Kaufberatung Coolscan

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lloyd

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Hallo und einen guten Morgen, Tag oder Abend.

Ich liebäugle mit dem Kauf eines Coolscan 8000 oder 9000 zum scannen von KB und Mittelformat. Die Preise schwanken stark, so gibt es den 9000er mal für 2200€ und für 3800€. Meine Frage, vielleicht hat ja jemand diesbezüglich Erfahrungen, wo liegen die Schwachstellen bei den Geräten und wenn da was kaputt geht, sind die heute noch reparabel was die Ersatzteilbeschaffung angeht?
 
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Ich rate zur Verwendung einer modernen DSLM mit Makro-Objektiv.

Das einzige was damit nicht geht ist Staubentfernung mittels IR, aber
die beseitigt auch gerne mal Bilddetails. Putzen hilft.

Bau Dir eine Holzkiste, innen weiss, aussen schwarz, ungefähr so groß
wie ein Schuhkarton. Auf der Oberseite machst Du einen Ausschnitt
gerade gross genug für ein Negativ oder Dia, Innenflächen des Ausschnitts
mattscharz. Abtönfarbe, z.B. geht prima.

In die Kiste legst Du so ein Teil rein:

Die Farbwiedergabe der Kopie die ich hier habe ist erstaunlich gut.
Lüftungsöffnungen in der Kiste nicht vergessen.

Darüber eine Halterung für die Kamera und ab geht's. Ringsherum
schwarzen Molton hängen, damit nichts von der Negativoberfläche
einspiegelt. Kostet Dich rund 100 Euro Material plus Reproständer
oder Stativ.
 
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F
Fotograf58 kommentierte
Guter Tipp
 
Vielen Dank für den Hinweis, das Abfotografieren ist natürlich auch eine Option die ich mir überlege und bin da am schauen, was, qualitativ, der bessere Weg ist.
 
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Und sollten es Dias sein, kann man auch direct in einen umgebauten Diaprojektor fotografieren und somit ca 1 Bild pro Sekunde scannen.

Die Verarbeitungszeiten bei den Coolscans (ich hatte mal einen) sind über 100 mal länger! Da wirst Du alt!
 
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Frank2111 kommentierte
Hab mal einige 1.000 Reisedias gescanned. Ging über Wochen - allerdings im Hintergrund meiner täglichen Arbeit im Büro.

Die übrigen Negative habe ich damals in ein Labor gegeben. 10 Cent / Scan - Resultate waren top.

Würde mir das Scannen heute nicht mehr antun.......
 
shovelhead kommentierte
Ich auch. Ich hatte mal einen Coolscan II LS-20 (also das 5.25" Einbaugerät mit SCSI Schnitstelle. Damals waren meine PCs immer um einen Ultra-Wide-SCSI Bus mit Adaptek controller aufgebaut). Sechs Minuten für einen 2.5 MP Scan, eine gute viertel Stunde für 6 MP, was ich aber nur ein Mal ausprobiert habe, denn wer konnte 1997 bitte Dateien mit 6 MP in einem Graphik-Programm öffnen. Schon das 2.5 MP Bild brachte PS4 und dann den Rechner regelmässig zum Absturz.

Um 2000 herum hat Nikon dann mitgeteilt, dass sie die passende Software nicht weiter pflegen und ich habe den PC inkl Scanner 2001 (?) weggeschmissen (im Wortsinn - ab auf den Hänger und am nächsten Samstag zur Deponie). Ich war zu dem Zeitpunkt auch nicht mehr bereit, einen Windows Zweitrechner zu maintainen. Zu viel Scheiss, zu wenig Performance und dafür sollten man bezahlen?
 
Die Nikon Coolscans waren zu ihrer Zeit ausgezeichnet. Genau so musst man das verstehen. Zum Kontext:

Als der 8000er erschien belegte Roxette mit "Joyride" die #1 der Deutschen Charts und Gas-Gerd war Kanzler, auf dem Hoch nach der Elbe-Flut. Das war er immer noch, als der 9000er auf den Markt kam und die No Angels mit "Reason" in die Top-Ten einstiegen. Letzteres sagt viel über Deutschland aus - und über das Alter der Coolscans und ihrer Software (mit nix kompatibel und natürlich 32 Bit!). Das IE1394 Interface kann man zwar für einen Zehner auf USB adaptieren, je nach Temperament wirst Du aber mitten im ersten Scan das Trinken anfangen oder lernen im Lotussitz die Welt um Dich auszublenden.

