t0,5 zu t0,1 keinen allgemeingültigen Umrechnungsfaktor gibt (das ist von der jeweiligen Schaltung abhängig), sind die t0,5 Werte verscheidener Hersteller auch nicht wirklich miteinander vergleichbar. Dazu müßten die t0,1 Zeiten bekannt sein, um die sich die meisten Hersteller drücken.

Papier ist geduldig und man kann natürlich viel schreiben, wenn der Tag lang ist. Deshalb ging meine Empfehlung ja auch dahin, die in Frage kommenden Geräte tatsächlich mal auszuprobieren.

Der TO hat sich ohnehin seit längerem nicht mehr zu Wort gemeldet... ich persönlich glaube, daß man als Anfänger ohnehin nicht jede Funktion und neue Technologie in der Praxis umbedingt braucht. Man kann auch mit einfacheren Geräten einsteigen. Aber das System muß einem die Möglichkeit geben, mit später wachsenden Ansprüchen mitzuwachsen. Dann wird man auch lange damit zufrieden sein.

VG
 
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Ja Leute, sorry, war in den Bergen und nicht online - und bin geplättet und dankbar für eure vielen Antworten!

Versuche das, morgen oder übermorgen nochmal genauer durchzulesen und mich ggf mit Rückfragen zu melden.

Nur so viel vorab: es ist ein Hobby, also brauche kein system mit Hochverfügbarkeits-Support.

Aber viele Anregungen von Euch sind super (zB gebraucht oder Niederlassung zum mieten in der Nähe, wohne in München, da dürfte sowas kein Problem sein)

ZUM START sollte die investition roundabout 2.000€ sein, was wohl weniger ist als mancher hier dachte, aber wie gesagt: dann lieber das langfristig "richtige" System nehmen und nur langsam, schrittweise aufbauen...

Jetzt erst nochmal: VIELEN DANK FÜR SOVIEL TOLLE INFOS!
 
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München macht das Leben einfacher.
Es gibt einen Calumet - bei denen kannst Du Bowens und Profoto ansehen.
Es gibt eine Hensel Niederlassung - da kannst Du Hensel ansehen.
Und vielleicht meldet sich ja auch noch jemand der in München
sitzt und Dich mal seine Sachen ansehen lässt.

Bei 2000 Euro würde ich persönlich erst mal nur ein "richtiges" Gerät
kaufen, dazu einen harten Lichtformer und eine Softbox oder Octa.
Und dann würde ich das Ganze durch Gebrauchtkäufe aufstocken.
Da kämen sowohl die üblichen Portale als auch die Hersteller/Händler
in Frage. Hensel z.B. hat regelmäßig Gebrauchtangebote. Der
zuständige Gebietsvertreter hat jedenfalls alle Nase lang Vorschläge
wie er mich von meinem Geld trennen kann.

Wenn es Dich nach Düsseldorf verschlägt, kannst Du gerne mal
bei mir reinschauen und ich zeige Dir was wir so verwenden.
Wie gesagt: Kaufen kannst Du bei mir nichts, das musst Du dann
woanders tun.

Egal was Du kaufst, Du solltest die wichtigsten Kandidaten mal
in der Hand gehabt haben. Vieles was im Prospekt gleich aussieht
entpuppt sich live als gewaltig unterschiedlich.
 
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Na ja, wenn man schon beim Thema Aufklärung und Ehrlichkeit ist,
sollte man aber auch dazu sagen, daß die Abbrennzeiten bei t0,5
nicht besonders aussagekräftig sind, denn sie berücksichtigen nur
die Abbrennzeiten bei 50% der abgestrahlten Lichtenergie.

Nicht ganz. Die Helligkeitskurve steigt beim Zünden sehr steil an,
fällt dann zuerst nur minimal weniger steil wieder ab und läuft
dann flach aus bis die Plasmastrecke abreisst weil die Restspannung
nicht mehr ausreicht.

t=0,5 is die Zeit die verstreicht zwischen dem Moment wenn die
ansteigende Kurve exakt 50% ihrer Maximalhöhe erreicht bis zu
dem Moment an dem die fallende Kurve wieder 50% der Maximalhöhe
erreicht.

t=0,1 misst analog dazu die Zeit von 10% bis wieder 10%.

