Kaufberatung Coolscan

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lloyd

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Hallo und einen guten Morgen, Tag oder Abend.

Ich liebäugle mit dem Kauf eines Coolscan 8000 oder 9000 zum scannen von KB und Mittelformat. Die Preise schwanken stark, so gibt es den 9000er mal für 2200€ und für 3800€. Meine Frage, vielleicht hat ja jemand diesbezüglich Erfahrungen, wo liegen die Schwachstellen bei den Geräten und wenn da was kaputt geht, sind die heute noch reparabel was die Ersatzteilbeschaffung angeht?
 
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Noch ein Sätzchen zum Thema "Abfotografieren von Dias", obwohl mir bewusst ist, dass das nur für sehr wenige ein gangbarer Workflow sein wird, weil die beteiligten Komponenten heute kaum mehr im Einsatz sind. In den Achtziger Jahren habe ich das viel verwendet. Wer jetzt nachrechnet, wann die ersten hochauflösenden Digitalkameras verfügbar waren: Nein, das Aufnahmemedium war der Kodak Ektachrome Slide Duplicating Film. Das war ein spezieller Film, um - wie der Name sagt - von einem Dia ein "Duplikat" anzufertigen. Oder eigentlich eine Kopie, daher die Gänsefüßchen. Das Ergebnis war etwa so perfekt wie eine gute VHS Kopie, aber um ein Vielfaches besser als eine Kopie auf herkömmlichen Diafilm. Da steilten Korn und Kontrast derart auf, dass das Ergebnis nur mehr "kreativ" war.

Zentrale Einheit war das Balgengerät PB-6 und der dazugehörige Diakopiervorsatz PS-6. Das Micro Nikkor 55mm f/2.8 war in Umkehrstellung montiert. Damit war eine Kopie in 1:1 möglich. Der Diakopiervorsatz hat eine Milchglasscheibe um das Dia zu beleuchten. Davor war in einem festgelegten Abstand der Metz 45 CT1 montiert. Einen so starken Blitz hätte es nicht gebraucht, aber für diesen gab es den externen Sensor 45-20, welcher auch die manuelle Leistungsregelung über einen weiten Bereich ermöglichte. Da das Duplikat ein unwiderrufliches Endergebnis war, musste die Farbwiedergabe perfekt einjustiert sein. Dafür diente ein Packen Kodak Wratten Gelatinefilter, den ich mit Klebeband vor den Blitz geklebt habe. Diese Filter gab es in sehr feinen Abstufungen. Es musste natürlich jede Filmsorte eigens eingetestet werden, aber da ich in dieser Zeit hauptsächlich auf Ektachrome 64 gearbeitet habe, war das kein Problem. Hätte ich damals schon den Vergrößerer gehabt, hätte ich für die Farbeinstellung den Farbmischkopf adaptiert. Die gesamte Anordnung war vollständig manuell. Einmal einjustiert konnte man relativ schnell ein gerahmtes Dia nach dem anderen rein stecken und abfotografieren. Nachfokussieren wäre nur bei unterschiedlich dicken Diarahmen notwendig gewesen.

Hätte ich das alles heute noch, würde natürlich beim Einsatz als Digitalisiervorrichtung das Tuning mit den Gelatinefiltern weg fallen. Ein Einstelldia, für welches man die Graukarte abfotografiert, darauf ein Weißabgleich in der Vorrichtung und allfällige Feinkorrekturen in der Bildbearbeitung des Vertrauens. Da im Gegensatz zu damals heute jedes Makroobjektiv mindestens bis 1:1 geht, ist vermutlich ein simpler Diakopiervorsatz ausreichend. Vermutlich. Getestet habe ich das nicht.
 
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Noch ein Sätzchen zum Thema "Abfotografieren von Dias", obwohl mir bewusst ist, dass das nur für sehr wenige ein gangbarer Workflow sein wird, weil die beteiligten Komponenten heute kaum mehr im Einsatz sind.

Nichts davon ist exotisch.
 
4 Kommentare
kommentierte
Die von mir in den Achtziger Jahren eingesetzten Komponenten Balgengerät und dazu gehöriger Diakopiervorsatz gehören heute nicht mehr zur Ausstattung eines gutbürgerlichen Haushalts. Die meisten Hersteller - auch Nikon - haben nach vollzogener Umstellung auf Autofokus keine Balgengeräte mehr angeboten. Nikon ja nicht einmal AF-Zwischenringe. Für das Nikon PB-6 (und vorher für PB-4/PB-5) gab es einen Diakopiervorsatz, einen Verlängerungsbalgen, einen Makrotisch und einige weitere Zubehörteile. Das war ein System im System. Alles davon ist heute exotisch. Darauf bezog sich meine Aussage.