Wenn es nur KB Negative und Dias sein sollen: Nikon ES-2 und ein Fenster mit grauem Tageslicht oder ein Blitz mit einem Blatt weissem A4 Papier davor. Ganz ähnliche Geräte gibt es zum halben Preis z.B. von Kaiser. Wenn auch MF oder GF gescannt werden sollen würde ich die Kiste von @VisualPursuit nachzimmern. Solche Bauanleitungen gibt es im Internet, auf Youtuube und hier im Forum zu Hauf. Ich meine hier hat auch mal ein Mitglied eine sehr pfiffige Lösung "alles auf einem Brett montiert" gezeigt. An einer Stelle war ein Blitzschuh eingeklebt, an einer anderen eine Stativschraube (1/4 Zoll Durchmesser, Länge je nach Brett-Dicke - gibt's für Umme oder für 11 cent beim Harley-Dealer wenn man sie sonst nirgends findet).

Die Qualität kommt vom Objektiv (Sigma 55mm 2.8 Macro in meinem Fall, erstklassig und für 30.- Euro von Ebay weil kein AF. Brauche ich aber für Makros auch nicht ;o), die Auflösung ist von der Kamera abhäng.
 
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C
Christian B. kommentierte
Schön formuliert, regt zum Schmunzeln an und ist im Ergebnis vielleicht je nach Anspruch auch der richtige Rat.

Trotzdem erlaube ich mir einen klaren Fehler zu korrigieren: Die Coolscans sind sämtlich mit der sehr günstigen Scannersoftware VueScan64bit kompatibel. VueScan wird ständig aktualisiert, so dass es überhaupt kein Problem gibt, die Coolscans z.B. unter Windows 10 64bit mit einer 64bit Software zu betreiben.

Die größte Schwäche der Coolscans ist die Tatsache, dass Nikon keinen Support mehr liefert. Es gibt einige wenige Personen auf der Welt, die sich auf die Reparatur solcher Geräte spezialisiert haben.

Die größte Schwäche das Abfotografierens von Dias besteht darin, dass die Kontraste stark aufgesteilt werden und man - wenn man es gut machen will - viel Zeit mit Putzen verbringt (oder mit Wegstempeln). Das können die Coolscans besser. Es gibt mittlerweile auch sehr gute Kalibrierungstools für Coolscans mit VueScan64.

Empfehlenswert wären - wenn man denn zum Coolscan greifen will - die Geräte LS-9000 oder LS-8000, wenn man auch Mittelformat-Dias Scannen will, ansonsten LS-5000 und LS-4000. Der LS-5000 ist wegen der USB-Schnittstelle vorzuziehen. Dazu sollte man sich einen SF-200 oder SF-210 Feeder leisten, wenn man viele Dias zu scannen hat.
 
Gescannt werden eigentlich nur aktuelle Filme, hauptsächlich MF, insofern wäre die Scanzeit zweitrangig.
Was ich mich frage ist, ob das Abfotografieren die gleiche Qualität erreicht wie das Scannen. Dass ich beim Scannen ob der Dauer alt werde wie Wuxi schreibt, da mache ich mir keine Gedanken. Alt bin ich sowieso, und ob ich zum Trinker werde wie shovelhead meint, da gibt es doch schlimmeres Aber im ernst, Faktor Zeit wäre für mich unrelevant, mir geht es darum, dass Beste aus den Negativen rauszuholen ohne mir eine Duka anzuschaffen oder die Negative scannen zu lassen. Ich schau mir das Thema Abfotografieren auf jeden Fall mal an. Aber wenn jemand weiß, inwieweit die Scanner sich bei Bedarf reparieren lassen wäre ich für Hinweise natürlich auch dankbar.
 
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shovelhead kommentierte
Was lässt Dich denken, dass die Scanner eine annähernd gleiche oder gar bessere Qualität liefern als Reproduktion per Makro-Objektiv? Linsen und Sensoren sind je nach Model +/- 20 Jahre alt und nicht zwingend regelmässig gereinigt worden. Die Software war schon veraltet als sie erschien.