Das ist jedoch NICHT gleichbedeutend mit 50% bzw 90%
der abgestrahlten Leistung.

Als Faustregel kann man grob geschätzt annehmen daß bei
konventionellen Blitzen mit Kapazitätsschaltung oder/und
Spannungsregelung die Werte für t=0,1 rund drei mal so lang
sind wie die für t=0,5.

Bei Geräten die IGBT allein oder in Kombination einsetzen
unterscheiden sich die Werte für t=0,5 und t=0,1 fast
gar nicht mehr, bzw nur noch im Bereich zwischen Vollgas
und halber/viertel Leistung.

Für eine wirklich scharfe Aufnahme ist aber fast die gesammte
abgestrahlte Lichtmenge relevant, (...)

Vorausgesetzt daß sie noch in die Verschlußzeit passt, ja.

(...) weshalb z.B. bei Bron seit jeher die Abrennzeiten für t0,1,
die 90% der Abgestrahlten Lichmenge berücksichtigt, angegeben
werden. Also die für eine Aufnahme tatsächlich relevanten Abbrennzeiten.

Das wechselt bei denen aber auch schon mal von Jahr zu Jahr.
Aktuell geben sie für Kompaktgeräte nur die kürzeste Zeit jeweils
für t=0,1 und t=0,5 an, schweigen sich aber aus bei welchen
Leistungen die erreicht werden. An den Generatoren dagegen
kann man die Leuchtzeiten im Klartext auf dem Display ablesen.
Bei den Generatoren ist Broncolor sehr stark, aber auch extrem
teuer. Wer mal versucht hat mit Broncolor in Kontakt zu treten
oder ein Angebot zu bekommen, der vermutet schnell daß in die
Preise ein gewisser Arroganzzuschlag eingerechnet sein könnte.

Bei den Kompaktgeräten ist niemand so ausführlich in seinen
Angaben wie Hensel - die können es sich aber auch leisten.
Die Expert D Reihe ist technisch die mit Abstand ausgereifteste
und schnellste Baureihe von Kompaktgeräten am Markt.

Und da es für t0,5 zu t0,1 keinen allgemeingültigen Umrechnungsfaktor
gibt (das ist von der jeweiligen Schaltung abhängig), sind die t0,5 Werte
verscheidener Hersteller auch nicht wirklich miteinander vergleichbar.

Siehe oben: Bei konventionellen Regelungen über Kapazität oder
Spannung kann man praktisch rund den dreifachen Wert annehmen.
Die Variationen sind nicht sehr hoch. Erst wenn IGBT eingesetzt
wird, kann das anders ausehen.

Dazu müßten die t0,1 Zeiten bekannt sein, um die sich die
meisten Hersteller drücken.

Wie gesagt, die kann man recht gut abschätzen.
Das Problem dabei ist daß die meisten Käufer der Anlagen relativ
planlos sind, die haben keine Ahnung was die Daten in der Praxis
bedeuten. Und wenn dann ein ehrlicher Anbieter t=0,1 angibt
während alle anderen t=0,5 angeben, dann kaufen alle Deppen
im Zweifel die Geräte mit t=0,5-Werten.

Guckt man beim Broncolor Siros 400 auf 1/350sec Leuchtzeit
bei t=0,1 dann kann einem schon der Gedanke kommen daß
schnelle Bewegungen damit möglicherweise zu Wischern führen.
Oder sogar ganz bestimmt. Bei den zahllosen chinesischen Anbietern
guckt man besser gar nicht erst auf die technischen Daten.
Soweit die überhaupt angegeben werden.

Deshalb ging meine Empfehlung ja auch dahin, die in Frage
kommenden Geräte tatsächlich mal auszuprobieren.

Da sind wir uns einig. Und sinnvollerweise auch eine Nummer
größer und eine Nummer kleiner anfassen. Nur wer den Vergleich
kennt weiss ob er sich beschränken kann oder will, oder ob es
ggf sinnvoll ist etwas länger zu sparen, dafür aber was gründliches
zu kaufen.
 
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