P.S.:
Den aktuell erhältlichen ES-1 bezeichnet Nikon denglisch als "Slide Kopierer". Bei den Händlern heißt er immer noch "Diakopiervorsatz" oder ähnlich, obwohl das ein überholter Begriff ist. Kein Mensch kopiert heute noch Dias. Aber ein besserer Begriff hat sich nicht eingebürgert.
 
Zuletzt bearbeitet:
VisualPursuit kommentierte
Und das braucht man Heute nicht mehr, wenn man meiner Anleitung folgt.
 
kommentierte
Geh mir nicht auf die Nerven. Ich habe niemanden davon abgeraten, deiner Anleitung zu folgen.
 
VisualPursuit kommentierte

Das bezog sich eher darauf daß Du Abfotografieren als nicht mehr
gangbaren Workflow bezeichnet hast. Das ist natürlich Unsinn.

Tatsächlich war es bereits in den 80ern sehr viel einfacher und vor
allem besser möglich als mit Balgengerät und Diakopiervorsatz.

Die Milchglasscheibe war zu nah am Kopierobjekt, was zu
Ergebnissen führte, die matschiger als nötig waren, und man
konnte natürlich nur KB kopieren, MF ging nicht.

50er Macro mit passendem Zwischenring oder 100er Macro
und abmaskiertes Licht in einiger Entfernung vom Kopierobjekt
brachte damals schon deutlich bessere Ergebnisse.

Und dann natürlich das passende Material. Kodak Vericolor
Internegative oder Slide Duplicating Film - beides Special Order
Material, beides mit knapp 15 Minuten Latenzzeit. Danach
degenerierte das Bild rapide. War also nix für Amateure, das
musste sofort verarbeitet werden.
Irgendwann kam Fuji CDU dazu. Etwas gutmütiger, bessere
Maximaldichte, konstantere Emulsionen, aber zwei Stunden
Latenzzeit reichten auch nicht für Amateure und Grosslabor.
 
Hmmm, hier gibt's eine Rubrik "Lanze für Schwarzweiss ... ". Da muß ich doch glatt mal eine Lanze für die Coolscans brechen.
Ich hab' einen Coolscan "V ED", in den Exifs zeigt er sich aber als "LS-50". Ist Baujahr 2004 und hat 2018 gebraucht knapp 800,- EUR gekostet. Der Knabe kann allerdings nur Kleinbild. Er verfügt über eine Scanauflösung von 4.000 ppi. Er kann nur einzelne Medien verarbeiten, keine Magazine, und er kann wie gesagt nur Kleinbild, keine Mittelformate. Soviel zu den Einschränkungen.
Aber die Bildqualität ist bombig. Und selbst gut sichtbar verstaubte und verfusselte Medien kriegt ICE perfekt weggebügelt. Und ich kann nicht festellen, daß durch ICE Bildqualität verloren geht. Anscheinend geht das ICE-Feature bei seiner Tätigkeit da recht intelligent zu Werke. Schalte ich es probeweise aus (in VueScan, absolut geniale Software), gibt's da auch nicht mehr Details oder Schärfe. Aber eben Staub und ggfls. Fusseln.
Die 4.000 ppi Auflösung entsprechen circa 20-22 Megapixeln Auflösung einer DSLR. Dabei ist aber auch das Korn schon so gut aufgelöst, daß ich vermute, daß noch mehr Auflösung, z. B. die 45 MP einer D850, nur noch besseres Korn zustande bringt, aber keine allgemein bessere Bildqualität.
Problem: Ein einzelner Scandurchgang in höchster Auflösung dauert schon 3-4 Minuten (für ein einzelnes Dia/Negativ!). Und ich scanne jedes Foto meist in mehreren Durchgängen, was die Bildqualität nochmals massiv steigert. Ein Geduldsspiel. Das geht mit Abfotografierlösungen natürlich viel, viel schneller, vor allen Dingen in der Projektorvariante mit Magazintransport. Hier hat ein Teilnehmer mal geschrieben, daß er mehrere tausend Dias auf diese Weise an zwei Wochenenden durchgejagt hat. Dafür braucht man mit dem Coolscan Jahre. Es gibt natürlich auch Coolscans, die Magazine fassen, dadurch wird aber die Scangeschwindigkeit natürlich nicht schneller, doch immerhin kann man ein Magazin über Nacht durchlaufen lassen, ohne ständig dabeibleiben zu müssen.

Aber schriebst Du nicht, daß Du Zeit hast? Dann, aber nur dann, kann ich einen Coolscan uneingeschränkt empfehlen.
Achja, Reparaturmöglichkeiten: Der NSP Rudolf & Dostal in München hat noch einen Techniker, der die Geräte noch in- und auswendig kennt. Wobei das nichts über die Ersatzteileversorgung aussagt.