Für Reparaturen müsstest Du einen Bastler finden. Die Service-Points nehmen die Geräte längst nicht mehr an, es gibt aber noch Reparaturanleitungen als PDF im Netz.
 
P
pulsedriver kommentierte
Bei KB Film bessere Ergebnisse als mit einer D850 oder Z7 zu bekommen, das halte ich für schwierig. Ausgenommen hochauflösende Spezialfilme in s/w, wie der Gigabit Film.

Bei Mittelformat? Hängt davon ab was es für ein Film war und wie gross das MF ist. 6x7 ist 2.2x2.8 Zoll gross breit und 3200 Linien pro Zoll an echter Auflösung sind bei niedrig empfindlichen Farbfilmen mit einem Coolscan 9000 durchaus möglich, wenn das Motiv viel Kontrast auf den Details hatte, z.B. Sonnenlicht. ca. 7000x9000 Linien Auflösung. Hmm, da wird die D850 nicht ganz reichen, vielleicht mit einer 100 MP Fuji GFX. Oder mit Stitchen. Mit einem Trommelscanner geht aber trotzdem ggf. noch was mehr, aber der Aufwand für diese Nassscans steigt dann natürlich auch immens.

Ach ja, bitte nicht mit den alten Vergleichen Dia vs Bild direkt aus der DSLR vergleichen. Da kam ein Farbdia in KB nur auf 8 bis 10 MP, auch bei tiefen ISO. Der Vergleich von einem Dia vs. der Digitalisierung des Dias ist aber was Anderes. Ein Dia mit 3000 Linien Auflösung auf die Breite entspricht zwar vielleicht einem Bild aus einer DSLR mit 3000 Pixeln Bildbreite, aber wenn ich diese DSLR nehme um das Dia zu digitalisieren, dann hat das Resultat weniger Details als auf dem Dia sind oder man direkt mit der gleichen DSLR hätte machen können. Nach Abtasttehorem würde es sogar doppelt so viele Pixelreihen brauchen wie Linien an Auflösung da sind, um wirklich alles rauszuholen.
 
Beuteltier kommentierte
Leider weiß ich ziemlich genau, dass sich solche alten Scanner meistens nicht mehr reparieren lassen, wenn etwas nicht nur verstaubt / verschmutzt, sondern "richtig" kaputt gegangen ist. Vor ein paar Jahren hatte ich zuletzt einen dieser großen, für viele tausend Euro gehandelten Scanner zu Reparatur. Auch bei dem war, wie meistens, das Netzteil kaputt. Es gelang mir damals buchstäblich letztmalig, ein passendes aus Russland zu besorgen, was mehrere hundert Euro teuer und doch ohne jede Gewährleistung war. Gott sei Dank funktioniert es anscheinend noch immer, da ich von meinem Kunden aus Belgien seit dem nichts mehr gehört habe. Bei Gesamtkosten von über 500 € für die Reparatur und den bis 2500 € versicherten Versand eines 30 kg schweren Paketes stellte sich schon damals die Frage nach der Verhältnismäßigkeit - heute wohl um so mehr.
 
P
pulsedriver kommentierte
Das war schon vor 10 Jahren abenteuerlich. Ich erinnere mich noch an die Falschfarben bei Negativen mit meinem Imacon. Da war mal die Lampe ersetzt worden, halt nicht durch das Original sondern durch eine andere Neonröhre mit gleichen Abmessungen und Kontakten. Die Hasselbald auch offiziell empfohlen hat. Problem: Die war vom Hersteller der Röhre für Notbeleuchtungen gedacht und hatten einen grottigen CRI. Es hat mich sehr viel Zeit gekostet, eine andere zu finden, die das Lichtspektrum besser bringt, ab dann waren die Fehlfarben auch nicht mehr das Thema
 
Die Scanner waren in einer Zeit nötig, wo DSLR noch recht wenig Auflösung und vorallem nur beschränkte Dynamik hatten. WObei Letzteres vorallem für Dias relevant ist. Von den aktuellen Diafilmen weist der Velvia die höchste Dichte aus, mit 3.9. Das sind 13 Blenden Dynamik.

Nun schaffen schon rund 10 Jahre lang einige DSLR/DSLM eine Dynamik von 13 bis knapp 15 Blenden. D.h. damit holt man sowohl die Lichter wie die Schatten mit einem RAW rein, was eben vor 20 Jahren nicht ging.

Meine Lösung ist ganz einfach: Repro Stativ bzw ein normales Stativ und ein Fokusschlitten plus eine kleine Wasserwaage zum senkrecht ausrichten der Kamera. Kleines Leuchtpult. Gerahmte Dias können direkt darauf. Filmstreifen brauchen einen Halter, ich hab die beste Erfahrung gemacht mit den Imacon Magnethaltern. Hab damals je einen KB und 645 behalten, als ich den Scanner verkauft hab. Die Halter gibt es auch noch neu zu kaufen, kosten so um die 100 das Stück. Bei einzelnen Dias decke ich gerne noch was daneben ab, bilde mir ein, dass es besser ist, wenn nicht so viel helle Fläche direkt daneben frei offen ist.
 
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VisualPursuit kommentierte
Direkt drauf ist keine gute Idee, die Repros werden matschiger als nötig.
Ebenso muss alles Fremdlicht eliminiert werden, sonst ballert Licht
auf die Kamera und spiegelt sich von da wieder auf der Filmoberfläche.
 
Soweit ich das mit dem Scannen verstehe, wird das Negativ Zeile für Zeile abgetastet. Da müssten, was mein Verständnis betrifft, Feinheiten besser erhalten bleiben als wenn ich mit der Kamera das Negativ "einfach" abfotogarfiere. Aber wie gesagt, ich bin mich in das Thema erst am Einlesen.
 
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Es gibt nach meiner Einschätzung nur zwei Alternativen, die Filme zu digitalisieren: Abfotografieren oder vom Profi-Dienstleister machen lassen.
Ich habe hier beschrieben, wie ich es vor 9 Jahren gemacht habe:


Und hier ist der zweite Teil dazu


Vielleicht kannst Du daraus ein paar Anregungen mitnehmen.
 
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Hallo Lloyd,
ich habe noch gelegentlich einen Nikon Coolscan 9000 ED im Einsatz. Die Ergebnisse sind im Vergleich zu allem anderen, was ich probiert habe, immer noch am besten.
Ich bin aber inzwischen dazu übergegangen, meine KB-Dias mit dem ES-2 abzufotografieren. Alleine die Zeitersparnis ist enorm, die Qualität noch gut. Die gescannten Dias sind bezüglich Kontrastumfang und Rauschen bzw. sichtbarem Filmkorn allerdings deutlich besser. Außerdem spart man sich das Ausflecken von Schmutz und Kratzern. Denn trotz der Reinigung der Dias vor dem Abfotografieren, bekommt man die nie 100%-ig sauber.

Für Mittelformatdias würde ich an Deiner Stelle auch scannen, wenn Dir die Qualität sehr wichtig ist. Das Risiko bei so einem "alten" Gerät ist natürlich, dass etwas kaputt gehen kann, was nicht mehr reparabel ist. Das haben meine Vorredner ja ebenfalls schon angesprochen.

Gruß Jürgen
 
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Hier hat einer den Flextight gegen die A7R II mit Objektiven für Repros antreten lassen. Das ganze auch mit geeigneter Ausrüstung zum Stitchen:

Ich hab u.a. mit der 645D digitalisiert. Die Erfahrung ist, dass die zwar aus 4.5x6 schon noch mehr raus holt als eine 24 MP Kamera, aber auch viel, viel mehr Korn. Deswegen schiele ich beim Abfotografieren nicht mehr auf möglichst viel Auflösung. Ich hab lieber vielleicht nicht ganz alle Details, dafür eine Datei, die man auch mal relativ einfach nachschärfen kann für einen Druck auf dem Tinter. Die 645D habe ich beim Digitalisieren nur noch für die 6x7 Filme verwendet, und da die 67II schon lange verkauft ist, kommt da schon lange nichts mehr zum digitalisieren
Am besten hat mir die billige K-01 mit dem 50mm Sigma Makro gelegen. Schatten und Lichter Korrektur auf Max, einmal Belichtung und WB genau eingestellt, JPEG ooc durch. Nichtmal RAW bearbeitet, die hab ich halt mit erzeugt (JPEG + RAW), aber nie genutzt. Wohlgemerkt für Diafilm, bei Negativfilm mit der flachen Gradation passt das gar nicht.
 