Unter Microsoft Windows, auch in der neuesten Version 11, auch in 64 Bit, kriegt man die uralte Nikon-Scan-Software irgendwie noch zum Laufen (googeln!) und kriegt dann sogar noch echte *.NEFs. Ich hab' mir trotzdem eine VueScan-Lizenz für circa 80,- $ gekauft, die lebenslang auf einem Rechner gültig ist (Rechnertausch kein Problem). Gibt's für Windows-, Macintosh- und Linux-Rechner. Ich erstelle damit 48-Bit-Tiffs, die die gescannte Qualität gut transportieren.


Fazit: Du hast Zeit, Kleingeld ;-) und willst gute Qualtät? Nikon Coolscan!

Viele Grüße

von

Christoph
 
1 Kommentar
B
Brunke kommentierte
Ich kann die gute Qualität bestätigen. Mit einem ähnlichen Scanner habe ich mal ein Wochenende lang gearbeitet. Aber…

eine DSLR/DSLM mit ausreichend Auflösung darf man hier als gegeben voraussetzen. 2004 sah das anders aus. Ich würde heute keinen Euro für 20 Jahre alte Elektronik ohne Support ausgeben. Warum dann noch die lange Wartezeit in Kauf nehmen. Wenn ich kein Balgengerät für die Makrofotografie hätte, zu dem ich einen Diavorsatz mitbekommen habe, würde ich einen Reprotisch mit Durchlichtplatte nehmen. Sowas wie VisualPursuit beschrieben hat. Ein bißchen mit dem Licht probieren und dann ist auch ein Diakasten schnell digitalisiert.

vor vielen Jahren habe ich mal große Mengen an Dias gescannt. Das habe ich mit einem Reflecta gemacht. Bei dem Vorhaben des TOs würde ich abfotografieren.
 
1 Kommentar
T
Tom.S kommentierte

Die Quelle ist leider gleichzeitig die einzig deutschsprachige aber auch recht unzuverlässige Seite zum Thema Scanner weil die vor allem ein Verkaufsportal sind.

Bessere Quellen sind da z.B.

https://www.imaging-resource.com/SCAN/CS8K/C8A.HTM (sehr empfehlenswert!!!)


 
Vielen Dank für die ganzen Infos und Rückmeldungen. So ganz schlüßig bin ich mir noch nicht was ich machen werde. Mit meiner D800 und dem 105er Makro kann ich sicherlich Negative abfotografieren, allerdings verschenke ich ja beim Format 6x6 einiges, wenn ich beim qudratischen Format bleiben möchte.
 
2 Kommentare
VisualPursuit kommentierte
Einfache Lösung: Probier's aus.
Danach bist Du schlauer.
 
T
Tom.S kommentierte
allerdings verschenke ich ja beim Format 6x6 einiges, wenn ich beim qudratischen Format bleiben möchte.

Das kommt drauf an welches Material du scannen willst.
Bei den meisten Filmen lässt sich ja problemlos herausfinden welche Auflösung die haben und dann siehst du sofort, ob sich das auf dem Sensor der D800 unterbringen lässt.
 
Konica/Minolta-Scanner sind nicht mehr in der Diskussion. Ich fand sie hinsichtlich der Farbwiedergabe deutlich besser als die Nikon-Geräte (von anderen erhielt ich immer fürchterliche Scans). Die Schwäche bestand allerdings in der Staubentfernung, die bei meinem frühen Scan Elite F-2800 (nur Kleinbild-tauglich) für optimale Ergenisse ausgeschaltet bleiben sollte. Nur die neueste Version hatte allerdings USB, davor gab es Fire-Wire und noch davor SCSI, wie bei meinem. Für die neueren SCSI-Adapter von Adaptec gab es immerhin bis Windows 7 aktualisierte Treiber, seitdem ist es ungewiss, was diesen Teil der Hardware angeht. Ansteuern lässt sich mittels ViewScan aber alles. Computeraffine können mit einem funktionierenden Konica-Minolta Scanner richtig Geld sparen, denn die Geräte sind grundsätzlich robust und langlebig. Mein aktuelles Gerät hat jetzt gute 22 Jahre auf dem Buckel. Ein Reserve-Gerät steht daneben, das ich vielleicht wieder nutzen sollte. Alles was in Betrieb gehalten wird, hält!
 
1 Kommentar
C
chateaufort kommentierte
Ergänzung: In meinem Beitrag wird nicht deutlich, dass es auch Mittelformatscanner von Konica Minolta gab, zuletzt den Filmscanner DiMAGE Scan Multi Pro. Der blieb allerdings eine Seltenheit.
 
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