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Ich scanne weil der Aufnahmevorgang pro Bild länger dauert aber es bindet mich nicht. Den Film in die Halterung, einen Übersichtsscan machen, Bilder auswählen und starten. Bis dahin kann ich dann den Teebeutel aus der Tasse nehmen und die Kiste scannt während ich irgendwas anderes mache. Für mich ist daher der Scanner deutlich ökonomischer in Sachen Zeit.
 
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Hier gibts gerade ne nette Bastellösung, ist wohl nicht zum scannen geeignet, aber sozusagen ein modernisiertes Gucki Wer kennt sie nicht mehr die guten alten Guckis?
 
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vielleicht hat ja jemand diesbezüglich Erfahrungen
Ich beschränke mich hier ausdrücklich auf den Super Coolscan 9000 ED mit der von Nikon bereit gestellten Software und den lieferbaren Zubehörteilen. Sachdienliches und philosophisches zu alternativen Workflows und deren Vor- und Nachteilen hast du ja zur Genüge erhalten.

Der Super Coolscan 9000 ED ist ein absolutes Profigerät, welches alle anderen Scanner in den Schatten stellt. So lautet seit Jahrzehnten der Forumsprech. So wurde auch ein Grafiker beraten, welchem der Gang zum professionellen Dienstleister mit Trommelscanner zu mühsam geworden war. Der Nikon Scanner wäre dem Trommelscan im Kleinbild- und Mittelformat absolut ebenbürtig und würde seine nicht ganz unerheblichen Kosten bald einspielen, zumal ja professionelle Trommelscans auch nicht billig sind,.

Soweit die Theorie. Die Praxis sieht so aus, dass der Coolscan 9000 ein Gerät der gehobenen Mittelklasse ist und sich vor keinem anderen Scanner in der Preisklasse bis 5000 Euro verstecken muss. Oberhalb davon gibt es aber noch die Pseudo-Trommelscanner von Imacon/Hasselblad und die echten Trommelscanner. Unserem Grafiker ist es nie gelungen, Ergebnisse zu erzielen, welche mit der vom Dienstleister gewohnten Qualität mithalten konnten. Er war echt froh, dass ich ihm das Gerät samt sehr umfangreichem Zubehörpaket zum - geschätzt - halben Preis abgekauft habe. Nicht schlecht für ein Gerät, welches eigentlich nur beim Aufnahmetest durch gefallen ist und somit ziemlich neuwertig war. Die qualitativen Limits waren für mich kein Problem. Ich hatte nur vor, vorhandene Diapositive von Kleinbild bis 6x7 zu digitalisieren. Vorher hatte ich einmal für eine Vereinshomepage ein paar historische Filme digitalisiert. Flachbettscanner mit Durchlichteinheit. Da war der Coolscan 9000 natürlich das Tor in eine andere Welt. In wie ferne die Ergebnisse vielleicht durch die mitgelieferte Nikon Software limitiert waren und ob eine kommerzielle Software bessere Ergebnisse gebracht hätte, habe ich bis heute nicht getestet.

Solltest du dich trotz aller Unkenrufe zum Kauf entscheiden, dann achte darauf, dass alle Filmhalterungen dabei sind, welche du brauchen könntest. Nachträglich etwas zu bekommen dürfte eine extreme Herausforderung sein. Von Nikon gibt es eine riesige Auswahl. Kleinbildfilmstreifen. Gerahmte Kleinbilddias. Mittelformatfilmstreifen. Mittelformatdias in allen Formaten. Ich habe so ein Ding dabei, dass könnte für Planfilm 6,5x9 passen. Muss ich einmal abmessen. Die Mittelformathalterungen wahlweise mit Antinewtonglas, wegen der bei Planfilm kritischen Planlage. Mittelformathalter mit Antinewtonglas und Justiereinrichtung. Dort kann man den Filmstreifen um einige Millimeter rotieren, um sicher zu stellen, dass er absolut parallel geführt wird. Halterungen für medizinische Präparate. Und anderes mehr. Bei Kleinbildfilm ist zu erwähnen, dass diese zwei Filmstreifen zu 6 Bildern parallel aufnehmen, um die volle Scanbreite zu nutzen. Dadurch kann man 12 Einzelaufnahmen in einem Durchgang scannen.

So. Der Kaffee ist fertig. Weiter im zweiten Teil in Kürze.
 
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Meine Lösung: Ich habe meine Dias und Papierbilder mit dem Flachbett-Scanner meines Schwagers ( Canoscan 8000 ) gescant, ging so lange gut bis der Scanner seinen Geist aufgab; aus lauter Verzweiflung habe ich meinen Epson XP 960 (Scanner/Drucker/ Kopierer) eingesetzt, was erstaunlich gut funktioniert hat. Für eine gute Qualität ( mindestens 1200 dpi )habe ich für ein 50ger Diamagazin ca zwei Stunden gebraucht, inclusive Putzen und Auswählen. Mit den Ergebnissen bin ich zufrieden, größer als 10x15 cm (Canon Selphy 1200) habe ich allerdings nicht ausgedruckt. Korrekturen ( Farbe , Schärfe etc. )habe ich mit View-NX oder Capture NX-d vorgenommen
Wolli
 
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Weiter im zweiten Teil in Kürze.
Einige glaslose Rollfilmhalterungen erlauben es, den Film für bessere Planlage zu spannen. Dazu ist der Rand des Filmfensters mit einem doppelseitigen Klebestreifen versehen. Dieser hält den Rand des Filmes fest und mit einem Schieber werden die beiden Ränder auseinander gezogen. Das funktioniert ganz gut, ist aber eine Konstuktion mit Ablaufdatum, denn wo bekommt man ein doppelseitiges Klebeband mit zwei Millimeter Breite? Außerdem verkleben die Ränder bei längerer Nichtbenutzung und man möchte ja nicht bei einem teuren und schwer zu beschaffenden Teil Gewalt anwenden. Muss man aber. Erschwerend kommt hinzu, dass man von außen nicht sieht, wo ein kräftiger Daumen von Nöten ist und wo man höchstens eine Plastiknase abbricht, ohne dass sich etwas bewegt.

Die Inbetriebnahme sollte sich damals problemlos gestalten. Da war aber noch Windows XP (32 bit) auf dem Rechner installiert und eine IEEE 1394 aka Firewire Schnittstelle war vorhanden. Die Schauergeschichten über Probleme mit späteren Versionen, 64 bit Krämpfen und Firewire Elegien kann ich nicht kommentieren. Immerhin kursieren auch zahlreiche Workarounds. Es sollte also irgendwie in Gang zu bringen sein.

Nikon Scan kann ich nur mehr aus ferner Erinnerung kommentieren. Ich fand die Software ok und brauchte nichts anderes. Auch etwas anspruchsvollere Jobs wie das Scannen von Kodachrome Dias war gut zu bewältigen. Das Problem bei Kodachrome Filmen war ja immer die - sagen wir einmal "spezielle" Farbwiedergabe. Die kann man mögen oder auch nicht. Man kann sie jedenfalls bei 6x7 Scans auf Kodachrome 64 Rollfilm so weit trimmen, dass die Aufnahmen weder als Filmaufnahme, noch als Kodachrome erkennbar sind.

Ende des technischen Teils.

Das klingt jetzt so, als hätte ich schon ziemlich lange nicht mehr gescannt und genau so ist es auch. Nach etwa 50 Filmen habe ich die Aktion wegen mangelnder Sinnhaftigkeit abgebrochen. Nicht dass der Scanner sich nicht bewährt hätte. Ganz im Gegenteil. Es sind die Originale, die sich nicht bewährt haben. Ich hatte damals immer sehr strenge Maßstäbe an die technische Perfektion meiner Arbeiten gelegt. Was nicht entsprach, fiel gnadenlos aus dem Rahmen und landete bei den Filmschnipseln. Der 20" Monitor stellt allerdings deutlich höhere Anforderungen als die 180x180cm große Projektionsleinwand. Und mittlerweile ist der Monitor auf 32" gewachsen. Wenn ich also - so etwa alle zwanzig Jahre - Bedarf nach Filmkorn habe, motte ich den guten alten Diaprojektor aus und schließe mich einen halben Tag in der Dachkammer ein. Dann sind die Dias dort wo sie hin gehören und dort sehen sie nach Jahrzehnten immer noch sehr gut aus. In die digitale Welt passen sie nicht, das habe ich mittlerweile eingesehen. Der Scanner ist noch da und vielleicht reaktiviere ich ihn irgendwann wieder. Mal sehen.
 
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Vielen Dank für Eure Hilfestellung und die Anregungen. Ich werde mich in das Thema noch weiter einlesen, mal sehen wohin die Reise geht. Es ist auf jeden Fall ein spannendes Thema.
 
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Ich habe mich auch intensiv mit den Scannen von KB und 6x6 beschäftigt. Hatte einen Coolscan 9000 gemietet. Resultate waren ok. Musste aber beim Einlegen gut auf die Planlage achten. Mit Glasrahmen hatte ich Probleme wegen Newtonringen. Dann habe ich den Plustec Optcfilm 120 pro gekauft. Resultate gleich wie beim Nikon, aber dann Probleme mit rosa Streifen im Bild. Auch die Software Silverfast lief nicht richtig. Nach intensivem Austausch mit den Herstellern bin ich zu Schluss gekommen, dass diese Einrichtung nicht funktioniert und auch die Hersteller das Problem wohl kennen, aber nicht lösen. Alles ging zurück.
Dann habe ich den Flachbett Durchlichtscanner von Epson, den Perfection 850 pro gekauft mit Silverfast. Geht perfekt. 6x6 Scans haben eine Grösse von 25MB in sehr guter Qualität. Für KB sind die Dateien aber etwas klein. Deshalb habe ich dort eine Einrichtung mit Reproständer und Leuchtpult und fotografiere mit der Z7 und dem 105-er Makro. Für meine Bedürfnisse ist diese Lösung nun ok. Ich fotografiere noch oft mit der Hasselblad auf Film und scanne dann mit dem Epson. Resultate sind bei Prints bis A2 tip top.
Ich habe so auch eine Lösung, falls mich mal die Lust überkommt, 4x5 Film einzusetzen.
Dann viel Spass bei deiner weiteren Evaluation.
 
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Flachbettscanner wäre natürlich auch eine Option, Danke für den Hinweis. Mir geht es in erster Linie um 6x6 Negative und wenn mal eins in höherer Auflösung sein muss kann man es ja zum Scanservice geben. Mich nervt das Verschicken der Negative und will das umgehen. Aber mich reizt es auch, den ganzen "Prozeß" selber zu machen.
 
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T
Tom.S kommentierte
Ich habe etliche Scanner "im Betrieb" von Coolscan 8000, Coolscan V etc. bis zum Canon 8800 (wurde aktuell wegen Treibermangel ausgemustert). Abfotografieren mit Makro und Duplikatorlösungen habe ich auch schon durch.

Seit längerem verwende ich aber eigentlich nur noch den Epson V750 und bei Bedarf den Coolscan V bzw. Reflecta ProScan 4000 (bevorzugt). Mit dem V750 lassen sich MF Filme sehr gut scannen und bis A2 ausdrucken/belichten. Nachdem ich fast ausschließlich S/W-Film verwende, ist die Auflösung so gut wie immer durch das Filmmaterial begrenzt.
 
Ich glaube das größte Problem beim "Abfotografieren" liegt darin
daß kaum jemand das eigentlich recht einfache Setup auf die Reihe
bekommt und die Ergebnisse daher weit hinter dem zurückbleiben
was damit gehen kann.

Muss ich wirklich eine Musterinstallation vormachen?
 
2 Kommentare
Wuxi kommentierte
Unbedingt!
 
T
Tom.S kommentierte
Bei den meisten Versuchen zur Digitalisierung von Filmmaterial bleiben die Ergebnisse zumindest in der ersten Phase weit hinter den Möglichkeiten. Auch Scanner sind keine Geräte, die automatisch ein perfektes Bild ausspucken. Viele denken, dass ist nicht komplizierter als einen Kopierer zu bedienen. Dabei wird leicht übersehen, dass die Algorithmen in der Scanner Software eher grob geschnitzt sind und ein jede Einsteiger DSLR oder DSLM in den Settings zu einem jpg-Bild ooc erheblich besser abliefert.
 
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